Autor Thema: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo  (Gelesen 8878 mal)

Offline AxTRIM

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Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« am: Dezember 01, 2005, 08:53 »
Seas!

Ist heute ruhig hier im Büro und mir ist langweilig - daher mal die Story meiner ersten richtigen Hypo :)

Es war der 5.11. - ein Samstag. Ich war nun seit 2 Wochen insulinpflichtiger Diabetiker. Eigentlich klappte alles zu meinem Erstaunen ziemlich gut. Nur an diesem Tag war alles anders.

Am Morgen vor dem Frühstück hatte ich 118 mg/dl - ganz gut denke ich und setz mir meine 20 IE Basal Insulin. Mußte vorher noch Patrone und Nadel wechseln. Das Erledigt setzte ich die Spritze ins Bein. Als ich sie rauszog tropften 4 richtig dicke Tropfen raus. Nanu denke ich, dass ja noch nie passiert, scheint wohl nix rausgekommen zu sein. Also was macht der kluge Mensch, er zeiht nochmal 20 IE auf und spritzt sich auch diese ins Bein. Das funktionierte dann auch wunderbar, nachgetropft hat nachher nur ein kleiner Tropfen - normal. Dann noch 19IE Altinsulin innen Bauch und lecker 2 Körnerbrötchen zum Frühstück.

Und nach 2 Stunden gings dann los... Zittern, Unruhe, Angst. Gemessen - 65 (noch ne Anmerkung, war erst gerade an den 100er Wert rangeführt worden) krasse Hypo empfunden. Dextro genommen, schnell wurds wieder besser. Aber so gegen 14 Uhr wurds dann ecklisch. Wieder starke  Hyposymptome und versucht zu messen. Ja, versucht.... Alle Utensilien genommen, Teststreifen eingesteckt, Lanzette an den Finger gehalten und.... nix! Es tat sich garnichts, so sehr ich auch den Auslöseknopf drücken wollte, so sehr stämmte sich mein Daumen dagegen dies auch zu tun. Für mich war es unmöglich den Auslöser zu drücken, ich hatte plötzlich eine unglaubliche Angst davor. So ging das Spiel fast 10 Minuten. Irgendwann dann hatte ich es geschafft und... es kam kein Blut. SUPER! Also, nochmal Hände warm waschen und nochmal pieksen. Und wieder diese Sperre im Kopf nicht abdrücken zu können. Als veritable Lösung fand ich dann die Tischkante. Lanzette auf Finger halten und indem man den Auslöseknopf gegen die Tischkante drückt auslösen. Funktionierte- JA! Endlich kam Blut. Wie ein Alki auf Entzug zitterte ich das Blut auf den Teststreifen... 5 - 4 - 3 -2 - 1.... 52! ADS! Direkt ne Cola und 4 Tafeln Dextro, nach 5min wurds immer besser :) Endlich verschwand auch diese Angst wieder, Angst vor allem. Angst vor jedem kleinen Geräusch in der Wohnung und Angst davor gleich umzufallen und sich nichtmehr selbst helfen zu können.

Als gegen 18 Uhr endlich meine Frau von der Arbeit kam war ich wieder viel beruhigter, endlich war wieder einer da der mir im Notfall hätte helfen können. Haben dann aus der Amerikanischen Bootschaft (McD) gegessen. 16 IE gespritzt und nach ner Stunde wieder auf 57 runter :( Dann gabs aber ein dickes Eis für mich und 2 Stunden später bin ich dann mit 108 ins Bett gegangen.

Bei mir löst ne Hypo über nen schön langen Zeitraum jedenfalls ziemlich krasse Angstgefühle aus. Hab den Tag als sehr, sehr unschön empfunden und hätte mich am liebsten Abends in den Schlaf geheult da ich eh den ganzen Tag nur unglücklich und voller Angst war. Zum Glück ist das mitlerweile alles viiiieeeeellll besser geworden :)

Zuckersüße Grüße,
Peter
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Offline Angela

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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #1 am: Dezember 01, 2005, 10:04 »
Am Morgen vor dem Frühstück hatte ich 118 mg/dl - ganz gut denke ich und setz mir meine 20 IE Basal Insulin. Mußte vorher noch Patrone und Nadel wechseln. Das Erledigt setzte ich die Spritze ins Bein. Als ich sie rauszog tropften 4 richtig dicke Tropfen raus. Nanu denke ich, dass ja noch nie passiert, scheint wohl nix rausgekommen zu sein. Also was macht der kluge Mensch, er zeiht nochmal 20 IE auf und spritzt sich auch diese ins Bein. Das funktionierte dann auch wunderbar, nachgetropft hat nachher nur ein kleiner Tropfen - normal. Dann noch 19IE Altinsulin innen Bauch und lecker 2 Körnerbrötchen zum Frühstück.
:o Du hast 2x Basis gespritzt? Na klar das du dann solche Probelem hast. Warum hast du das gemacht? Also es kommen oft ein paar Tropfen nachher noch raus, aber da mach ich mir keine Gedanken.
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Offline AxTRIM

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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #2 am: Dezember 01, 2005, 10:15 »
Aloha Angie!

