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Using Insulin (Everything You Need for Success With Insulin)

Offline Dana159

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Offline Ina

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Hallo,

Und der Fett-Eiweiß-Anteil?

hab' g'rad mal den Taschenrechner angeschmissen - das scheint für BEs zu gelten die etwa 100kcal/BE haben. Wird von sämtlichen Ernährungsaposteln empfohlen, allerdings essen so trotzdem die wenigsten, auch die Diabetiker nicht - meistens hat man mehr kcal/BE. Dann haut das aber nimmer hin...

Beispiel: wenn ich mittags 4 BE à 150kcal esse habe ich einen Bolus von 4,9. Bei 4 BE à 80 kcal (Müsli und so Zeugs) sind's 3,5 iE und wenn's 4 BE à 100 kcal sind brauche ich 3,9. Ausgehend von der Teupe'schen FE-Berechnung (200kcal FE entspricht 1 BE) (Nö, rechne ich nicht jedesmal neu - hab' 'ne superschnelle Excel-Tabelle...).

Da würd' ich mich ganz schön verhauen wenn ich immer den gleichen Faktor nehmen würde. Hab' ich früher gemacht und war regelmäßig nach Müsli und Co im Keller.

Und wenn ich dann noch die Faktoren für die jeweilige Tageszeit selber herrechnen muss nehm' ich lieber die Liste die mein Doc ausgerechnet hat. Rechnen tu' ich so auch schon genug.

Ade, Ina



Offline Erwin Weindl

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Hallo Ina,
ob bei euch in D Teupe oder bei uns in Wien Howorka, Schenthaner oder auch in den USA Walsh, alle diese Ärztinnen/Ärzte (meist selbst Diabetiker) habe nichts anderes versucht als Studien und Wissen in eine leicht verständliche Form zu bringen. um einer breiten Anzahl von Diabetiker/innen eine bessere Therapie zu ermöglichen. Wir sammeln dieses Wissen und können damit für uns die optimale Therapie - die aber nur auf uns zutrifft - ableiten. Ob ICT, BBIT, NIS, FIT oder auch CSII, es ist und bleibt eine Basis-Bolus Therapie. Natürlich habe auch ich für verschieden Tageszeiten unterschiedliche IE/BE Verhältnisse und berücksichtige Fett in meinen Speisen. Ich wende zwar nicht Regeln nach Schema Teupe A-B-C an, tue aber das gleiche. Ich selbst lehne mich bei meiner Therapie eher an Walsh an was die Vermeidung hoher postprandialer BZs betrifft und verwende dafür ein Basalraten-Shifting. Gäbe es für viele Dinge nicht einfache Faustformeln oder Regeln würden wir ein Taschenrechnerimplantat benötigen, was aber auch nicht viel hilft da wir Lebwesen und keine berechenbaren Bauteile sind. Alles nur ein Näherungsverfahren.
Liebe Grüße
Erwin
DM 1 seit 1979;  Animas 1200 seit 2007, seit 9.3.2011 Animas 2020i mit NovoRapid
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Offline Ina

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Hallo Erwin,

mir ging's darum dass die in dem Buch gefundene Formel viel zu ungenau ist und die Ungenauigkeiten anscheinend nicht benannt werden. Damit kann dann aber keiner wirklich arbeiten, noch nichtmal seinen BE-Faktor ausrechnen. Denn wenn einer durchschnittlich 140 kcal/BE isst (gar nicht so selten) liegt er mit den errechneten Faktoren viel viel zu niedrig mit dem Insulin das er errechnet. Durch die Rechenformel wird eine Genauigkeit vorgegeben die wegen fehlender Berücksichtigung wichtiger Faktoren überhaupt nicht gegeben ist.

Jahrelang hat es geheißen dass Fett und Eiweiß kein Insulin brauchen - wenn ich jetzt sehe was eine genauere Berechnung ausmacht könnte ich diesen Fehlinformanten den Kragen umdrehen! Dabei ist das schon lange bekannt.

Mit welcher Formel oder Strategie man das berechnet ist wl. ziemlich wurscht - nur DASS das in eine Essensinsulinierung mit hineingehört sollte Standard aller Vorschläge sein. Wer diese Information weglässt handelt m.E. grob fahrlässig.

Allerdings kam mir letztes Jahr eine neue Broschüre des Kirchheim-Verlags in die Hände in der auch sowas stand wie: "Fett und Eiweiß brauchen Sie nicht zu berechnen...". DAS GEHT EINFACH NICHT MEHR!!!

Ade, Ina


Offline Erwin Weindl

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Hallo Ina,
du hast einfach recht  :super:. Du bist intelligent und bestinformiert und verstehst Zusammenhänge die andere nicht ansatzweise zu erfassen vermögen. Ich will das Buch auch nicht verkaufen. Trotzdem wurdest vielleicht auch du anfänglich bei deiner Umstellung auf CSII mit einer Rennerkurve, die nur von deinem Gesamtbasal-Tagesbedarf ausgeht eingestellt. Und wenn du diese Kurve mit deiner aktuellen Basalrate vergleichst wirst du ziemliche Divergenzen feststellen.

Liebe Grüße aus Wien
Erwin
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Offline Franc

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Hallo Ina,

ist zwar etwas offtopic, aber folgendes habe ich vor drei Jahren auch in meiner Schulung gehört:
Zitat
"Fett und Eiweiß brauchen Sie nicht zu berechnen...lediglich auf Fett ist wegen der Verzögerung zu achten".

Meine Erfahrung ist, dass das bei mir so ganz gut stimmt/passt. Kann es sein, dass der von Dir beschriebene Fett-Eiweiss Anteil "nur" für einige Diabetiker relevant ist bzw. bei den Pumpis eher als bei ICTlern? (Gibt's zu der von Dir genannten Fett-Eiweiß Theorie irgendwo im Netz ein bischen mehr, laien-verständliche Hintergründe; ich würde mich gerne darüber informieren?)

Gruß
Franc



Offline Ina

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Hallo Franc,

zur Fett-Eiweiß-Insulinierung gibt's inzwischen verschiedene Regelwerke die wl. alle deswegen funktionieren weil die damit befassten Diabetiker überhaupt erstmal auf das Thema achten... Im "Insuliner" sind zwei sehr komprimiert geschriebene Artikel von Teupe veröffentlicht, aber wenn's bei Dir klappt hast Du wl. keine Lust Dich DA durchzubeißen außer Du liebst Rätsel knacken...

Üblicherweise funktionieren die einfacheren Berechnungen auch. ABER: ich esse tagsüber sehr KH-betont (da hat dann 1 BE 70-85 kcal) und abends fett-eiweißbetont (mit 150 kcal pro BE und mehr). Da funktioniert dann die einfache Rechnung, die für mich auf 130kcal/BE aufbaut, einfach nicht. Wer eher gleichmäßig isst braucht sich nur bei Grillfesten, Schweinshaxen, blauen Karpfen und ähnlichen Herrlichkeiten Gedanken machen. Da kommen nämlich ganz schnell 6-8 Fett-Eiweiß-"BE" zusammen und die steckt man nicht so leicht weg...

Und weil ich gerne rechne und Excel-Tabellen entwerfe hab' ich's halt ausgerechnet. Man kann aber auch ganz einfach für Müsli, Cornflakes, Obst usw. einfach 25% weniger Insulin nehmen und sich dann herantasten. Wenn das ein Problem ist. Sonst - "Never change a running horse".

Ade, Ina


Offline Erwin Weindl

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Liebe Ina,
ich weis zwar nicht warum du auf Franc so abweisend nach seiner Frage nach Quellen antwortest? Fix jedoch ist, dass die genannten Regelwerke keinen wissenschaftlichen Quellennachweis, sondern eine Zusammenfassung mehrerer Quellen darstellen.

lg Erwin
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Offline Ina

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Oh, abweisend wollte ich wirklich nicht sein! Tut mir leid wenn das so 'rübergekommen ist.

Irgendwie finde ich mit meiner Öko-Suchmaschine nix im Netz. Und wollte nicht wieder nur mit Teupe kommen.

Ich denke auch dass es ziemlich egal ist wie man sich das herrechnet - ich unterstelle mal dass alle ärztlichen Vorschläge für die FE-Insulinierung sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Soviel ich weiß hat Dr. Howorka auch was zu FE gesagt und da gibt's wohl noch eine deutsche Kinderärztin... müsste man suchen. Das Ganze beruht wl. auch hauptsächlich auf Erfahrungswerten von Praktikern, deshalb gibt's da wohl kaum 'was streng Wissenschafliches...

Bücher oder Artikel in Fachzeitschriften scheint's da noch nicht zu geben - das wurde schlicht vernachlässigt dass Diabetiker nicht so essen wie es die ErnährungsberaterInnen gerne hätten...

Mit "Quellen" hat Franc wohl keine wissenschaftlichen Werke gemeint (heißen nicht nur die historischen Werke "Quellen"? Aus der Geschichte hab' ich das noch so im Kopf) sondern eine Angabe wo er das nachlesen kann. Da fand ich nur den Insuliner. Und das ist ganz schön schwer zu verstehen, fand ich jedenfalls. Aber lohnend wenn man sich da durchbeißen will und mehr scheint's zur Zeit nicht wirklich zu geben.

Aber vielleicht können wir hier mal eine Sammlung zusammentragen? Wer hat wo und vor allem was über Fett-Eiweiß-Insulinierung gelesen und wo kann man das finden? - Wär' doch spannend...

Ade, Ina


Offline Franc

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Hallo Ina,

Oh, abweisend wollte ich wirklich nicht sein! Tut mir leid wenn das so 'rübergekommen ist.
ne, ne passt schon  ;)

Bücher oder Artikel in Fachzeitschriften scheint's da noch nicht zu geben - das wurde schlicht vernachlässigt dass Diabetiker nicht so essen wie es die ErnährungsberaterInnen gerne hätten...

Mit "Quellen" hat Franc wohl keine wissenschaftlichen Werke gemeint ... Aber vielleicht können wir hier mal eine Sammlung zusammentragen? Wer hat wo und vor allem was über Fett-Eiweiß-Insulinierung gelesen und wo kann man das finden? - Wär' doch spannend...
Genau, mir ging es um Hintergründe was soll mit mehr/weniger Fett-Eiweiß denn passieren, bzw. wie sollte man korrigieren?

Da ich mich wohl auch nicht so streng nach Ernährungsberatern ernähre (kein Frühstück, meist nur einen Apfel/Schokoriegel zum Mittag und dann Abends 1-2 mal warm) gehöre ich wohl auch zu den Vernachlässigten  ;D . Zumal ich auch zu der Gruppe der "Fleisch - satt" Esser gehöre und über Deinen Satz gestolpert bin:
Zitat
Wer eher gleichmäßig isst braucht sich nur bei Grillfesten, Schweinshaxen, blauen Karpfen und ähnlichen Herrlichkeiten Gedanken machen. Da kommen nämlich ganz schnell 6-8 Fett-Eiweiß-"BE" zusammen und die steckt man nicht so leicht weg...

Deshalb auch meine ehrlich gemeinte Frage ob das mit dem Fett-Eiweiss Betrachtungen wirklich für die meisten Diabetiker wichtig/interessant ist? (Kann nämlich so viel Fleisch essen wie ich will, habe dafür noch nie extra etwas berechnet.)

Gruß
Franc