Diabetesinfo-Forum

Was ist euch wichtig?

· 92 · 23291

Bärchen

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Ich weiß, dass passt hier überhaupt nicht rein, aber irgendwie ist mir das grade wichtig! Tut mir Leid!

Was ist euch in eurem Leben eigentlich wichtig?

Ist ziemlich persönlich, das sehe ich auch ein. Vielleicht bekomme ich trotzdem ein oder zwei Antworten...
Mir wurde immer erzählt Schule sei wichtig, dass mein eine gute Schulbildung hat ist nötig für eine gute Ausbildung, ist wichtig für einen guten Beruf, ist wichtig, damit man (gut) (über)leben kann...
Zur Zeit muss ich allerdings feststellen, dass das absolut nicht stimmt. Es gibt so viele Dinge, die mir wichtiger sind als Schule, auf Grund dessen ich auch die Schule ziemlich vernachlässige.
Würdet ihr im Nachhinein oder jetzt so als Erwachsene immer noch sagen, dass Schule so wichtig für euch war? Also, dass es für euer jetztiges Leben echt nötig war einen guten Schulabschluß zu haben? Oder gibt es viel mehr als das?

Entschuldigt, bin grade einfach nur ein bisschen...verwirrt oder so...weiß auch nicht... SORRY!!

Eine gute Nacht und morgen einen guten Start in die neue Woche!
Bärli


Offline Joerg Moeller

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Ich weiß, dass passt hier überhaupt nicht rein, aber irgendwie ist mir das grade wichtig! Tut mir Leid!

Doch, das passt absolut. Mir war es ja wichtig auch einen Bereich zu haben, indem man über Gott und die Welt reden kann.

Zitat
Würdet ihr im Nachhinein oder jetzt so als Erwachsene immer noch sagen, dass Schule so wichtig für euch war? Also, dass es für euer jetztiges Leben echt nötig war einen guten Schulabschluß zu haben?

Absolut, ja. Schau mal, ich hatte ja ursprünglich nur den Hauptschulabschluss. Aber damit kann man kein Krankenpfleger werden, also hab ich hinterher auf dem zweiten Bildungsweg meine Fachoberschulreife nachgeholt.

Zitat
Oder gibt es viel mehr als das?

1000%ig!

Ich hab ja mal gesagt: Richtig ist, was aus dir kommt und falsch ist, was du nur anderen zuliebe machst.
Aaaaber: Richtig und falsch ist wie schwarz und weiß. Und dazwischen gibt es jede Menge Grautöne.
Das Leben besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus Kompromissen. Und es besteht (im günstigen Fall) aus einer soliden Basis. Und die unterste Basis ist eben die Schulbildung.
Du musst (früher oder später, das ist relativ egal) die Schulbildung machen, die in deinem Beruf vorausgesetzt wird. Sonst kannst du ihn nicht ergreifen und musst irgendwas arbeiten, was dir gar nicht liegt. Und das ist weit weniger erfreulich als mal in den sauren Apfel zu beißen.

Das wichtigste im Leben überhaupt bist du selbst und (d)eine Familie.
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Offline vreni

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wichtig für mich?
meine Familie, meine Umgebung, Menschen, Musik, Bücher.............. und meine Arbeit.
und die Schule? Ich habe mit einem minimalen Aufwand meine Schulzeit durchwandert (ab und zu stand halt faul oder schwatzhaft in meinem Zeugnis). Und dann aber habe ich freiwillig noch 5 Jahre Schulzeit angehängt. Die relativ gute Ausbildung ermöglichte mir in der Zeit z.B. als mein Mann arbeitslos war einen grossen Teil finanziell für die Familie aufzukommen, es ermöglichte uns, unseren beiden "Kinder" eine gute Ausbildung zu finanzieren, damit sie den Beruf ausüben können, der ihnen Freude macht. Also ist Familie und Ausbildung nicht zu trennen.
Ich arbeite mindestens 9 Std. an 4 Tagen pro Woche. Stell Dir vor ich hätte einen Beruf, in dem ich unglücklich wäre. Was für eine Qual.
Was ich schade finde..............   Kleine Kinder sind wissbegierig. Îch weiss nicht wieviele warums, wiesos ich in meinem Leben beantwortet habe. Die Schule zerstört das manchmal. Das Wichtigste an der Schule ist, die Neugierde, die Freude am lernen zu erhalten.  :)
viele Grüsse
vreni

