Diabetesfragen > Diabetes-Technik
Messergebnisse FreeStyle Libre
LordBritish:
Ich stimme Jörg zu, es bringt nicht viel mit einen Messgerät zu vergleichen, eben nur der Laborwert bringt einen Vergleich.
Das andere sind subjektive Meinungen und können sich ggf. von Person zu Person unterscheiden.
Ich habe die Erfahrung gemacht (Sensor Nr. 6 sitz gerade) das es bei jeden Sensor unterschiedlich ist und
auch die Stelle am Arm scheint nicht immer gleich zu sein. Der Vergleich mit einen Messgerät bringt 3-4 mg - ca. 40 mg Unterschied.
Wenn der Sensor gut ist, sprich scheibar genaue Ergebnisse liefert, ist der Sensor eine echte Bereicherung im Alltag.
Grüße
Markus
Kladie:
Ich habe keine Ahnung warum mich niemand versteht. Mich interessieren die absoluten Werte überhaupt nicht. Da hilft auch kein Vergleich mit einem Laborgerät.
Alle Diabetiker haben seit langem die Möglichkeit sich selbst zu testen. Eine Meßungenauigkeit von +/- 10% ist da systembedingt nicht zu vermeiden. Wer genauere Werte haben will sollte sich zu einem Speziallisten begeben und sich dort mit einem Laborgerät testen lassen.
Wenn ein Diabetiker angenommen 2 Meßgeräte parallel benutzt, dann kann er sehr wohl herausbekommen, dass ein Meßgerät zu 95% niedrigere Ergebnisse anzeigt als das andere. Dabei ist es völlig unwichtig eins oder beide Meßgeräte gegen ein Laborgerät testen zu lassen. Wenn jedoch die BZ Höhe fifty fifty mal von dem einen mal von dem anderen tiefer/höher angezeigt wird darf man davon ausgehen, dass die Abweichungen zufällig sind. Da hilft eine Eichung mit einem Laborgerät auch nicht weiter.
Mein Freestyle Libre zeigt beim scannen zu 95% niedrigere Ergebnisse an als wenn ich mit einem Teststreifen messe. Deshalb kann ich sehr wohl davon ausgehen, dass das Libre systembedingt etwas niedrige Werte anzeigt als bei eine Blutmessung. Da ist es völlig egal wie genau der Wert jedes einzelnen ermittelt wird.
Wenn es nur fünfmal verglichen wird kann es ja noch Zufall sein aber wenn man schon 40 oder 50 mal verglichen hat mit dem gleichen Ergebnis halte ich zufällige Ergebnisse für unwahrscheinlich.
Sicher ist auch der Lag ein Unterschied aber wenn der BZ sich eine Stunde nicht verändert hat müsste Scanner und Blutmessung den gleichen Wert anzeigen. Nur bei BZ Schwankungen kann es Einfluss haben. Dabei sollte aber der Scanner mehr anzeigen wenn z. B. durch Sport der BZ nach unten geht. Bei mir passiert das aber nicht. Der Scanner zeigt i m m e r weniger an. Nach fast einem Jahr Erfahrung darf ich das bei mir als gegeben ansehen. Kann ja sein, dass das bei anderen anders aussieht aber eine Erklärung dafür kann ich mir nicht vorstellen.
Gyuri:
--- Zitat von: Kladie am August 06, 2015, 21:30 ---Ich habe keine Ahnung warum mich niemand versteht. Mich interessieren die absoluten Werte überhaupt nicht. Da hilft auch kein Vergleich mit einem Laborgerät.
(…)
--- Ende Zitat ---
Also ich verstehe dich schon …
Obwohl ich mir einbilde, mich über derartige Messungen vom Beruf her sehr gut auszukennen, habe ich es in Diabetikerkreisen schon lange aufgegeben über den Sinn bzw. Unsinn von Vergleichsmessungen verschiedener Messgeräte etwas zu schreiben. In vielen Bereichen wird alles geglaubt, was einem Über Diabetes erzählt wird. Nur bei den Genauigkeitsangaben der BZ-Messgeräte (und/oder Vergleichbare Messverfahren) wird immer wieder gebastelt ohne jegliche Aussagekraft.
:patsch:
Alf:
Hallo Kladie,
der springende Punkt ist, dass Du davon ausgehst, dass das Libre in 95% der Fälle zu niedrig anzeigt und hast das mit einem Gerät geprüft, das seinerseits ebenfalls 15% Toleranz hat und potentiell Dein Vergleichswert auch schon kappes ist.
Aber ich bin da völlig bei Dir, dass das Libre dazu neigt, tendentiell niedrigere Werte anzuzeigen! Ich gehe einfach davon aus, dass das sogar systembedingt so gewünscht ist, da in USA Hypos nach wie vor gerne verteufelt werden (wohingegen Ketoazidosen, die unweigerlich unbehandelt zum Tode führen eher weniger im Fokus stehen).
Abbott hat da ein schwieriges Marketing-Minenfeld betreten: Einerseits brauchen sie als Verkaufsargument die lange Liegezeit des Sensors, um ihn überhaupt wirtschaftlich darstellen zu können und nat. zusätzlich auch eine Ersparnis für wegfallende Streifen (die sie rein rechtlich nat. immer noch für schwierige Situationen empfehlen), erst dann lässt sich das System wirtschaftlich darstellen.
