Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich

gegen das grassierende Vorurteil vom angefressenen und angesessenen Typ2

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Joerg Moeller:

--- Zitat von: Joa am September 10, 2007, 23:21 ---

--- Zitat von: Jörg Möller am September 10, 2007, 17:27 ---
Wer bei einer "Ernährungsberatung" die psychische Komponente außer Acht lässt hat schon verloren.
Beachtet man das ist es einfach nur dumm die Betroffenen selbst dafür verantwortlich zu machen.

--- Ende Zitat ---


Finde ich nicht ganz konsequent gedacht oder formuliert. Verantwortlich machen heißt doch auch, auf die eigene Verantwortung, dieses oder das zu verändern hinzuweisen.
--- Ende Zitat ---


Du hast natürlich recht. Ich hätte besser schreiben sollen "Beachtet man das ist es einfach nur dumm den Betroffenen die Schuld dafür zuzuweisen"


--- Zitat ---Bezogen auf "Dicke" mit Typ 2 Diabetes fand ich mal ne Aussage in der Schulung der DK-Mergentheim trefflich.
"Die haben nicht (wie so allgemein kolportiert) Diabetes weil sie dick sind. Die sind dick, weil sie Typ 2 haben."

--- Ende Zitat ---


So hab ich das früher auch mal gesehen. Ich denke aber schon, daß Bewegungsmangel und Fehlernährung zur Entstehung beitragen. Aber dann sollte man sich auch die Frage stellen, warum der Betroffene diese Faktoren aufweist.


--- Zitat ---Umso wichtiger allerdings, sie auf eine der wenigen und wesentlichen Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lage hinzuweisen. Und das umzusetzten, auch wenn es nicht einfach ist, geht nur, wenn sie selber die Entscheidung treffen (können) und die Selbstverantwortung übernehmen (können).
--- Ende Zitat ---


Richtig. Und dafür müssen Grundlagen geschaffen werden. Ich würde zuerst mal nachsehen, was einer Umsetzung evtl im Wege steht und versuchen das zu beseitigen. Es sind gewiss nicht wenige, die dabei von einer psychologischen Begleitung profitieren könnten.

Pia:
Moinmoin Chef,

Es sind gewiss nicht wenige, die dabei von einer psychologischen Begleitung profitieren könnten.
-------
Das würde glaub ich ein ganzes Stück weiterhelfen. Schade, dass man sich vor psychologischer Begleitung scheut, aus Angst, gleich als bekloppt zu gelten.

Es hat wieviel Jahre gedauert (?), um den Begriff Typ 2 als Altersdiabetes abzumurgeln, nochmal solange wird es dauern, die These: Dicke bekommen Diabetes zu entkräften.

Was die Manipulation durch die Medien angeht, so halte ich es so, dass ich, wenn mir Jemand was erzählt, dass das so oder so ist, nachfrage: Woher weißt du das? Antwort: Aus dem Medien.
Nachfrage: Und woher weißt du, dass das so stimmt?

Ich hätte ein paar hübsche Seiten zur Frage, ob die öffentliche Diskussion über Klimaschutz so stimmt oder nur eine von den Medien erfundene suggerierte verordnete Debatte ist. Gibts da hier auch eine Rubrik , wo man das man hintun dürfte? Bietet ne Menge Diskussionspotiential.

Joerg Moeller:
Na klar: für solche Themen (die nichts mit Diabetes oder SiDiary zu tun haben) haben wir ja extra das Board "Kaffeeklatsch" :ja:

Hört sich harmlos an, aber da kann wirklich über alles diskutiert werden...

hjt:
Moin Joa,


--- Zitat ---Insofern sind die (meisten) Typ 2er die eigentlich gesunden Diabetiker, deren Zeit allerdings, so rein genetisch funktional, vorläufig vorbei ist.
--- Ende Zitat ---

Damit beschreibst Du generell die genetische Disposition von Menschen, die mit dem schon zunehmen, womit andere noch schlank bleiben. Das macht aber trotz der zitierten Darstellung keinen Diabetes, wie viele stoffwechselgesunde Dicke jeden Tag be-leben.
Die Dicken-Erklärung stammt aus der Zeit, als man noch glaubte, dass der Typ2 zwar keinen kompletten Insulinmangel habe wie der Typ1, aber nur ausreichend halt für einen Normalo, eben zu wenig für die zusätzlichen Kilos eines Dicken und dass deren Zusatzbedarf den kranken Pankreas überfordere.

