Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Insulin hilft mir nicht mehr
Joa:
--- Zitat von: Marco am November 17, 2009, 09:53 ---Wieso sagt mit keiner der Ärzte so was?
--- Ende Zitat ---
Das ist 'ne sehr gute Frage! :staun:
Zumal jeder Mediziner, der auch Medizin studiert hat, irgendwann eigentlich mal gehört oder gelesen haben muss, dass die Hormonrezeptoren des Körpers ihre Aktivität im Verhältnis zur vorhandenen Menge ihres Hormons anpassen (regulieren).
Umso erstaunlicher, wie wenig auch in der heutigen Diabetologie diesem Geschehen ein Gewicht zugemessen wird.
So dass man wohl leider sagen muss, die Ärzte wissen es leider meist nicht. :nein:
--- Zitat --- Ok wenn ich das richtig verstanden habe, habe ich durch diese Unmengen an Insulin meine Rezeptoren zerstört. Und wenn ich das richtig verstehe sollte ich weniger Spritzen damit diese sich wieder Regenerieren. Habe ich das richtig Verstanden?
--- Ende Zitat ---
Grundsätzlich ja! :ja: Auch wenn Du keinen einzigen Rezeptor zerstört hast. :nein:
Die Zellen stellen die Rezeptoren nur nicht mehr in der denkbar größten Anzahl zur Verfügung, sondern in der geringst möglichen.
Wenn der Insulinspiegel wieder sinkt reagieren die Zellen damit, auch wieder mehr Rezeptoren zum "Angeln" nach Insulinmolekülen an der Oberfläche zu postieren.
Daher sind alle Maßnahmen sinnvoll, die den Insulinbedarf senken. Dazu gehört insbesondere Bewegung, da unter Bewegungseinfluss die Zellen je wirkendes Insulinmolekül deutlich mehr Glucose verbraten können. Bis hin zum 4-fachen.
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Joa am November 17, 2009, 20:35 ---Zumal jeder Mediziner, der auch Medizin studiert hat, irgendwann eigentlich mal gehört oder gelesen haben muss, dass die Hormonrezeptoren des Körpers ihre Aktivität im Verhältnis zur vorhandenen Menge ihres Hormons anpassen (regulieren).
Umso erstaunlicher, wie wenig auch in der heutigen Diabetologie diesem Geschehen ein Gewicht zugemessen wird.
So dass man wohl leider sagen muss, die Ärzte wissen es leider meist nicht. :nein:
--- Ende Zitat ---
Den anderen Ärzten würde ich das nicht unbedingt vorhalten (den Diabetologen schon). Die können ja nicht sämtliche Feinheiten bei sämtlichen Erkrankungen kennen. Mit der Zeit wird man ja in fast jedem Beruf zum "Fachidioten".
Joa:
--- Zitat von: Jörg Möller am November 18, 2009, 09:10 ---Den anderen Ärzten würde ich das nicht unbedingt vorhalten (den Diabetologen schon). Die können ja nicht sämtliche Feinheiten bei sämtlichen Erkrankungen kennen.
--- Ende Zitat ---
Es kommt hinzu, dass die, die es schon wissen, insbesondere die Kliniker, aus der geprägten Alltagspraxis heraus zu vorschnellen Fehleinschätzungen gelangen können.
Wenn da die Typ 2er mit Insulinmengen bis an die 1000 IE/24h in die Klinik kommen, ist das natürlich imponierend. Dagegen sind übliche Typ 1er Regulationen im Rahem von 2 oder 3 IE Basalbedarf/24h schon eher lächerlich wirkend. :ja:
Und so kommt es wohl, das mir ein Chefarzt und Prof., bis vor kurzem auch in leitender Funktion der DDG aktiv, sagte, dass die Rezeptorregulation beim Typ 1 keine (beachtliche?) Rolle spiele.
Allerdings haben wohl auch Profs. in anderen Kliniken nicht den rechten Plan. Ich meine zu entsinnen, dass ein Mitglied des Forums derartiges aus einer (bzw. der) bekannten Klinik in MeckPom berichtete.
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
Es läuft eben darauf hinaus, daß wir selber, die wir tagtäglich das beste daraus machen müssen das nur können, wenn wir uns selbst auf dem laufenden halten.
Bei guten Ärzten ist das auch kein Problem. Die können entweder zugeben wenn sie was nicht wissen oder sind auch bereit, von uns mal was anzunehmen.
MrMoods:
--- Zitat von: Joa am November 17, 2009, 20:35 ---Daher sind alle Maßnahmen sinnvoll, die den Insulinbedarf senken. Dazu gehört insbesondere Bewegung, da unter Bewegungseinfluss die Zellen je wirkendes Insulinmolekül deutlich mehr Glucose verbraten können. Bis hin zum 4-fachen.
--- Ende Zitat ---
Oha, ich weiß genau, wie ein "Dicker" auf so einen Satz reagiert. Und daher möchte ich etwas aus eigener Erfahrung dazu sagen, um das mal richtig deutlich zu machen:
Ich bin 190cm und wiege 134kg, wir spielen also ungefähr in der gleichen Gewichtsklasse.
Mir haben jetzt 1000 Leute gesagt, ich soll mich mehr bewegen und ich sagte immer nur "jaja". Aber ich habe mich durchgerungen. Und die Erfahrung sieht ungefähr so aus: :kreisch:
Ich hätte NIE gedacht, was Bewegung ausmacht. Wenn ich im Fitnessstudio auf das Laufband klettere und mit einem Bz-Wert von ca. 130 starte, laufe ich 15 Minuten mit 5 km/h (schnelles Gehen) bei 1% Steigung und bin nach diesen 15 Minuten bei einem Bz-Wert von ca. 70.
Ich möchte das nur mal ganz plastisch vor Augen führen, denn nicht jeder kann mit der Aussage "Bewegung hilft" etwas anfangen. Aber wenn ich sehe, daß ich mit 15 Minuten den Zucker um 50mg/dl senken kann, dann kapiere ich erstmal, was das ausmacht.
Anfangs habe ich mich regelmäßig mit Fahrradfahren und "Gehen" unterzuckert, bis ich dann mal geschnallt habe, daß ich am besten direkt nach dem Mittagessen trainiere und zum Essen dann eben nicht spritze.
Und ich habe festgestellt, daß gehen/laufen die beste Methode ist, um Zucker abzubauen, das haut am stärksten rein. Also für den Anfang würde es schon reichen, wenn Du jeden Abend mal ne Stunde spazieren gehst oder wirklich 500-1000 Meter sehr schnell und zügig gehst. Das ist machbar, egal welche Ausreden man sich jetzt zurechtlegt (hab ich auch immer versucht)! Wenn man sich mit der Zeit dran gewöhnt, kann man das Pensum immer noch erhöhen.
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