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Krebsgefährlichkeit von Lantus

Offline christian.ry

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Hallo an Alle,

Ich halte es aber für sehr gefährlich Rauchen, Pillen und Lantus so in einen Topf zu werfen.


Viele Leute sind sicher verunsichert und es ist verdammt schwer eindeutige Empfehlungen abzugeben. Völlig klar, das kann niemand.

Aber wir reden hier von Wahrscheinlichkeiten. Wie immer in Klinischen Studien oder Tierexperimenten.

Beispiel: Die "schwedische Studie" sagt: 1 Frau mehr pro 1000 Frauen bekommt Brustkrebs (mit Lantus).
(http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/aktuelle-studien-deuten-auf-ein-erhoehtes-krebsrisiko-durch-lantus-hin/)

Die Statistiken zu Brustkrebs sagen ~10-12% aller Frauen bekommen im Lauf ihres Lebens Brustkrebs. (Quelle: Google) Das bedeutet von 1000 erkranken ~100-120 Frauen an Brustkrebs (im Laufe ihres Lebens). Mit oder ohne Lantus.

Ich kenne die Zahlen der Studie nicht exakt (hat jemand das Zitat?), aber es ist wohl klar das es hier enorm schwer ist einen Fall mehr oder weniger (statistisch signifikant) zu finden.

Jörg: Es ist richtig dass es ein Glückspiel „zu rauchen, Pillen einzuwerfen oder Lantus zu spritzen“, aber die Wahrscheinlichkeiten fatale Probleme zu bekommen unterscheiden sich gewaltig.

Schöne Grüsse - Christian


Offline eagleton

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Mal abgesehen von der sicher spannenden Frage, welchen Studien man trauen kann und welchen nicht: Gibt es denn Beispiele für Substanzen, die nur bei bestimmten Leuten das Krebsrisiko erhöhen, und nicht bei allen

Ja: Zigaretten. Manche rauchen gar nicht ("bestenfalls" passiv) und kriegen Lungenkrebs und andere rauchen ihr Leben lang Kette und kriegen ihn nicht.

Für mich ist das mit diesen Risiken wie ein Zündfunke in einem Mehl-Silo: damit es da zu einer (Staub)Explosion kommt reicht nicht allein das Vorhandensein von Funke und Staub. Es muß auch die richtige Konzentration vorhanden sein. Bezogen auf den Menschen: es reicht nicht die Kombination Noxe und Mensch, es muß auch eine genetische Prädisposition bestehen.

Solange man die nicht testen kann ist es Glücksspiel zu rauchen, Pillen einzuwerfen oder Lantus zu spritzen.

Leuchtet mir nicht ganz ein: Auch wenn ich keinen Krebs vom Rauchen bekommen habe, kann mein Krebsrisiko ja trotzdem erhöht gewesen sein, und umgekehrt.
Bezogen auf Lantus müsste man dann zeigen, durch welchen Mechanismus bestimmte Leute ein höheres Risiko haben als andere, durch Lantus Krebs zu bekommen. Warum das Spritzen eines weiteren Insulins das Krebsrisiko auf einmal senken soll, ist ja auch laut Dr. Mehnert sehr fraglich. Dass Leute, die Lantus spritzen, eine andere genetische Disposition haben sollen, würde ja auch niemand annehmen, außer wenn die Ausprägungen dieser Dispositionen (etwa Übergewicht) Ärzte dazu veranlassen, eher Lantus zu verschreiben.
Mir scheint das Ganze der klassische Fall einer Fehlkorrelation zu sein, solange man keine weniger widersprüchlichen Studienergebnisse hat. Auf der anderen Seite hat mein Diabetologe mir gesagt, er persönlich würde kein Lantus nehmen, hätte er Diabetes. Er verschreibt das Zeug nur...
« Letzte Änderung: Juli 14, 2009, 14:52 von eagleton »


Offline Alf

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Auf der anderen Seite hat mein Diabetologe mir gesagt, er persönlich würde kein Lantus nehmen, hätte er Diabetes. Er verschreibt das Zeug nur...
Na das nenne ich ja mal sauber zwischen Privat und Arbeit getrennt...  :mauer: :zwinker:
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Offline Joerg Moeller

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Jörg: Es ist richtig dass es ein Glückspiel „zu rauchen, Pillen einzuwerfen oder Lantus zu spritzen“, aber die Wahrscheinlichkeiten fatale Probleme zu bekommen unterscheiden sich gewaltig.

Ja eben: Wahrscheinlichkeiten

Wenn ich nach draußen gehe gibt es auch eine Wahrscheinlichkeit naß zu werden. Und je mieser das Wetter, desto höher die Wahrscheinlichkeit. Wenn es aber nicht gerade regnet heißt diese Wahrscheinlichkeit nicht immer, daß ich tatsächlich naß werde.
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Offline Joerg Moeller

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Bezogen auf Lantus müsste man dann zeigen, durch welchen Mechanismus bestimmte Leute ein höheres Risiko haben als andere, durch Lantus Krebs zu bekommen.

