Autor Thema: ein neuer aus Bayern  (Gelesen 422 mal)

Offline Berti

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ein neuer aus Bayern
« am: Juni 26, 2018, 20:22 »
Hallo allerseits,
mein Name ist Robert bin 56 Jahre und verheiratet, aber alle nennen mich entweder Bertl oder Berti.
Kann sein das mich der eine oder andere vielleicht schon kennt.
Ich komme aus dem schönen Bayern, wobei ich nichts mit Fußball am Hut habe, soviel schon mal vorweg, also bitte nichts mit FC Bayern oder so...
Bei mir wurde auf Grund einer Netzhautblutung am linken Auge im Januar 2017 / DM 2 festgestellt,  und bin seit dem ein anderer Mensch geworden.
Ich habe Gott sei Dank eine sehr gute Hausärztin, die nicht gleich mit der Insulinspritze gewedelt hat, sondern sie hat mir ins Gewissen geredet und mir meine Situation erklärt, seit dem lebe ich gesünder, trinke keinen Alkohol mehr, habe 33 KG abgenommen, und habe mittlerweile Blutwerte wo selbst der eine oder andere gesunde Mensch neidisch werden könnte.
Soviel vorab, ..... jetzt werde ich mich mal hier durchlesen, .... man liest sich. :winke:
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Offline Kladie

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #1 am: Juni 26, 2018, 22:41 »
Hallo Berti,

Schön, einen weiteren T2 hier im Forum begrüßen zu können. Hier gibt es sicher noch vieles was du kennenlernen kannst.

Es ist immer schön, wenn jemand früh den Diabetes T2 diagnostiziert bekommt. Dann können die Betazellen noch sehr gut die Therapie unterstützen. Wenn das bei dir allein mit "Diät" geht - um so besser! Diät ist wahrscheinlich nicht die richtige Bezeichnung denn es sollte eigentlich eine Ernährungsumstellung sein, die du ja anscheinend toll umgesetzt hast. Da bleibt mir nur dich zu beglückwünschen und dir weiterhin das Durchhaltevermögen zu wünschen dass du an den Tag gelegt hast.

 
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Offline Berti

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #2 am: Juni 27, 2018, 07:17 »
Hallo Kladie
na ja, man macht das beste aus seiner Situation.
Ich bin so froh das meine Hausärztin nicht gleich mit einer Insulinbehandlung begonnen hat,
ich denke die hat das gesehen das ich zu allem bereit bin und hat es mal mit der alternativen " slim Life " Methode probiert,
was ja auch funktioniert hat. Da meine Frau auch so etwas ähnliches hat, und auch basisch essen muss, ergänzen wir uns sehr gut.
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Offline Gyuri

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #3 am: Juni 27, 2018, 09:39 »
 :hallo: Einen herzlichen Willkommensgruß aus dem Allgäu
(bis vor kurzem noch aus dem oberbayrischen Oberland)

(…)
Ich bin so froh das meine Hausärztin nicht gleich mit einer Insulinbehandlung begonnen hat,
(…)
Ob das eine gute Entscheidung ist, kann man (wenn überhaupt!) erst Jahre später sehen.

Im Nachhinein halte ich es BEI MIR für eine gute Idee, sofort bei meiner Feststellung, dass ich Diabetiker bin, mit Insulin begonnen zu haben.
Mein Hausarzt glaubte erst gar nicht, dass ich Diabetiker bin, ich war mir aber sehr sicher, da ich das Mess-Equipment meiner Frau für umfangreichere Messungen nutzen konnte.

Meine BSD arbeitet noch, was mir bei meinem Management sehr entgegen kommt. Warten bis sie nichts mehr tut halte ich für keine gute Lösung.  :gruebeln:
Gruß vom Gyuri

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Offline Joerg Moeller

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #4 am: Juni 27, 2018, 12:39 »
Ob das eine gute Entscheidung ist, kann man (wenn überhaupt!) erst Jahre später sehen.

