Autor Thema: Faktoren-Berechnung leicht gemacht  (Gelesen 225 mal)

Offline Gyuri

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Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« am: September 10, 2020, 19:08 »
Aus früher Schulzeit, als man einfachen Volksschülern nicht zutraute eine Formel umzustellen, kenne ich noch aus dem Physikunterricht das „Ohm-Dreieck“ mit welchem man

 U = R * I

leicht umstellen kann.

(click to show/hide)

Besonders wenn ich neben mir stehe ::) , aber dennoch etwas spritzen will, verwende ich dann auch mal so ein „Depperl-Dreieck“ welches ich auf einem Zettel bei meinen Utensilien habe.



I.E. = Insulineinheiten
KE = Kohlenhydrateinheiten  (1 KE entspricht 10 Gramm KH)
F = der Umrechnungsfaktor I.E. / KE

Je nachdem was ich gern wissen will, decke ich das gesuchte ab und weiß dann, wie ich das Gesuchte errechnen kann/muss.

Meist weiß ich, mit welchem Faktor ich (zu welcher Uhrzeit) rechnen muss und wie viele KE ich vorhabe zu essen/trinken.
Also muss ich wissen, was ich spritzen soll … I.E. = KE * F  … und fertig.

Vielleicht will ich auch mal meinen Faktor zum Abendessen anhand eines Essens, bei dem es geklappt hat, als ich für eine 8 KE Pizza 20 I.E. spritzte?

F = 20 : 8 = 2,5

Dann merke ich mir zukünftig: bei der Pizza am Abend hat es mit Faktor 2,5 geklappt.



;) Nur so am Rande … zu einer 8KE Pizza brauche ich eher 9 Einheiten vorher und 15 nachher. :hunger:

Gruß vom Gyuri

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Offline Duff Rose

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Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #1 am: September 10, 2020, 22:41 »
Also zu dem Dreieck kann ich nicht viel sagen, aber Pizza (aus der Pizzeria) bricht bei mir alle Rekorde.
Meist traue ich mich „nur“ 10 BE zu berechnen, oftmals hätten es auch 14 BE sein können. Ob’s wirklich 14 BE waren oder FPEs eine Rolle spielen oder das Bier bei Pizza stärker wirkt weiß ich nicht. Aber Pizza bleibt Rekord, gefolgt von Nudeln mit Haschee (da kann ich einfach nicht aufhören zu essen).
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Offline Joerg Moeller

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #2 am: September 11, 2020, 12:34 »
Aber Pizza bleibt Rekord, gefolgt von Nudeln mit Haschee (da kann ich einfach nicht aufhören zu essen).

Kenn ich auch. Ich berechne immer beides mit 150 Gramm KH als Pizza Bolus (50% Sofort und den Rest über 5h verteilt). Klappt eigentlich immer.

Vielleicht will ich auch mal meinen Faktor zum Abendessen anhand eines Essens, bei dem es geklappt hat, als ich für eine 8 KE Pizza 20 I.E. spritzte?

F = 20 : 8 = 2,5

Dann merke ich mir zukünftig: bei der Pizza am Abend hat es mit Faktor 2,5 geklappt.

Ja, kann man durchaus so machen. Z.B. auch wenn man weiß, für Mahlzeit XY musste ich neulich noch 3 IE Korrektur spritzen. Dann einfach beim nächsten Mal diese 3 IE direkt aufschlagen.
(Ich esse meist Fertiggerichte oder was vom Lieferdienst, da sind die Portionen eigentlich immer gleich groß; da kann man das dann so machen)

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #3 am: September 11, 2020, 13:58 »
Ich selbst rechne gar nicht soooo viel mit meinen Faktoren, zumal ich die KE (früher BE) immer nur grob schätze.

Vor Jahren fragte mich mein Diabetologe, wie viele KE ich allgemein zu den Hauptmahlzeiten zu mir nehme. Daraufhin schaute er mein Tagesmuster an und empfahl mir dann wie viel ich spritzen sollte. So rechnete ich mir die Faktoren aus. Das waren lauter krumme Zahlen. Weil sie nicht sehr schwankten rundete ich dann großzügig auf Faktor 3 über den ganzen Tag verteilt, was lange Zeit gut klappte.



Neulich meinte ich aber mein aktuelles Tagesmuster verbessern zu können. Jetzt versuche ich es beim Frühstück mit Faktor 4, in der Hoffnung, dass der "Berg" zum Mittag (9 - 14 Uhr) möglichst verschwindet. Der nächste Schritt wird dann VIELLEICHT sein, den "Rest-Berg" am Abend (nach 21 Uhr) irgendwie abzutragen.
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Offline Andi

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #4 am: September 11, 2020, 16:49 »
Der nächste Schritt wird dann VIELLEICHT sein, den "Rest-Berg" am Abend (nach 21 Uhr) irgendwie abzutragen.