Bärli, vielleicht definierst Du für mich einmal den Begriff "Erwachsene", was Du  Dir darunter vorstellst  ;D


Bärchen

  • Gast
Zitat
Bärli, vielleicht definierst Du für mich einmal den Begriff "Erwachsene", was Du  Dir darunter vorstellst
Schätze, erwachsen ist in meinen Augen jamand, der für sich selbst Verantwortung übernimmt (und für die Mitglieder Familie, falls er eine hat).
Zitat
Das wichtigste im Leben überhaupt bist du selbst und (d)eine Familie.
Eben! Und wenn es doch dann so ist, dass jemand aus "meiner Familie" meine Hilfe / Unterstützung braucht, geht das dann nicht vor Schule?

Und vor allem: In der Schule bringen sie mir nicht bei, mit dem Leben klarzukommen. Und ich bezweifle, dass ich sowas wie Chemie oder so nochmal brauchen werde. Aber wie ich reagiere, wenn ich etwas im Bereich der "Notfallseelsorge" (zumindest im übertragenem Sinne, irgendwie) leisten muss, erklärt mir keiner...

Das ist doch sinnlos, oder? Ich meine selbst in Pädagogik wird uns nicht erklärt, wie wir unseren Mitmenschen gegenübertreten können / sollten und wie wir sie dann nach unserem Vermögen unterstützten und begleiten können!

Naja, ich weiß auch net.
Gute Nacht, Bärli


Offline vreni

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Zitat
Eben! Und wenn es doch dann so ist, dass jemand aus "meiner Familie" meine Hilfe / Unterstützung braucht, geht das dann nicht vor Schule
Ich meine das Eine tun und das andere nicht lassen. Ich habe z.B. einmal mein Studium auswärts für einen Monat unterbrochen um für meine Familie den Haushalt zu führen während dem mein Mutter im Spital war. Klar musste ich den Stoff aufholen, aber wenn man will geht vieles.
Zitat
Und vor allem: In der Schule bringen sie mir nicht bei, mit dem Leben klarzukommen.
Glaubst Du? Du kannst doch ein soziales Verhalten unter Mitschüler lernen, Du kannst doch lernen mit unangenehmen Lehrer klar zu kommen,
Du kannst durchhalten lernen, auch wenns Dir schwer fällt, Du kannst Dich kritisch mit dem Schulstoff auseinendersetzen z. B. Geschichte etc.
Diese Fähigkeiten brauchst Du auch im Leben........
Zitat
Und ich bezweifle, dass ich sowas wie Chemie oder so nochmal brauchen werde.
Es ist Allgemeinbildung und sowas braucht man auch im Leben. Alles was Du weisst erleichtert Dir den Kontakt zu Menschen. Mein Sohn will (echt) Chemie studieren. Klar, bin ich kein Chemiegenie, aber ich kann weil ich Kenntnisse davon habe ihm mit Interesse zuhören. Und Biochemie interessiert mich wirklich.
Zitat
Nofallseelsorge / Pädagogik
Es gibt ja nicht nur die Schule in Deinem Leben, sondern die Chance von anderen Menschen zu lernen - Bärli  :) Und sonst studierst Du halt das!!
(nur ich glaube dass man das eben "mit dem Herzen sieht" und nicht abgucken kann.)
Ich kann Dir einfach dem "sinnlos" nicht zustimmen das ist alles.
liebi Grüess und en ganz en schöne Tag
vreni


Offline Joerg Moeller

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Zitat
Bärli, vielleicht definierst Du für mich einmal den Begriff "Erwachsene", was Du  Dir darunter vorstellst
Schätze, erwachsen ist in meinen Augen jamand, der für sich selbst Verantwortung übernimmt (und für die Mitglieder Familie, falls er eine hat).