Richtig. Dann kann man konkreter sagen "Nee lass mal, ich rate dir davon ab". So wie es jetzt ist muß man abwägen und Vermutungen anstellen.

Zitat
Dass Leute, die Lantus spritzen, eine andere genetische Disposition haben sollen, würde ja auch niemand annehmen, außer wenn die Ausprägungen dieser Dispositionen (etwa Übergewicht) Ärzte dazu veranlassen, eher Lantus zu verschreiben.

Genau. Ich denke da ist noch vieles im Dunkeln. Ich glaube auch nicht, daß es die (eine) genetische Prädisposition für Diabetes gibt. Ich denke eher daß es verschiedene "Auslöser" gibt und der eine davon dann auch mit dafür verantwortlich ist, daß es eher unter Lanttus zu Krebs kommt. Evtl. bestimmt auch ein Zusammenkommen verschiedener (genetischer) Auslöser, in welcher Form sich der Diabetes dann manifestiert.
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Offline Brombaer

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Halloli,

der Chefe der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie behauptet ja,
dass das Krebsrisiko mit Lantus geringer sei:
siehe
http://www.dgho.de/dgho/presse/PM_DGHO_Insulin_150709.pdf.

Nur Sawitzki hat es mal wieder so mathematisch bearbeitet, dass das Gegenteil herauskommt.

Gruss ... Sabine
Jetzt Cozmopolit mit U100-Analoga


Offline Joerg Moeller

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Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, daß Analoga etwas zurückhaltender verschrieben werden sollten. Für mich sind das Substanzen, die einen bestimmten Vorteil haben und den sollte man gezielt anwenden und nicht einfach so weil er vorhanden ist jedem auf's Auge drücken.

Ein Ferrari hat auch den Vorteil daß man damit locker über 200 km/h fahren kann. Wenn ich allerdings eh nur in der Stadt fahre brauche ich diese 200km/h nicht unbedingt, dann tut es auch ein anderes Auto.

Ärzte sollten endlich mal anfangen zu verordnen, was medizinisch indiziert ist, und nicht was pharmakologisch 'Hip&Trendy' ist.
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Offline Andi

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Ärzte sollten endlich mal anfangen zu verordnen, was medizinisch indiziert ist, und nicht was pharmakologisch 'Hip&Trendy' ist.

Dann sollten aber die Pharmazievertreter die "Kaffeemaschinen" auch im Auto lassen und nicht beim Arzt abstellen. :rotwerd: :wech:


Offline Joerg Moeller

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Oder die Ärzte lernen zu sagen "Nein danke, ich hab schon eine" :zwinker:

Ist zwar nicht ganz dasselbe aber ich kriege auch ständig Anfragen wie diese hier:
Zitat
während meiner Recherche in diversen Webkatalogen bin ich auf Ihre Internetpräsenz http://www.diabetesinfo.de/ gestoßen und möchte auf diesem Weg anfragen, ob Interesse an einer gegenseitigen Verlinkung besteht?

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, bewertet z.B. Google eingehende Links für die Positionierung in den Suchmaschinen entsprechend, so dass ein Linktausch für beide Seiten von Vorteil wäre. Wir bieten Ihnen einen Link Ihrer Wahl von einer unserer Webseiten an, bei gleichzeitiger Verlinkung unserer Seite.

Das war jetzt von einem Schnäppchensuchanbieter für Flugreisen. Was hat das mit Diabetes zu tun? Also lehn ich es ab. Und selbst wenn ein Diabeteslink angeboten wird prüfe ich den erst. Passt die Qualität der anderen Seite nicht zu meinen Anforderungen lehne ich auch ab.

Ebenso die ganzen "Goodies" auf irgendwelchen Messen. Mich interessieren da nur die Informationsbroschüren.

Man muß nicht unbedingt alles annehmen, nur weil es kostenlos ist. Und Anfragen zu Werbebannern, bei denen es wirklich um Geld geht habe ich auch schon abgelehnt. Ich möchte nämlich sagen können "Das Gerät von Firma XYZ ist wirklich super" ohne daß sich der Besucher denkt "Ja klar, ist ja auch sein Werbekunde". Und ich möchte ebenso sagen können "Das Gerät von Firma ZYX ist der letzte Husten" ohne daß mir einer die Pistole vom Kaliber "Ich entziehe dir die Werbeeinnahmen" auf die Brust setzt.
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Offline zuckersuesse1975

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hallo jörg,

... und wegen dieser einstellung find ich diese deine seite einfach unschlagbar. und das ist jetzt nicht geschleimt.  8)
c.