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Diabetes + Coronoavirus

Offline Gyuri

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(…)
hier in Bayern sind seit 21.03.2020 um 00:00 Ausgangsbeschränkungen in Kraft... Und die Leute kapieren es immer noch nicht... Konsequenz: Restaurants, Cafe´s, Bau-, Garten- und Hobbymärkte, Friseure, etc sind jetzt auch geschlossen...
(…)
Das ist jetzt genau betrachtet nicht ganz richtig - meine ich. Die Ausgangsbeschränkung vom 21.3. beinhaltete von Anfang an die genannten Schließungen und sie waren keine Folge vom unvernünftigen Verhalten Einzelner.
Ob nun einzelne Begebenheiten statistisch ins Gewicht fallen, oder ein berechtigter Grund dafür wären, die Beschränkungen noch weiter zu verschärfen, glaube ich weniger. Ich glaube, die Polizei erstellt einen Bericht/Berichte und die Medien sammeln alles, was ihnen eine Horrormeldung wert ist.

"Junge Erwachsene, die (in Massen) Polizisten anspucken!"  :balla:
So ist das allgemeine Leben in München auch wieder nicht.

Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Insulinjunkie

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Das in Bayern alles etwas anders ist, wird ja genug in den Medien dargestellt.

Der Hauptgrund dürfte aber sein, das alle (hauptsächlich die Politiker) Angst haben, von einer Flutwelle von behandlungsbedürftigen Patienten überollt zu werden (was Gesundheitsminister Spahn auch schon zugegeben hat) und das dann Nachgewiesen wird, das dies auf den jahrelangen Sparkurs der Politiker zu ungunsten des Gesundheitswesens sich herauskristallisiert. Die Bedingungen in den Krankenhäusern und Arztpraxen lässt in Punkto Hygieneartikeln sehr zu wünschen über.

Und wenn dann noch, wie heute im Fernsehsender Sat1 gezeigt wird, das eine deutsche Mutter mit ihren 3 Kindern des Landes verwiesen werden soll, weil sie einen französischen Mann hat und der Hauptwohnsitz in Paris ist und nur der Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern ist, sorry, dafür hab ich kein Verständnis mehr. Alle Flüchtlinge haben keinen Hauptwohnsitz in Deutschland, aber die dürfen bleiben? Was machen unsere Politiker?
Der Mecklenburgische Landesvater hat dann per Einzelfallentscheidung durchgesetzt, das die Frau bleiben kann, weil Frankreich auch zu den Risikogebieten zählt. Da war die Frau aber schon mit den 3 Kindern unterwegs im Auto Richtung Frankreich!
Diabetes seit 1983, Pumpe seit 1997, aktuell Spirit Combo; SiDiary V6; Sony Z1 Compact


Offline Gyuri

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Und wenn dann noch, wie heute im Fernsehsender Sat1 gezeigt wird, das eine deutsche Mutter mit ihren 3 Kindern des Landes verwiesen werden soll, weil sie einen französischen Mann hat und der Hauptwohnsitz in Paris ist und nur der Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern ist, sorry, dafür hab ich kein Verständnis mehr. Alle Flüchtlinge haben keinen Hauptwohnsitz in Deutschland, aber die dürfen bleiben? Was machen unsere Politiker?
Der Mecklenburgische Landesvater hat dann per Einzelfallentscheidung durchgesetzt, das die Frau bleiben kann, weil Frankreich auch zu den Risikogebieten zählt. Da war die Frau aber schon mit den 3 Kindern unterwegs im Auto Richtung Frankreich!
Das ist die übliche Polemik, wie man sie wohl "gern" bei Privatsendern und auch rechten Parteien hört.
Ganz zurecht wurde eine Einzelfallentscheidung durchgesetzt und was da passiert ist wäre meiner Meinung nach nicht einmal eine Meldung wert. Ich glaube, da gäbe es wichtigere Nachrichten.
 :patsch:
Gruß vom Gyuri

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Offline Joerg Moeller

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Die Gefahr andere anzustecken/angesteckt werden ist aber gleich null, wenn ich meine Frau so im Rollstuhl durch den Zoo schiebe, dass wir immer einen Sicherheitsabstand wahren können.

Ich würde eher sagen sie ist gering, aber nicht gleich null. Du kannst einen Abstand halten, aber Du kannst die Luft nicht filtern, die Deine Frau einatmet.
Vor allem gehört Deine Frau mit Ihrer desolaten Diabeteseinstellung zu den Hochrisiko-Patienten. Da würde ich selbst potenzielle Risiken einer Ansteckung vermeiden, wenn man es kann.

