Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Brauche Hilfe! Serie unerklärlicher Entgleisungen
Joa:
Moin Nico,
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 22, 2007, 18:10 ---
Das Cortison ist sonst auf schlappe 15 mg eingestellt, im KH mußte ich auf normale 30 mg hoch. Das hat gereicht. Sonst war ich zu schlapp. Erst nach der Entlassung und nach dem Ziehen ist der Cortisonbedarf deutlich gestiegen. Aber ehrlich gesagt sehe ich noch nicht, wie das dazu führen soll, das der BZ bei normalem Basal sinkt (das war auch schon VOR der Erhöhung so!), und bei gesenktem Basal mit normalen BZ dieser nach der Mahlzeit leicht entgleist!
--- Ende Zitat ---
Vielleicht spielt da deine eigene Restproduktion an Insulin noch eine Rolle?
Damit meine ich, ein Erklärungsversuch mag darin bestehen, dass die Eigenproduktion leichte Basalschwächen noch puffern kann, aber größeren prandialen Insulinbedarf (Bolus) Bolusbedarf nicht mehr gebacken bekommt? (ggf. zu verifizieren am C-Peptid?)
--- Zitat ---
Cortison müßte eigentlich, ganz rein theoretisch, insgesamt eine gewisse Erhöhung im Bedarf erwirken. Rätsel über Rätsel. :gruebeln:
--- Ende Zitat ---
Kortison wird wohl auch, ganz praktisch, eine Bedarfserhöhung in der Insulinversorgung bewirken.
Siehe z.B. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/default.aspx?sid=375041
Die Angaben dort entsprechen auch meinen Notizen aus Althausen (Teupe).
Na ja, bei Dir spielt eine Mehrzahl von Faktoren mit, die natürlich immer zu der Frage führen, ob spontane Ideen denn wirklich sachdienlich sein können.
Jedenfalls finde ich es schon mal toll, dass Anjas Gedanken Dir zur Entwicklung besserer Handlungsstrategieen helfen konnten.
Und, btw. bemerkt, finde ich es schon sehr beeindruckend, wie Du Dich da selber durchbeisst. :respekt2:
--- Zitat ---
[Teupe] ...Vorausgesetzt, die wissen da etwas über die mysteriösen Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Diabetes und MA.
--- Ende Zitat ---
Das nehme ich schon an. :ja:
Aber kannst Du auch selber ergründen, indem Du bei Ihm mal telefonisch anfragst.
--- Zitat ---
... wo ist das eigentlich? Franken?
--- Ende Zitat ---
Schwaben. Etwas südlich von Würzburg.
--- Zitat ---
Das Problem sind 100% Erwerbsminderung und Grusi! Da ist es mit der Mobilität nicht weit her!
--- Ende Zitat ---
Der finanziellen Mobilität? Grusi=Grundsicherung?
Na ja, ein anderes Problem ist dann auch noch die Übernahme der Kosten durch die KK.
Die übernehmen zwar den letzten Schwachfug ohne mit der Wimper zu zucken, wenn er dem System entspricht (siehe Deine Schilderung).
Liegt aber was Sinniges außerhalb des genormten Systems, wird es heutzutage richtig schwierig. :mauer:
Gruß
Joa
Adrian:
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 22, 2007, 18:10 ---
--- Zitat ---Zum Astonin: Hallo Kollege *wink* Ich habe eine gestörte Kreislaufregulation und deswegen auch eine Weile Astonin genommen. Derzeit gehts allerdings ohne. Wie ist das bei Dir?
--- Ende Zitat ---
Bei mir ist es natürlich ein Totalausfall des Aldosterons, daher ist eine lebenslange Substitution notwendig. Ist aber eigentlich recht unproblematisch. Im Sommer 50% hoch muß aber schon sein.
--- Ende Zitat ---
Und das sollte eigentlich auch den Insulinbedarf erhöhen?!
Du bräuchtest also eine Basalrate, die an Deine Aldosteron und Cortiso(l|n) - Tabletten angepasst ist, und auch deren Wirkmaxima etc. berücksichtigt.
