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Es ist soweit: Kurzwirksame Insulinanaloga bei DM1

Offline Andi

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auf deren website gibt es eine emailadresse, ich habe denen direkt mal eine mail geschrieben und deren recherche bezweifelt. wird zwar nichts bringen, aber ich hoffe doch, erboste diabetiker legen deren server lahm.

Ich war auch so frei, und habe mich dorthin geäußert ...

From:     Andreas Heitzer <andreas.heitzer@gmxpro.de>
To:       info@iqwig.de
Date:     Tue, 05 Sep 2006 19:00:10 +0200
Subject:  Keine Belege für Vorteil gegenüber Humaninsulin

Werte Damen und Herren des "Institutes"

Es ist mir schleierhaft, wie sie zu dem Ergebnis kommen können, das
Insulinanaloga keinerlei Vorteile bringen.

Es ärgert mich dermassen, daß Leute mit offensichtlich unzureichender
Kompetenz über Lebensqualität von Betroffenen zu entscheiden haben.

Diese Anmassung stellt in meinen Augen eine Diskriminierung dar, die
seinesgleichen sucht.

Aus persönlicher Erfahrung und täglicher Praxis kann ich berichten, daß
der oben genannte Artikel eine Verdummung der Diabetiker bedeutet und in
keinster Weise die Tatsachen des täglichen Lebens wiederspiegelt.

Und für solchen Unfug wird auch noch unnötig Geld hinausgeworfen, das an
geeigneterer Stelle wesentlich besser verwendet werden könnte.


Mit äußerst verärgerten Grüßen
Andreas Heitzer


Mal sehen, was zurück kommt :moser:


Gruß Andi


Offline LordBritish

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Das habe ich gerade auf der Seite dieses Instituts entdeckt:

[Zitat]
Wenn Sie eine Stellungnahme zu diesem Vorbericht abgeben möchten, richten Sie diese bitte bis zum 02.10.2006 an a05-02@iqwig.de.

Bitte beachten Sie den "Leitfaden zur Abgabe von Stellungnahmen". Es werden nur solche Stellungnahmen berücksichtigt, bei denen die Stellungnehmenden ihre Interessenskonflikte mittels des Formulars "Darlegung potenzieller Interessenskonflikte" dargelegt haben.
[/Zitat]

http://www.iqwig.de/index.449.html


Offline Llarian

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Moin,

ich glaube nicht, daß es in irgendeiner Weise auch nur den geringsten Effekt hat, sich dort zu äußern. Mit diesen Reaktionen rechnet man offensichtlich und offensichtlich hat man ein dickes Fell. Es stellt sich auch die Frage nach der moralischen Kompetenz einer Regierung, die bewußt dieses Vorgehen billigt und beauftragt. Es wird also ebensowenig eine Reaktion an Elemente dieser Regierung helfen.
Das einzige, das helfen kann, ist Öfffentlichkeit. Und damit meine ich massenwirksame Öffentlichkeit. Durch den DDB, die DDG vertreten durch die Profs mit Rang und Namen der internationalen Diabetologie. Und das in Bild, Spiegel, Focus, heute, Tagesschau, Akte06 und wie sie alle heißen.
Warum gehen unsere tollen namhaften Diabetolgen nicht mit derselben Öffentlichkeit dagegen an? Warum muß erst im Rest der Bevölkerung der Eindruck entstehen, daß den faulen Säcken von Diabetikern endlich angemessenerweise ihre teure unnutze Luxuxtherapie abgedreht wird, die vom gebeutelten Steuerzahler unter Auferbietung ihres letzten Hemds finanziert wurde? Ob sich nun Erna aus Kleinkleckersdorf empört ans Institut wendet oder nicht, kratzt dort niemanden.

Ich mache mir keine Sorgen darum, daß jemand, der sein Analogon braucht, es nicht auch bekommt... da bleibt ggf. der Gang vors Sozialgericht... aber das Gebaren dieser Person ist nicht mehr tragbar.


