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Hypoglykämie: "intraindividuelle" Symptome identifizieren?

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assembler:
Hallo!

Ich bin neuer Typ-1-Diabetiker seid etwa 3 Wochen. Während mir bisher alles irgendwie recht plausibel und logisch erscheint, tue ich mich mit der Hypo-Gefahr etwas schwer. Daher wollte ich die Frage mal in die erfahrene Runde werfen:

Wie kann man mit möglichst geringem Risiko für sich, individuelle Hypo-Symptome ausfindig machen, bzw. wie habt ihr für euch "Melder" gefunden?

Das Problem ist, das - egal was ich als Informationsquelle auch heranziehe - immer von intraindividuellen Symptomen gesprochen wird. Das einzige Mal bisher, das ich einen beängstigenden Zustand eingenommen habe, war beim Einkaufen. Als Warnsignale waren lediglich die Füße etwas müde und leichte Rückenschmerzen - was als Indikator irgendwie ein bissel arg wenig wäre! An der Kasse dann habe ich nur gemerkt wie ich plötzlich drauf und dran war mich von meinen Umweltwahrnehmungen zu verabschieden (fühlte sich ungefähr so an, wie die paar Sekunden bevor man ohnmächtig wird).
Zurückgerechnet müsste ich zu dem Zeitpunkt einen BZ von etwa 70 mg/dl gehabt haben - nun wäre da auch schon die zweite Frage: Kann man mit so einem "eigentlich unproblematischen" BZ-Wert wirklich ohnmächtig werden? Zur Info: das war eine Woche nach ICT-Beginn und mein HbA1c wurde auf 14,6% ermittelt.
Aus dieser Erfahrung allerdings bin ich natürlich extrem nervös und unsicher geworden. Was zum einen zur Folge hat, das ich bei jedem bissel den BZ messe und zum anderen mir kaum irgendwas zutraue. Unterstützt wird das von anderen Erfahrungen, zum Beispiel einen BZ-Sturz nach schlappen 20 Minuten Heimweg (von 150 auf 85 mg/dl).
Um da wieder etwas festen Boden unter die Füsse zu bekommen, dachte ich mir, wäre es vielleicht eine Möglichkeit einen Unterzucker zu provozieren in dem man dann die individuellen Marker für sich eruieren kann. Wäre das eine praktikable Möglichkeit und wie kann man das mit geringem Risiko anstellen?

Lieben Dank schon mal im Voraus für eure Hilfe!
Rob

LordBritish:
Hallo Rob"


--- Zitat von: assembler am Februar 09, 2009, 06:12 ---Ich bin neuer Typ-1-Diabetiker seid etwa 3 Wochen.

--- Ende Zitat ---

Willkommen, schön das Du zu uns ins Forum gefunden hast.


--- Zitat ---Wie kann man mit möglichst geringem Risiko für sich, individuelle Hypo-Symptome ausfindig machen, bzw. wie habt ihr für euch "Melder" gefunden?

--- Ende Zitat ---

Bevor Du Den BZ misst schaust Du was Du für Symptome an Dir erkennnen kannst z.B. zittrige Hände, Herzklopfen, schlechtes sehen usw. und diese notierst Du Dir.

Dann misst Du den BZ und schreibst ihn zu den Symptomen auf.

Irgendwann hast Du dann eine längere Liste und kannst so z.B. erkennen bei ~50 mg/dl zittrige Hände.


--- Zitat ---Das Problem ist, das - egal was ich als Informationsquelle auch heranziehe - immer von intraindividuellen Symptomen gesprochen wird.

--- Ende Zitat ---

Die Symptome sind bei jeden etwas verscheiden, da kann man nur typische Symptome angeben.
Wichtig ist Du findest Deine individuellen Symptome heraus.


--- Zitat --- Das einzige Mal bisher, das ich einen beängstigenden Zustand eingenommen habe, war beim Einkaufen. Als Warnsignale waren lediglich die Füße etwas müde und leichte Rückenschmerzen - was als Indikator irgendwie ein bissel arg wenig wäre!

--- Ende Zitat ---

Das wäre schon wenig, aber um genau diese Dinge geht es herauszufinden ist das bei dem Wert (fast) immer so.


--- Zitat ---An der Kasse dann habe ich nur gemerkt wie ich plötzlich drauf und dran war mich von meinen Umweltwahrnehmungen zu verabschieden (fühlte sich ungefähr so an, wie die paar Sekunden bevor man ohnmächtig wird).

--- Ende Zitat ---

und wieder ein mögliches Anzeichen.


