Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Organspenden bei Diabetes
maulwurfinchen:
Ich bin überrascht, als ich zuletzt bei der DKMS geschaut habe, stand dort Diabetes als Ausschlusskriterium oder gilt das jetzt nur noch für Knochenmark und Blut?
Alexandra:
Ich wollte mir eigentlich schon immer ´nen Organspendeausweis zulegen, aber wie das oft so ist, die Bequemlichkeit (habe dafür aber sowohl meinen Mann als auch meine Eltern informiert, meine Organe ruhig herzugeben, das tut´s ja im Notfall auch).
Dann kam vor drei Jahren der Diabetes ums Eck, was mich dazu gebracht hat, doch mal ein bisschen mehr über Ordnung im Leben und Regelung gewisser Sachen nachzudenken. Und da ich mir dachte, wenn ich mal auf ´ne neue Niere o.ä. angewiesen wäre, würde ich auch froh sein, eine zu bekommen, habe ich mich endlich ernsthaft um den Organspendeausweis gekümmert.
Seit da habe ich auch einen (und Mann und Eltern auch gleich damit versorgt). Es gibt nur ganz wenige Ausschlusskriterien, manchmal werden eben bei bestimmten Erkrankungen bestimmte Organe nicht verwendet. Aber das wird dann im Fall der Fälle bei jedem noch mal geprüft.
In der Tat sind wir "nur" aus der Knochenmarkspende und aus der Blutspende definitiv raus.
Gruß
Alexandra
Nachtrag, weil ich das Thema wichtig finde: hier http://www.organspende-info.de/extra/bestellservice/Organspendeausweis/ kann man den Ausweis bekommen.
Joerg Moeller:
--- Zitat von: Alexandra am März 04, 2009, 09:25 ---Nachtrag, weil ich das Thema wichtig finde: hier http://www.organspende-info.de/extra/bestellservice/Organspendeausweis/ kann man den Ausweis bekommen.
--- Ende Zitat ---
Danke für den Link :super:
Ich hab da direkt mal die PDF-Version ausgedruckt (und bei den Anmerkungen eingetragen, daß ich DM1 bin) und werd mir das gleich mal laminieren und dann in mein Portemanaie packen
Trüffel:
So, ich habe jetzt direkt bei der DKMS nachgefragt, warum man als Typ1-Diabetiker Organe spenden darf, aber kein Knochenmark.
Ich zitiere hier die Antwort, die ich übrigens sehr zügig innerhalb 90 Minuten kam. :super:
Diabetes ist für uns in zweierlei Hinsicht problematisch:
1) Patientenschutz
Bei einem Typ-I-Diabetes ist eine Stammzellspende wie bei allen Autoimmunerkrankungen (also auch z.B. Rheumatoide Arthritis) nicht möglich, da es sich bei den Stammzellen um Immunzellen handelt. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Stammzellen nach der Transplantation bei einem ohnehin sehr geschwächten Patienten für Komplikationen sorgen. Der Unterschied zur Organspende besteht darin, dass mit den Stammzellen eben das Immunsystem selbst transplantiert wird, das ja bei Diabetikern den Grund der Erkrankung darstellt. Bei Organspenden hingegen wird das Organ (Herz, Niere, Leber etc.) transplantiert und der Patient behält sein eigenes Immunsystem. Man würde ja auch kein krankes Herz oder eine kranke Niere transplantieren, daher darf man auch kein krankes Immunsystem transplantieren.
2) Spenderschutz
Grund hierfür sind die im Rahmen dieser chronischen Erkrankung eigentlich immer -wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß- eintretenden Schädigungen von Nerven und Blutgefäßen, die eine Stammzellspende mit unabsehbaren Risiken für den Spender versehen. Dies gilt sowohl für den Typ I wie auch für den Typ II. Diese Risiken für den Spender bestehen nur bei der Stammzellspende, bei der Organspende bestehen die Risiken für den Spender aus naheliegendem Grund nicht (man kann ja nur Organe spenden, wenn man verstorben ist, bis auf wenige Ausnahmen, etwa eine Nierenspende).
Teresa:
Ich hab ohne Probleme letztes Jahr gespendet, dabei wurde festgestellt, das mein Blut wegen was anderem wie Diabetes unbrauchbar ist.
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