Und dann dort tendentiell auf Nummer sicher zu gehen in den 2 Wochen, den Leuten eher mal früher zu sagen, sie sollen ihre Hypos bekämpfen ist fast schon nicht verwerflich: Den allermeisten Diabetikern wird es enorm helfen von einem grottigen 1C runterzukommen und die, die top eingestellt sind und wissen was sie tun, müssen sich dann nur nicht bei jedem roten Wert des Libres sofort verrückt machen lassen (das meinte ich mit zusätzlich auf den Körper hören).
Ich kann gut damit leben, wenn mir das System tendentiell eher zu wenig, dafür aber immer und jederzeit abrufbar überhaupt etwas anzeigt und das noch mit einem Richtungspfeil gekoppelt. Meine praktische Einstellung hat sich wirklich enorm verändert bei 2 Situationen, wo ich früher im Blindflug war:
Morgens nach dem Nüchternwert habe ich mit leidlichem Drück-Ess-Abstand gefrühstückt und zum Mittag war ich wieder bestens im grünen Bereich. Seit dem Libre weiss ich, dass ich morgens nicht mal Hypo-BEs einwerfen muss, denn durch die Hormonelle Situation nach dem Aufstehen geht bei mir der BZ ab wie eine Rakete ohne Insulin. Ich scanne morgens und selbst bei einer Hypo gibt's sofort den Essensbolus (inkl. Aufstehinsulin), die Hypo ist selbst mit Insulin (das ja eben gar nicht sofort wirkt) in kürzester Zeit ohne BE weg. Das ist für den Kopf nicht ganz einfach gewesen und habe ich aber vor allem nur Dank des Libres gemacht (insofern ist das nicht allgemeingültig empfehlenswert)
Das zweite sind Sportsituationen: Ich habe dort früher immer bei Normwerten am Start schon gleich BEs draufgefuttert. Brauche ich aber gar nicht, weil ich scheinbar in einem Match oder Training gleich so unter Strom stehe, dass der BZ von ganz alleine steigt. Heute esse ich gegen Ende der Belastung was drauf, allenfalls ab Mitte des Spiels und komme wesentlich besser durch den Sport.
Klar beides sind Erkenntnisse, die -wenn man sie einmal erkannt hat- auch in Zukunft ohne Libre handhabbar sind und deshalb habe ich anfangs auch immer gesagt, ja super zum Einjustieren aber brauche ich nicht dauerhaft.
Jetzt bin ich aber so weit, mich voll und ganz darauf einzulassen und mich auch darauf zu verlassen, selbst mit der Gewissheit, dass auch mal ein Sensor suboptimal anzeigt, das System insgesamt vielleicht tendentiell zu wenig anzeigt, denn das Hauptargument ist wie bei allem: Das Libre ist halt einfach scheisse bequem. ;D
Meine lädierten Fingerkuppen betteln sowieso um jeden Sensor ;)
Viele Grüße, Alf.
Kladie:
Hallo Alf,
--- Zitat ---orginal Alf:
der springende Punkt ist, dass Du davon ausgehst, dass das Libre in 95% der Fälle zu niedrig anzeigt und hast das mit einem Gerät geprüft, das seinerseits ebenfalls 15% Toleranz hat und potentiell Dein Vergleichswert auch schon kappes ist.
--- Ende Zitat ---
Wir liegen ja fast auf einer Wellenlänge, aber dein Mißverständnis besteht darin, zu meinen ich hätte das Libre überprüft. Das stimmt so nicht.
Wie ich jetzt schon einige male geschrieben habe, sage ich nur, dass das Libre in den allermeisten Fällen weniger anzeigt als bei Messungen mit einem Meßstreifen. Das Gerät bleibt bei mir völlig aussen vor. Meistens habe ich sogar das Libre selbst mit einem Meßstreifen benutzt.
Wenn ich es noch deutlicher schreiben kann würde ich sagen der Unterschied liegt nicht in den Geräten sondern im Sensor gegenüber den Meßstreifen.
Wir beide sind uns einig, dass das Libre normal etwas weniger BZ anzeigt. Damit kann ich auch leben. Wenn die Abweichung aber bei fast 100% liegt, dann ist das schon nicht mehr tolerierbar und ich reklamiere. Abott hat mit deshalb schon 3 Sensoren ersetzt von mittlerweile 17 oder 18.
Beim letzten mal war es aber ganz anders. Da hat das Libre morgens 160 mg/dl angezeigt und ich habe mich durch meine Erfahrungen verleiten lassen etwas mehr Bolus zu spritzen. Die 15 IE Humalog haben mich dann lt. Libre nach meinem 1 Stunden SEA auf 93 mg/dl sinken lassen aber ich war schon tief in einer Hypo. Da bin ich dann erst mal richtig ins grübeln gekommen.
Mittlerweile habe ich wieder einen Sensor, der "normal" arbeitet und ich genieße wieder die Vorzüge. Leider bleibt die Unsicherheit, die ich vorher bei keinem anderen Meßgerät gehabt habe.
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