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| Kladie:
Hallo Gyuri, Dass du diese Ergebnisse irgendwo her hast zweifele ich gar nicht an. Es ist aber schon ungewöhnlich wenn der HbA1c so schnell so weit reduziert wird. Zweifelsohne ein Verdienst von dir. Da es aber unterschiedliche Labore waren ist eine Ungenauigkeit von Haus aus eingebaut. Gerade habe ich mal nachgesehen wie es damals bei meiner Stoffwechselentgleisung war. Das kann ich gut nachhalten, da ich gerne Statistik mache und deshalb Gewicht und Blutwerte von Anfang an gespeichert habe. Mein erster gemessener Wert war 10,8% am 11.Sept. und am 7. Nov. war ich schon auf 6,5% runter bein gleichen Labor (also in 57 Tagen). Da ich Insulinanfänger war, kann ich nicht behaupten, dass dies mein Verdienst war sondern ich habe das gemacht was der Arzt gesagt hat. Nach etwa einem Monat habe ich sogar nur noch Tabletten genommen (ich ahnungsloser damals). Dann wurde auch später noch mal wegen einem anderen Problem in einem KH der HbA1c bestimmt und dieser Wert war um 0,8% höher als die Werte, die vorher und danach von meinem normalen Labor ermittelt wurden. Da gibt es also auch je nach Labor einiges an Unterschieden. Deine skeptische Einstellung gegenüber dem HbA1c kann ich also gut verstehen. Voneinander unabhängige HbA1c Werte können aber nur im 3Monatsrhythmus ermittelt werden da die Bluterneuerung so lange dauert. Aber genau deswegen hat es mich gewundert, dass du diesen Wert angegeben hast um zu erklären, dass deine Frau jetzt besser eingestellt ist als jemals zuvor. Ich hatte dich immer so verstanden, dass du die Aussagekraft des HbA1c generell in Frage stellst. Sei's drum. Deine Frau kann jetzt froh sein unter deinen Fittichen therapiert zu werden. |
| Gyuri:
--- Zitat von: Kladie am Mai 03, 2016, 20:20 ---(…) Voneinander unabhängige HbA1c Werte können aber nur im 3Monatsrhythmus ermittelt werden da die Bluterneuerung so lange dauert. (…) --- Ende Zitat --- DAS wiederum kann ich überhaupt nicht glauben. Sicherlich sollte sich innerhalb weniger Tage/Wochen nicht viel ändern. Aber das HbA1c unterliegt zweifelsfrei einer gleitenden Veränderung. Der Austausch findet ja nicht zu einem bestimmten Termin schlagartig statt. Bei "Zwischenmessungen" muss es also auch Zwischenergebnisse geben. Es macht allgemein nur wenig Sinn, ständig das HbA1c zu messen. Es würde sicherlich auch keinen Sinn machen, seine Körpergröße ständig zu messen … außer es wäre mit Veränderungen zu rechnen (z.B. starke Gravitationsschwankungen bei Astronauten) Mir geht es auch überhaupt nicht um die Glaubwürdigkeit der Labormessungen. Das HbA1c ist aber nun mal für viele das "Maß aller Dinge" und meine … "Leistungen" wurden von Fachleuten daran gemessen. Mit welchen Schwierigkeiten ich zu kämpfen hatte, wollte bisher noch keiner wirklich wissen. Alle Welt glotzt nur auf das HbA1c. Wären die Zahlen nicht so, wie ich sie aufzeichnete, man würde mir sofort sagen, dass ich so wie ich vorgehe nicht vorgehen dürfte. So versuchte man nur, an der Wechselhäufigkeit und der Länge der verwendeten Kanüle rum zu meckern - 8) praktisch erfolglos. "Bollen" an den Einstichstellen wurden leider nicht gesucht. Da hätte man einiges finden können. Das wäre dann aber zu Lasten der Rehaklinik gegangen, in der ein scheinbar weit geschätzter und gelobter Diabetes-Spezialist tätig sein soll … der meine Frau aber wohl nie selbst gesehen hat. :-\ Ach ja: Meine Frau wurde jetzt wieder als Typ1 klassifiziert. :kratz: |
