Diabetesfragen > ICT - Basis/Bolus
400 Teststreifen genügen!?
vreni:
Ich denke, da hat jeder seine Messtechnik. Warum T2 in DE nicht nach Wunsch Messstreifen erhalten wird mir nie einleuchten. Ich habe ein halb Jahres Rezept und kenn so viele beziehen wie ich möchte.
Ja, ich messe auch 2,5 Std nach dem Essen und korrigiere dann, bin damit nebst SEA und splitten seit Jahrzehnten gut gefahren.
Gyuri:
Um dem "Fass ohne Boden" doch noch ein paar Streifen zu entlocken… :zwinker:
wir sind ja immer noch bei der Frage, ob 400 Testsreifen (je Quartal) genügen, fällt mir noch eine weitere Messstrategie ein. (Die ist zwar nicht von mir, ich habe sie aber auch schon ausprobiert)
Wie wäre es denn, wenn man ein größeres Augenmerk auf den pp-Verlauf richten würde?
Der Wert vor dem Essen hat, wenn überhaupt, nur einen sehr indirekten Bezug zu dem kompletten Verlauf danach.
Egal, wann man seine pp-Messung durchführt, nie kann man sicher erkennen, was davor und danach passiert.
Nutzer von Libre werden jetzt wieder aufspringen und sich freuen, dass sie da technisch weiter sind. :baeh:
Ich hatte mal aus purer Langeweile meinen pp-Verlauf überprüft, um vielleicht ein paar Erkenntnisse reicher zu werden.
Dazu waren dann für mich zu jeder Mahlzeit 5 Teststreifen fällig, einer vor dem Essen und 4 Nach dem Essen.
Den Wert "vorher" habe ich nur dabei, damit die Kurven zwischen den Messpunkten schön verrundet werden.
Ziel wäre es gewesen, [*] zu sehen ob mein SEA auch wirkungsvoll ist,
[*] ob die Dosierung zum Essen gepasst hat,
[*] prüfen, ob der GI einigermaßen beachtet wurde (ich war da im kranken Haus)
[*] zu sehen, wann wirklich mit einem Maximum zu rechnen ist. [/list]
Abweichungen von einer "Wunschkurve" waren aber geringer als die allgemeinen Schwankungen und so habe ich den Versuch dann einfach abgebrochen und weitere Teststreifen gespart.
Hätte ich unerklärliche Schwankungen zwischen den Hauptmalzeiten, würde ich aber so eine Messung wieder durchführen. Das kostet zwar viele Streifen, kann aber sehr hilfreich sein. Die dafür nötigen Streifen würde ich dann schon an anderer Stelle wieder einsparen, sollten meine 300 oder 400 Streifen sonst nicht reichen. :coolman:
Hexe:
Hallöchen,
dann möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben:).
Mir geht es wie Vreni, ich messe auch nach dem Essen so ca 2,5 bis 3 Stunden danach, je nachdem wie es passt, und splitte und und achte auf den SEA und fahre auch gut damit. ( Jörg hat das auch mal irgendwo ganz gut erklärt mit einem Eimer und Wasser was rausläuft entweder durch ein Loch oder mehrere, kann auch eine Badwanne gewesen sein)
Ich splitte aber auch nicht 5 IE sondern wenn ich mehr als 10 IE spritze.
Ohne splitten sind meine Blutzuckerwerte deutlich höher, weiss ich weil ich es eine Zeit lang habe schleifen lassen, weil ich keine Lust hatte auf Diabetes:)
Was bei dem Einen Gültigkeit hat, muss noch lange nicht bei einem Anderen Gültigkeit haben. Jeder Jeck ist anders wie der Kölner sagen würde.
Ach und noch was.. bei Typ 2ern die spritzen, sind die Betazellen oft schon so erschöpft, dass eben nicht ausreichend Insulin zur Verfügung steht. Sonst bräuchte er ja nicht spritzen, dann würde entweder die Basistherapie greifen ( Ernährung/Bewegung) oder halt Orale Therapie.
Klar haben wir den Vorteil, das kleine Fehler noch ausglichen werden können, aber auch das ist bei jedem verschieden.
Dazu kommt wie Jörg ja schon gesagt hat, Kohlenhydrat ist nicht gleich Kohlenhydrat, es kommt auch auf die Zusammensetzung der Mahlzeit an. ( Das Beispiel Pizza wird ja oft zitiert, bei MIR aber auch bei Pasta)
Um die "Erstantwort" zu simulieren, trinke ich immer eine Brühe oder esse eine Gemüsesuppe vor dem eigentlichen Essen. Das funktioniert bei MIR ganz gut.
Zu den Messstreifen, einfach mal direkt an die Krankenkasse wenden und da nachfragen, oder den Doc wechseln. Ich habe in der Anfangsphase so viele Teststreifen bekommen, wie ich gebraucht habe. Habe die nie gezählt, habe aber durchschnittlich 8 mal am Tag gemessen. Das schien MIR notwendig um MEINEN Diabetes kennen zu lernen.
Jetzt bekomme ich meist 600 im Quartal. Hatte aber auch eine Zeit, ( als ich keine Lust auf meinen Diabetes hatte) nur 300 bekommen, weil ich eh nicht mehr gemessen habe;)
--- Zitat ---Ich achte darauf, dass 200 mg/dl nicht öfter als 3 - 4 mal pro Jahr auftreten und das kann auch bei Nicht Diabetikern passieren. Da habe ich keine Angst vor Folgeproblemen.
--- Ende Zitat ---
Nein das passiert bei Nichtdiabetikern nicht. Die haben nicht solch hohen Werte. Gibt sicher Menschen wo das mal vorkommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann früher oder später Diabetes Mellitus diagnostiziert bekommen, recht hoch. Oder es liegt eine andere Erkrankung vor.
