Autor Thema: Wokgericht, alltagstauglich  (Gelesen 12372 mal)

Offline Gyuri

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Wokgericht, alltagstauglich
« am: September 11, 2014, 12:24 »
Es vergeht kaum eine Woche ohne mindestens ein Wokgericht, das ich aber meist ohne Rezept zubereite. Dieses mal war Schweinefleisch, fruchtig/scharf geplant. Bei anderem Fleisch oder Gemüse gehe ich im Prinzip ähnlich vor.

Gestern Abend holte ich das erste Stück ungarische Schweinelende aus dem Gefrierschrank und gab es in den Kühlschrank ganz oben. Heute war es halb aufgetaut und ich konnte mit der Brotschneidemaschine 5mm dünne Scheiben schneiden, die ich dann in mundgerechte Stücke schnitt und mit wenig Mehl bestreute. Pro Portion rechne ich immer gut 100 Gramm Fleisch.

Öl im Wok erhitzt und dieses mal einen Teelöffel Zucker unter Rühren goldbraun werden lassen, bevor das Fleisch rein kam. Immer schön rühren! Kurz danach kamen Zwiebelwürfel und Lauchzwiebeln dazu. Immer schön rühren! Mit Sojasauce, Roter Currypaste ganz nach Geschmack würzen. Hitze leicht reduzieren. Geachtelte Zwetschgen zugeben. (Sonst gebe ich an Früchten meist Ananas oder Pfirsich dazu - falls ich es süß haben will)

Kokosmilch übergießen. (Dabei ist das einzige Bild, das ich gemacht habe leider verwackelt. :O )
Zum Schluss mit frischem Koreandergrün garnieren.

Dazu gab es Curryreis aus dem Reiskocher.

Inkl. Vorbereitungen war ich insgesamt ca. 40 Minuten beschäftigt.

Hätte ich vernünftig abgeschmeckt,   :rotwerd: hätte ich bemerkt, dass die Zwetschgen noch nicht richtig süß sind. Dann hätte ich als Diabetiker mit flüssigem Süßstoff nachgeholfen. So war das Essen halt sauer/scharf.

Mir ist klar, dass dies kein richtiges Rezept ist, weil wichtige Mengenangaben fehlen. Oft weiß ich das garnicht und müsste dann grob schätzen. Auf Wunsch würde ich aber schon noch mehr zum Wok erzählen.

BE-Angaben errechnen sich hauptsächlich aus dem Reis (muss jeder selber wissen). Die Zwetschgen, der TL Zucker und das Mehl werden wohl nicht großartig ins Gewicht fallen … vielleicht insg. 1,5 - 2 BE je Portion?
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Archimedes

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #1 am: September 12, 2014, 17:30 »
Zwetschgen zum Fleisch.
Interessante Kombination. :mahl:
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Offline Gyuri

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #2 am: September 13, 2014, 20:06 »
Irgendwo las ich mal von einem Wok-Rezept, in dem Hähnchenfleisch mit Aprikose kombiniert wurde. Banane  :banane: wäre auch noch gut möglich … Nüsse? Aber immer doch! Da ich gerade Zwetschgen im Haus hatte und diese ja irgendwie mit Aprikosen verwandt sind (glaub ich jedenfalls) und ich fast alle Fleischsorten beim Wok beliebig austauschen kann (das macht der Chinese um die Ecke auch, wenn er ein und das selbe Gericht mit verschiedenem Fleisch anbietet) kam ich halt auf die Idee.

Öfter gibt es bei uns auch Rindfleisch (oder nehmt doch mal Leber) nur mit Zwiebeln und dann verschiedenes Gemüse (was halt gerade da ist) mit "Chow Mein"-Nudeln als BE-Beilage. 100 Gramm Nudeln haben aber ca. 7 BE. Wer da nicht so viele Kohlenhydrate essen darf, sollte sich vielleich mit 50 Gramm je Portion begnügen und lieber etwas mehr Fleisch essen. Fleisch und BE-Beilagen kommen bei mir fast immer getrennt an den Tisch und jeder gibt sich das in seine Schüssel, was er darf/will … ;)

Man sollte es sich auch angewöhnen, immer mit Stäbchen zu essen. Meist hat man dann länger davon, weil es anfangs nicht so schnell geht, das Ambiente ist angenehm und man wird schneller satt. Für die Verdauung ist das auch besser. Außerdem kann man zuhause ungestört für den nächsten Besuch beim Chinesen üben.

