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Messgeräte-Umstieg Empfehlung des Forums? Erfahrungen

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Gyuri:
Ich will dir da gar nicht widersprechen …
--- Zitat von: Joerg Moeller am Dezember 08, 2015, 10:58 ---(…) nimmt also auch die BZ-Peaks auf, zu denen man keinen BZ gemessen hat.
(…)

--- Ende Zitat ---
…jedoch habe ich schon mehrfach gehört, dass kurze Peaks eben keinen Einfluss auf das HbA1c hätten.
Ich behauptete dann immer, sie sind sehr wohl drin enthalten, spielen aber für eine Durchschnittsbildung bei der es eben viele viele "mittlere Werte" gibt, keine Rolle.

Nicht umsonst gibt es auch Umwertungstabellen (auch hier im Forum), die einen Bezug zwischen HbA1c und einem MITTLEREN Blutzuckerwert zeigen.
Danach entspräche mein zuletzt gemessener Wert von 6,8% einem BZ von ca. 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/L.
Ende August wurden 6,8% ermittelt.

Zugegeben, da ergaben meine lückenhaften Messungen nur einen Schnitt von ca.125 mg/dl.
Es ist aber auch nicht ganz klar, wie weit der HbA1c-Wert zurück reicht.
Was mich aber viel mehr stört ist das Fehlen der Streuung innerhalb der (unklaren) Zeit für die das HbA1c Ergebnis steht. Ich habe bei mir die Standardabweichung gelb/orange aus meinen BZ Werten errechnet. Wenn so etwas sonst keiner macht, kann man auch nicht abschätzen, was da ein guter und ein schlechter Wert ist. Mein Doc beobachtet aber diese Streuung (nicht nur bei mir). Er meinte, Werte um 45 mg/dl sind beim Typ1 "normal". Darum sieht er meine durchschittliche Streuung von ca. 30 eher gelassen obwohl es sicherlich auch mit weniger Berg- und Talfahrt gehen kann.

Und jetzt frage ich mich, wenn ich die Streuung über die BZ-Messungen errechne, warum dann nicht auch einen Mittelwert? Dann bräuchte ich das HbA1c  (das ja ganz anders gemessen wird und somit keinen festen Bezug zum Blutzucker bildet) überhaupt nicht mehr. Die neueste Technik erlaubt uns auch eine nahezu Lückenlose Messung, die ganz klare Vorteile gegenüber der HbA1c-Messung brächte. Abgesehen sind unbrauchbare HbA1c Messungen gar nicht soooo selten und es gäbe dann auch andere (teurere) Messungen, die etwas ähnliches aussagen können. Bei mir wird darauf verzichtet und mir macht das nichts aus.

Kladie:
Hallo,

einen direkten Bezug zwischen BZ und HbA1c kann es nicht geben, da bei kurzzeitigen BZ Spitzen das Hämoglubin zwar verzuckert (Glukoseverbindungen hergestellt werden), die sich jedoch bei schneller Senkung des BZ wieder auflösen (können). Wenn also heftige Berg- und Tal Verläufe entstehen, bilden sich viele Verzuckerungen wieder zurück und es kann nicht zurückgerechnet werden.

Trotzdem ist der HbA1c ein guter Vergleichswert, da ein "durchschnittlicher" Diabetiker ähnliche Mengen an Rückbildungen hat und der HbA1c eben nur ein grober Vergleichswert zur Kontrolle der BZ Verläufe bzw. der Einstellung ist.

Es bleibt immer so, dass ein Diabetiker mit niedrigem HbA1c besser eingestellt ist als jemand mit hohen HbA1c. Nur über die Kommastellen könnte man streiten und daran möchte ich mich eigentlich nicht beteiligen. Aber hier sollte es ja um Messgeräte gehen und die messen ohnehin keinen HbA1c.

Gyuri:

--- Zitat von: Kladie am Dezember 08, 2015, 20:18 ---(…)
Aber hier sollte es ja um Messgeräte gehen und die messen ohnehin keinen HbA1c.

--- Ende Zitat ---
Genau darum bin ich (schon wieder mal  :rotwerd: ) etwas vom Thema abgekommen, als ich nach meinem HbA1c gefragt wurde und ich kaum einen Zusammenhang zur BZ-Messung sehe.

Wenn die Erkenntnis aus HbA1c nur jene ist, dass ein niedrigerer Wert von einer besseren Einstellung zeugt als ein hoher,  dann sage ich: der mittlere BZ der letzten Zeit kann das genauso aussagen und den kann JEDER mit seinem Messgerät selbst ermitteln, falls er nicht nur Messungen zu ungünstigen Ereignissen macht (z.B. NUR vor dem Essen). Mit dem Libre (um wieder zum Hauptthema zu gelangen) kann ich man das mittlere Zucker-Level PROBLEMLOS abfragen und wer unbedingt am HbA1c festhalten will, wertet diesen Wert einfach mit einer Tabelle und/oder einer Formel um und schaut dann mal ob die Laborwerte ähnliche Ergebnisse verraten. Das hat dann nichts mit HbA1c messen zu tun sondern dient nur einer Orientierung … und mehr brauchen wir da überhaupt nicht.

Floh:
Hat jetzt hier grad wirklich - und vollen Ernstes - ein Typ2 mit Eigeninsulin (Gyuri) versucht einem Typ 1 (Friedel) auszureden, dass mehr Kontrolle des Blutzuckerverlaufes einen Einfluss auf den Hba1c und die Schwankungsbreite hat?

So ließt sich das nämlich.

@Friedel: Hör nicht drauf. Leider ist es wirklich so: mehr tun wird mit besseren Werten belohnt. Das gilt vor allem für die Dinge, die im Alltag gerne mal unter den Tisch fallen wie richtigen Spritz-Ess-Abstand, korrekte Berechnung aller Kohlenhydrate und zügige Korrektur von sowohl niedrigen als auch hohen Werten mit der richtigen Menge. Das ist alles schwer (finde ich) - da spielen dermaßen viele Einflussfaktoren eine Rolle, das macht nur bedingt Spaß. Das ist aber scheinbar mal wieder einer der Punkte wo Typ 2 und Typ 1 überhaupt und gar nicht vergleichbar handeln.

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Gyuri am Dezember 08, 2015, 20:00 ---jedoch habe ich schon mehrfach gehört, dass kurze Peaks eben keinen Einfluss auf das HbA1c hätten.
Ich behauptete dann immer, sie sind sehr wohl drin enthalten, spielen aber für eine Durchschnittsbildung bei der es eben viele viele "mittlere Werte" gibt, keine Rolle.

--- Ende Zitat ---

Da liegst du dann aber falsch. Ich kann mich da nur auf die Biochemie des Menschen beziehen (wie es bei anderen Spezies/Alienrassen aussieht weiß ich nicht), bei dem die Bindung Glucose<->Proteine in den ersten Stunden als Schiff'sche Base reversibel ist. Erst nach 3-4 Stunden wird dadurch durch eine Amadori-Umlagerung eine irreversible Bindung, die dann bei dem Protein Hämoglobin als HbA1c (glykiertes Hämoglobin) gemessen werden kann. (http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/institute/klinische-chemie/home/praeanalytik/untersuchungen-leistungsverzeichnis/hij/hba1c.html)

Kann man sich vorstellen wie einen Schmutzrand in der Badewanne: spült man den direkt nach dem Baden weg geht es einfacher, als wenn man den erst eintrocknen lässt.

Viele Grüße,
Jörg

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