Liebe Grüsse Vera
Gyuri:
--- Zitat von: Joerg Moeller am August 28, 2015, 11:06 ---
--- Zitat von: Gyuri am August 28, 2015, 07:12 ---Und jetzt haben wir eine andere Wirkkurve, wenn wir eine Injektion auf mehrere aufteilen? :kratz:
--- Ende Zitat ---
Ja, hat man! Und auch nicht erst jetzt, sondern schon immer. Und das hat auch nichts mit DM2/DM1 zu tun, weil dem Insulin der Typ egal ist.
Lies dir auf der Seite mal den unteren gelben Kasten durch, da hab ich die physiologischen Grundlagen zur Resorption mal erklärt: http://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/korrekturinsulin.html
(Und nein, ich schreibe nicht an einer Doktorarbeit :zwinker: )
Viele Grüße,
Jörg
--- Ende Zitat ---
Hallo Jörg
Ich habe mir jetzt mal die Zeit genommen, der Sache nachzugehen. JA, du hast recht - und die Erklärungen sind durchweg einleuchtend.
Ich kann mich auch schwach erinnern, schon mal von dir da was gelesen zu haben … allerdings ging es MIR damals um das Aufteilen einer Bolusmenge "x" in mehrere zeitversetzte Injektionen um genau genommen das Gegenteil zu erreichen: Die Wirkkurve flacher aber vor allem länger zu gestalten um den SEA bei eiweiß- und fettreichen Gerichten positiv "zu verbiegen".
Im Prinzip mache ich das z.B. bei Pizza. Da spritze ich vor dem Essen ca. die Hälfte und (irgendwann) nach dem Essen noch die andere Hälfte.
Und jetzt noch mal zum Verteilen seiner Insulindosis auf mehrere Einstichstellen:
Diese Strategie ergäbe nur einen Sinn bei Korrekturinjektionen. Obwohl mir mein Diabetologe immer wieder bescheinigt, dass das was ich da tu unbedingt eine Form von ICT sei, lehne ich FÜR MICH Korrekturen prinzipiell ab. Und jetzt kommen wir wieder zum Thema: "400 Teststreifen genügen?"
Wer ständig irgendwas korrigiert, wird niemals eine Erkenntnis aus seinen Aktionen gewinnen und jedes Mal das Rad neu erfinden. Und genau darum verzichte ich auf unmittelbare Korrekturen VOR dem Essen. Der (schlechte) BZ vor dem Essen kommt daher, dass man DAVOR etwas (Schlechtes) getan hat, was man da besser tun hätte können. So haben bei mir Messwerte nur statistische Aussagekraft. (Ausnahme: Hypo feststellen) Das bedeutet, ich werde zukünftig versuchen, VORHER keine Fehler zu wiederholen. Was ich vor dem Essen spritze hat nur damit zu tun, was ich auf dem Teller liegen habe.
Und genau darum muss ich nicht zwingend vor und nach jeder Mahlzeit messen. Und genau darum komme ich im Idealfall auch mit 200 Teststreifen im Quartal aus, obwohl mir 400 zustehen würden. Wenn ich also in der Regel 300 Streifen fordere, bekomme ich die ohne Probleme und habe dann immer ein paar übrig, falls ich mal ein paar Messungen mehr machen muss. Ich habe sogar schon zum DMP-Termin gesagt: "Ach, Teststreifen brauche ich keine…"
Ob 400 Teststreifen genügen, hängt ganz stark davon ab, was man damit messen will. Ich will nicht ständig wissen, was ich gerade für einen Blutzuckerspiegel habe. Genauso will ich nicht immer wissen, was ich gerade wiege oder wie es um meinen Blutdruck steht. Als "Apnoe-Schnarcher" muss ich auch nicht ständig meine Sauerstoffsättigung wissen. Und auch meine Körpertemperatur interessiert mich nur in bestimmten Situationen. Will sagen: wir messen in unserem Leben oft sehr viel Mist.
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Gyuri am September 09, 2015, 22:29 ---Im Prinzip mache ich das z.B. bei Pizza. Da spritze ich vor dem Essen ca. die Hälfte und (irgendwann) nach dem Essen noch die andere Hälfte.
--- Ende Zitat ---
Finde ich absolut sinnvoll. So mache ich das bei Pizza&Co. ja auch mit meiner Insulinpumpe: 50% des Mahlzeiteninsulins als Sofort-Bolus, die restlichen 50% über 5h verteilt.
--- Zitat ---Und jetzt noch mal zum Verteilen seiner Insulindosis auf mehrere Einstichstellen:
Diese Strategie ergäbe nur einen Sinn bei Korrekturinjektionen.
--- Ende Zitat ---
Oder bei sehr schnellen BE, wenn man keinen negativen SEA (im Sinne von ESA) einhalten kann/will.
--- Zitat ---Wer ständig irgendwas korrigiert, wird niemals eine Erkenntnis aus seinen Aktionen gewinnen und jedes Mal das Rad neu erfinden.
--- Ende Zitat ---
Korrektur mit Insulin ist wie Korrektur mit einem Radiergummi: es von vornherein richtig machen ist sicher die beste Option.
--- Zitat ---Will sagen: wir messen in unserem Leben oft sehr viel Mist.
--- Ende Zitat ---
Yep. Dass man da ärztlicherseits regulierend eingreift ist schon nicht ganz verkehrt, aber ich finde besonders am Anfang einer Diabetestherapie sollte man genügend Teststreifen bereitstellen, damit der Diabetiker erstmal sehen kann, wie der BZ bei ihm läuft.
Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, dann fahre ich ja auch in meiner Stadt deutlich entspannter, als wenn ich meinen Weg in einer fremden Stadt finden muss.
Viele Grüße,
Jörg
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