Diabetesfragen > CSII - Pumpentherapie
Regelrecht explodierende Basalrate
Memnoch:
Ja ich bin Nico mit dem MA. :) Ob die aktuelle Situation aber mit MA zusammenhängt, wird sich aufgrund der vielen komplexen hormonellen Zusammenhänge bestenfalls erraten lassen! Selbst die Endokrinologen konnten mir da nie viel zu sagen. Die Absenkung des Astonin H ist schon einige Wochen her, ein Zusammenhang ist möglich, aber meines erachtens unwahrscheinlich. Was die nächtlichen Abläufe betrifft, da passiert bei mir deutlich weniger als bei anderen. Einen morgendlichen Anstieg beim Insulinbedarf habe ich natürlich, aber der ist allein den Wachstumshormonen geschuldet. Die normale Cortisondosis ist aber ohnehin zu schwach um einen meßbaren Unterschied zu machen. Wäre eher bei Infekten der Fall. Aber dann unabhängig von MA.
In einem Punkt bin ich unsicher: wenn ich mir mein Protokoll anschaue, dann würde ich nicht unbedingt sagen das die Hypos durch die Basalrate verursacht waren. Ist mitunter Auslegungssache, da ich über den Tag verteilt kleine Portionen esse.
Ich werde die Basalrate jetzt mal richtig hochdrehen und schauen ob ich davon wirklich unterzuckere. Viel was anderes bleibt mir ja eh nicht! Im KH haben die das auch so gemacht. 6 IE/h eingestellt bis Hypo, dann langsam runter.
Pumpe ist eine Paradigm 712.
Was mir wirklich Angst macht ist nicht so sehr der hohe Bedarf, sondern vielmehr der unbekannte Vorgang, der urplötzlich und scheinbar aus dem Nichts täglich eine immer stärkere Resistenz auslöst. Kann mich nicht erinnern das schonmal gehabt zu haben. Und ich werde schon halb verrückt vor Angst wenn ich überlege wie hoch das noch schießen kann. Und das ohne für mich erkennbaren Grund. Wenn ich wenigstens wüßte was Sache ist, könnte ich mit Sicherheit ruhiger schlafen!
Memnoch:
--- Zitat von: Llarian am Januar 27, 2008, 20:33 ---
--- Zitat von: Joa am Januar 27, 2008, 20:20 ---Ob eine Senkung von Astonin-H (Hydro-oder Mineralcorticoid) eine Insulinbedarfserhöhung kaskadiert
--- Ende Zitat ---
Sollte es nicht. Es ist ein Mineralo- kein Gliucokortikoid.
Grüße
Anja
--- Ende Zitat ---
Laut meinem Doc ist Astonin H überhaupt nicht BZ-wirksam. Allerdings behauptet er auch, bei Typ 1 gäbe es keine Lipolyse......
Und bei der letzten Resistenz im Herbst hat er mir Januvia aufgeschrieben.
Memnoch:
Da habe ich noch eine Frage: Wenn eine Lipolyse nicht korrekt behandelt wird, schießt sie bis in die Unendlichkeit hoch oder stabilisiert sie sich irgendwann auf hohem Niveau? Oder anders gefragt: stoppt der gegenwärtige Anstieg irgendwann auch so, oder steigt er exponentiell weiter?
Llarian:
--- Zitat von: Memnoch am Januar 27, 2008, 20:55 ---Da habe ich noch eine Frage: Wenn eine Lipolyse nicht korrekt behandelt wird, schießt sie bis in die Unendlichkeit hoch oder stabilisiert sie sich irgendwann auf hohem Niveau? Oder anders gefragt: stoppt der gegenwärtige Anstieg irgendwann auch so, oder steigt er exponentiell weiter?
--- Ende Zitat ---
Eine Lipolyse bedeutet die Freisetzung von Fettsäuren, ein Vorgang, der normalerweise durch Insulin im Zaum gehalten wird (genug Nahrung vorhanden -> normaler Insulinspiegel im Blut -> Fettabbau gebremst; wenig Nahrung -> niedriger Insulinspiegel -> Signal für Energiebedarf -> Fettabbau).
