Autor Thema: Unbemerkte Hypos  (Gelesen 4872 mal)

Offline Gyuri

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #60 am: April 09, 2021, 19:10 »
Ja nuuuun:  :zwinker:
Die von mir früher erstellten Verläufe aus wenigen Stichproben bargen natürlich auch Unsicherheiten, waren mir aber dann doch mehr Hilfe als "ständiges" blutiges Messen. Es kam mir schon immer mehr auf relative Werte in einem Messsystem an. FSL ist für mich da nahezu genauso "genau", ich empfand das nur viel zu teuer. Meinem Diabetologen war es aber scheinbar lieber, aufbereitete Daten vom FSL zu lesen, als meine Excel-Tabellen, die er von mir nur auf Papier bekommen konnte … oder halt unkommentiert aus einem BZ-Messgerät.

Dexcom ist wohl genauer. Dexcom liefert wohl vergleichbarere Werte zum Blutzucker.
Mir fehlen da verlässliche Zahlen. Ich kann jedoch einen großen Unterschied zu FSL sehen. Beim FSL bekommt der Anwender zuerst mal einen gescannten EINZELWERT der nicht so zuverlässig sein muss wie ein "glattgerechneter" Verlauf.
Bei Dexcom (nur in der neuesten Form?) fällt der Einzelscan weg und man wird STÄNDIG mit glattgerechneten Daten versorgt. Wer das so braucht, ist mit Dexcom sicher besser beraten. Ich brauche das nicht zwingend … besonders dann nicht, wenn die Kosten dafür deutlich höher sind. Außerdem glaube ich ja immer noch an FSL3, bei dem dann die Einzelscanns ebenfalls abgeschaft sein müssten. Die Kosten der FSL3-Sensoren sollen angeblich gleich bleiben, was dann ein gutes Argument für die verschreibenden Ärzte sein könnte. Bliebe dann nur die sicherlich gleichbleibende "Qualität" der Abbott-Hotline, die mir im Versand-Bereich viel mehr Ärger bereitet als in der Technik.

Dein damaliges Problem mit der "Systemrelevanz" habe ich nicht vergessen  :zwinker: , bei mir kommt das nur nicht zum Tragen, weil ich eben ganz andere Anforderungen an mein Messsystem stelle.
Gruß vom Gyuri

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Offline Joerg Moeller

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #61 am: Juni 23, 2021, 12:04 »
Das habe ich dann an Dexcom geschickt, die die weitere Verhandlung mit der Barmer übernommen haben.
Und die haben mir letztens geschrieben, dass es beim MDK liegt und wohl noch bis vor Ende April geklärt sein sollte.
Ich berichte weiter...

Und hier wie versprochen die Auflösung: Der MDK hat es natürlich erstmal abgelehnt, woraufhin ich dann Widerspruch eingelegt habe.
Um den zu untermauern, hab ich denen mal für 3 Monate die "Momentaufnahme" von LibreView geschickt, wo es von angeblichen Hypos nur so wimmelt. Und halt dazu geschrieben, dass davon höchsten 2-3 tatsächliche Unterzuckerungen waren und der Rest einfach nur falsch gemessen wurde.

Gestern Abend bekam ich dann eine Mail von Dexcom, dass ich mich jetzt für eine Schulungsform entscheiden soll (Online oder Präsenzunterricht), dann eine Teilnahmebescheinigung unterschreiben und denen mailen soll. Ab dem 01.10. (dann läuft ja meine Versorgung mit Libre aus) übernimmt Dexcom dann meine Versorgung mit Sensoren :-)

Und ich kann dann endlich im Bedarfsfall den Sensor kalibrieren, wenn er zu sehr abweichen sollte.  :super:

Viele Grüße
Jörg
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Offline Kladie

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #62 am: Juni 23, 2021, 16:45 »
Hallo Jöoerg,

versprich dir nicht zu viel vom Dexcom. Mein "Hallo Dexcom" Versuch ging - trotz Kalibrierungsmöglichkeit - voll in die Hose. Wenn gemessen wurde, waren die Scanergebnisse zwar näher an meinen BZ Meßgerät Werten als das alte Libre (ist schon 2 Jahre her) aber ich wurde in 4 von 5 Nächten trotzdem von Fehlalarmen bzw. Fehlfunktionen geweckt. Während des Tests habe ich drei- bis viermal mehr Teststreifen verbraucht als vorher.