| Hinerk:
Moin Gyuri, bei pflegewiki ist folgendes zu lesen: Der HbA1c kann trotz der mittleren Lebenszeit der Erythrozyten von 3 Monaten nur den mittleren Blutzuckerwert der vergangen 6 - 8 Wochen wiederspiegeln, da ja nicht alle Erythrozyten zur selben Zeit sterben und neu gebildet werden. So haben bei der Blutabnahme nur ca 50% der roten Blutkörperchen bereits ein Lebensalter von genau oder mehr als 8 Wochen, der Rest ist bereits neuer. Ich denke dass passt zu Deinem Thema. MlG Hinerk |
| Joerg Moeller:
--- Zitat von: Hinerk am Mai 02, 2016, 19:15 ---Heute wurde ich in einem Gespräch mit dem Diabetologen (Dr. R. Herrmann) darauf hingewiesen, dass keine absolute linearität zwischen der BE Menge und den IEs besteht, z. B. bei Faktor 2 und 4 BE = 8 IE bedeutet wegen der nicht vorhandenen linearität, dass bei 8 BE dann nicht 16 IE gespritzt werden müssen es könnte sonst zu einem UZ kommen. Im Sinne mehr Insulin wirkt länger oder Massenwirkung? --- Ende Zitat --- Da musst du schon ihn fragen, ich kann ja nicht wissen wie er das gemeint hat. Generell ist es aber schon so: je mehr man spritzt, desto länger wirkt es. Einfach weil es dann länger dauert, bis alles ausreichend (durch Zwischenzellwasser) verdünnt wurde. Gespritztes Insulin besteht bei U100 zu 75% aus Hexameren (Insulinmoleküle im Sixpack also). Ins Blut gelangt es aber erst, wenn es mindestens zu Dimeren (Zweierpacks) zerfallen ist. Das gilt auch für Analoga, aber die zerfallen schneller, weil die Bindung untereinander durch die veränderten Amminosäureketten nicht so stark ist wie bei Nomalinsulin. Deswegen kann man das aber auch beeinflussen, indem man 2x8 statt 1x16 IE spritzt. Wenn ich einen Faktor 3 habe (abends), dann spritze ich 6 IE für 2BE und 30 IE für 10BE. Aber eben nicht einmal 30, sondern 3x10 (10 IE mit der Pumpe + 10 IE mit dem Pen in die linke Seite und 10 IE in die rechte Seite am Bauch). Viele Grüße, Jörg |
| Kladie:
Hallo Gyuri, Lies den von dir zitierten Satz nochmal. Dort steht: Voneinander unabhängige HbA1c Werte ....... Wie du richtig bemerkst, unterliegt der HbA1c einer gleitenden Veränderung. Dies schreibt im gleichen Sinn auch Hinerk und ich denke es ist auch richtig. Mit Dieser Logik hättest du bzw. deine Frau in den drei Wochen aber einen extrem niedrigen BZ Durchschnitt gehabt. Da glaube ich eher an unterschiedlichen bzw. falschen Labormessungen. Aber das ist rein subjektiv und ich kenne die Gegebenheiten überhaupt nicht. Es hat mich eben nur erstaunt von einer so schnellen Reduzierung zu hören. Ungewöhnlich ist es allemal. Jedenfalls wünsche ich euch alles Gute und unabhängig davon ob deine Frau T1 oder T2 ist keine weiteren Probleme. Übrigens über die inkompetente Behandlung in Krankenhäusern oder Kliniken kann ich auch ein Lied singen. Dort scheint das Wissen über Diabetes erst noch aufgebaut zu werden. |
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