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Archimedes

Offline Andi

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #3 am: September 14, 2014, 23:10 »
Ach was, Rezepte werden überbewertet ;)

Ich hab da mal was mit Bildern hochgeladen:
http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php?action=downloads;sa=downfile&id=50

Mal sehen, ob das die Phantasie bei Euch etwas anregt :-)
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Offline Gyuri

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #4 am: September 15, 2014, 16:35 »
Sag ich doch auch …  ;)
Wozu detailierte Rezepte schreiben, mit viel Informationen, an die sich sowieso keiner hält, wenn man erst mal festgestellt hat, dass man nur einfach Zutaten, die man sich einbildet in einer mehr oder weniger sinnvollen Reihenfolge zusammen geben muss? Jedenfalls hast du dir mehr Gedanken mit dem Abschmecken gemacht als ich.  :rotwerd:
Gebt ihr Honig zum Süßen dazu? Ich meine … so als Diabetiker … ?

Was ich meist etwas anders mache: Ich bereite nahezu alles im Wok zu. Bei verschiedenen Garzeiten wird der Wok aber schon mal geleert und alles im Backofen warmgehalten.

In Töpfen wird höchstens die Beilage gekocht (Reis oder Nudeln) Obst und/oder Gemüse kommt immer in den Wok. Früher gab ich zum Schluss immer alles zusammen in den Wok und stellte ihn dann an den Tisch. Gerade beim Reis ist das aber "suboptimal". Mit Nudeln geht das u.U. schon recht gut. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht zu matschig werden.

Beim Chinesen bekommt man "normal" auch keinen Wok an den Tisch. Allerdings hatte ich mal ein Stammlokal, in dem es "Hot Cook" *) gab. Da war dann eine Portion in einer sehr heißen Gusseisenschale.
*) btw: Der Schreiber  der Speisekarte hatte wohl ein Englischproblem - er schrieb "Hot cock"  :hauen:

Apopro Reis!
Vor einem Jahr nutzte ich das Sonderangebot eines Discounters und erwarb den kleinsten Reiskocher, den ich bisher gesehen habe. Man könnte mit ihm bis lt. Anleitung 2 bis 5 Cup Reis auf einen Ritt kochen. mit einem Cup Reis (ich habe es probiert) geht es aber auch. Mit so einem Reiskocher ist weder Energie gespart, noch schmeckt der Reis besser (meine ich). Aber ich brauche dafür keine Kochstelle und ich kann den fertigen Reis bis zu einer halben Stunde darin warmhalten, falls mein Timing nicht klappt.

Und noch einWort zur Wok-Kochstelle!
So ein Wok ist normal gewölbt und das Öl konzetriert sich so auf kleinstem Raum. Auf Elektrokochfeldern klappt das mit der Wärmeübertragung aber nicht so gut. Darum sind hier diese Schüsseln meist mit einer Kontaktfläche versehen. Das wiederum führt dazu: Wenn man kein Gas hat, ist es besser einen Gusseisen-Wok zu nehmen, der innen gewölbt ist und außen eine Stellfläche hat. Kombinationen aus Wok und Wärmequelle sind leider oft zu schwach ausgelegt um richtig mit großer Hitze zu arbeiten. Bei meinem Wok misst die Auflagefläche Ø16cm. Das ist zu wenig für meine Ø18cm E-Kochplatte. Die kleinere (Ø14cm) ist aber zu schwach und kann die erforderliche Hitze nicht erbringen.
Ich habe mir nur für den Wok eine einzelne Induction-Platte gekauft (bis 2kW). Weil ich aber den Dunstabzug nutzen will, stelle ich das Ganze auf mein abgeschaltetes Kochfeld. Wollte ich einzelne Arbeitsgänge im Kochtopf erledigen (z.B. Nudeln kochen), müsste ich das vorher machen.

Wer aber den Wok mehr zum schonenden Garen nutzen will (auch das geht) oder am Esstisch in fröhlicher Runde garen will, wird diese Tipps nicht benötigen. Bei mir dauert das eigentliche Wok-Garen (nach gründlicher Vorbereitung) maximal 10 Minuten; es soll aber noch viel schneller gehen  :o genügend Unterhitze und Übung vorausgesetzt.
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Archimedes

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #5 am: September 15, 2014, 22:45 »
Noch mal ausführlich.

Danke, Gyuri, du hast mir mit deinem Beitrag Fragen beantwortet, die ich noch gar nicht gestellt hatte.

Reiskocher und Wok.
Najaa, ich glaube, ich werde mir beides nicht kaufen, jedenfalls nicht sofort.
Vllt. komme ich noch dahin.

