Autor Thema: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?  (Gelesen 851 mal)

Offline Scarlett77

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Moin. Macht es Sinn, sich einen Reader und sensor zu kaufen, wenn dies nicht medizinisch indiziert ist? Es reizt mich daran, eine bessere Überwachung der Blutzuckerwerte zu erhalten und Ess- und Bewegungsverhalten besser abzustimmen. Also, gewissermaßen Feintuning. :D


Oder lieber öfter blutig messen?
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Offline Andi

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #1 am: März 07, 2020, 10:50 »
Ich kenne Deine derzeitige Therapie nicht.

Hätte ich noch keinen LIBRE, würde mich das Thema auch interressieren.
Vermutlich würde ich mir einen oder zwei Sensoren zum Testen besorgen.

Allein schon mal sehen, was so bei verschiedenen Gelegenheiten mit dem BZ passiert, kann sehr aufschlussreich sein.

Als Bogensportler und Motorradfahrer ist es schon sehr elegant, ohne das Prozedere mit pieksen und Mess-Streifen den BZ mal schnell zu bestimmen.
Grade unterwegs mal schnell die Hände zu reinigen um mal schnell zu testen, war mir zu wenig Komfort.

Offline Scarlett77

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #2 am: März 07, 2020, 13:11 »
Derzeit nehme ich nur Metformin und achte auf meine Ernährung.
Blutiges messen ist unkomfortabel und es sind ja 'nur' Stichproben. Einen Tages- oder Wochenverlauf gäbe mir evtl mehr Rückschlüsse darauf, wie der Blutzucker auf was und wann reagiert.
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Offline Andi

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #3 am: März 07, 2020, 15:05 »
Einen Tages- oder Wochenverlauf gäbe mir evtl mehr Rückschlüsse darauf, wie der Blutzucker auf was und wann reagiert.

Genau das erfährst Du, wenn Du Dir ein Starterset besorgst.
Nur Du kannst entscheiden, ob Du das möchtest.

Offline Duff Rose

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #4 am: März 07, 2020, 21:38 »
Moin. Macht es Sinn, sich einen Reader und sensor zu kaufen, wenn dies nicht medizinisch indiziert ist? Es reizt mich daran, eine bessere Überwachung der Blutzuckerwerte zu erhalten und Ess- und Bewegungsverhalten besser abzustimmen. Also, gewissermaßen Feintuning. :D


Oder lieber öfter blutig messen?

Hallo Scarlett77,

das kommt auf die einzelne Person drauf an.

Bei einem schwach ausgeprägtem Typ 2er ohne Insulin und mit gutem HbA1c würde ich persönlich abraten, da man schon einige Zeit mit einem solchen System verbringt, und das Leben sicher mehr zu bieten hat.

Anderen wiederum kann es sehr helfen, gerade die pp- Verlaufskurven und die nächtlichen Werte sind sicher interessant zu beobachten. Auch eine generell verbesserte BZ- Einstellung ist dadurch möglich.

Ich habe noch ein Libre1 Auswertegerät, das könnte ich dir gegen Porto geben. Du müsstest dann noch Libre1 Sensoren besorgen (eBay, oder hat hier noch jemand welche?) und dann kannst du es für relativ wenig Geld ausprobieren.

Ich sage dir nur vorher....die angezeigten Werte beim Libre waren für mich zu ungenau (Typ1 mit ICT), wonach ein blutiges Gegenmessen immer mal wieder notwendig war.
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Offline Kladie

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #5 am: März 08, 2020, 11:50 »
Hallo Scarlett77,

Wieso ist ein Reader/Sensor medizinisch nicht indiziert? Hat dein Arzt schon eine entsprechende Aussage gemacht? Da Du schon als Diabetikerin diagnostiziert bist, ist die Kontrolle deines BZ medizinisch sinnvoll. Über das wie gibt es immer wieder unterschiedliche Sichtweisen. Oft entscheidet ein Arzt nach Budget und dann wird die Notwendigkeit eines FGM/CGM gerne verneint.

Wie Andi und Duff Rose aber schon schrieben kannst Du es dir auch auf eigene Kosten zulegen. Das hatte ich damals auch gemacht weil mir meine Gesundheit das wert ist. Wie viel Du investieren willst/musst bleibt Dir überlassen und das Angebot von Duff Rose ist sicher überlegenswert.

Du kannst gar nicht früh genug damit anfangen deinen Stoffwechsel kennen zu lernen und dafür ist ein FGM auch dann geeignet wenn die Meßergebnisse nicht immer  genau sind. Auch ich habe mich schon vor fast 2 Jahren gegen das Libre entschieden, weil es mir nicht mehr geholfen hat. Du kannst aber auf jeden Fall davon profitieren. Ich empfehle jedem neu diagnostizierten Diabetiker sich um ein Libre zu bemühen. Dadurch wird jeder Fachmann(frau) seines eigenen Diabetes und kann besser abschätzen wie hilfreich die Empfehlungen der Ärzte und Fachkräfte sind. Für mich steht meine Gesundheit immer an erster Stelle und die Ärzte/Fachkräfte entscheiden oft nach Kosten/Nutzen Verhältnis.

