Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Unterschied zwischen Gupf und Aufsteh-Insulin
brittag:
Hallo zusammen,
mir ist gerade beim Lesen eines anderen Threads aufgefallen, dass es wichtig sein kann, zwischen AI und Gupf eine Unterscheidung zu machen.
Ich verstehe AI so:
Dies ist das Insulin, was man sich morgens gibt, wenn man aufsteht, so bis ca. 10 Uhr. Zwischen 0,5 - 4IE. Das AI soll der Insulinresistenz entgegen wirken, die sonst entsteht, da beim Aufstehen veschiedene Hormone anfangen zu arbeiten und die konterregulär dem Insulin arbeiten. Wenn man sich das AI nicht gibt, steigt der BZ um ca. 40 - 50 mg/dl an, nach dem Mittagessen kann es unter Umständen auch eine pp-Explosion geben.
Wenn man nicht aufsteht morgens, braucht man auch das AI nicht, die Hormone beginnen nicht ihre Wirkung und es kann auch keine Insulinresistenz entstehen. Der BZ bleibt dann stabil, wenn man weiterschläft.
Wenn ich mir die Einheiten des AI allerdings in die Basalrate packe und ausschlafen möchte, habe ich ein Problem später, beim Aufstehen beispielsweise, mit Hypos.
Da ich aber nicht regelmässig um die gleiche Zeit aufstehe, gebe ich mir das AI extra.
Ich verstehe Gupf so:
Zur Überbrückung einer Basallücke muss man sich ein bisschen Bolusinsulin geben, besonders morgens, kann aber auch sein, dass man den Gupf abends geben muss. Dieses Bolusinsulin soll die Zeit überbrücken, wo das Basalinsulin seine Wirkung verliert und die nächste Basaldosis ihre Wirkung beginnt. Da bei der Pumpe eine kontinuierliche Basalversorgung gegeben ist, bei der ICT aber nicht immer, wird der Gupf (häufig) bei der ICT zur Anwendung gebracht.
Da die Basallücke auch ensteht, wenn man weiterschlafen möchte, nicht aufsteht, muss der Gupf trotzdem gegeben werden. Wenn kein Gupf gegeben wird und man schläft weiter, steigt der BZ schön kontinuierlich an und man steckt sodann in einer Insulinresistenz drin.
Der Gupf kann auch gegeben werden in Form von Bolusinsuln zu einer Zwischenmahlzeit beispielsweise oder eines höheren BE/IE-Verhältnisses.
Wenn nicht Zwischenmahlzeit oder BE/IE-Verhältnis höher, dann werden die Einheiten einfach extra gegeben. Ich denke dabei auch an die Grössenordnung von 0,5 - 4 IE.
Den Gupf zu geben sehe ich zumindest als essentiell an, das AI nicht unbedingt.
Liebe Grüsse,
Britta
Joa:
Hallo Britta,
das mir bekannte AI hat keine Begrenzung auf den Vormittag. Jedenfalls geb ich es auch, falls ich mal erst um 13 Uhr aufstehe.
Nach einem laengeren Mittagsschlaf war es auch in Betracht zu ziehen. Bei kuerzeren Schlaefchen vermutete Teupe eine Kompensation durch den geringfuegigen Insulinueberschuss wegen geringerem Insulinbedarf im Liegen.
Hmm, wie isses eigentlich mit AI, wenn man/frau im Fernsehsessel eingeschlafen war?
Gruß
Joa
Joerg Moeller:
"Gupf" bedeutet hier eigentlich nur soviel wie "Extraportion, die über das normale hinausgeht". Ist nur ein anderes Wort für Aufsteh-Insulin.
@Joa: wenn man im Sitzen geschlafen hat braucht man den nicht, weil die Hormone zur Blutdruckstabilisierung da auch während des Schlafs aktiv sein müssen.
Ludwig:
--- Zitat von: brittag am Oktober 11, 2008, 16:57 ---
Ich verstehe Gupf so:
Zur Überbrückung einer Basallücke muss man sich ein bisschen Bolusinsulin geben, besonders morgens, kann aber auch sein, dass man den Gupf abends geben muss. Dieses Bolusinsulin soll die Zeit überbrücken, wo das Basalinsulin seine Wirkung verliert und die nächste Basaldosis ihre Wirkung beginnt. Da bei der Pumpe eine kontinuierliche Basalversorgung gegeben ist, bei der ICT aber nicht immer, wird der Gupf (häufig) bei der ICT zur Anwendung gebracht.
--- Ende Zitat ---
Ich kann nicht nachvollziehen wieso eine Basallücke (bei ICT) mit einem Bolusinsulin ausgeglichen werden soll? :kratz: Die Basalversorgung bei ICT wird ja durch ein geeignetes Insulin bzw. Analogon sichergestellt! :boese:
Falls also eine Basallücke vorhanden ist, ist entweder das Insulin ungeeignet oder der Spritzzeitpunkt muß verändert werden bzw. ein weiterer Spritzzeitpunkt hinzugefügt werden. Es ist aber m.E. in jedem Fall die Basalversorgung mit einem Basalinsulin durchzuführen und nicht mit Bolusgaben.
Wie Jörg richtig sagt ist Gupf lediglich ein anderer Ausdruck (m.E. ein österreichischer) für das Aufstehinsulin und hat mit Basallücken nichts zu tun!
Lg
Ludwig
Joa:
Moin Ludwig,
der Gupf (=Hugel/kleiner Berg) ist das klassische Instrument zur Überbrückung insbesondere morgendlicher Basallücken, die mit NPH-verzögertem Basalinsulin recht oft unvemeidbar sind. Auch mit Levemir treten da im morgendlichen Verlauf recht gerne noch basale Insulindellen im Erscheinung.
Und ob mit Lantus immer die geniale Verteilung der Dosierungen zu finden ist, steht wohl dahin.
Es kann grundsaetzlich zwischen zumindest drei bis vier Gupfen unterschieden werden.
Und es kann ziemlich verwirren, wenn dann jeder was anderes meint oder versteht.
Hilfreich koennte somit schon sein, den verschiedenen Mitgliedern der Familie Gupf zumindest jeweils einen eigenen Vornamen zu geben.
z.B. Basal-Gupf, AI-Gupf, Korrektur-Gupf ...
Gruß
Joa
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