Ich wünsche Dir aber mehr Glück als ich es hatte denn es gibt natürlich auch viele zufriedene Dexcom Nutzer. Jedenfalls ist der Service von Dexcom um einiges besser akls von Abbott.

Offline Gyuri

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #63 am: Juni 23, 2021, 20:50 »
Ja Moment mal!  :hi:
Wenn ich mich nicht täusche, hat Dexcom mit "G6" einen ähnlichen Schritt gemacht wie FSL mit "3".

(click to show/hide)
Ältere Dexcom-Versionen kann man so genauso wenig mit Dexcom G6 vergleichen wie (voraussichtlich) FSL mit FSL3.
« Letzte Änderung: Juni 24, 2021, 10:16 von Gyuri »
Gruß vom Gyuri

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Offline Joerg Moeller

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #64 am: Juni 24, 2021, 11:14 »
Hallo Kladie,

versprich dir nicht zu viel vom Dexcom. Mein "Hallo Dexcom" Versuch ging - trotz Kalibrierungsmöglichkeit - voll in die Hose. Wenn gemessen wurde, waren die Scanergebnisse zwar näher an meinen BZ Meßgerät Werten als das alte Libre (ist schon 2 Jahre her) aber ich wurde in 4 von 5 Nächten trotzdem von Fehlalarmen bzw. Fehlfunktionen geweckt. Während des Tests habe ich drei- bis viermal mehr Teststreifen verbraucht als vorher.

Ich gehe auch mal davon aus, dass es da auch Abweichler geben kann. Testen konnte ich den G6 mit 3 Sensoren, die ich parallel zum Libre getragen habe.
Und ich hab in der Zeit natürlich auch öfter mal kontrolliert. Meine Basalrate passt gut, so dass ich nachmittags immer eine horizontale Linie bei den Sensoren hatte. Und in dem Zeitraum hab ich dann meine Testmessungen gemacht, bei denen das G6 immer besser abgeschnitten hat. (mit Abweichungen von 4-6 mg/dL).
Einen Sensor musste ich aber auch kalibrieren, weil der um 15 mg/dL abwich. Aber immerhin kann man den kalibrieren.

Es leuchtet mir nicht ein, warum Abbott diese Option so vehement ausschließt.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Joerg Moeller

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #65 am: Juni 24, 2021, 11:20 »
Wenn ich mich nicht täusche, hat Dexcom mit "G6" einen ähnlichen Schritt gemacht wie FSL mit "3".

Sehe ich nicht so. Der große Schritt beim FSL3 ist ja, dass man nicht mehr scannen muss, wohingegen es beim G6 war, dass man nicht mehr kalibrieren muss.

Einen Sensor, den ich noch kalibrieren muss, hätte ich auch gar nicht erst in Betracht gezogen. Deswegen wollte ich ja auch nnur die MiniMed 640G ohne Sensor.

Kalibrieren können ist ja eine ganz andere Hausnummer. Da bestimmt ja der Anwender, wann er kalibriert und nicht der Sensor. Gerade dieses fremdbestimmte wäre mir ein Dorn im Auge.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Kladie

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #66 am: Juni 24, 2021, 19:23 »
Zitat Joerg Moeller:

Zitat
Ich gehe auch mal davon aus, dass es da auch Abweichler geben kann. Testen konnte ich den G6 mit 3 Sensoren, die ich parallel zum Libre getragen habe.
Und ich hab in der Zeit natürlich auch öfter mal kontrolliert.
Das konnte ich im Test auch feststellen! Allerdings hat das Dexcom nach einem Kalibrieren schon mal die Verbindung Sender-->Empfänger verloren (auch manchmal ohne kalibrieren) mit entsprechenden Alarmen und danach brauchte der Sensor eine Stunde um wieder Daten liefern zu können. Das ist bei mir nicht tragisch aber die Alarme haben mich um den Schlaf gebracht und das war schon sehr störend.

Offline Gyuri

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #67 am: Juni 24, 2021, 23:56 »
Entschuldigung, dass ich so hartnäckig dabei bleibe unter Kalibrieren etwas anderes zu vertehen als ihr.

