Diabetesinfo-Forum

Was ist euch wichtig?

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Offline Sven

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Nun mag ich mich auch mal wieder einschalten..  ;)

Kann es sein, dass Dir eine ganz bestimmte Situation am Herzen liegt, oder etwas, was geschehen ist..?? Ich finde es klingt danach..

Vielleicht schilderst Du einfach, was Dich genau bedrückt.. (kannst mir auch gerne eine Mail schreiben.. ), dann ist es einfacher, die Sache zu beurteilen..

Grundsätzlich denke ich, dass vielen einfach damit geholfen ist, wenn jemand zu hört.. manchmal braucht man garkeine Antwort... es ist wichtig, seine Last einmal loszuwerden.. Sprich, vielleicht wird auch garnicht erwartet, dass Du etwas dazu sagst, einen Lösungsvorschlag unterbreitest, oder sowas..

Bin nun auch wieder öfter online..
Gruss,

Sven

DM 1 mit CSII (Pumpe) /Novo Rapid
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Offline vreni

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hallo Bärli
Zitat
Aber ich denke trotzdem, dass es noch andere wichtige Dinge gibt und solange ich die Schule gut schaffe, ist es, denke ich, okay mich auch um diese anderen Dinge zu kümmern, oder

Es wäre jetzt einfach für mich zu schreiben gut wenn die Leistung stimmt, was solls......

Nur – wenn Du dich in Gedanken über längere Zeit „nur“ noch mit den Problemen deines Bekannten  beschäftigst (und das scheint mir so), dann „stimmts“ nicht mehr und da denke ich nicht nur an die Leistung in der Schule sondern an DICH persönlich. Da lebst Du ein fremdes Leben mit und deins bleibt auf der Strecke. Vielleicht solltest Du dir über die Gründe deines Engagement, deine Gefühle klar werden.
Zitat
Ich bin 17! Wie soll ich da die Probleme eines über 40jährigen lösen, wenn er's selber nicht kann?
Aber was, wenn ich selbst mit zuhören manchmal überfordert bin

Du bist überfordert das ist klar, nur schon die Aussage, dass er sonst niemanden hat übt enormen Druck aus.  
Du solltest unbedingt kommunizieren, wie Du dich fühlst.  Du bist wichtig. (und das hat nichts mit Egoismus zu tun).

Probleme anderer Menschen können wir sowieso nicht lösen, sondern höchstens Denkanstösse geben wie man eine Angelegenheit von einer anderen Seite sehen  kann. Tipps geben wie  man das Problem praktisch anpacken könnte. Also bei Diabetes zum Diabetologen, bei Schulden zur Schuldenberatung., Bei Depressionen zum Psychologen etc.
Ich wünsche Dir noch einen guten Tag
vreni




Offline Joerg Moeller

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Aber ich denke trotzdem, dass es noch andere wichtige Dinge gibt und solange ich die Schule gut schaffe, ist es, denke ich, okay mich auch um diese anderen Dinge zu kümmern, oder?

Ja. Vor allem wenn du dich selbst als eines dieser wichtigen Dinge verstehst. Das hat dann nichts mit Narzißmus oder so zu tun, sondern kann sogar logisch begründet werden. (Wie könnte man etwas bewirken, wenn man nicht wichtig ist?)

Sich selbst nicht aufzugeben, aber auch nicht überzubewerten ist ein ziemlicher Balanceakt. Den zu bewältigen kostet schon einiges an Erfahrungen. Nicht so sehr die, die man hat, sondern eher die, die man beim balancieren macht.

Zitat
Ich meine, ich musste für die Schule noch nie viel tun, solange ich keine vieren schreiben, kann ich ruhig mal gar nichts machen, oder?

Das sehe ich auch so. Klappen kann das aber nur, wenn man nicht den Punkt verpasst, an dem man wieder einsteigen muß.
Es gibt viele Hochbegabte, die an der Schule scheitern. Der Grund: sie sind von der Einfachheit gelangweilt, glauben sie kämen auch so irgendwie durch, passen nicht mehr auf oder schwänzen sogar und haben irgendwann den Anschluß an die Klasse verloren.

Sich von der Schule mal eine Auszeit zu nehmen ist okay. Solange man den Bogen nicht überspannt. (Ist jedenfalls meine Meinung)
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Offline Joerg Moeller

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Aber was, wenn ich selbst mit zuhören manchmal überfordert bin?

Dann wäre es z.B. gut, wenn du dich jemandem anvertrauen könntest. Selbst Psychologen - und das sind ja nun wirklich Vollprofis im Zuhören - arbeiten nicht ohne Supervision. So nennt man das, wenn man mit einem Unabhängigen darüber reden kann, was man erlebt/gehört hat. Und solange keine Namen genannt werden ist das ja auch völlig okay.

Ich erlebe eine ähnliche Situation gerade in meiner Familie. Mein Vater ist der mit den Problemen, meine kleinen Schwestern sind die, die mit dem Zuhören des immer selben Problems überfordert sind. Sie stehen gewaltig unter Druck, denn einerseits ist es der Vater, andererseits können sie sein Problem nicht lösen. Ihn zurückweisen kommt nicht in Frage, denn wie würde er dann reagieren? Andererseits bringt die Überforderung sie immer mehr in die Lage, daß sie froh sein können ihn mal nicht zu sehen. Aber dann kommt wieder das schlechte Gewissen (Wie kann ich froh sein wenn ich weiß, daß es ihm nicht gut geht?)