Das ist ein echt depperter Schritt, dem ich nun schon sehr viele Monate, paar Jahre hinterherlaufe  ::)

Offline Gyuri

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #5 am: September 11, 2020, 17:59 »
Ja nun, ich meine,was ich da erfolgversprechend machen kann, weiß ich jetzt noch nicht.
Vermutlich würde sich das Gebirge von 21 - 01 Uhr auch dadurch etwas verändern, wenn ich ich den Mittagsberg weg habe.
 :gruebeln: Da ich bisher immer erst nach 10 Uhr frühstückte und oft erst (aber nicht immer) zwischen 14 und 15 Uhr zu Mittag aß, kann der zum Teil von langsam verstoffwechseltem Frühstück stammen.
Ich habe auch schon oft beobachtet (und auch darüber geschrieben) dass sich bei mir viel "automatisch" einregelt und ich praktisch nie nachspritzen muss. Würde ich um 10 Uhr zu viel spritzen, könnte ich u.U. stärker abfallen und dann mit zu viel Mittagsinsulin tatsächlich nachmittags in Unterzucker kommen.
Wenn ich dann am Nachmittag etwas körperlich arbeite, komme ich zwar "schön" runter, bin dann aber zum Abendessen wieder oben  :balla: … auch ohne Traubenzucker!
Darum weiß ich jetzt noch nicht, wie ich den Abend-Huckel bekämpfen kann, so lange ich den Mittags-Huckel nicht weg habe.

Aber mit Faktor 4 zum Frühstück rechne ich erst seit 2 Tagen. Da kann man noch nicht sicherstellen, dass es keine Ausreißer gibt, die nicht direkt etwas mit dem Faktor zu tun haben.
Ich habe z.B. schon Frühstücksbrezen mit 25 Gramm und mit 40 Gramm gewogen. Normal nehme ich das halbe Gewicht als KH. Aber ich wiege die Brezen nicht immer. Es gibt auch KH-armes Vollkornbrot, welches dem "normalen" Vollkornbrot sehr ähnlich sieht. Und dann bekommt man mal etwas mehr und mal etwas weniger Marmelade oder Honig auf den Tost oder die Halbsemmel, was beides auch zu Schätzfehlern führen kann.  :kratz:
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Offline Andi

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #6 am: September 12, 2020, 08:44 »
Ich liebe Brezeln und kann bestätigen, dass die nicht immer gleiches Gewicht haben.
Leider haben es die Dinger in sich, da schiesse ich regelmäßig durch die Decke. Schmidts Katze ist ein 'Dreck' dagegen   ::)

Offline Insulinjunkie

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #7 am: September 12, 2020, 10:02 »
Gestern bei Kaufland 1 Riesenbrezel gekauft, hatte 302gr. Ich hab die Hälfte gegessen, mal sehen was der BZ macht. Insulindosis hab ich verzögert, weil ich noch im Hinterkopf hatte, das die sehr lange brauchen, ehe die im Blut ankommen
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Offline Joerg Moeller

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #8 am: September 14, 2020, 13:46 »
Insulindosis hab ich verzögert, weil ich noch im Hinterkopf hatte, das die sehr lange brauchen, ehe die im Blut ankommen

Dann wärst Du aber eine Ausnahme: https://www.navigator-medizin.de/krankheiten/diabetes-typ-2/ernaehrung-mit-diabetes/blutzucker-und-laugenbrezel.html

Viele Grüße
Jörg
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Offline Gyuri

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Re: Faktoren-Berechnung leicht gemacht
« Antwort #9 am: September 15, 2020, 22:15 »
Ich will jetzt nicht all zu weit vom Thema abweichen, meine aber schon, dass meine Änderung des Früh-Faktors schon etwas damit zu tun hat.
(…)


Neulich meinte ich aber mein aktuelles Tagesmuster verbessern zu können. Jetzt versuche ich es beim Frühstück mit Faktor 4, in der Hoffnung, dass der "Berg" zum Mittag (9 - 14 Uhr) möglichst verschwindet. Der nächste Schritt wird dann VIELLEICHT sein, den "Rest-Berg" am Abend (nach 21 Uhr) irgendwie abzutragen.

Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt …  :rotwerd:



Jetzt ist mir schon klar, dass die erste Woche mit LibreView nicht sehr aussagekräftig ist und auch nicht in Verbindung mit der anschließenden zweiten Woche. Auch hat sich der Gesamtdurchschnitt über den der geschätzte Langzeitwert errechnet, nicht großartig verändert - von 152 auf 149 mg/dL.

Der Buckel nach dem Frühstück ist nahezu unverändert geblieben, obwohl ich zum Frühstück immer brav mit Faktor 4 spritzte.

Interessant ist aber, dass sich der mediane Verlauf am Abend verbessert hat )* obwohl ich da noch überhaupt nichts anders gemacht habe als … "ewig".
 :kratz:

Ich kann also Andi voll verstehen:
Zitat
Das ist ein echt depperter Schritt, dem ich nun schon sehr viele Monate, paar Jahre hinterherlaufe
:zwinker: Nur sehe ich das nach erst zwei Wochen immer noch etwas optimistischer.


Nachtrag zu )*:
20 - 22 Uhr  von 166 auf 157 mg/dL (=nix aufregendes)
22 - 24 Uhr  von 182 auf 160 mg/dL (=nur etwas besser)
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