Das sehe ich auch so. Zusätzlich würde ich sagen, daß zu "Verantwortung übernehmen" und "erwachsen sein" auch "Prioritäten setzen" gehört. Wann immer mehr als eine Sache aktuell ist, wird man um Prioritäten nicht herum kommen, denn man kann sich ja nicht zweiteilen. Und "Prioritäten setzen" heißt oft auch Kompromisse einzugehen. (Ich stelle Sache A jetzt erstmal zurück, weil Sache B wichtiger ist und nehme dafür in Kauf, daß sich Sache A danach etwa schwieriger gestaltet. Wie bei Vreni mit dem Studium eben)

Zitat
... wenn es doch dann so ist, dass jemand aus "meiner Familie" meine Hilfe / Unterstützung braucht, geht das dann nicht vor Schule?

Das kommt darauf an. Am besten ist es, wenn du beides unter einen Hut bekommst, denn ein Haus ohne solides Fundament bricht irgendwann zusammen und kann dann für niemanden mehr eine Heimat sein. Und Schule ist nunmal ein solches Fundament.
Darüber hinaus gibt es Dinge, die du als Hilfeleistender übernehmen kannst und andere, die dich überfordern würden. Auch da ist es ein Zeichen von erwachsen sein das zu erkennen und sich dann seinerseits Hilfe von außen zu holen.

Zitat
Und vor allem: In der Schule bringen sie mir nicht bei, mit dem Leben klarzukommen.


Irgendwie schon, nur nicht ganz so offensichtlich. Zusätzlich zum Erlernen von Sozialverhalten gegenüber Gleichgestellten (Mitschülern), geringer gestellten (untere Klassen), höhergestellten (obere Klassen) und Vorgesetzten (Lehrern)
kann man auch viel in Geschichte lernen. Beispiel drittes Reich: wie konnte es soweit kommen und bei welchen Anzeichen müßten heute bei mir die Alarmglocken bimmeln. In Religin kann man viel über Weltanschauungen lernen.
Bei nicht so sehr geliebten Fächern lernt man Dinge zu tun, die man eigentlich nicht so gern mag (Sowas wird im Berufsleben immer wieder mal vorkommen). In Lieblingsfächern lernt man, was einen wirklich interessiert (hilfreich für die Berufsfindung).

Zitat
Und ich bezweifle, dass ich sowas wie Chemie oder so nochmal brauchen werde.

Nicht in dieser Ausführlichkeit vielleicht, aber die Grundlagen schon. Ein Beispiel: die Werbung spricht von einer Seife die schonend ist, weil sie pH-neutral sei. Jemand ohne chemisches Wissen wird das toll finden und sie seinen Freunden gegenüber lobpreisen. Die Freunde kennen sich aber ein bißchen aus, wissen das pH-Neutral einen pH von 7 darstellt, was den Säurschutzmantel der Haut zerstören würde. Dann steht der ohne Chemiewissen dumm da...

Wieviele Schalen welches Atom hat ist sicher für die meisten von uns uninteressant. (In dieser Phase habe ich damals in der Krankenpflegeschule eher meinen persönlichen Rekord im Tetris-spielen verbessert). Gut ist es aber trotzdem zuzuhören, denn so kan man herausfiltern was für einen selbst wichtig ist und was nicht.

Zitat
Aber wie ich reagiere, wenn ich etwas im Bereich der "Notfallseelsorge" (zumindest im übertragenem Sinne, irgendwie) leisten muss, erklärt mir keiner...

Und das wird auch hoffentlich so bleiben, denn das ist ein "Erwachsenen-Job". Jemand ohne Erfahrung und eine solide Wissensbasis kann diesen Job nicht übernehmen.

Eine Freundin hat das mal sehr gut auf den Punkt gebracht: "Ich vermeide es Mitleid zu haben, denn wenn ich mitleide, bin ich ebenso handlungsunfähig. Ich setze daher mehr auf Mitgefühl, denn mit Gefühl kann man die Dinge besser regeln"

Zitat
...selbst in Pädagogik wird uns nicht erklärt, wie wir unseren Mitmenschen gegenübertreten können / sollten und wie wir sie dann nach unserem Vermögen unterstützten und begleiten können!

