Autor Thema: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen  (Gelesen 5520 mal)

Offline Duff Rose

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Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #10 am: September 12, 2018, 20:42 »
Na dann weiss ich jetzt schon das mein Mann so einen Aufwand nicht betreibt. Nicht jeder Mensch dokumentiert sein Leben am PC, Laptop oder Handy .... Und mein Mann mit fast 68 Jahren schon gar nicht. Schöner Schlamassel  😕

Hallo Schottenclan,

Oh je, da habt ihr ja aktuell ganz schön Kopfzerbrechen.

Zu Libre + Dexcom kann ich folgendes sagen:

Das Libre hatte bei mir nicht wenige niedrige Werte angezeigt, die vom Körpergefühl und mit der blutigen Gegenmessung nicht übereinstimmten. Damit möchte ich das System nicht schlecht reden, für mich war es halt leider nichts.

Schließlich bin ich auf das Dexcom umgestiegen. Der große Vorteil neben für mich genaueren Messwerten liegt an den verfügbaren Alarmen. Man kann sich quasi bei 90mg/dl warnen lassen und kann sofort mit schnellen BE handeln, somit wird eine Unterzuckerung/Hypo komplett vermieden! Bei der Blutmessung oder auch beim Libre ist ja im Moment des Messens meistens die Hypo schon da, somit ist es zu spät!
Das Dexcom ist allerdings nicht günstig und erfordert eine gesonderte Prüfung beim MDK über den Diabetologen. Das dauert etwas.

Sidiary nutze ich nicht, halte zu Dokumentationszwecken diese Methode als die Beste. Erfordert natürlich etwas an Aufwand.

Was meint der Diabetologe mit Unterzuckerung? Ein einzelner Wert unter 70mg/dl oder UZ mit Fremdhilfe?
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Offline Schottenclan

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #11 am: September 13, 2018, 08:22 »
Vielen Dank für Eure hilfreichen Informationen. Nachdem wir mit dem Kundenservice von Abbott keine zielführenden Informationen bekommen haben und die jegliche Verantwortung für die absolut ungenaue Werte von sich weisen, hat mein Mann sich entschlossen wieder mit der herkömmlichen "alten" Methode zu messen. Beim Schlafen gehen messen und morgens nach dem aufstehen. Was in der Nacht passiert wird somit nicht mehr dokumentiert und kann keine Schwierigkeiten mehr machen. Zu der normalen Belastung durch die Krankheit kommt jetzt noch der psychische Druck. Sollte er jetzt dadurch den Führerschein verlieren wäre es das absolute Aus. Er würde seinen Job verlieren, Rente langt nicht zum Leben. Ich bin nach einem Schlaganfall auch schon in Rente. Hartz V lässt grüßen, obwohl ein Leben lang hart gearbeitet. Bürokratismus und Diskriminierung......

Offline Kladie

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #12 am: September 13, 2018, 12:26 »
Hallo Schottenclan,

ich denke ihr macht das absolut richtige. Jetzt versucht positiv zu denken und wartet ab ob tatsächlich die absolut verheerenden Folgen eintreffen. Ich halte euch die Däumchen! :super:

Offline Schottenclan

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #13 am: September 13, 2018, 13:59 »
Sein Diabetologe hat das Gutachten gleich telefonisch abgeschmettert mit der Ansage "wenn da auch nur eine Unterzuckerung drin ist kann er das vergessen. Fremdhilfe hat er nie benötigt. Mein Mann ist immer gewissenhaft und hat immer sehr oft gemessen (blutig mit einem früher üblichen Messgerät) dann wurde ihm freestyle libre empfohlen...... zur Erleichterung. Bis 1.10. brauchen wir das Gutachten. Dafür muss er 90 Tage Blutzucker Werte bringen. Somit ist eine Umstellung auf blutig Messung nicht mehr Erfolg versprechend. Wir hoffen jetzt auf einen anderen Arzt, der auch die Zulassung für so ein Gutachten hat. Sollte das nicht funktionieren ist der Führerschein weg, das wurde von der netten Dame vom Landratsamt mehrmals schriftlich dargelegt

Offline Duff Rose

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #14 am: September 13, 2018, 17:09 »
Ich verstehe den Diadoc ehrlich gesagt nicht wenn der nichtmal eine einzige Unterzuckerung zulässt. Schließlich erlaubt man sich ja zu Hause etwas anders mit den BZ Werten umzugehen wie beim Führen eines Fahrzeuges.
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Offline Kladie

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #15 am: September 13, 2018, 21:35 »
Hallo Schottenclan,

warum erstellst du keine (schriftlichen) Aufzeichnungen von den BZ Werten der letzten 90 Tage? Selbst wenn ihr euch nicht immer an den ganz genauen Wert erinnern könnt, so kann doch dokumentiert werden, daß es keine Unterzuckerungen gegeben hat. Kontrollieren kann man das nur, wenn das Meßgerät die letzten 90 Tage nicht kaputt gegangen ist. Es wird aber meist nicht genauer kontrolliert.

Gerade Behörden reicht so eine Dokumentation meistens aus. Ich würde es mal testen.

Offline Schottenclan

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #16 am: September 13, 2018, 22:43 »
Super Idee. Da weiss ich ja was wir am Wochenende machen  :zwinker:
Vielen Dank für die Hilfe  :super:

Offline Gyuri

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #17 am: September 14, 2018, 04:01 »
Ich habe jetzt (also ganz aktuell) auch das Problem, dass ich den Libre-Messungen nicht trauen kann.
Mir geht es jedoch dabei zum Glück darum, irgend einem Bürokraten das Prinzip der Libre-Messung im Verhältnis zu blutigen Messungen oder gar subjektive Eindrücke/Gefühle erklären zu müssen. Da wäre die vorgeschlagene Vorgehensweise von @Kladie schon die richtige - meine ich auch.

