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Magersüchtige und Hypos

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Llarian:

--- Zitat von: Joa am Oktober 25, 2008, 10:08 ---Allerdings sind nach meiner Vermutung wohl weniger solche Hypos das kritische Problem bei Magersucht. Wahrscheinlicher ist es wohl, dass es vor wirklich gefährlichen Hypos zu anderen Mangel-/Versagenszuständen kommt, die ihrerseits auch alleine bedrohlicher sind. Ich nehme an, dass Anja weiter oben an sowas gedacht hat.
--- Ende Zitat ---
Hungerazidose und auch irgendwann Nierenversagen, Vitaminmangelzustände, Elektrolytmangel, der zu Herzstillstand führen kann... es gibt angenehmere Wege, sich umzubringen.

grüße
Anja

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Llarian am Oktober 24, 2008, 22:34 ---
--- Zitat von: Columbo am Oktober 24, 2008, 22:24 ---Also, er hat gemeint, dass die Gluconeogenese bei einem Magersüchtigen extrem verstärkt wird.
--- Ende Zitat ---
Sie läuft ab, wenn sie gebraucht wird. Also in Zeiten zwischen den Mahlzeiten... auch bei Nichtmagersüchtigen.

--- Ende Zitat ---

Schon richtig. Aber bei wenig KH-Zufuhr über die Nahrung sinkt auch der Insulinspiegel und somit die hemmende Wirkung auf die Gluconeogenese/Glykogenolyse. Man könnte das also schon so deuten, daß bei einem Magersüchtigen die Gluconeogenese verstärkt/verlängert abläuft. Das ist sogar ein Muß, weil Muskeln und Gehirn auf alternative Energieträger umschalten können (Muskeln=Freie Fettsäuren - Gehirn=Ketone), Erythrozyten und Nebennierenmark aber nicht. Die sind auf Glucose angewiesen, würden anderenfalls zugrundegehen. "Ein bißchen Glucose" würde aber nicht ausreichen, weil die Glucose aus der Gluconeogenese nicht adressierbar ist. ("Ich bin ein Glucosemolekül, aber du Muskelzelle darfst mich nicht verwerten")


--- Zitat ---
--- Zitat ---weil sie so gut wie gar keine Kohlenhydrate mehr zu sich nehmen.
--- Ende Zitat ---
Sondern was?

--- Ende Zitat ---

Magersüchtige? Luft und Wasser.


--- Zitat ---Und: Wer weniger KHs zu sich nimmt, spritzt auch weniger Insulin.
--- Ende Zitat ---

Magersüchtige Diabetiker/innen werden sich eh nur die minimale Menge Insulin spritzen um nicht in eine Ketoazidose abzurutschen. Das ist ja ein in der Diabetologie schon lange bekanntes Problem, daß manche Diabetiker mit Insulinverweigerung abnehmen wollen. (Die realisieren allerdings nicht daß der Körper sich nicht verarschen lässt: ist das nächste Mal wieder ausreichend Insulin vorhanden um den BZ zu stabilisieren lagert der Körper auch vermehrt Energie ein - es könnte ja bald wieder eine Notlage kommen)

Zusammengefasst: Magersüchtige werden zwar gelegentlich Unterzuckerungszustände erleben (wie jeder Mensch, der nicht genug isst), aber keine echten Hypoglykämien, weil der BZ nicht allzutief absinken kann. (Hypoglykämie = BZ <50 mg/dl -  2,8 mmol/l

Llarian:

--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 26, 2008, 11:19 ---
--- Zitat ---
--- Zitat ---weil sie so gut wie gar keine Kohlenhydrate mehr zu sich nehmen.
--- Ende Zitat ---
Sondern was?

--- Ende Zitat ---

Magersüchtige? Luft und Wasser.
--- Ende Zitat ---
Magersüchtig heißt nicht totale Nahrungsverweigerung oder Fasten, sondern halt zuwenig, Meist aufgrund eines falschen Bilds vom eigenen Körper ("ich bin zu dick" obwohl schon die Knochen hervorstehen).

Grüße
Anja

Joerg Moeller:
Iss mir schon klar. (Wobei das auch in den allerwenigsten Fällen der Grund ist sondern meist nur ein Symptom)

Joa:

--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 26, 2008, 20:00 ---Iss mir schon klar. (Wobei das auch in den allerwenigsten Fällen der Grund ist sondern meist nur ein Symptom)

--- Ende Zitat ---
Ja, Magersucht, mehr noch Bulimie, sollen z. B. nach meinerseits ernstzunehmenden fachlichen Infos in (älteren) englischen Erhebungen eine bemerkenswert hohe Korrelation zur Angabe von Belastungen im Zusammenhang sexuellen Mißbrauchs im Kindes-/Jugendalter ergeben haben.

Gruß
Joa

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