Um die Frage zu beantworten warum ich das Libre nicht mehr nutze: Zur Zeit habe ich wieder einen HbA1c von 5,3% und mit dem Libre war er bis zu 5,9% gestiegen. Ein HbA1c unter 6 % ist für die allermeisten Diabetiker ein erstrebenswertes Ziel und auch völlig ausreichen. Mir hat es aber nicht gereicht weil ich auch besser sein konnte. Nun messe ich trotz Einsatz von Insulin nur 3 - 4 mal am Tag mit Meßstreifen und könnte auch darauf noch verzichten weil ich meinen Stoffwechsel genau kenne. Deshalb ist auch die Alternative, die Duff Rose einsetzt für mich nicht notwendig zudem ich auch Type2 bin und keine Probleme mit zu tiefem BZ bekomme. Mein Problem ist es die hohen Werte zu vermeiden.

Dir wünsche ich noch eine lange Zeit ohne große Diabetesprobleme. Schön, daß Du hier her gefunden hast aber denke daran, daß Du Type2 Diabetikerin bist.

Offline Joerg Moeller

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #6 am: März 09, 2020, 16:42 »
Du kannst gar nicht früh genug damit anfangen deinen Stoffwechsel kennen zu lernen und dafür ist ein FGM auch dann geeignet wenn die Meßergebnisse nicht immer  genau sind.

Das sehe ich auch so. Was man nämlich auf jeden Fall sieht ist, ob der BZ sich verändert und wenn ja wie stark diese Veränderungen ausfallen. Und da macht es schon einen Unterschied, ob man nur ein Bild sieht oder direkt einen Film. Für einen DM2 sicher auch interessant: wie lange dauert ein Hoch, bzw. ab wann greift dann das körpereigene Insulin wieder, um den BZ zu normalisieren.

Es hat vor Jahren mal eine Studie gegeben, ob auch nicht-insulinpflichtige Diabetiker von BZ-Tests profitieren können. Natürlich konnten sie, nur hat das leider nicht dazu geführt, denen grundsätzlich Teststreifen zu verordnen. Beim Libre oder ähnlichen Geräten ist das genau so.
Man könnte sicher viele Folgeschäden vermeiden, wenn man jedem Diabetiker ein solches System zur Verfügung stellt. Solange man den Wert jederzeit schnell sehen kann, fällt es schwerer, das einfach zu ignorieren.
Die Möglichkeit zur Motivation ist also vorhanden. Nur sie zu nutzen kostet wieder Geld. Das spart man heute, gibt es aber in Zukunft für die Behandlung von Folgeschäden aus. :tock:

Viele Grüße
Jörg
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Offline Scarlett77

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #7 am: März 14, 2020, 20:59 »
Mit medizinisch indiziert meinte ich nur, dass es nicht ärztlich nicht verschrieben oder auch nur erwähnt wurde. Ich glaube, ich werde es machen und muß schauen, welches Gerät es denn sein soll. Wie meine Werte nachts aussehen, weiß ich bsp.weise gar nicht. Oder wie bei Streß oder Sport..

@duffyrose Vielen lieben Dank für das Angebot, aber es soll - meiner Nerd-Seele gehorchend - ein neueres Modell sein. Jawohl, der Nerd in mir freut sich auf neuen technischen Schischi.. selbst wenn es 'nur' den Blutzucker misst. :D
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Offline Duff Rose

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #8 am: März 14, 2020, 21:08 »
Mit medizinisch indiziert meinte ich nur, dass es nicht ärztlich nicht verschrieben oder auch nur erwähnt wurde. Ich glaube, ich werde es machen und muß schauen, welches Gerät es denn sein soll. Wie meine Werte nachts aussehen, weiß ich bsp.weise gar nicht. Oder wie bei Streß oder Sport..

@duffyrose Vielen lieben Dank für das Angebot, aber es soll - meiner Nerd-Seele gehorchend - ein neueres Modell sein. Jawohl, der Nerd in mir freut sich auf neuen technischen Schischi.. selbst wenn es 'nur' den Blutzucker misst. :D
Kein Problem! Ich wollte es nur angeboten haben. ;-)

Viel Spaß, bin auf deine Erfahrung sehr gespannt.
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Offline Gyuri

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Re: Reader + Sensor auch wenn nicht medizinisch indiziert?
« Antwort #9 am: März 15, 2020, 15:24 »
(…)

Ich habe noch ein Libre1 Auswertegerät, das könnte ich dir gegen Porto geben. Du müsstest dann noch Libre1 Sensoren besorgen (eBay, oder hat hier noch jemand welche?) und dann kannst du es für relativ wenig Geld ausprobieren.
(…)
Dies stimmt inzwischen so nicht mehr ganz!
Man kann (wie es ich und meine Frau versucht haben) versuchen, dem "guten alten" FSL1 ein Upgreat zu verpassen. Funktioniert es, kannst du, Scarlett77 damit die aktuellen Sensoren nutzen.
Wenn es nicht klappt, kann Scarlett77 (oder eher @Duff Rose ?) von Abbott ein aktualisiertes FSL1 bekommen - kostenlos. Die neueren FSL2-Sensoren kann jede/r Frau/Mann bei Abbott kaufen.
Solltest du, Scarlett77 nach 2…4 Sensoren immer noch vom Nutzen überzeugt sein, hättest du vielleicht auch ein gutes Argument gegenüber deines Diabetologen.  :gruebeln:

Sollten alle Stricke reißen, könnte ich dir, Scarlett77 ein aktuelles FSL 1 meiner Frau oder sogar ein FSL 2 von mir … leihen! Wir nutzen beide gerade nur das jeweils andere Gerät, hätten es aber gerne irgendwann wieder, weil wir die Dinger für den "Notfall" aufbewahren um uns gegenseitig auszuhelfen. Meist werden wir aber von Abbott mit Ersatz versorgt werden - glaub ich.
Gruß vom Gyuri

Praktisch
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Theoretisch
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