--- Zitat ---
Du hast völlig recht, das wäre sicher sehr sinnvoll! Von Teupe habe ich gehört, bin auch keineswegs abgeneigt. Vorausgesetzt, die wissen da etwas über die mysteriösen Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Diabetes und MA. Das Problem sind auch nicht so sehr die 400 km von Braunschweig nach..... wo ist das eigentlich? Franken?
--- Ende Zitat ---
Nee, in Badenwürtenberg, aber in der Nähe.
Soweit ich weiß, betreut er auch MA-Patienten, aber um sicher zu gehen: einfach mal anrufen!
LG|Adrian
Joerg Moeller:
Ich pflichte den anderen da bei: Hut ab, wie du das bis jetzt gemanaged hast :super:
Aber jetzt wäre wirklich langsam die Zeit für ein bißchen Unterstützung durch einen Diabetologen, der sich auch mit Cortison und dessen Einflüßen auf den Bz auskennt.
Memnoch:
Okay, Zeit, mal Bericht zu erstatten! Also ich zeige wirklich Nerven, das ist sicher. Bin aber, das zu meiner Verteidigung, seit vielen Jahren von Depressionen und Ängsten geplagt. Vorgestern wollte ich noch ein Rezept bei meiner Hausärztin rausholen, da hat die mich gleich zu einer Grippeimpfung verdonnert, obwohl (sie sagte "weil") ich derzeit mit abklingender Kieferentzündung, Antibiotika und BZ-Kapriolen zu kämpfen habe. Gestern war ich auch prompt total platt und hatte erhöhte Temperatur über 38°. Taktisch klug war das wohl nicht.
Der BZ hat sich aber wieder ein wenig normalisiert. Oder so dachte ich zumindest. Habe das Abendessen erstmalig ohne zusätzliches Insulin zu den BE-Faktoren gespritzt, und danach Katheter und Reservoir gewechselt. BZ ging nach 2 Stunden auf (scheinbar gute) 140 runter. Allerdings blieb er dann auch da, und ließ sich auch mit noch so viel Insulin nicht dazu überreden, weiter runter zu gehen (Keton negativ). Das hat bei mir natürlich sofort wieder einen hysterischen Anfall ausgelöst. Um es kurz zu machen: war offensichtlich ein Problem mit dem Katheter, denn etwa 2 Stunden nachdem ich ihn erneut gewechselt hatte war wieder alles normal (war aber auch ein grausamer Zufall!). Okay, war dann ne Hypo (ja, das geht inzwischen wieder!). Aber die Richtung stimmte schonmal.
Mein Bauch sieht aber auch aus wie ein Dartboard! Irgendwie ist es seit MA mit der Wundheilung nicht weit her. Verhärtungen konnte ich aber keine entdecken. Nur ganz viele rote Punkte von den Einstichstellen. Auch das Basal mußte inzwischen von 32 auf 29 runter, sonst Hypo. Aber ich traue dem Frieden noch lange nicht! Und es wird noch länger dauern, bis ich wieder ruhiger werde. Und vermutlich wird es ewig dauern, bis ich mich wieder an eine Pizza rantraue.
@Joa:
--- Zitat ---Vielleicht spielt da deine eigene Restproduktion an Insulin noch eine Rolle?
Damit meine ich, ein Erklärungsversuch mag darin bestehen, dass die Eigenproduktion leichte Basalschwächen noch puffern kann, aber größeren prandialen Insulinbedarf (Bolus) Bolusbedarf nicht mehr gebacken bekommt? (ggf. zu verifizieren am C-Peptid?)
--- Ende Zitat ---
Ja, das klingt zumindest absolut plausibel! Aber ich glaube nicht das sich da schonmal wer bei mir drum gekümmert hat. Bislang war das Vorhandensein der Restfunktion ja auch offensichtlich. Ob das jetzt bei 29-32 IE Basal auch noch so ist, müßte mal genauer erforscht werden.