--- Zitat ---Zurückgerechnet müsste ich zu dem Zeitpunkt einen BZ von etwa 70 mg/dl gehabt haben

--- Ende Zitat ---

Mit rechnen ist da nicht viel, der Körper reagiert nicht immer 100% gleich wie eine Maschine.
Um Deine Symptome sicher herauszufinden hilft nur das BZ-Gerät zu zücken...


Viele Grüße

Markus

diotmari:
Guten Mogen, Rob, und willkommen hier!
 :winke:
Ein knapp 15er 1c bedeutet, daß Du die letzten 3 Monate mit durchschnittlich 400mg/dl rumgelaufen bist!!!
Da ich diesen Wert zu gut kenne  ::), kann ich Dir bestätigen: schon BZ um 100 führen im Anfang zu ausgeprägten Hypowahrnehmungen! Diese sind und bleiben individuell!
Tue Dir und Deinen Augen den Gefallen und spritz den erst mal laaaangsaaaaam runter!!!
Tja, und wie Markus schon schrieb: häufig messen und Tagebuch führen - nur so kommt man dem eigenen BZ-Verlauf und Hypos auf die Spur!  :super:

Viele Grüße
Dietmar

MaKe:
Hallo Rob,

auch von mir zunächst ein herzlich willkommen hier an Board!

Auch ich kann nur die Aussagen der beiden "Vorschreiber" bestätigen.
Die Hypowahrnehmung ist bei jedem individuell und das musst du für dich ganz allein heraus bekommen.
Bei mir z.B. fühlt es sich an als wenn ich nen bissel zu viel getrunken hätte. Später kommt dann noch eine taube Zungenspitze hinzu. Aber das ist halt individuell bei mir so, bei dir sieht das sicherlich wieder ganz anders aus.
Auch ist die Geschwindigkeit mit der der BZ sinkt massgeblich für die Hypowahrnehmung. So kann es sein dass du bei einem BZ-Verlauf von sagen wir mal 100 auf 70 innerhalb von 30 Minuten eine Hypowahrnehmung hast. Ein anderes mal fällt der BZ von 100 auf 65 innerhalb von 2 Stunden und du merkst kaum etwas.
Dann solltest du auch bedenken was Dietmar geschrieben hat: Wenn du von einem relativ hohen BZ kommst (muss ja bei 14,6% so sein), dann liegt deine Hypowahrnehmungsschwelle (was für ein Wort) noch relativ hoch, so dass du durchaus bei einem BZ der eigentlich normal ist, schon Hypoanzeichen bekommen kannst.

Deshalb ganz wichtig: Lerne dich, deinen Körper und DEINEN Diabetes kennen. Dies erreichst du am Anfang natürlich mit viel viel Messen. Ich hatte auch anfänglich Angst mit den 600 Meßstreifen nicht auszukommen. Wenn du die nicht einfach nur verballerst, sondern strikt Tagebuch führst und dir die Werte dann auch mal zu Gemüte führst, sprich daraus lernst, so ist das sicherlich Sinnvoll.
Wenn du deinen Diabetes und die Reaktion deines Körpers darauf später mal besser kennen gelernt hast, dann sinkt der Teststreifenverbrauch sicherlich auch wieder.
Auch wirst du dir mit der Zeit dann wieder mehr zutrauen wenn du merkst wie du rechtzeitig gegensteuern kannst oder aber dass gar kein Grund zur Panik bestand.


Hexe:
Hallo Rob

erst mal auch von mir willkommen hier im Forum
das meiste und wichtigste haben meine Vorredner ja schon gesagt,
Ohnmächtig wird man mit einem BZ von 70 so sicher nicht, aber wenn man deutliche Hypo anzeichen hat, kann einem schon mal zittrig und schwindelig werden, das man sich besser hinsetzt, weil umfallen kann man durchaus.
Bei mir kündigt sich eine Hypo durch innere Unruhe an, so ein Gefühl von ich habe was vergessen und kann das aber nicht wirklich greifen, keinen Gedanken klar fassen können oder gar zu Ende denken können,außerdem kann ich dann nicht mehr scharf sehen, dann kommt Zittrigkeit dazu und fühlt sich ähnlich an wie, wenn man sich beim Sport richtig auspowert. Schweiss kann auch noch dazu kommen und Heisshunger auch. Was genau es bei dir ist kannst du herausfinden wenn du dich genau beobachtest und wie MaKe, Dietmar und Markus schon beschrieben haben.
Ich kenne das auch das ich Hypoanzeichen schon bei Werten um oder über 100 hatte, wenn ich vorher eine zeitlang sehr hohe BZ Werte hatte.

Liebe Grüsse Vera

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