Autor Thema: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft  (Gelesen 1467 mal)

Offline SCHM

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #20 am: November 27, 2020, 11:59 »
Es ist mühselig, sich über jede kleine Abweichung dessen, was man sich so ausgerechnet hat, großartig Gedanken zu machen.

Da mag Gyuri bei manchen Fällen recht haben, in der Schwangerschaft gilt das aber ausdrücklich nicht (also, sagt mein Diabetologe - ich kanns ja nicht ausprobieren). Mehr Insulin. Nach oben korrigieren geht schnell und ist vergleichsweise harmlos. Aber ich bin kein Arzt und du solltest auf keinen Fall auf Tipps aus dem Internet hören, deswegen lieber morgen nachfragen.

Gyuri hat recht, dass es mühselig ist, aber in der Schwangerschaft lohnt sich die Mühe definitiv und da sollte man schnell reagieren und das Insulin notfalls auch schon wieder erhöhen, und nicht einfach auf den nächsten Langzeitwert vom Labor warten. Der käme in diesem Falle wahrscheinlich viel zu spät.

Aber insgesamt scheinst du wirklich auf einem guten Weg zu sein, und ich drücke weiterhin alle Daumen.

Offline Gyuri

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #21 am: November 27, 2020, 15:06 »
Noch mal überschlafen …
(…), dem bleibt dann noch die Verfolgung seines Labor-Langzeitwertes um auf der "sicheren Seite" zu sein.
Diese Aussage dürfte hier wenig hilfreich sein  :rotwerd: und wurde von mir auch mit etwas Ironie geschrieben.
Das "Maß aller Dinge" nützt anfangs rein gar nichts. Zuerst sollte man schon eine gangbare Strategie über gewisse Zeit verfolgen.
Hinter dem anderen Geschriebenen stehe ich aber voll dahinter!
Es ist in einer Einlaufphase wenig hilfreich aufgrund einzelner Werte sofort etwas zu ändern, besonders dann nicht, wenn man Schwankungen noch nicht abschätzen kann. Kein Einzelwert muss TYPISCH sein. Wer schon etwas länger Messwerte beobachtet, bei denen nicht ständig rumgeschraubt wird, kann den "Regelverlauf" besser abschätzen.
Dies funktioniert aber nur bedingt mit vielen Einzelmessungen. Besser ist da ein permanent aufzeichnendes System. Ich kenne dazu halt nur FreeStyle. Andere Systeme werden, gerade zu Beginn einer Therapie, sicherlich nicht so einfach verschrieben. Aber mit einzelnen Blutzuckermessungen würde ich mir keine Hoffnungen machen, dass man auf einen funktionierenden Weg kommt. Darum mein Statement zu FreeStyleLibre.  :super:
Gruß vom Gyuri

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Offline Joerg Moeller

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #22 am: November 30, 2020, 12:51 »
Es ist in einer Einlaufphase wenig hilfreich aufgrund einzelner Werte sofort etwas zu ändern, besonders dann nicht, wenn man Schwankungen noch nicht abschätzen kann. Kein Einzelwert muss TYPISCH sein. Wer schon etwas länger Messwerte beobachtet, bei denen nicht ständig rumgeschraubt wird, kann den "Regelverlauf" besser abschätzen.

Sehe ich auch so. Ich mache deshalb immer nach dem Sensorwechsel eine Auswertung. Und da lege ich dann auch fest, ob ich etwas ändere oder es erstmal so belasse. Also auch Änderungen nur alle zwei Wochen (falls nötig).

Einzige Ausnahme: wenn es ständig zu Unterzuckerungen kommt. Dann sollte man schon vorher aktiv werden.
Aber für alles andere gebe ich meinem Hormonsystem Zeit, sich erst mal auf eine etwaige Änderung einzustellen. Andernfalls fährt man nur BZ-Achterbahn.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Rainy1991

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #23 am: Januar 01, 2021, 19:18 »
Ich wollte hier mal ein Update schreiben.

Ich bin nun bei 39+3 und den 3. Tag im KH zur Geburtseinleitung. Bisher leider ohne Erfolg. Ich war schon ab 38+1 im KH zur Untersuchung, da stand eine Einleitung bereits im Raum, weil das Baby so schwer geschätzt wurde (knapp 3800g). Da die Versorgung top war, durfte ich aber noch mal nach Hause, Kontrolle eine Woche später. Innerhalb dieser Woche hat sich mein Insulinbedarf massiv gesteigert. Ich brauchte plötzlich 1, bis 2 mal so viel Insulin wie noch wenige Tage vorher. Deshalb wollte die Ärztin dann einleiten... Hatte ich gar nicht so mit gerechnet, da das Baby immer noch (seit 3 Wochen bei 3 Ärzten) auf knapp 3800g geschätzt wurde (irgendwer wird sich vermessen haben) dachte ich dass ich bis zum ET warten darf. Leider nein!

Meine Zeit im Zielbereich war dennoch immer noch bei 96-97 Prozent. Laut meiner Diabetologin top. Dabei hab ich den Zielbereich inzwischen auf 130 gestellt, weil der Libre einfach zu niedrig misst. Der HBa1c lag nach einem Abfall auf 5,3 wieder bei 5,5 aber das sei auch völlig in Ordnung.

Jetzt im KH bin ich permanent dabei meinen Blutzucker im Schach zu halten. Ich spritze für eine Mahlzeit inzwischen erst mal um die 20 Einheiten (natürlich schon je nach dem was es so gibt), muss nach 1-1,5 Std aber fast immer korrigieren mit 5 IE und nach 2,5 Std noch mal 5 IE. So komme ich einigermaßen zurecht. Nachts war ich bei 27-30 IE Basal. Der Witz: sobald ich Wehen hab, soll ich auf keinen Fall Basalinsulin spritzen, da die Wehen den BZ normalerweise stark senken. Tja, ich futtere seit 3 Tagen Einleitungstabletten, könnte jederzeit losgehen... Oder noch 5 Tage dauern! Habe nun 10 IE gespritzt, bin damit nüchtern etwas zu hoch aber mehr traue ich mich nicht.

Falls das andere Schwangere lesen: in einer event. 2. SS würde ich viel früher auf Insulin umsteigen. Damit ich ein CGM Gerät bekomme! Auch wenn ich mich öfter über den Libre ärgere und man nicht alles für bare Münze nehmen kann, hilft er mir ernorm. Ich bin sicher, dass ich wochenlang Blutzuckerspitzen verpasst hab, weil sie manchmal nicht logisch sind. Mal ist die Spitze nach 45 Min, meist aber erst nach 1,5 Std, manchmal nach 2, manchmal nach 3 Stunden... manchmal sinkt der BZ  nach der Spitze schön, um dann plötzlich total zu steigen! Mit blutigem Messen kriegt man das nicht mit. Ich bin mir sicher, wenn ich den Libre spätestens ab der 20. Woche gehabt hätte, wäre die Einstellung besser gewesen. Und vielleicht das Baby etwas leichter.

Nun habe ich mein bestes gegeben und hoffe, dass das Kind bald in einer nicht allzu schlimmen Geburt gesund aus mir rausmaschiert und keine Blutzuckerschwankungen hat. Und schön wäre, wenn meine Werte wieder deutlich besser sind bzw die Insulinempfindlichkeit wieder besser wird. Das war schon echt nervig. Ich freue mich so auf Nudeln und Weingummi und Saft!

Danke für alle Erklärungen und Tipps, die ich hier erhalten habe!

Offline Gyuri

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #24 am: Januar 02, 2021, 13:33 »
(…)
Nun habe ich mein bestes gegeben und hoffe, dass das Kind bald in einer nicht allzu schlimmen Geburt gesund aus mir rausmaschiert und keine Blutzuckerschwankungen hat. Und schön wäre, wenn meine Werte wieder deutlich besser sind bzw die Insulinempfindlichkeit wieder besser wird. Das war schon echt nervig. Ich freue mich so auf Nudeln und Weingummi und Saft!
(…)
Und ich wünsche dir auch, dass dir deine Wünsche in Erfüllung gehen.
Ich werde für dich jedenfalls schon mal beide Daumen drücken.
Gruß vom Gyuri

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Offline SCHM

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Re: Frisch insulinpflichtig mit Typ2 in der Schwangerschaft
« Antwort #25 am: Januar 02, 2021, 16:46 »
Danke für die Rückmeldung.
Ich wünsche auch alles Gute für die nächsten Tage und für das (noch) nicht geborene Kind.