Das ist auch nicht Aufgabe der Pädagogik, das ist Aufgabe der Psychologie. Deine Aufgabe als Freundin/Angehörige ist es auch nicht anderen ihre Probleme zu lösen, sondern da zu sein und zuzuhören. Und zuhören ist nicht dasselbe wie handeln. Handeln soll der, der ein Problem hat. Der Freund/Angehörige unterstützt ihn dabei, mehr nicht.

Ebenso wie wir dich jetzt hier zu unterstützen versuchen. Niemand hier kennt deine wahre Identität und somit hast du die Möglichkeit, dir alles von der Seele zu schreiben, was dich bedrückt. Wir hören dir zu!
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Bärchen

  • Gast
Zitat
Ebenso wie wir dich jetzt hier zu unterstützen versuchen. Niemand hier kennt deine wahre Identität und somit hast du die Möglichkeit, dir alles von der Seele zu schreiben, was dich bedrückt. Wir hören dir zu!
Okay erstmal dazu: Als ich das heute Mittag zum ersten Mal las, war ich etwas geschockt. Dann war ich etwas gerührt, glaube ich und inzwischen freue ich mich einfach nur drüber!
Also erstmal: DANKE


Bärchen

  • Gast
So jetzt zum Rest:
Ihr habt mich ja irgendwie echt überzeugt... mein Kompliment. Okay, Schule ist wichitg, ich seh's ein!  :)
Aber ich denke trotzdem, dass es noch andere wichtige Dinge gibt und solange ich die Schule gut schaffe, ist es, denke ich, okay mich auch um diese anderen Dinge zu kümmern, oder?

Ich meine, ich musste für die Schule noch nie viel tun, solange ich keine vieren schreiben, kann ich ruhig mal gar nichts machen, oder?
Ich sehe schon ein, dass Hausaufgaben wichtig sind, aber wenn's ohne geht???


Bärchen

  • Gast
Zitat
Und das wird auch hoffentlich so bleiben, denn das ist ein "Erwachsenen-Job". Jemand ohne Erfahrung und eine solide Wissensbasis kann diesen Job nicht übernehmen.
Wäre ja auch viel zu heftig! Deswegen setzte ich das in Anführungsstriche und ich meine das ja auch nicht wirklich in dem Sinne.
Zitat
Aufgabe als Freundin/Angehörige ist es auch nicht anderen ihre Probleme zu lösen, sondern da zu sein und zuzuhören. Und zuhören ist nicht dasselbe wie handeln.
Handeln kann ich ja auch gar nicht! Ich bin 17! Wie soll ich da die Probleme eines über 40jährigen lösen, wenn er's selber nicht kann?
Aber was, wenn ich selbst mit zuhören manchmal überfordert bin?
Ich weiß einfach nicht, wie ich reagieren kann / soll. Ob ich das überhaupt muss / darf. Aber ich kann das auch nicht sagen (das ich überfordert bin), weil mein er ein schlechtes Gewissen hat und keinen mehr, mit dem er reden kann! Dann kriege ich ein schlechtes Gewissen.

Ich habe einfach keine Ahnung, wie ich damit umgehen kann?
Entschuldig! Ich weiß auch nicht, bin einfach arg verwirrt, glaube ich. War in letzter Zeit alles ein bisschen viel!
Schönen Abend noch, LG Bärli


Offline vreni

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Als ich das heute Mittag zum ersten Mal las, war ich etwas geschockt
Weisst Du Jörg und ich sind beide so überzeugt von dem was wir schreiben, dass es schon wie eine geballte Ladung "hinüberkommt", so dampfwalzenähnlich. Es ist mir aber erst im Nachhinein aufgefallen als ich Jörgs Antwort las. Ich freue mich, dass Du's richtig verstanden hast.

Den Rest muss ich mir zuerst überlegen -  :)

en schöne Tag

vreni