Diabetesfragen > ICT - Basis/Bolus
400 Teststreifen genügen!?
Tarabas:
Argh, einen Meckerecke-Bereich gibt es hier nicht zufälligerweise? Könnte jetzt echt einen gebrauchen :mauer: :schimpf: Muß mir den Frust einfach von der Seele schreiben.
Ich darf jetzt also mit meiner Dia-Praxis das "400 Teststreifen reichen im Quartal, oder doch nicht?"-Spielchen spielen. :sauer:
Nach der ersten Schulungsstunde (die nun wirklich nichts gebracht hat) und wo es dann hieß
--- Zitat ---uns interessieren also diese vier Werte: vor dem Frühstück, Mittag, Abendbrot und zur Nacht ...
--- Ende Zitat ---
dann danach, als ich noch um eine neues Rezept bat:
--- Zitat ---Sie hatten jetz 300, dann bekommen sie noch 100 ... Ist doch einfache Mathematik, 4 Messungen bei 3 Monaten macht rund 400 Streifen, das reicht doch also locker!
--- Ende Zitat ---
Yep, ganz sicher. :mauer: Daß ich bei meiner aktuellen Einstellung bei der nächsten Mahlzeit wieder gute Werte habe ist dann sicher auch völlig ausreichend als Information. Daß ich zwei bis drei Stunden nach der Mahlzeit aber noch enorme Spitzen teilweise habe, ja das stört dann vermutlich nur das Gesamtbild und sollte gar nicht erst gemessen werden, oder wie!?
Und Sport soll ich vermutlich auch gar nicht erst betreiben, einen Basal oder Bolustest oder einen Test wieviel mg/dl eine BE bei mir (wann am Tag) bewirkt, brauche ich mit 4,4 Streifen am Tag auch gar nicht erst auch nur andenken, vermute ich ...
Kladie:
Hallo Tarabas,
es gibt die Möglichkeit auch ohne Rezept Meßstreifen käuflich zu erwerben wenn du einen Diabarzt erwischt hast, der nur max 400 Streifen im Quartal verschreibt und du mehr benötigst. Um einen Basaltest zu machen oder stichprobenhaft auch nach den Mahlzeiten oder zum Sport zu messen reicht evtl. ein 50er Päckchen zusätzlich.
Die andere Alternative wäre, sich einen anderen Arzt zu suchen, der auch mehr verschreibt. Ist einfach eine Budgetfrage der Praxis und der KK. Offiziell gibt es keine Beschränkung auf 400 Meßstreifen pro Quartal.
Wenn ein Libre genehmigt wird, entfällt dieses leidige Thema ohnehin. Allerdings tun sich die KKs noch schwer damit aber vielleicht bereitest du deinen Arzt schon mal darauf vor, dass du ein Libre für deine Therapie als notwendig erachtest.
Joerg Moeller:
Hier ist ein interessanter Artikel zu diesem leidigen Thema: http://www.diabetologie-online.de/a/1632356
Das wird übereinstimmend auf mehreren Seiten so berichtet, z.B. auch hier: http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1650586
Wie es aussieht liegt das also im Ermessen des jeweiligen Arztes, was er einem insulinpflichtigem Diabetiker verordnet.
Viele Grüße,
Jörg
Gyuri:
--- Zitat von: Tarabas am August 25, 2015, 01:16 ---(…)
--- Zitat ---uns interessieren also diese vier Werte: vor dem Frühstück, Mittag, Abendbrot und zur Nacht ...
--- Ende Zitat ---
(…)
--- Ende Zitat ---
Ungeachtet der Rechtslage … wen interessieren die vier Werte?
Ganz einfach - es interessiert jene, die den Auftrag erteilen diese Werte mit den gegebenen Mitteln aufzuzeichnen, damit die Auftraggeber über die weitere Vorgehensweise nachdenken zu können.
Etwas überspitzt aber nicht böse gemeint:
Das Messen wird nicht für unseren Spieltrieb finanziert, sondern um den Vorstellungen der Fachärzte und ihrer Helfer zu genügen.
Der brave Patient macht genau, was ihm aufgetragen wird.