Ich kriege hier die Folgen auch langsam zu spüren. Ich habe bisher meine Einkäufe fast Ausnahmslos per Internet machen können, aber das ist momentan bei Lebensmitteln ein Glücksspiel. Alle Internet-Supermärkte sind total überlaufen, sodass kaum noch freie Zeitslots zu kriegen sind. Einen hab ich für Donnerstag erwischt, aber wenn sich da bald nichts tut werde ich wohl doch zum Supermarkt fahren müssen  :-\

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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Ich würde eher sagen sie ist gering, aber nicht gleich null. Du kannst einen Abstand halten, aber Du kannst die Luft nicht filtern, die Deine Frau einatmet.
Vor allem gehört Deine Frau mit Ihrer desolaten Diabeteseinstellung zu den Hochrisiko-Patienten. Da würde ich selbst potenzielle Risiken einer Ansteckung vermeiden, wenn man es kann.
(…)

Zwei Dinge dazu:
Die Frage, ob zurzeit ein Zoo-Besuch ein (deutlich) größeres Risiko wäre, ergibt sich gar nicht, weil die Tierparks/Zoos geschlossen sind.

Meine Frau gehört sicherlich zu den eher gefärdeten Personen, sich mit was auch immer anzustecken. Würde ich sie in der Wohnung einsperren, wären meine Einkäufe aber immer noch gegeben, irgend einen Virus über mich einzufangen.
Das Einsperren halte ich aber gerade bei meiner Frau für SEHR BEDENKLICH.  :gruebeln:
Weil sich ihre Mobilität drastisch verschlechtert hat und weder Hausarzt noch Diabetologe helfen können (und beide einen Verdacht äußerten) waren wir beim Neurologen. Blöd gelaufen: es waren keine kompletten Arztberichte verfügbar. Es sähe aber deutlich nach einer psychosomatischen Erkrankung aus. "Einfach Wegsperren" wäre wäre bei einer Depression aber gefährlich.


Ohne den Ernst der Lage verharmlosen zu wollen!
Es wird für mich immer deutlicher klar, dass der Öffentlichkeit statistischer Blödsinn erzählt wird.
Schon im Statistik-Grundlehrgang bekommt man zu hören, dass man sich tunlichst davon überzeugen muss, verwertbare Daten für seine Berechnungen heranzuziehen. Hier wird nur mit auf Corona getesteten Personen gerechnet, also nur mit Leuten, die sich testen lassen. Und es werden Todesfälle so erfasst als dass sie an Corona gestorben wären. Die allermeisten Todesfälle starben aber mit Corona und an anderen gefährlichen Krankheiten.

Wovon in den aktuellen Statistiken auch nicht mehr die Rede ist:
Was wollte man mit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens bezwecken?
Es war damals nicht geplant, mögliche Ansteckungen zu verhindern, sondern nur die Verbreitung derart zu verzögern, dass die Krankenhäuser nicht so viele Patienten auf einmal erhalten. Es ging also nur darum, Zeit zu gewinnen, damit es nicht zu so chaotischen Zuständen wie z.B. in Italien kommt. Es wird (so oder so) zu noch viel mehr Ansteckungen kommen. Die Frage ist nur, ob dann die ärztliche Versorgung zusammenbricht.

Wenn wir jetzt von der Politik in Aussicht gestellt bekommen, die Ausgangsbeschränkungen schon wieder erleichtern zu können, ist das nur ein frommer Wunsch - oder bewusste Fehlinformation. Wenn es mit den Beschränkungen so weiter geht, und sich ein paar Wirrköpfe noch weitere (sinnfreie) Beschränkungen einfallen lassen, wird das unserer Wirtschaft empfindlich schaden.

Der Gyuri, der natürlich "von nix keine Ahnung" hat,  :ka: meint, die aktuellen "bayrischen Beschränkungen" reichen vollauf aus und brauchen nicht noch erweitert werden.
Was man aber UNBEDINGT machen muss:
Mit verwertbaren Daten rechnen!
Würde ich zum Arzt gehen, würde man mich erst mal heim schicken und erst wenn ich irgend eine Grippe habe, auf Corona getestet. Das ist völlig unzureichend und sorgt für eine gewaltige unberechenbare Dunkelziffer.
Ich kann mich aus meiner Kindheit noch an lückenlos durchgeführte TBC-Untersuchungen erinnern.
Damals kam noch keiner auf die Idee "Händie-Daten" zu sammeln.  :balla: TBC war aber bald kein Thema mehr.

