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Erst zu hohe Blutzuckerwerte, jetzt nicht mehr
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AnnaK:
Mein Langzeitwert war 7,4, aber irgendwie vermute ich, aufgrund von anhaltendem hohen Stress über Monate. Das mit 5,4 kam von Gyuri, da hatte ich mich nur gewundert, aber das ist nicht mein Wert gewesen.

Morgens ist der Wert schon mal höher als 5,6, aber meistens niedriger. Jedenfalls nicht extrem hoch. Wenn er höher ist, dann ist er vielleicht so 6,2.

Ich war ziemlich geschockt, als meine Ärztin mir sagte, ich wäre nun Diabetikerin, weil ich mir gar nicht erklären konnte, wie das zustande kommt. Gut, das kann man wohl auch nicht immer erklären, habe ja nun einiges dazu gelesen. Aber nach 45 Kilo Abnahme und nun nur noch so ca. 15 Kilo von meinem normalen Gewicht entfernt war das schon ein Schock für mich, dass das alles dann zu Diabetes geführt haben sollte. Ich esse ja eben auch ziemlich gesund.

Dann bin ich erst mal ein bisschen beruhigt, werde das aber weiter beobachten. Hab mir extra privat ein Blutzuckermessgerät gekauft, aber wie gesagt hatte ich dann gleich darauf den Unfall und konnte es noch gar nicht viel benutzen.
Kladie:
Ich denke auch du brauchst nicht beunruhigt zu sein.

Wenn du dein Normalgewicht erreicht hast, kann es sein, dass sich auch dein HbA1c wieder normalisiert. Deine aktuellen Werte deuten darauf hin.  Der Langzeitwert ändert sich nur sehr langsam und ist nicht geeignet damit allein Diagnosen zu stellen. Mit ihm werden die Hämoglubinanteile (rote Blutkörperchen) ermittelt die eine feste Verbindung mit Glykose eingegangen sind. Das sind umso mehr je höher der BZ Wert ist.
Da sich das Blut alle 8 -12 Wochen erneuert, kann man so einen Wert ermitteln wie oft dein Blut in den letzten 3 Monaten zu viel Glykose gehabt hat. Der Wert wird deshalb bei einem Diabetiker etwa alle 3 Monate neu ermittelt und wird bei dir beim nächsten Termin sicher etwas tiefer sein wenn die Werte so bleiben wie beschrieben.

Übergewicht schwächt die Wirkung des Eigeninsulins und es erzeugt dadurch höhere Blutzuckerspiegel. In welchem Zeitraum hast du deine 45 kg abgenommen? Vorher hattest du sicher höhere BZ Werte und erklärt vielleicht auch den erhöhten HbA1c Wert.

PS
übrigens bekommt man häufig Bluzuckermeßgeräte geschenkt wenn man den Hersteller darum bittet. Die verdienen dann an den teuren Meßstreifen - wie die Druckerhersteller, die die Drucker fast verschenken und danach an den Druckerpatronen richtig gut verdienen. Mach einfach den Test und schreib dem Hersteller eine Mail um ein Ersatzgerät zur Verfügung zu haben. Die Dinger gehen ja auch manchmal kaputt. Lass dir als Begründung irgendwas einfallen.

Auf jeden Fall gute Besserung und toi toi toi für die Zukunft.
AnnaK:
Vielen Dank, Kladie, für Deine freundlichen Hinweise. Das ist sehr nett von Dir. Ich habe die 45 Kilo in 1,5 Jahren abgenommen, also ganz gemütlich, und so mache ich jetzt auch weiter. Ich habe mein Essen auf sehr, sehr viel Gemüse umgestellt, und daran esse ich mich satt. Ich esse aber alles, wonach mir ist, also ich verbiete mir nichts. Nur esse ich im allgemeinen wirklich sehr gesund.

Das mit dem Langzeitwert habe ich jetzt schon öfter gelesen, dass der allein nicht aussagekräftig ist. Das beruhigt mich jetzt auch. Ich hatte erwartet, dass ich enorm hohe Werte habe, als ich mir das Messgerät gekauft habe, und dann waren sie ganz normal, seither eigentlich immer. Das hat mich völlig durcheinandergebracht. Denn ich habe ja nun mal diesen Bruder - der aber nie so gesund gegessen hat - und es heißt ja immer, wenn man jemand mit Diabetes in der Familie hat, kann man das auch bekommen.

Vielen Dank noch einmal für die beruhigenden Worte und die vielen guten Ratschläge! Das ist ein sehr nettes Forum hier.
Joerg Moeller:

--- Zitat von: AnnaK am August 14, 2015, 08:33 ---Ich bin und bleibe verwirrt. Ich habe eine genetische Disposition zum Diabetes, mein Bruder hat schon seit Jahren Diabetes, ich bin jetzt 57 und hatte bisher noch keinen. Ich esse schon ewig vegetarisch, trinke praktisch keinen Alkohol, Süßes oder Fettiges mag ich sowieso nicht. Deshalb war ich so überrascht, als meine Ärztin mir das sagte.

--- Ende Zitat ---

Das Ernährungsverhalten (und ebenso mangelnde Bewegung) ist nur ein Auslöser; quasi der Streichholz, der die Lunte zündet. An der genetischen Prädisposition ändert das nichts.
Wer eine solche hat kann mit gesunder Ernährung/ausreichend Bewegung den Beginn des Diabetes hinauszögern. Trotzdem kann es sein, dass das körpereigene Insulin irgendwann nicht mehr ausreicht, was sich dann in einem erhöhten HbA1c-Wert zeigt. Und da ist Metformin (wenn die Leber- und Nierenwerte es zulassen) schon das Mittel der Wahl. Besonders wenn man an der Bewegungs- und Ernährungsschraube nicht mehr viel verbessern kann.

Stress ist keine Ursache für ein erhöhtes HbA1c. Stresshormone können zwar den BZ ansteigen lassen, aber der nicht-diabetische Körper kann diese Erhöhungen mit Leichtigkeit kompensieren.

Viele Grüße,
Jörg
Kladie:
Es ist gut, wenn du jetzt die ganze Sache entspannter angehen lässt. Wenn es eine genetische Disposition in deiner Familie geben sollte, dann ist es so und es lässt sich nicht verhindern. Aber das ist keine Katastrophe denn heute leben Diabetiker ebenso lange und ebenso gut wie Nicht-Diabetiker.
Sollten sich deine Werte wieder normalisieren dann kannst du mit einem OGTT (oraler Glukose Toleranz Test) schauen lassen ob und wie weit du weiter gegen Diabetes behandelt werden musst.


Jetzt kannst du auf jeden Fall erst mal abwarten bis du wieder aus dem Krankenhaus bist und zu Hause deinem geregeltem Leben nachgehst. Auch wenn du dann wieder Stress bekommen solltest, ist das nicht unbedingt Blutzucker steigernd.
Manche sprechen schon von Stress wenn sie viel körperlich arbeiten müssen - was den BZ aber eher senkt als steigert. Erst wenn es mit z. B. psychischen Problemen wie Angst vor Arbeitsplatzverlust, viele erschreckende Erlebnisse o. ä. einhergeht sieht es evtl. anders aus. Das eigentlich BZ steigernde sind Hormone wie Cortisol oder Adrenalin, die vom Körper produziert werden und Antagonisten (Gegenspieler) des Insulins sind. Wie beim Übergewichtigen wirkt das Insulin dann schlechter und der BZ steigt. Auslöser eines Diabetes sind sie meiner Meinung nach nicht.
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