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| Pumpe fördert Insulin bei Druckschwankungen? |
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| Floh:
Morgen zusammen. Die Amerikaner haben da eine Studie veröffentlicht (http://care.diabetesjournals.org/content/34/9/1932). Darin sagen sie im Abstract, dass bei einem Start im Flugzeug bis zu 2 I.E. Insulin aus der Pumpe gedrückt werden, weil der Außendruck schwankt. Meine Physik ist ja schon lange her, aber ich hielt Bauch - Schlauch - Pumpe eigentlich für ein relativ geschlossenes System (sonst würde das Insulin ja sonst wo hin spritzen). Solange mir nicht der Bauchraum drucklos gesaugt wird (unwahrscheinlich - da ist eine massive schützende Speckschicht rum) sehe ich das Problem nicht so ganz. Woher soll mein Insulin denn wissen, dass draußen weniger Druck herrscht? Oder sehe ich da etwas grundsätzlich falsch und ich muss mir beim Fliegen mehr Sorgen machen als ich es tue? |
| Gyuri:
Auch ich habe in Wirklichkeit keine Ahnung. Zwei I.E. sind ja für sich genommen nicht so viel, wenn ich schaue, wie viel ich immer aus dem Pen ins leere spritze, bevor ich richtig zusteche. Aber mir ist schon klar, dass das für einen Pumpenträger entscheidend sein könnte. Das diese 2 I.E. etwas mit den Druckveränderungen im Körper zu tun haben, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Der saugt ja nicht am Schlauch, sondern empfängt, was ihm die Pumpe zuteilt. Entscheidend bei Druckveränderungen kann nur der Bereich zwischen Pumpe und Kanüle sein. Und das ist wohl nicht so viel Volumen, dass es eine Rolle spielen würde. (schätze ich mal) Wenn doch, müsste sich das ganze wieder bei der Landung umkehren, was dann wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz führte. Ich glaube, bei der Boluszufuhr, werden oft Rechenfehler begangen, die weitaus markanter sind als diese zeitlich versetzte Basalrate. |
| Floh:
Da wäre ich mir nicht so sicher, Gyuri - ich brauche mit meinen knapp 40 Jahren nur ca. 15 I.E. am Tag, und ein ungewollter Bolus von 2 I.E. würde mich so um die 120mg/dl absenken. Das könnte schon mal böse schiefgehen. Das stelle ich mir bei kleinen Kindern noch wesentlich schlimmer vor. In den Zusatzdaten steht irgendwo, dass die Autoren des Papers sagen: Der Körper besteht hauptsächlich aus Wasser, deswegen werden Druckschwankungen sofort an die Kanüle weitergegeben und saugen dann. Und das leuchtet mir in keinster Weise ein. Auch die Begründung "bei einem katastrophalen Druckverlust muss die Pumpe abgekoppelt werden" halte ich für interessant. Wenn das Flugzeug katastrophal an Druck verliert habe ich meiner Ansicht nach wahrlich andere Probleme.. wie kein Dach mehr über dem Kopf. Alles seltsam. |
| richi:
Hallo Floh, mein letzter Physikunterricht war vor ca. 40 Jahren, aber das Problem liegt, glaube ich darin, daß der Druck im System Pumpe ein anderer ist, als der, der draussen gerade herrscht. Beispiel Tauchen : wenn Du auftauchst bleibt der hohe Druck in Deinem Körper erhalten, Du mußt langsam hochgehen, um einen langsamen Ausgleich zu schaffen. Im Schwimmbad merkt man das schon an den Trommelfellen. Ähnlich ist das bei der Pumpe ! Normalerweise ist die Verbindung Schlauch-Pumpe heutzutage so gestaltet, daß automatisch ein Druckausgleich erfolgt, sodaß das Problem gelöst ist. Bei meiner Combo sind zwei kleine Löcher an dem Verbindungsteil Schlauch-Luer-Pumpe. |
| Nordseekueste:
Das Thema ist ja nicht neu, taucht immer mal wieder auf, darum einfach mal ein paar Links: http://www.diabetes-deutschland.de/news277.html http://www.diabetes-deutschland.de/news272.html Und damals, 1988 ... http://www.arznei-telegramm.de/register/9002026.pdf |
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