Diabetesinfo-Forum

Diabetes + Coronoavirus

Offline elefantxx

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Hallo!

So nun möchte ich es aber auch mal wissen, und ich hoffe hier keine unnötige Panik oder so zu schieben. In dem Medien hört man ja oft das der Coronavirus in Verbindung mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes etc. eine höheres Sterberisiko hat. Aber wenn man diese Aussage trifft, woran macht man das Fest? Nehmen wir jetzt mal mich als Beispiel - Bin jetzt 23, männlich und mein Blutzucker ist zwar nicht optimal aber auch nicht extrem schlecht - HbA1c bei ca 7.5~ mit sinkender Tendenz. Also ich würde nicht sagen, das ich direkt ein Testament schreiben muss oder?  ;D ;D .

Aber mal ehrlich. Woher bringen die Medien diese Aussage das Diabetiker anfälliger sind als "normale Menschen"? Werden nur Diabetiker berücksichtigt die bereits Schäden vom Diabetes haben, oder geht es hier nur um Typ 2 Diabetiker oder doch nur um Typ 1 Diabetiker? Habe versucht im Internet zu recherchieren was genau mit "Diabetes" bei diesen Artikeln gemeint ist, aber habe bis jetzt noch keine gute Antwort gefunden. Vielleicht kann mir einer von euch weiterhelfen?

beste grüße


Offline Zottellot

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Chefarzt im KH (bei Diagnose), Hausarzt, Diabetologe und Betriebsarzt (bei Grippeimpfung) waren sich alle einig. Diabetiker haben ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger auf Krankheiten.

Bei direkter Nachfrage ruderten jedoch alle zurück und drucksten rum...  :patsch:

Schlussendlich würde ich sagen das ein gut eingestellter Typ 1er+2er (was gut auch immer heißen mag) kein erhöhtes Risiko hat. Was jedoch stimmt ist, dass man sich während des Krankheitsverlaufs vermehrt um den BZ kümmern muss.

Anderes sieht es bestimmt beim alten und spät diagnostizierten Typ 2er aus, der schon diverse Vorerkrankungen und Folgeschäden hat und sich auch nicht besonders um sein DM kümmert. Da kann ich mir vorstellen, dass ein zusätzlicher schwerer Infekt schlechter verkraftet wird.

Aber so ist es im Alter denke ich nun mal. Je älter man wird und je mehr Vorerkrankungen man mitbringt desto schlimmer ist ein zusätzlicher Infekt.


Offline Floh

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Ich bin froh. Es scheint, als hätte noch keiner von euch die echte Grippe (also die mit Influenza im Namen [nein, nicht Influenzer, ich will euch keine Sportschuhe verkaufen]) gehabt.

Zitat
Was jedoch stimmt ist, dass man sich während des Krankheitsverlaufs vermehrt um den BZ kümmern muss.

Das hier wäre mein Beweismittel, dass ihr alle gesund lebt.

Ich durfte Grippe schon einmal mitspielen. Das Problem ist nicht so sehr, dass man sich mehr kümmern muss. Das muss man, der Insulinbedarf ist dermaßen in die Höhe geschossen, dass die Basalrate nie im Leben ausreicht. Großzügig mehr Insulin ist natürlich gefragt (bei mir waren es +100%). Das Problem ist, dass man es körperlich und geistig nicht mehr leisten kann. Das körperliche ist schlimmer. Mir war schon klar, dass ich mehr Insulin brauche. Wenn ich aber zwischen schlafend und wach hin und her pendle und zwischendurch eigentlich nur bei Schüttelfrost für längere Perioden aktiv bin - dann gelingt es nicht die Insulintherapie zu bestreiten.

Ebenso - und viel trivialer - war ich echt froh, dass ich mit fiebersenkenden Medikamenten nach drei Tagen eine vergleichsweise gute Phase hatte und die Pumpe nachfüllen konnte. Dazu sind mehrere Dinge notwendig (Reservoir füllen, Luftblasen entfernen, einlegen, Pumpe starten, Katheter setzen, etc.). Das wäre mir einen Tag vorher noch nicht gelungen.

Von daher sehe ich die Warnung eine andere: Der Diabetiker an sich mag nicht empfänglicher für die Grippe sein (der Rest meiner Familie hatte sie auch - bis auf die geimpften Großeltern), die Auswirkungen sind aber viel schlimmer. Hypothetische Betrachtung: ich hätte die leere Pumpe nicht beheben können, die Alarme im Schlaf ignorieren müssen und wäre zu der Grippe auch noch in die Ketoazidose gewandert. Die Symptome "Übelkeit", "Erbrechen" und "Gliederschmerzen" machen bei der Grippe noch keinen Unterschied. Das wird nix gescheites.