Offline maulwurfinchen

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ich glaube auch nicht, dass das wirklich was bringt, denen zu schreiben. aber hauptsache, die haben ein volles postfach und werden vollgemuellt. eigentlich bin ich ja gegen spammen, aber bei denen habe ich doch ein kleines bisschen das beduerfnis, denen stress zu machen.
ich verstehe sowieso nicht, wer dieses unternehmen ausgewaehlt hat und wieso und wieso ueberhaupt keine qualitaetskontrolle von deren arbeit stattfindet. es gibt doch sicher auch gute zitierfaehige studien zum thema.

ich kenn mich nicht aus, wie klagt man vor dem sozialgericht? wobei ich hoffe, dass es bei mir dazu nicht kommt, sondern meine diabetologin mein humalog noch irgendwie vertreten kann. aber was ist, z.b. wenn ich kinder habe und eines davon auch diabetiker wird? muss das dann auf voellig veraltetem medizinischen stand behandelt werden? oder muss ich dann heimlich was von meinem insulin abzwacken?
ich wuensche ja keinem etwas boeses, aber einigen dieser sogenannten wissenschaftler taete es gut, selbst ein kind oder einen partner mit typ 1 diabetes zu haben.... :moser:
pumpi seit 11 jahren - paradigm 722 - typ 1 seit 1999 - humalog + 2x850mg metformin



Offline Llarian

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muss das dann auf voellig veraltetem medizinischen stand behandelt werden?
Nicht für jeden sind Analoga die erste Wahl...wenn humaninsulin seinen zweck erfüllt, ist das doch vollkommen in Ordnung. Und gerade bei Kindern wäre ich immer noch eine Runde extravorsichtig, wenn das Wachstum noch nicht abgeschlossen ist und es Medikament mit einer unnatürlich hohen Affinität zu einem Wachstumsfaktor gegeben werden soll.

Zitat

ich wuensche ja keinem etwas boeses, aber einigen dieser sogenannten wissenschaftler taete es gut, selbst ein kind oder einen partner mit typ 1 diabetes zu haben.... :moser:
Ich wünsche es auch niemanddem, aber es kommt wohl nicht von ungefähr, daß für sowas Leute gewählt werden, die keinen Bezug zur Realität von Menschen und Krankheiten haben. Man sagt ja, daß Seehofer auch einige seiner Ansichten geändert hat, nachdem er selbst einmal betroffen war. Es kommt auch nicht von ungefähr, daß unser Gesundheitsministerium immerhin einen ganzen Mediziner beschäftigt. Was kümmert es BWLer, was aus Menschen wird, wenn die Zahlen stimmen? (Sorry an die rechtschafffenden BWLer)
Man sollte eines nicht vergessen: Wir sind keine Patienten. Wie sind Kostenfaktoren. Wir verursachen dieser Gesellschaft Kosten. Wir verursachen dieser Regierung Kosten. Und daran, wie diese Regierung das Land finanziell aus der Sch**** zieht oder auch nicht und sich das am Geldbeutel des Bürgers niederschlägt, entscheidet sich die nächste Wahl. Und wenn Du oder ich in 10 Jahren an der Dialyse hängen oder auch nicht, weil sie dann nicht mehr zur Kassenleistung zählt, wird die Regierung, die es verbockt hat, nicht mehr zu belangen sein (jetzt auch nicht, aber egal).


Offline LordBritish

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aber einigen dieser sogenannten wissenschaftler taete es gut, selbst ein kind oder einen partner mit typ 1 diabetes zu haben.... :moser:

Ich würde da noch einen Schritt weitergehen, Sie selber müssen das an Leib und Seele erfahren!

ich glaube auch nicht, dass das wirklich was bringt, denen zu schreiben. aber hauptsache, die haben ein volles postfach und werden vollgemuellt.

Ich würde sagen  :ja: und  :nein: klar geht den das ziemlich am A... vorbei und die machen eh was sie sollen egal wie gut
nachweislich die Erfolge mit der Therapie sind gegen die sie angehen. Waren ja auch schlau genug das so auszugeben das dieser Wisch
zig Merkmale erfüllen muss, ansonsten gleich ab in die Tonne.
Aber wenn keine Betroffenen klagen, dann denken die doch gleich ach haben wir ja Recht gehabt und die brauchen
das gar nicht so wirklich, da meldet sich ja kaum ein Betroffener zu Wort...

Ich hoffe nur das die Presse das nicht falsch darstellt, die könnten ggf. auch auf den Zug Kosteneinsparung springen  :-\


Offline chippy_2001

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(...)Das einzige, das helfen kann, ist Öfffentlichkeit. Und damit meine ich massenwirksame Öffentlichkeit. Durch den DDB, die DDG vertreten durch die Profs mit Rang und Namen der internationalen Diabetologie. Und das in Bild, Spiegel, Focus, heute, Tagesschau, Akte06 und wie sie alle heißen.(...)