Dass stattdessen tatsächlich über Jahre im Vorlauf zur Typ2-Diagnose und dann auch noch lange nach Überschreiten der Diagnoseschwellen (damit ändert sich ja außer der Bezeichnung nix) immer ein bisschen mehr Insulin nachgewiesen werden kann, als eigentlich notwendig, ist eine Entdeckung der 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts, die in den 90gern kurzschlüssig (in ähnlicher Weise wie das TV-Fett-Beispiel im Beitrag weiter oben) als Insulinresistenz in die praktische Diabetologie eingezogen ist und sich seitdem zum Lifestyle-Diabetes ausgewachsen hat.

Aber damit ein Typ2 entsteht, muss die erste von gesund zwei Phasen der betazelligen Insulinantwort auf jeden Glukoseeintrag versiegen.
Niemand weiß wohl bis jetzt, warum sie das tut. Mit Gewicht kann das eher nicht zu tun haben, weil die Betroffenen bei ersten zufällig (ich kenne bislang keine irgendwie systematischen Untersuchungen in der Richtung) auffallenden leicht erhöhten postprandialen BZ-Verläufen eben nicht unbedingt mit Gewicht auffallen.
Mit dem Wegfall der ersten und dem Übergang der Last auf die zweite Phase verzögert sich die Insulinantwort und tritt erst bei sehr viel höherem als dem bei gleicher Glukosemenge mit funktionierender erster Phase üblichem BZ ein. Daher die immer etwas überdosierte Insulinausgabe. Wer diese natürliche Überdosierung mit etwas mehr Stärke=Zucker stimuliert, kann nach einem steilen hohen BZ-Anstieg den Insulinüberschuss sehr schön mit der entsprechend so genannten reaktiven Hypo (ohne Medis!) deutlich messbar machen. Um 30mg/dl war die niedrigste, von der ich weiß.

Und das zeigt auch schon, wie sich diese Entwicklung unterbrechen lässt: indem man nämlich der zweiten Phase mit Menge und zeitlicher Aufteilung und Abfolge der Stärke=Zucker-Einträge so weit entgegen geht, dass sich der postprandiale BZ in etwa in den Grenzen wie mit funktionierender erster Phase hält - und dass damit als Bonus die noch funktionierenden Betazellen nicht weiter angegriffen werden. Als Obergrenze dafür gilt regelmäßig max 140 mg/dl, denn ab da gilt die höhere BZ-Konzentration zunehmend als toxisch, übrigens auch für Nervenzellen. Zugunsten von anteilsmäßig mehr Kalorien aus Eiweiß und Fett und Vitaminen und Ballaststoffen usw. aus Gemüse usw. Meine eigene zeigt ebenso wie die Erfahrungen vieler Typ2, die das mal systematisch für sich ausprobiert haben, gegen die traditionell stärkelastige Ernährungslehre, dass die Anzeige meiner Waage mit nem kleineren Stärke-Anteil an meinem alltäglichen Kalorienbudget halten und sogar senken lässt, während sie innerhalb weniger Tage nach oben strebt, wenn ich Fettkalorien  durch KH-Kalorien ersetze.

Bisdann, Jürgen

hjt:
Moin Klausing,

aus Deinem ersten Beitrag im Thread:

--- Zitat ---Es war also maßgeblich das Übergewicht welches ihre Diabetes hervorrief.
--- Ende Zitat ---

aus Deinem Beitrag von heute um halb 12:

--- Zitat ---In meinem Post sprach ich nie davon, dass er/sie Diabetes hat weil er/sie dick ist.
--- Ende Zitat ---

Also was sollen wir jetzt wie verstehen?

Bisdann, Jürgen

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