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Messergebnisse FreeStyle Libre

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LordBritish:
Das kann ich bestätigen, bei mir zeigt das Libre auch Tendenziel weniger an, jedoch würde ich das auf die unterschiedliche Messmethode schieben. Ich habe den Eindruck es kommt auch auf die Einstichstelle an, manche sind TOP und sehr nah am BZ-Wert und manche haben eine größere Abweichung. Allgemein würde ich sagen Blut ist nunmal schneller als das Zwischenzellwasser.

Die Möglichkeit der Messung und der Trendpfeil sind sehr gut und bringen zusätzliche Erkenntnis,
man muss nur wissen wie man die Ergebnisse zu interpretieren hat.

Grüße
Markus

Gyuri:
Wennwir aber schon dabei sind, zwei völlig verschiedene Messmethoden zu vergleichen um daraus einen Fehler des einen oder anderen Systems abzuleiten, (was meiner Meinung so nicht geht) sollten wir aber auch auf Unsicherheiten bei der BZ-Messung schauen, die beim Libre nicht auftreten können. Die Blutprobe kann verunreinigt sein, die entnommene Menge zu gering sein, der Teststreifen kann verschiedene Fehler haben u.s.w.
Die meisten Fehlerquellen könnte man da zwar durch Wiederholungsmessungen ausmerzen, eine zweite Messung genügt aber nicht, denn ein Fehler könnte sich auch bei der zweiten Messung einschleichen. Stark vereinfacht: Beim Libre kann es nicht zu (unerkannten) starken Ausreisern kommen.

NUR aus diesem Grund bezeichnete mein Diabetologe das Libre-Messverfahren als "revolutionär". Das hat wiederum etwas mit Statistik zu tun und wird in seiner Bedeutung nicht so leicht erkannt.

Und nur am Rande:
Mein Diabetologe und ich waren sich einig, dass das Libre bei Diabetikern, die mit "nur gelegentlichen" Messungen auskommen, keine Vorteile bringt. Die kostengünstigere Messung des Blutzuckers wird also nicht so schnell aussterben … müssen.

Kladie:
Hallo Lord,

Dass es technische Unterschiede gibt beim messen ist ja klar und dass es dabei systembedingte Abweichungen gibt ist fast selbstverständlich. Der Hersteller hat sich aber zu bemühen, Werte die in  mg/dl angezeigt werden auch vergleichbar anzubieten. Der Gap z. B. wird "weggerechnet" was in den meisten Fällen auch funktioniert.

Da die Meßgenauigkeit der Meßstreifen ohnehin +/- 15 % beträgt sind Unterschiede in dieser Größenordnung völlig OK.  Problematisch wird es erst wenn die Abweichung eines Sensors kontinuierlich 30, 50 oder noch mehr Prozent beträgt. Dann ist nämlich nicht wie beim Meßstreifen nur eine Messung betroffen sondern alle über einen Zeitraum von 2 Wochen. Da sollte der Sensor getauscht werden. Warum so große Abweichungen auftauchen wird von Abbott ja auch noch intensiv geprüft und sie lassen sich die entsprechenden Sensoren zurückschicken. Klar, auch der Ort wo der Sensor sitzt entscheidet über die Meßgenauigkeit aber es muß möglich sein die 15% Toleranz einzuhalten wie es auch von den Streifen erwartet wird.
Den Sensor, der bei mir nach 4 Stunden einfach vom Arm fiel brauchte ich nicht zurück schicken, da Abbott dieses Problem kennt und es ein Qualitätsproblem bei der Herstellung ist.

Übrigens:
--- Zitat ---Ich habe den Eindruck es kommt auch auf die Einstichstelle an, manche sind TOP und sehr nah am BZ-Wert.....
--- Ende Zitat ---
Du sprichst hier auch vom "BZ-Wert" obwohl du nur den Streifenwert meinst der auch um 15% ungenau sein kann - oder solltest du den mit einem Laborwert ermittelt haben?


Der Trendpfeil, der für Type 1 sicher wichtig und hilfreich ist, ist für mich als Type 2 ziemlich unwichtig. Meine BZ Änderungen erfolgen so langsam, dass der Trendpfeil in 90 oder mehr Prozent waagerecht bleibt. Wenn der mal einen anderen Trend zeigt habe ich entweder mal mehr als 20 IE Humalog gespritzt oder eine größere Menge Zucker zu mir genommen.


@Gyuri

Ich darf schon eine Messung mit Zollstock und elektronischer Entfernungsmessung vergleichen denn das Ergebnis ist eine Angabe in Zentimeter. Damit ist nämlich nichts über die absolute Genauigkeit gesagt.
Das Libre als das systembedingt bessere Meßgerät zu bezeichnen muß auch nicht stimmen, denn deine beschriebenen Fehlermöglichkeiten der Meßstreifen stehen die des Libres entgegen. Beim Libre sind die entsprechenden Einflußgrößen der Ort des Sensors, ob mit im Muskel oder ausschließlich im Fettgewebe gemessen wird, die Fertigungsgenauigkeit der Enzyme, die Temperatur der Elektronik usw. usw.
Als Vorteile bleiben die Bequemlichkeit, die einfachere und schnellere Messung und die Anzeige des vergangenen ( und durch den Trendpfeil auch des zukünftigen ) Verlauf des BZs Die bleiben auch übrig bei Leuten die nur gelegentlich messen.

Auch ich sage nur am Rande: Wenn ich bei mir diabetische Folgeprobleme durch eine bessere Einstellungsmöglichkeit weiter in die Zukunft schieben kann, dann sind mir die Kosten, die die KK hat ziemlich egal.

sonrisa:
Bei mir zeigt das Libre öfter etwas höhere Werte als mein BZ-Gerät. Häufig sind die Werte auch fast identisch. Laut Libre sollte mein letzter HBA1c-Wert bei 6,8 liegen, das Labor sagt 6,4. Für mich kein Problem, da ich meine Unterzuckerungen immer merke.

LordBritish:

--- Zitat von: Kladie am August 10, 2015, 10:20 ---Übrigens:
--- Zitat ---Ich habe den Eindruck es kommt auch auf die Einstichstelle an, manche sind TOP und sehr nah am BZ-Wert.....
--- Ende Zitat ---
Du sprichst hier auch vom "BZ-Wert" obwohl du nur den Streifenwert meinst der auch um 15% ungenau sein kann - oder solltest du den mit einem Laborwert ermittelt haben?

--- Ende Zitat ---

 :nein: ich meinte hier schon einen Vergleich zwischen Sensor und BZ-Wert, wobei ich den BZ-Wert als Vergleichswerrt ansehe, da aktueller.

Bei Statistiken vom Hersteller bin ich eh skeptisch, man kann jede Statistik gut oder schlecht aussehen lassen,
nicht ohne Grund gibt es den ein oder anderen Spruch.

Grüße
Markus

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