 :rotwerd: Jetzt habe ich mich schon wieder viel zu lange im Internet(t) aufgehalten.
Ich nutze trotz "hohen Alters" :lachen: die Tageszeit lieber für ausgedehnte Spaziergänge.
(nur gut, dass ich jetzt nicht in Moskau lebe)
Seit zwei Wochen bin ich auch nur noch sporadisch in Foren und kann seither wieder im Schnitt 7,5 Stunden pro Nacht schlafen.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
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Offline Floh

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Zitat
Und es werden Todesfälle so erfasst als dass sie an Corona gestorben wären. Die allermeisten Todesfälle starben aber mit Corona und an anderen gefährlichen Krankheiten.

Dafür h#tte ich gerne eine Quelle, weil hier im Landkreis (und etwas größeren Umfeld) die Todesfälle eigentlich recht gut definiert sind. Und "nicht mehr Atmen" wegen Corona ist schon recht eindeutig.


Offline Duff Rose

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Ohne den Ernst der Lage verharmlosen zu wollen!
Es wird für mich immer deutlicher klar, dass der Öffentlichkeit statistischer Blödsinn erzählt wird.


Das kann sein. Prinzipiell ist es jetzt nicht zwingend wichtig zu wissen ob der Patient jetzt an seiner Corona Infektion oder an einem Herzinfarkt gestorben ist. Viel wichtiger ist hier, weshalb er überhaupt in stationäre Behandlung musste. Und da ist ja das Problem, dass das Gesundheitswesen viel zu viele Fälle erwartet.

In Deutschland geht es uns wahrscheinlich mit am besten, aber wenn ich die Bilder aus Madrid oder Italien sehe wird mir Angst und Bange.

Zu Zeit heißt es verzichten und auch abwägen. Ich hatte vor 6 Wochen eine OP und letzte Woche Termin zur Nachuntersuchung. Dieser war mir wichtig wahrzunehmen, auch weil ich wissen wollte ob die Heilung zufriedenstellend verläuft. Immerhin ist meine Mutter Lungenkrank und meine Großmutter 88 Jahre und stark gefährdet. Es geht darum sie nicht anzustecken.

Besuch beim Diabetologen und Augenarzt habe ich jedoch abgesagt.
DM1 seit 02.2006, ICT, Fiasp und Lantus

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Offline Andi

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Mein Doc ist noch bis Monatsende in Quarantäne  :-\
Anfang April stünde noch der Labortermin an und auch etwas Nachschub werde ich wohl demnächst brauchen  ::)

Nun gut, ich hab ihm ne 'Corona-Freie' Mail geschickt. Mal sehen, was zurück kommt.  8)


Offline Gyuri

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(…) weil hier (…) die Todesfälle eigentlich recht gut definiert sind. Und "nicht mehr Atmen" wegen Corona ist schon recht eindeutig.
Das ist für eine vernünftige statistisch Auswertung alles andere als "eindeutig".
Ich mache es jetzt extremer, als es im Regelfall sein wird:

• Wer seit längerer Zeit an (unheilbarem) Lungenkrebs litt und sich dann final noch einen Corona-Virus einfing, starb nicht direkt an Corona sondern an Lungenkrebs.

• Wer schlimme Herz- und Kreislaufprobleme hatte und von einem Pfleger in der Intensiv oder von einem Besucher angesteckt wurde, kann zwar in so einer Corona-Statistik auftauchen, richtiger wäre aber dann doch vielleicht ein "Herzversagen".

• Andererseits wird (falls man so eine Statistik dann doch führen wollte) sicherlich nicht jeder "normale" Tote auf Corona überprüft, was auch zu Verzerrungen führen könnte.

Die Beispiele ließen sich beliebig weiter führen. Wenn ich aber höre, dass der "Durchschnitt" (Median oder Mittelwert?  :gruebeln: ) der verstorbenen Corona-Opfer über 80 Jahre alt ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass da Corona das primäre Übel war. In anderen Zeiten wären die meisten sicherlich einfach an "Altersschwäche" verstorben.

Viel interessanter wären meiner Meinung nach die GENAUEN Verhältnisse zwischen ALLEN angesteckten und ALLEN geheilten Patienten. Das bekommen wir aber nicht raus, weil (wie oben schon geschrieben) die Dunkelziffern beider Gruppen im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung viel zu groß sind.
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
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Offline Zottellot

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Und es werden Todesfälle so erfasst als dass sie an Corona gestorben wären

Quelle fänd ich auch super ...