Wenn das weiter geht, können die Fettsäuren nicht mehr normal abgebaut werden und der Stoffwechsel bildet aus ihnen Ketone... wenn das weitergeht, wird es eine Ketoazidose, bei der das Insulin einmal wegen des pH-Werts und einmal wegen der Fettsäuren noch schlechter wirken kann.
Dazu kommt, daß bei einer Lipolyse normalerweise mit mehr Insulin reagiert wird... der höhere Insulinverbrauch setzt eine Rezeptor-down-Regulation in Gang, so daß das Insulin noch mal etwas schlechter wirkt... wodurch man noch mehr Insulin braucht... usw usf.
Grüße
Anja
Joa:
--- Zitat von: Memnoch am Januar 27, 2008, 20:55 ---Da habe ich noch eine Frage: Wenn eine Lipolyse nicht korrekt behandelt wird, schießt sie bis in die Unendlichkeit hoch ...
--- Ende Zitat ---
Erst mal: Take it easy!!!
Natürlich ist 'ne Lise beim nicht mehr selber insulinproduzierenden Diabetiker ein Ding, dass recht schnell in eine Ketoazidose entgleisen kann.
Aaaber, sooo schnell auch wieder nicht.
Solange wie Du noch die BZ-Werte mit relativ normalen (können schon deutlich höher sein) Korrekturen wieder in den Normalobereich bekommst, ist die Ampel noch dunkelgrün! ;D
Das Vorfeld möglicher Entgleisungen kannst Du mit Keto-Diabur Teststreifen für die Ketonkonzentration im Urin, zumindest nach oben ganz gut verfolgen. Haste die?
Ansonsten lässt sich auch der Stand der Blutketone mit dem Precision eXeed von Abbott messen. Ruf mal an und lass Dir eines zusenden. Und lass Dir vom Doc die (recht teuren) Teststreifen für Blut-Ketone verschreiben. Den BZ kannste mit dem Gerät auch messen.
Ich hab die Kombi unterdessen auch im Lager, bisher allerdings nicht benutzt. Daher kann ich Dir auch keine Parameter nennen.
Vielleicht hilft uns ja mal Andreas? Der benutzt die Dinger als unser Marathon-Man zur Therapieanpasssung.
Schlaf schön und erholsam
und lass Dich vom Wecker nicht
wirklich erschrecken. (Kontrollmessungen)
Gruß
Joa
Nachtrag:
Erst mal noch die Nachfrage, ob Du denn mit den IE/BE Verhältnissen auch der BR-Erhöhung gefolgt bist?
Wie ist denn die TGD (Tagesgesamtdosis) der letzten Tage?
Ansonsten noch ein kleiner Versuch des Trostes:
Vor Weihnachten hatte ich auch plötzlich deutlich nach oben gehende BG-Werte und kam auf den Verdacht von Fettsäureresistenz, ohne so richtig die Ursache dingfest machen zu können. Da ich mit dem Auto grade auf längere Tour ging habe ich vorsichtshalber und halbherzig die BR nur auf 130% gesetzt und auch bei den Essensboli nur zaghaft aufgestockt. Was dann auch keinen Erfolg brachte. Außer, dass die nachträglich dann von mir (schon wieder zu zögerlich) gewählten 150% natürlich auch nix mehr ergaben. Dann hab ich auf die vollen 200% aufgedreht und den Bolus nocht etwas weiter.
Das hat dann letztlich gereicht, um die Zuckerwerte wieder in den Griff zu bekommen.
Von der 200% Rate bin ich jetzt so langsam auch erst auf 14% runter. Allerdings, ohne eine Upregulation so richtig konsequent zu forcieren.
Auch wenn ich das ganze geschehen mit gewissem Misstrauen sah, hat es mich nicht wirklich beunruhigt.
Schon weil ich es meinem Verstand immer erklären konnte. Deine leisen Panikanfälle kann ich aber sehr gut verstehen. :knuddel:
Die kenn ich auch noch, und, wenn auch relativ selten, rumort sowas auch bei mir mal im Hintergrund vor sich hin. :ja:
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