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Seid ihr immer vollmotiviert???

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dramaqueen:
Ich bin seit inzwischen 32 Jahren Typ I-Diabetikerin und muss leider sagen, dass ich den Großteil dieser Zeit alles andere als motiviert war.  :-\
Bis zur Volljährigkeit bin ich zwar immer schön brav und regelmäßig in die Diabetesambulanz gegangen und habe mir dort meine Schimpfe abgeholt (ich kannte es auch gar nicht anders - seit ich denken kann, war für mich der Gang zum Diabetologen wie ein Gang vors jüngste Gericht und ich hatte letzten Endes eh immer versagt, weil es ja nie perfekt war...).
Danach folgte ein Phase in der ich wirklich äußerst fahrlässig mit meinem Diabetes umgegeangen bin, weil es mir ja ohnehin so erschien, dass alle meine Bemühungen umsonst sind. Dann konnte ich es ja gleich ganz lassen bzw. nur noch gerade so Pi mal Daumen irgendwas Spritzen und alle hundert Jahre mal BZ messen, weil ich sonst ja ziemlich schnell nicht mehr da gewesen wäre und das wollte ich jetzt auch nicht unbedingt und sofort.

Naja, ich habe dann immer wieder Anlauf genommen und versucht, mich mit der Sache abzufinden und sogar anzufreunden, was wirklich lange gedauert hat.
Erst jetzt habe ich wirklich so langsam das Gefühl, dass ich einigermaßen damit klarkomme, diese Krankheit zu haben und das zu tun, was deshalb notwendig ist.
Sehr wichtig um dahin zu kommen war für mich, zu verstehen, dass es nicht darum gehen muss, es perfekt zu machen und das schlechte Werte nicht bedeuten, dass ich ein Versager auf ganzer Linie oder ein schlechter Mensch bin.
Es klingt vielleicht blöd, aber erst seit ich es einigermaßen hinbekomme, einen zu hohen BZ-Wert als Hinweis darauf zu sehen, dass ich einfach etwas an der Therapie verändern muss und irgendwas offensichtlich vorher nicht ganz gepasst hat - nicht mehr und nicht weniger - seitdem halte ich es aus, regelmäßig den BZ zu messen und mich mit der ganzen Unperfektheit meines Körpers und vor allem Stoffwechsels zu konfrontieren.

Was mich interessieren würde: Kannst du sagen, was dich in deiner Motivation so gehemmt hat?

sonrisa:
Mir ging es genau wie Dramaqueen. Ich habe seit 26 Jahren Diabetes und damals war auch jeder schlechter Wert irgendwie meine Schuld. Meine Mutter sagte damals immer: Oh, das ist aber hoch. Wie kommt denn das? Für mich klang das immer vorwurfsvoll (wahrscheinlich hat sie sich nur Sorgen gemacht).
Ich habe dann jahrelang nicht gemessen, weil ich gar nicht wissen wollte, daß meine Werte schlecht sind.

Mittlerweile kann ich gut auch mit schlechten Werten leben. Ein Arzt während einer Schulung nannte die immer DKP-Werte (Das Kann Passieren). Fand ich klasse! Ich mache mich nicht mehr verrückt. Versuche es so gut wie möglich hinzubekommen ohne mich zu sehr zu verbiegen.

Doris:
Dramaqueen hat es richtig gesagt, wie es bei mir geht, ich denke immer, es ist meine Schuld. Aber eigentlich hängt es ja auch an anderen Faktoren (Infekte, Cortison etc.), dass ich es oftmals nicht hinbekomme. Ich bin wieder motivierter und hoffe, ich kann dabei bleiben,

liebe Grüße Doris

LordBritish:

--- Zitat von: Doris am April 05, 2009, 17:10 ---Dramaqueen hat es richtig gesagt, wie es bei mir geht, ich denke immer, es ist meine Schuld.

--- Ende Zitat ---

:ja: die Phase kenne ich auch noch und bei Hypos habe ich noch die Vorwürfe meiner Mutter in den Ohren bzw. den Blick im Gedächnis.
Irgendwann hat es dann Klick gemacht und ich habe mir immer gesagt naja nicht toll, aber Du hast das gemacht was Du zu dem Zeitpunkt machen konntest.


Viele Grüße

Markus

Andi:
Ich hatte bisher in meinen zehn Jahren zwar noch keine demotivierend Phase, aber was nicht ist, kann immer mal kommen  :-\


--- Zitat von: sonrisa am April 05, 2009, 17:00 ---Ein Arzt während einer Schulung nannte die immer DKP-Werte (Das Kann Passieren). Fand ich klasse!

--- Ende Zitat ---

Das werde ich demnächst mal meinem doch etwas ... hmmmm ... "Lehrerhaften" Internisten mal auf's Tablett streichen  :super:
Grade das Mittagessen verlasse ich mit mehr oder weniger Zuverlässigkeit so, daß es irgendwie nie passt  :rotwerd:
Und jedesmal wieder hält er mir das vor. Aber einen HbA1c unter 6,0% mag er auch ned  :balla:
Hat jetzt zwar nicht wirklich mit Motivation zu tun, aber irgendwie lag mir das jetzt auf der Zunge. Liegt warscheinlich daran, daß ich in zehn Tagen wieder "TÜV" habe ...

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