Bei mir gestaltet sich die Beurteilung von Messergebnissen viel einfacher, weil mir erst mal keiner widerspricht. :baeh:
Falls ich einen scheinbaren "Widerspruch" zwischen meinem Gefühl und dem Libre-Scan feststelle, gibt es eine Notiz im Libre "Gegenmessung" und dann mache ich auch blutige Gegenmessung. Dies kann mit sauteuren Libre-Meissstreifen geschehen oder auch mit einem anderen BZ-Messgerät. Beim Einsatz von Libre-Streifen hätte ich den Vorteil, dass die Gegenmessung im Protokoll auftaucht und nicht nur eine Notiz "Gegenmessung". Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass diese Notizen überhaupt nicht von anderen (auch nicht vom Arzt) beachtet werden. Aber wie gesagt, ich stehe jetzt ncht in der Beweispflicht….

Ich will in der Regel ja nur wissen, ob mein Libre recht hat mit meiner Hypo oder ob ich der blutigen Messung eher trauen kann. Bin ich mich dann immer noch nicht sicher, traue ich meinem Gefühl mehr als allen Messwerten. Jetzt eben war es etwas anders (was aber äußerst selten passiert). Der Routine-Scan wegen einer schlaflosen Nacht ergab: 65mg/dl. Mein Gefühl sagte mir aber garnix, was sonst immer darauf hinweist, das die blutige Messung einen höheren Wert ergibt. In dem aktuellen Fall ergab die blutige Messung jedoch: 69mg/dl was für mich das gleiche bedeutet. Ich gab im Libre also die (selbst erstellte) Notiz "Gegenmessung" ein, damit man irgendwie das andere Ergebnis erfragen könnte - wenn man denn wollte.
Das ist aber für eine vernünftige Tagebuch-Führung etwas dürftig und einem Amtsarzt dürfte das sowieso nicht genügen. So habe ich mir gedacht, ich erstelle noch zwei weitere Einträge im Libre.  :gruebeln:
"i.O." und "n.i.O." vielleicht. Damit würde ich nicht die Einhaltung des Zielbereiches bewerten, sondern nur die Zuverlässigkeit vom Libre-Scan.
Den Bürokraten wird das wenig beeindrucken!
Wen es aber wirklich interessiert, der ließt dann aber z.B. einem Scan: 42mg/dl die Bemerkungen "Gegenmessung" und "n.i.O." und kann dann vielleicht direkt einen Blick auf die blutige Libre-Messung werfen, bei der vielleicht … 87mg/dl steht, wie bei mir schon öfter geschehen.

Heute würde dann aber "Gegenmessung" und "i.O." zu lesen stehen und noch ein weiterer Scan mit der Notiz 20g KH. weil ich ein kleines Brot mit Honig schnabbulierte und danach … 187mg/dl :rotwerd:
Aber nichts desto Trotz: ich gehe jetzt wieder ins Bett … und zum Frühstück wird mein Wert wieder von allein besser sein - das weiß ich aus Erfahrung!  :coolman:

Nachtrag:
Um zu zeigen, dass das auch stimmt was ich so behaupte lasse ich euch einen Blick auf mein aktuelles Libre-Display werfen.



Und ich will mit derartigen Grafiken auch zeigen, dass man den Nutzen dieses Messgerätes auf keinen Fall verteufeln sollte.
Derartige Verläufe bekäme man niemals mit, würde man auch noch so aufwendig blutige Einzelmessungen aufzeichnen.
Wer so seinen Verlauf kennt, wäre z.B. ganz schlecht beraten, wegen des hohen Wertes Gegenmaßnahmen mit Insulin zu ergreifen. Diese würden den Verlauf nur zu einer Achterbahn umformen. Freiwillig gebe ich mein Libre ganz bestimmt nimmer her. :super:

Mir ist aber schon klar, dass man einen Entscheidungsträger über meinen Führerschein davon nicht überzeugen kann. Der sieht aufgrund seiner Unkenntnis nur Messwerte deren Zusammenhang er "nicht begreifen muss", weil er ja ganz klare Leitlinien hat. Dem muss man dann halt andere Werte pressentieren.  :rotwerd:
« Letzte Änderung: September 14, 2018, 09:22 von Gyuri »
Gruß vom Gyuri

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Offline LordBritish

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #18 am: September 14, 2018, 09:45 »
Nicht jeder Mensch dokumentiert sein Leben am PC, Laptop oder Handy ....

Die Werte vom Diabetes kann man auch ohne Facebook & Co. dokumentieren.

Ich denke das es auch stark davon abhängig ist was man selber möchte und welchen Aufwand man betreiben möchte.
Es gibt auch die traditionelle Art mit Papier und Bleistift...

Alles hat vor und Nachteile, die Entscheidung was man machen möchte liegt letztendlich bei einen selber.

Grüße
Markus


Offline Gyuri

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Re: Messungenauigkeit mit verheerenden Folgen
« Antwort #19 am: September 14, 2018, 12:37 »
Ja nun…
die Wahl hat der Themenersteller offensichtlich nicht.  :gruebeln:
Er hat sich wohl für eine Libre-Überwachung und u.U. auch für das Tagebuch im Libre entschieden und muss jetzt Daten abliefern, die bei Unkenntnis des Systems zu verhängnisvollen Fehlinterpretationen führen kann.

Darum empfehle nicht nur ich, für eine gewisse Zeit zweigleisig zu verfahren, damit der Führerschein erhalten bleibt.
Man kann ja die "schönen" Libre-Werte in seine handschriftlichen Aufzeichnungen übernehmen und die "weniger schönen" einfach als nicht gemessen betrachten.  :zwinker:
Gruß vom Gyuri

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