Von daher: häufiger desinfizieren, und ich habe meine Impftermine nach vorne verlegt. Bin da jetzt immer am Anfang der Saison dabei.


Offline elefantxx

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Ich habe hier aus einem amerikanischen Beitrag nochmal ein paar Sachen rauspicken können die interessant sind, aber eigentlich jedem schon klar sein dürften. Die meisten Todesfälle im Verbindung mit dem Virus und Diabetes kamen von älteren Leuten mit Typ 2 Diabetes die bereits Lungen- und/oder Herzerkrankungen hatten. Der Blutzucker spielt eine große Rolle darin wie schnell der Virus vom Immunsystem bekämpft werden kann.

https://beyondtype1.org/coronavirus-and-type-1-diabetes/


Offline Joerg Moeller

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Aber wenn man diese Aussage trifft, woran macht man das Fest?

An der Anamnese, also der Krankengeschichte der Verstorbenen. Mal als ganz plattes Beispiel: wenn man weiß, dass 10% aller Menschen Diabetes haben und dann in der Anamnese von 20% der Verstorbenen einen Diabetes findet, dann haben die schon mal ein höheres Risiko.

Und bei Diabetkern ist bekannt, dass deren Immunsystem nicht so fit ist wie bei einem Nicht-Diabetiker. Mit steigendem Alter und weiteren Begleiterkrankungen/Folgeschäden wird das nicht besser.

Besondere Corona-Angst habe ich jetzt aber auch nicht unbedingt. Ich mache auch nichts anders als in jedem Jahr zur Grippe-Zeit: Körperkontakt vermeiden und wenn ich heimkomme als erstes die Hände waschen. Und die Brille kann ich auch mit dem Fingerknöchel hochschieben.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass dieser neue Virus jetzt da ist und auch da bleiben wird. Selbst wenn das jetzt wieder abflaut, wird er zur nächsten Grippe-Saison wieder ansteigen. Gerade wenn man viel mit Menschen zu tun hat, dann ist eine Schutzimpfung doch schon ein Muss aus meiner Sicht.

Ich hatte mal ein echte Grippe und lag damit 5 Tage komplett flach. Was in diesen 5 Tagen alles passiert ist weiß ich nicht mehr. Auf eine Wiederholung kann ich also gut verzichten.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Alf

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In Quarks spricht man erfreulicherweise von "schlecht eingestellten Diabetikern" und nicht pauschal von Diabetikern. Und ich denke das trifft es dann schon besser. Es wird ja auch gerne von "fachfremden" Ärzten behauptet, Diabetiker haben per se eine schlechtere Wundheilung, aber auch dort geht es in aller Regel um schlecht eingestellte Diabetiker.

Ich denke schon das ist ein erheblicher Unterschied, insbesondere für uns "Betroffene".  ;)
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Offline Joerg Moeller

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Ich hatte lange Zeit eine echt gute Wundheilung. Mittlerweile ist das anders, aber nur an den Unterschenkeln. Die Ulcera cruris haben mich 14 Monate lang begleitet und neulich hab ich mir da wieder was aufgekratzt (war nur eine kleine Schürfwunde), die dann auch zwei Wochen zum Abheilen brauchte.

Mit Infektionen hatte ich aber noch nie sonderlich große Probleme.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Renato

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meine Wundheilung ist immer noch perfekt, hoffentlich bleibt das so.
die anderen Übel wie Facettengelenksarthrose, Osteochondrose, Osteophyten an der Wirbelsäule nerven mich schon genug. 
Grüsse Renato


Offline Yvonne

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Mich nervt das Thema im Privatleben... Bin aufgrund meines Berufes schon genug damit konfrontiert... Bei meinem Arbeitgeber sind gerade die Besuche komplett verboten worden. zum schutz unserer Patienten und zum Schutz des Personals.

Es gab da Vorkommnisse, die nicht zu tollerieren sind:
Diebstahl von Desinfektionsmittel samt Spender. Soll heißen: Es wurde aus der Wand gerissen und das nicht nur einmal. Diebstahl der geeigneten Masken... Und wir stehen jetzt ganz schön doof da :kotz:  :mauer:  :boese:
Geht nicht gibt´s nicht


Offline Scarlett77

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Ein bisschen Angst habe ich ehrlich gesagt schon, da ich neben Diabetes auch Asthma habe. Letzteres meldet sich zwar nur relativ selten, aber wenn dann muss ich schon zum Asthmaspray greifen. Ich habe zwar schon gemerkt, dass mit einem niedrigerem Blutzuckerspiegel die Anfälligkeit für Infektionen viel niedriger ist, aber das dieses Virus im worst case auf die Lunge übergeht, macht mir Unbehagen. Vorsichtiger geworden bin ich auf jeden Fall.
“Nolite te bastardes carborundorum”