Ich versuche sie da ein bißchen aufzufangen. Sie wissen, daß ich immer da bin und grundsätzlich und vorbehaltlos auf ihrer Seite stehe. Und sie wissen auch, daß meine Meinung ist, daß er nicht das Recht hat seine Probleme auf sie abzuwälzen.

Zitat
Ich weiß einfach nicht, wie ich reagieren kann / soll. Ob ich das überhaupt muss / darf.

Ja, das darfst du. Jemand der dich mag wird nicht wollen, daß du über deine Kräfte gehst. Und jemand, der das von dir erwartet ist es nicht wert, daß du es tust.
Das klingt hart, aber lehn dich mal zurück und stell dir vor, das wärest nicht du sondern eine Freundin. Dann würdest du das sicher ähnlich sehen.

Zitat
Aber ich kann das auch nicht sagen (das ich überfordert bin), weil mein er ein schlechtes Gewissen hat und keinen mehr, mit dem er reden kann! Dann kriege ich ein schlechtes Gewissen.

Du mußt ja den Kontakt nicht völlig abbrechen. Einfach ein bißchen Auszeit um deinen inneren Konflikt zu sortieren kann schon für euch beide recht hilfreich sein.

Und vielleicht wäre es für euch beide auch eine gute Idee, sich nach professioneller Hilfe umzusehen. Wäre das ein körperliches Problem, dann würdest du ja auch zu einem Facharzt raten.
Wenn du ein solches Gespräch führen solltest, dann hättest du sicher Angst, der andere könnte das als Ablehnung deinerseits fehldeuten. Dann sag es ihm ganz am Anfang des Gesprächs, wieviel er dir bedeutet und wie lange du nachgedacht hast, wie du ihm helfen kannst. Aber daß du dich mit all den Problemen überlädst und fürchtest, sie nicht mehr im Griff zu haben. Daß du ihm rätst sich Hilfe zu holen und ihm in dieser Phase weiterhin beistehen wirst. Aber daß es für dich und ihn, für eure Beziehung einfacher sein wird, wenn die Last auf mehr als nur euren beiden Schultern verteilt wird.

Das ist keine Patentlösung, denn die gibt es nicht. Aber es wäre ein möglicher Ansatz. Wie auch immer: wir hören dir zu!
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Bärchen

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Hey!
Zitat
Vielleicht schilderst Du einfach, was Dich genau bedrückt.. (kannst mir auch gerne eine Mail schreiben.. ), dann ist es einfacher, die Sache zu beurteilen..
Danke schön. Ich werd mal drüber nachdenken...

Zitat
Vielleicht solltest Du dir über die Gründe deines Engagement, deine Gefühle klar werden.
Die Gründe für mein Engagement liegt vor allem darin begründet, dass er eigentlich mein Papa ist. Zumindest fast... (nicht genetisch gesehen)

Zitat
Du solltest unbedingt kommunizieren, wie Du dich fühlst.
Fällt mir nicht so leicht, leider. Im Gegenteil, ich rede eigentlich nie darüber, wie ich mich fühle, wies mir geht oder so. Das hier ist für mich schon unglaublich viel (und auch nicht einfach)

Zitat
Du bist wichtig.
Da kann ich nicht wirklich zustimmen, denke ich.
Zitat
Vor allem wenn du dich selbst als eines dieser wichtigen Dinge verstehst. Das hat dann nichts mit Narzißmus oder so zu tun, sondern kann sogar logisch begründet werden. (Wie könnte man etwas bewirken, wenn man nicht wichtig ist?)
 Das ist schon richtig, aber ich kann auch nichts bewirken! Da liegt ein Teil meines "Problems".

Zitat
Tipps geben wie  man das Problem praktisch anpacken könnte.
Selbst das finde ich schon schwierig. Ich bin sehr vorsichtig, wenn ich jemadem einen Rat geben soll. Was ist, wenn das was ich sage falsch ist?

LG,Bärli


Bärchen

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Zitat
Dann wäre es z.B. gut, wenn du dich jemandem anvertrauen könntest.
1. gäbe es da niemandem
2. würde ich das auch nicht tun (dazu muss man reden und das kann ich nun wirklich nicht besonders gut)

Zitat
Und vielleicht wäre es für euch beide auch eine gute Idee, sich nach professioneller Hilfe umzusehen.
Wir beide, sowohl er als auch ich, haben das schon getan. Er hat im Grunde so eine "Superversion". Und ich habe mir auch schon mal Hilfe gesucht (hat aber nicht geklappt, ich habe einfach nichts gesagt).
Aber er trifft sich nur alle zwei Wochen (wenn überhaupt) mit seinem Supervisor (der eigentlich auch irgendwie sein Freund ist).
Anfangs war's auch mal so geplant, dass er mir hilft, aber naja, auch er ist an mir gescheitert...  :-X

Für's erste mal so weit!
LG, Bärli


Offline vreni

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Bärchen

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DANKE! Das ist total lieb!
Aber auch nicht unbedingt nötig! Das musst du echt nicht, vreni!
LG, Bärli


Offline vreni

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Offline Sven

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@ bärchen

Kannst gerne auf das Angebot mit der mail zurück kommen, jederzeit!!!

Vielleicht hilft es Dir auch, wenn Du einfach mal schreibst, was Dich bedrückt, was Du denkst, und fühlst.. brauchst das ja nicht zu schicken.. so wird einem oft vieles klarer..
Gruss,

Sven

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