--- Zitat ---Kortison wird wohl auch, ganz praktisch, eine Bedarfserhöhung in der Insulinversorgung bewirken.
Siehe z.B. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/default.aspx?sid=375041
Die Angaben dort entsprechen auch meinen Notizen aus Althausen (Teupe).
--- Ende Zitat ---
Das ist interessant! Bei mir sind die Dosen aber sehr viel kleiner, selbst mit Mehrbedarf kratze ich gerade mal am untersten Rand der auf dieser Seite aufgeführten Mengen! Weiterhin ist es ja Substitution, also zumindest theoretisch dürfte nur der Überhang, also die Differenz zwischen eingenommener Menge und tatsächlichem Bedarf relevant sein. Wie gesagt: theoretisch!
--- Zitat ---Und, btw. bemerkt, finde ich es schon sehr beeindruckend, wie Du Dich da selber durchbeisst.
--- Ende Zitat ---
Vielen Dank! Vielleicht ist die Angst ja manchmal auch zu was nütze, denn dadurch bin ich hoch motiviert! Aber abgesehen davon bin ich ja schon durch MA ans "durchbeissen" gewöhnt! :)
--- Zitat ---Der finanziellen Mobilität? Grusi=Grundsicherung?
--- Ende Zitat ---
Ja, ist Grundsicherung und finanzielle Mobilität.
@Adrian:
--- Zitat ---Und das sollte eigentlich auch den Insulinbedarf erhöhen?!
Du bräuchtest also eine Basalrate, die an Deine Aldosteron und Cortiso(l|n) - Tabletten angepasst ist, und auch deren Wirkmaxima etc. berücksichtigt.
--- Ende Zitat ---
Also bisher habe ich den Eindruck das diese Einnahmezeiten und kleine Dosisänderungen irgendwie im Hintergrundrauschen untergehen. Bevor ich die akuten Probleme hatte konnte ich keinen Einfluß auf den BZ feststellen, bzw. eindeutig darauf zurück führen.
@Jörg:
--- Zitat ---Ich pflichte den anderen da bei: Hut ab, wie du das bis jetzt gemanaged hast
--- Ende Zitat ---
Danke! Ja, ich "macgyver" mich da halt so durch. Allerdings hatte ich auch leichtes Spiel. Ich habe immer gegessen und getrunken wie ich wollte, ganz normale Sachen halt. Habe dann einfach für jedes gezuckerte Heißgestränk auf den Bolusknopf gedrückt und gut war. Da war kein Schema drin oder so. Hatte trotzdem gute Werte. HbA1c immer zwischen 5,0 und 6,0. Und wenn ich gelegentlich mal wider Erwarten auf 240 war, habe ich allenfalls erstaunt eine Augenbraue hochgezogen, 6 IE Korrektur gespritzt, und das Thema war durch! Aber seit der Entgleisung ist nichts mehr wie früher, selbst wenn sich die Stoffwechsellage jetzt wieder normalisieren sollte/wird. Das war das erste mal für mich, das diese Krankheit bei mir die Krallen gezeigt hat, und die Wirkung ist nachhaltig! Vorausgesetzt, das die entzündete Zahnwurzel schuld war (sieht ganz danach aus), finde ich es sehr erschreckend was selbst lächerlich kleine Entzündungen und Infekte auslösen können! Obwohl ich es spätestens seit der Kathetersepsis hätte besser wissen müssen. Von dieser Gefahr hatte ich zwar theoretisch gewußt, aber jetzt ist sie manifest, und die Angst davor ist ein ständiger Begleiter geworden. Die schönen Tage meiner Laissez-faire-Therapie sind wohl endgültig gezählt.
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Memnoch am Oktober 24, 2007, 15:27 ---
Aber seit der Entgleisung ist nichts mehr wie früher, selbst wenn sich die Stoffwechsellage jetzt wieder normalisieren sollte/wird.
--- Ende Zitat ---
Sieh es mal so: wenn es einfach wäre könnte das ja jeder :zwinker: ;D
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