Nö, nicht unbedingt. Je nach Anamnese und Laborwerten ist es eigentlich "State of the art" bei DM2 erstmal mit einer Lifestyle-Umstellung zu beginnen. Wenn das nichts bringt (und die Leber-/Nierenwerte okay sind) kann man dann orale Antidiaetika hinzunehmen. Kommt man damit auch auf keinen grünen Zweig (=>Sekundärversagen) nimmt man Insulin mit dazu. Und da kann man auch langsam aufbauen: BOT/SIT (https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/sonstige.html) - CT (https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/ct.html) - ICT (https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/ict.html)

Wie gesagt: hängt alles vom Einzelfall ab

Viele Grüße
Jörg
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Offline Kladie

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #5 am: Juni 29, 2018, 23:15 »
Hallo Berti,

wenn es bei dir früh genug war als Diabetiker erkannt zu werden ist das ein Riesenvorteil. Gyuri hat es ja auch geschrieben und auch ich bin der Meinung, man kann gar nicht früh genug mit Insulin gegen die DM-T2 Resistenz ankämpfen. Gesund und kalorieenbewußt essen kannn man auch wenn Insulin gespritzt wird. Seit Jahren kann ich meinen HbA1c zwischen 5% und 6% halten weil meine Betazellen noch kräftig arbeiten können. Meine Meinung ist: Ich muss kein Insulin spritzen sondern ich darf es tun!


Zitat
orginal Joerg Moeller:
Nö, nicht unbedingt. Je nach Anamnese und Laborwerten ist es eigentlich "State of the art" bei DM2 erstmal mit einer Lifestyle-Umstellung zu beginnen. Wenn das nichts bringt (und die Leber-/Nierenwerte okay sind) kann man dann orale Antidiaetika hinzunehmen. Kommt man damit auch auf keinen grünen Zweig (=>Sekundärversagen) nimmt man Insulin mit dazu.

In dieser Beziehung stehe ich auf einem konträren Standpunkt gegenüber Joerg Moeller. Er möchte erst wenn die BSD durch Überlastung weitgehend zerstört ist (Sekundärversagen) eine Insulinunterstützung beginnen. Dann ist aber alles schon viel schwieriger zu regulieren und meist sind die ersten Folgeschäden schon fühlbar. Damit sage ich nicht, daß eine Lifestyle Umstellung sinnlos ist, um Diskusionen aus dem Weg zu gehen.
Da es jedoch die offizielle Vorgehensweise ist, darf ich das hier nur als rein subjektive Sichtweise schreiben - was ich hiermit auch deutlich gemacht habe.
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Offline Joerg Moeller

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Re: ein neuer aus Bayern
« Antwort #6 am: Juli 02, 2018, 13:32 »
In dieser Beziehung stehe ich auf einem konträren Standpunkt gegenüber Joerg Moeller. Er möchte erst wenn die BSD durch Überlastung weitgehend zerstört ist (Sekundärversagen) eine Insulinunterstützung beginnen.

Wie gesagt: ist State-of-the-art.
Ich verstehe natürlich auch deinen Standpunkt, aber den würde ich eher Einzelfallbezogen anwenden. (für mich wären z.B. auch Sekretagoga, also sekretionsfördernde Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffe ein absolutes No-Go; eben weil sie die Betazellen übermäßig belasten).

Aber zu früh mit Insulin zu beginnen kann andere Probleme mit sich bringen. Zum einen kann es dann schwieriger werden das Gewicht zu normalisieren. Insulin ist nunmal ein Masthormon und subkutan gespritzt wird mehr davon gebraucht, als wenn es die Betas direkt ins Blut geben. (Selbst ein Pen'ner braucht mehr Insulin als ein Pumpi).
Zum anderen kann es die Compliance zur Basistherapie negativ beeinflußen. Viele Diabetiker sind ja der Meinung, dass eine Insulintherapie die Basistherapie ersetzt, aber dem ist nicht so: sie ergänzt die Basistherapie.

Das ist eben die Kunst dabei: für jeden einzelnen Pat. die richtige Therapie zu finden und dazu auch mal bereit sein, bestehende Regeln in Frage zu stellen.

Viele Grüße
Jörg
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