Ich bin bis vor 1 Jahr Gasherd gewöhnt und kann mich gar nicht mit meinem Backofen anfreunden.
Der braucht, wenn ich ihn 10 Minuten genutzt habe, ja fast 1 Stunde um sich abzukühlen und macht dabei Lärm.
Das nervt.
Die Cerankochfelder sind auch noch ewig heiß.
Boooah, was an elektrischen Kochen gut sein soll, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.
Kann aber auch an dem Herd liegen.
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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #6 am: September 16, 2014, 08:47 »
Die Cerankochfelder sind auch noch ewig heiß.
Boooah, was an elektrischen Kochen gut sein soll, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

Ich hatte vorher auch einen Herd mit CERAN-Kochfeldern und Heizwendel drinne.
Vor zwei/drei Jahren bin ich auf Induktion umgestiegen  :mahl:
Der reagiert echt fix, so wie ein Gasherd ...
Anfangs musste ich aufpassen, dass ich mir auch Zeit genommen habe, wenn ich Kartoffeln zubereitete ... das ging nämlich auch nicht flotter  :rotwerd:
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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #7 am: September 16, 2014, 10:51 »
Ich habe, abgesehen von der Kochplatte für den Wok noch nicht auf Induktion gewechselt. Noch bin ich mit dem Ceranfeld zufrieden und in Ungarn koche ich mit Gas. Aber bei meiner Tochter (=Köchin) in der Arbeit geht jetzt alles mit Induktion. Die haben dort viel Kochgeschirr ersetzen müssen. So kam ich z.B. sehr günstig an Kasserollen.  8) Die könnte ich bei einem Wechsel zusammen mit einigen Töpfen auch vergessen … oder ich müsste alles nach Ungarn karren, wo ich vom Gas nicht so schnell weg will, obwohl das für meinen Geschmack auch nicht so toll funktioniert. Die Töpfe haben immer heiße Griffe. Ich kann nicht fein die Wärme regeln - nur heiß oder etwas weniger heiß. Und zumindest auf meinem Gasherd bekomme ich z.B. zu wenig Hitze zum Eierkochen zusammen.

Wollte ich in Ungarn mit dem Wok kochen, täte ich das dort auch mit einer Induktionsplatte. Aber jetzt mal gleich einen Tipp für alle, die sich vorerst keinen Wok her tun wollen:
Mit einer Stahlpfanne, Gußeisenpfanne oder auch Edelstahlpfanne kann man sehr wohl auch ähnlich wie mit einem Wok kochen. Man muss nur etwas mehr aufpassen, dass am Boden nichts anbrennt. Es sollte auch keine beschichtete Pfanne sein, weil man eine große Hitze braucht, die eine Beschichtung nicht verträgt.
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Offline vreni

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #8 am: September 16, 2014, 11:02 »
Ich habe auch keinen Wok, sonst würde der Küchenschrank endgültig platzen. Aber mit Edelstahlpfannen geht das sehr gut ohne anzubrennen, wenn man etwas Uebung hat.
@Andy "mise en place" ist super  :D
« Letzte Änderung: September 16, 2014, 19:28 von vreni »

Offline Gyuri

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Re: Wokgericht, alltagstauglich
« Antwort #9 am: September 17, 2014, 20:26 »
Da meine Küche sehr gut nach meinen Bedürfnissen durchgeplant ist und ich mich auf ca. 15 Quadratmeter NUR ZUM KOCHEN eingerichtet habe, ist genug, wenn auch nicht unendlich viel Platz da. Den Wok muss ich schon immer herräumen, von Hand waschen (passt nicht in die Spülmaschine) und wieder weg räumen.

Hier fand ich noch ein Bild, wie ich da immer aufbaue:

Wegen der kurzen Garzeit stelle ich grundsätzlich alle benötigten Zutaten so bereit, wie sie in den Wok kommen. Erst dann beginne ich mit dem Erhitzen.

Sonst sieht man immer die Wok-Köche mit einem Schöpflöffel arbeiten. Ich komme damit nicht zurecht und habe mir einen Holz-Pfannenwender umgearbeitet. Es wurde ein Außen-Radius hingefeilt, der in etwa dem Innen-Radius des Woks entspricht.

Und noch etwas fällt mir gerade ein:
Mit der Zeit pappt im Wok schon einiges fest, was man besonders dann nicht haben will, wenn man helle Soßen macht.  :rotwerd:
So einen Wok kann man aber ähnlich "ausbrennen" wie z.B. eine Stahlpfanne. (auch fälschlich Eisenpfanne genannt)
Einfach entfernen, was ganz leicht weg geht und dann mit viel (billigem) Kochsalz stark erhitzen bis alles abplatzt …
"Einbrennen" ist danach meiner Meinung nach nicht notwendig.
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