Ob das was bringt ist die Frage. Schon bei Typ II und Analoga war die Reaktion in der Presse: Arme Betroffene, die keine Ahnung haben und sich vor den Karren der Lobbyisten der Pharmaindustrie spannen lassen. Im aktuellen Diabetes-Journal gibt es dazu einen interessanten Artikel.
Ich selbst habe jedenfalls den Glauben in unabhängigen Journalismus verloren, nachdem selbst der von mir geschätzte SPIEGEL einen Artikel veröffentlich hat, der absolut einseitig war und nach obigem Muster (arme Betroffene...) vorging.

Momentan ist Pharmaindustrie-Bashing in der Presse en vogue, das Thema eignet sich prima dafür und für die Details interessiert sich sowieso niemand (vgl. hierzu auch Bericht im Diabetes Journal zur Pressekonferenz des gemeinsamen Bundesausschusses - einige wenige (evtl. selbst betroffene) Journalisten hätten wohl detaillierte Fragen gestellt und seien dafür von den anwesenden Kollegen nur müde belächelt worden).

chippy


Offline Angela

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Aber wenn keine Betroffenen klagen, dann denken die doch gleich ach haben wir ja Recht gehabt und die brauchen
das gar nicht so wirklich, da meldet sich ja kaum ein Betroffener zu Wort...
Das denke ich auch. Und so wie Llarian sagte, sollten die ganzen Diabetikervereinigungen - und da gibts ja ein paar bei euch - was unternehmen. Irgendwelche Leute die man im Bereich Diabetes kennt. Ich kenn mich da bei euch nicht so gut aus, aber ich hab immer das in Düsseldorf in Erinnerung. (Das wo der fesche Arzt ist.  ;D) Ist das der DDB? Ich weiß nur das es von denen auch eine Forumseite gibt. Es gibt ja auch viele Diabetesseiten bei euch, die bekannt sind. Ich weiß die jetzt nicht auswendig, weil die hab ich zu Hause im PC gespeichert. Vielleicht könnte man da was machen? Wenn sich einige Organisationen zusammen tun und Gegenargumente bringen?
**************
 :unschuldig: LGAngela :unschuldig:


Offline Llarian

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war die Reaktion in der Presse: Arme Betroffene, die keine Ahnung haben und sich vor den Karren der Lobbyisten der Pharmaindustrie spannen lassen
Genau deswegen würd ich ja auch die Diabetologen mit Prof-Titel und internationalem Ruf reinbringen und genau deswegen sage ich, daß der Einwand von Erna aus Kleinkleckersdorf nichts bringt. Und diese bisherigen Gegenstimmen in der Presse sind doch ziemlich im Hintergrundrauschen untergegangen, weil eben nicht das dahinerstand, was Sawickel hinter sich hat. Himmel... die blöd-zeitung schreibt doch sonst jeden Mist, der die Schlagzeile SKANDAL liefert... und die Nachrichten überschlagen sich gerade mit Meldungen über den Fleischskandal in Bayern, wo eine unbekannte Personenzahl eventuel etwas Dünnpfiff bekommen hat (ja, ich übertreibe)... warum nicht über den Skandal, daß sich die Regierung einen bezahlten Handlanger sucht, um 6 Millionen Menschen aus finanziellen Interessen an Leib und Leben zu schädigen? Hey, Watergate war nichts dagegen.


Offline sonrisa

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oh ja! Bildzeitung wäre gut. Hat da nicht jemand Kontakte? Da könnten wir doch ein paar gute Schlagzeilen produzieren:

SKANDAL! Junge Frau verliert Augenlicht, weil KK die angeblich zu teuren Medikamente nicht zahlt!
oder
AUFGEDECKT! Medikamentenschmuggel aus der Türkei, da deutsche KK nicht mehr zahlen.
oder vielleicht:
Horst K. aus B. packt aus: Die KK ist schuld, daß ich an der Dialyse hänge.

Ich setze ja meine ganze Hoffnung, darauf daß die Pharmakonzerne die Preise für Normal- und Analoginsuline angleicht...
Im Diabetes-Journal ist übrigens auch eine Tabelle abgebildet, wo aufgeführt, wieviel % Analoga in anderen europäischen Ländern verschrieben werden. Da war Deutschland relativ weit hinten (sogar noch hinter England und dort ist die medizinische Versorgung nicht gerade rosig!).
LG Hella