Und dann denke ich noch einmal dazu an den bereits zitierten Werbesatz von Dexcom:

(…)
Mit dem Dexcom G6 System zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung in Echtzeit (rtCGM) kennen Sie immer Ihren Gewebeglukosespiegel und wissen, wohin er sich bewegt.


So können Sie die Kontrolle über Ihren Diabetes übernehmen – ohne Messung an der Fingerbeere zur Kalibrierung und zum Treffen von Behandlungsentscheidungen

(…), verwenden Sie ein Blutzuckermessgerät, um Behandlungsentscheidungen zu Ihrem Diabetes zu treffen.(…)
Es geht zuerst mal darum, dass beim G6 kein Scan gemacht wird um kontinuierliche Daten zu bekommen OHNE BLUTIGE MESSUNG UND OHNE KALIBRIERUNG!!!!!!!!!!
Und nur falls es ein Problem mit der Bewertung der  Glukose-Messdaten aus dem ZZW gibt, soll man (nicht kalibrieren sondern) eine blutige Messung für weitere Maßnahmen zu Rate ziehen.

Im Prinzip ist das genau das Gleiche, was Abbott empfielt. Bis zum FSL2 gibt es (SICHER AUS GUTEM GRUND) keine Möglichkeit, den Verlauf aufgrund von Messwerten eines anderen Systems welches was anderes macht, zu "korrigieren" und dies dann "Kalibrieren" zu nennen. Abbott sagt, es gäbe eine Werkskalibrierung und die kann nicht verstellt werden. Jede Manipulation müsste  immer eine neue (Werks-) Kalibrierung zur Folge haben.

Ihr beklagt immer, das FSL lässt sich nicht an Blutzuckerwerte anpassen? In der Werbung für G6 steht in der empfohlenen Handhabung aus meiner Sicht nichts anderes.

Hat überhaupt schon mal jemand bei Abbott an kompetenter Stelle gefragt, warum das FSL "nur" Werkskalibriert wird?

Mir ist die Sinnlosigkeit einer ständigen Korrektur des Verlaufs des ZZW aufgrund von einzelnen Blutzuckerwerten durchaus so logisch, dass ich mich gar nicht trauen würde so etwas banales zu erfragen.  :balla:
Gruß vom Gyuri

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Offline Andi

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #68 am: Juni 25, 2021, 05:54 »
Hat überhaupt schon mal jemand bei Abbott an kompetenter Stelle gefragt, warum das FSL "nur" Werkskalibriert wird?

An der Hotline wurde mir gesagt, eine 'Kalibrierung' sei nicht nötig, weil der Werkszustand dies nicht erforderlich mache und den Nutzer nur unnötig verunsichern würde ...

Ich sag nur: Ansichtssache

Es ist nachvollziehbar, aber aus meiner Sicht vorbei am engagierten Diabetiker.
.                                                                    ,---> LibreView (WEB) ---> SiDiary (WIN) ==> Bericht für DOC
FSL2-Sensor ---> geeignete LL-APP -----|
                                                                    `---> xDrip+ ---> G-Watch ---> Smartwatch (Tizen) ==> BZ LIVE

Offline Joerg Moeller

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Re: Unbemerkte Hypos
« Antwort #69 am: Juni 25, 2021, 11:13 »
...aber die Alarme haben mich um den Schlaf gebracht und das war schon sehr störend.

Ja, das hab ich auch erleben dürfen (als der Dexcom mich nachts vor einer drohenden Hypo warnen wollte). Ich hatte ja keinen Reader, sondern den Sensor mit meinem Smartphone gekoppelt, und das hat einen Radau gemacht, als würden die wilden verwegenen Horden das Land überfallen.

In den nächsten Nächten hab ich es dann unter einen Stapel Kissen deponiert. :zwinker:

Ich brauche keinen Hypo-Alarm. Die spüre ich auch im Schlaf sehr zuverlässig und bin dann schlagartig wach.
Was ich brauche ist ein Sensor, bei dem ich nicht ständig dran denken muss zu dessen Anzeige noch 10-15 mg/dL aufzuschlagen, um einen sauberen Bolus zu berechnen.

Viele Grüße
Jörg
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