Zu Zeiten, als ich noch so viel Teststreifen erhielt, wie ich für mich benötigte, habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie man weniger Teststreifen benötigt und dennoch eine aussagekräftige Messreihe zu erhalten.
So kam ich zu dem Schluss, dass ich "normal" mit 200 bis 300 Teststreifen je Quartal gut auskomme. Viele andere Diabetiker (Typ2) könnten das genauso, es steht da nur die völlig falsch durchdachte Messstrategie der 4 Messugen täglich im Weg.
Einfache Mathematik:
4 Messungen täglich ergeben 21 Messungen pro Woche.
Was kann ich mit den 7*4 Messungen anfangen? Nicht viel!
Es geht mir so der ganz wichtige Verlauf NACH dem Essen verloren. Dieser bestimmt aber, in wieweit sich meine Wirkkurve mit der Bedarfskurve deckt. ALLES kann man aus solchen Tagesverläufen entnehmen.
So lese ich aus Tagesprofilen zu je 9 Messungen sehr viel raus. Diese TAgesprofile müssen aber nicht täglich erstellt werden sondern es reichen meist 2 Tagesprofile je Woche voll aus. Dann noch zwischdurch mal eine Zwischenmessung … und siehe da, mit 21 Teststreifen kann man täglich vier nutzlose Messungen machen … ODER … 2 sehr aussagekräftige Tagesprofile erstellen.
Wenn es bei mir gut läuft, dann sind die Tagesprofile sehr ähnlich. Dann kann ich sogar mit einem Tagesprofil pro Woche auskommen. Oder es läuft nicht so gleichmäßig: dann gibt es eine zeitlang 3 Tagesprofile pro Woche, bis ich die Kurve wieder unter Kontrolle habe.
Wenn mein Diabetologe mit mir eine Änderung des Spritzplanes ausdenkt, brauche ich erst mal etwas mehr Teststreifen. Da mir aber nach den Regeln der Praxis ;) 400 Streifen zustünden (ICT) bekomme ich immer was ich will. Meist brauche ich aber 300 Streifen kaum auf.
Ein Aufschrei des Entsetzens geht jetzt wieder durch die Reihen!
Ich weiß, das Typ1er und schlecht eingestellte Typ2er und solche, die von Fachkräften angeleitet werden, die keinen blassen Schimmer von Statistik haben, damit NICHT zurecht kommen. Die müssen dann halt weiter mit 4 Messungen am Tag (oder noch mehr) sinnlos Teststreifen verbraten.
Tarabas:
Äh, sorry, aber das einzige, wo ich dir da zustimmen kann ist, daß die vier Messungen nicht ausreichend sind, weil der postprandiale Verlauf komplett verloren geht.
Das hießt aber ganz und gar nicht, daß sie nutzlos sind und einfach (zugunsten weniger Volltagesprofile) entfallen könnten! Du spritzt wohl keinerlei Korrektur-IE, etc?
--- Zitat ---Ungeachtet der Rechtslage … wen interessieren die vier Werte?
Ganz einfach - es interessiert jene, die den Auftrag erteilen diese Werte mit den gegebenen Mitteln aufzuzeichnen, damit die Auftraggeber über die weitere Vorgehensweise nachdenken zu können.
Etwas überspitzt aber nicht böse gemeint:
Das Messen wird nicht für unseren Spieltrieb finanziert, sondern um den Vorstellungen der Fachärzte und ihrer Helfer zu genügen.
Der brave Patient macht genau, was ihm aufgetragen wird.
--- Ende Zitat ---
Und es geht in der Tat nicht um meinen Spieltrieb sondern um meine Gesundheit! (Und nebenbei damit auch um 80% der Diabetes-Kosten für die KK, weíl die Spätfolgen das wirklich teure sind). Und ich will auch kein braver Patient sein, sondern einer mit guter Lebensqualität und ohne Spätfolgen. Und dafür braucht man nach allen aktuellen Studien und Empfehlungen, die ich finden konnte, gerade auch nicht zu hohe und lange Spitzen nach dem Essen.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln