Autor Thema: Typ 2 und Alkohol  (Gelesen 902 mal)

Offline Rainy1991

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Typ 2 und Alkohol
« am: April 21, 2023, 19:56 »
Hallo zusammen,

Ich habe vor 1 Monat Ozempic abgesetzt zwecks Kinderwunsch. In einem Monat soll es losgehen. Nun nehme ich 2x 1000mg Metformin und spritze zu den Mahlzeiten Insulin. Ich trinke eigentlich nie Alkohol (= 1-2 mal im Jahr, natürlich nur außerhalb einer Schwangerschaft), aber in zwei Wochen könnte es eine Gelegenheit geben. Meine Werte scheinen echt gut zu sein (kenne ja nur die erschwerte Blutzuckereinstellung aus dem 3. Trimester der Schwangerschaft, unter Ozempic hab ich nicht regelmäßig gemessen und auch gar keine Teststreifen bekommen). 1 Std nach der Mahlzeit bin ich meist bei 110-130 und 2 Std danach bei 100-120. Obwohl ich echt kohlenhydratreich esse.

Meine Kostenübernahme für den Freestyle libre 3 wurde genehmigt und in 2 Wochen wird der dann ja auch da sein.

Nun hört man ja immer wieder, dass Diabetes/Insulin und Alkohol sich nicht vertragen. Gibts denn einen Weg, sich trotzdem mal (!) einen Abend einen zu zwitschern? Weniger spitzen, mehr spitzen,  wo liegen die Fallstricke?

Offline Gyuri

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Re: Typ 2 und Alkohol
« Antwort #1 am: April 22, 2023, 00:24 »
[…]
Nun hört man ja immer wieder, dass Diabetes/Insulin und Alkohol sich nicht vertragen. Gibts denn einen Weg, sich trotzdem mal (!) einen Abend einen zu zwitschern? Weniger spitzen, mehr spitzen,  wo liegen die Fallstricke?
Ich meine, das kommt auch auf die Art des Alkohols an, auch wenn behauptet wird, dass Alkohol den Zuckerspiegel senkt.
Ich hielt es früher IMMER so, für die KH im Bier ganz normal zu spritzen … und geriet nie in ein Hypo.
 :prost:
Mehr spritzen?  :gruebeln: Ich wüsste nicht wozu. Bei Likör bin ich mir nicht so sicher, ob ICH nicht etwas mehr spritzen könnte … lasse es aber immer sein, weil sich bei mir zu hoher Zucker nach einiger Zeit auch ohne Insulinzugabe wieder erholt.

Im Grunde muss das jeder für sich selber entscheiden … und halt die Verlaufskurve des FSL3 (oder was anderes) ständig gut beobachten und entsprechend reagieren, BEVOR die Kurve aus dem Ruder läuft.

Schwanger kann ich nicht werden.  :lachen:
Aber ich hätte meiner Frau (Diabetes oder nicht) abgeraten, in einer ihrer 3 Schwangerschaften  Alkohol zu trinken. Aber das war kein Thema. Auch aufs Rauchen hat sie "freiwillig" verzichtet. Sie fing dann immer wieder an zu Qualmen, aber erst nach dem Abstillen.
Gruß vom Gyuri
„Miss alles, was sich messen lässt,
und mach alles messbar,
was sich nicht messen lässt.“

Archimedes

Offline Rainy1991

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Re: Typ 2 und Alkohol
« Antwort #2 am: April 22, 2023, 07:53 »
Erst mal vorweg: Ich bin aktuell noch NICHT schwanger und wenns in 2 Wochen dazu kommt Alkohol trinken, werde ich es auch noch nicht sein, da wir erst im nächsten Zyklus anfangen werden es zu versuchen (da man Ozempic 2 Monate vor einer SS absetzen muss). Ich würde niemals in einer SS Alkohol trinken, rauchen tu ich eh nicht, oder sonstige Drogen nehmen (mach ich auch so nicht). Bei meinem Sohn hab ich in der ganzen  SS eine einzige Paracetamol genommen und das wars, abgesehen von meinen Diabetes-Medikamenten.

Das heißt, gut beobachten, zur Not mal was essen und eher höhere Werte in Kauf nehmen als zu spritzen, so hab ich dich jetzt verstanden.

Offline Joerg Moeller

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Re: Typ 2 und Alkohol
« Antwort #3 am: April 24, 2023, 11:24 »
Das heißt, gut beobachten, zur Not mal was essen und eher höhere Werte in Kauf nehmen als zu spritzen, so hab ich dich jetzt verstanden.

Es ist ja nicht so, dass jeder kleinste Tropfen Alkohol gleich in einer Hypo endet. Wenn man es aber übertreibt, kann das vorkommen, weil die Leber dann dermaßen mit Entgiftung beschäftigt ist, dass sie bei einer Hypo keine Glukose mehr zur Verfügung stellt.

Ich kann dir aber nicht sagen ab welcher Menge es relevant wird, denn wenn ich mal was trinke, ist das alle paar Wochen mal eine Flasche Frankenheim Blue (Altbier mit Cola). Und das hat bei mir gar keine Auswirkung.

Also am besten nicht auf leeren Magen und dann mal einen höheren BZ akzeptieren. (Und es nicht übertreiben)

Ich hatte mal einen Patienten, der hat es nicht überlebt (BZ von 6 mg/dL wurde bei der Obduktion festgestellt).
Der war aber auch Alkoholiker und hat sich am Abend vorher so richtig die Kante gegeben.

Viele Grüße
Jörg
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