Ich war neu und brauchte das Insulin.... dachte ich jedenfalls. Ich hatte ja noch so überhaupt keine Ahnung, also habe ich aus den wirklich dicken Tropfen die nachtropften geschlossen, das wohl garnix da gelandet ist wo es hinsollte. Darum habe ich das Prozedere ja wiederholt. Mitlerweile weiß ich das das nicht unbedinkt intelligent war :) Würde ich auch nichtmehr machen. Lieber über Tag mal öfter messen und im schlimmsten Fall mit Altinsulin korrigieren.

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Peter
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #3 am: Dezember 01, 2005, 11:23 »
Hallo Peter

Also bei Hypogefühlen ist das erste was ich mach  :mahl: . hinterher kann man mal ans testen denken, falls er da hoch ist kann man immer noch mal ne Dosis spritzen, aber die Gefahr, das bei niedrigen Werten, man während des Testens (wenn noch dazu so lange dauert) in Nirwana abrutscht ist zu hoch. Also bie Hyposymptomen sollte man erstmal essen und dann mal ans testen denken. Wenn da der Wert dann relativ niedrig ist, war das  :burger: in Ordnung, bei höheren Werten kannst Du da mit einer Korrktur für das gegessene nachhelfen.

Grüsse Olaf
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Offline Angela

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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #4 am: Dezember 01, 2005, 11:42 »
Also ich würde auf jeden Fall BZ vorher messen. Man weiß ja nicht wie tief man ist, oder ob das vielleicht andere Gefühle sind. Und natürlich muß man auch aufpassen was man isst. Also etwas was schnell ins BLut geht. Am besten Traubenzucker, Cola, Apfelsaft oder Orangensaft.
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #5 am: Dezember 01, 2005, 11:52 »
Also ich glaube da hat der Olaf schon recht.... ich erinnere mich da an ein Sprichwort wenn es zu Hypo-Gefühlen kommt: Erst Essen - dann messen! So ist man auf der sicheren Seit, lieber mal nen Wert über 200 riskieren als einen unter 30 und Ohnmacht hinnehmen.

Immerhin könntest Du dich ja zum Messen dann vorsichtshalber schonmal hinlegen, so kommts wenigstens net zum Sekundärunfall :-)

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Peter
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #6 am: Dezember 01, 2005, 12:53 »
ähm.. naive frage... kann man binnen sagen wir mal 7 sek. (stechen, drücken, 5sek messen) umfallen?
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #7 am: Dezember 01, 2005, 13:42 »
Aloha Ook,

möglich ist erstmal alles. Aber 7sek sind im normalen Alltag doch was untertrieben.

Stellen wir uns mal janz dumm ;) Als verantwortungsvoller T1 Diabetiker hat man ja im ganzen Haus Traubenzucker verteilt bzw. immer ein paar Riegel in der Hosentasche. Folgende Situation: du hast zum Mittagessen - unwissentlich oder versehentlich - was zuviel gespritzt. Nach zwei Stunden entscheidest Du dich innen Keller zu gehen, ne Maschine anzumachen und die restliche Wäsche aufzuhängen. Unten angekommen und während des Aufhängens stellst Du plötzlich ordentliche Hypo-Gefühle fest. Was machst Du jetzt? Zwei Stockwerke hochlaufen, Messgerät suchen, auspacken, Teststreifen einlegen, piecksen, messen? Oder doch lieber einfach mal zwei Täfelchen Traubenzucker rein, hinsetzen, warten das sich alles was beruhigt, dann in aller Ruhe hochgehen und messen? Ich würde ehr zweiteres bevorzugen. Denn a) ist bei ner Hypo treppenlaufen garnicht gut, besonders wenn Du dann noch nervös wirst und dich aufregst kann schon bei der hälfte schluss sein - und gerade auf ner Treppe würde ich ungerne umfallen, b) schaffst Du das alles wohl kaum in 7sek. Lass es mal 2-3min sein und das kann - wenn Du erheblich zuviel gespritzt hast oder deine Hypo erst sehr spät bemerkst - schon zu viel des guten sein.

Also wenn ich alles direkt griffbereit habe würd ich vielleicht auch zuerst messen (kommt aber drauf an wie stark meine Symptome sind) im Normalfall würd ich aber doch lieber erst ein Täfelchen einwerfen und dann loslegen.

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Peter
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #8 am: Dezember 01, 2005, 14:11 »
hm.. da ich nicht spritz kenn ich das nicht... u. treppen gibts zuhause nicht... u. messgerät ist immer in der nähe *G* also schwer für mich nachvollziehbar.. aber wennst so nen fall hast, k, traubenzucker klar.. aber doch rel. unrealistisch das ich in jedem rock z.b. traubenzucker hab.
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Re: Anekdote: Meiner erste richtig krasse Hypo
« Antwort #9 am: Dezember 01, 2005, 14:15 »
Also ich glaube da hat der Olaf schon recht.... ich erinnere mich da an ein Sprichwort wenn es zu Hypo-Gefühlen kommt: Erst Essen - dann messen! So ist man auf der sicheren Seit, lieber mal nen Wert über 200 riskieren als einen unter 30 und Ohnmacht hinnehmen.
Nein find ich absolut nicht. Ich bin der Meinung zuerst messen ist wichtiger.
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