Diabetesfragen > CSII - Pumpentherapie
Regelrecht explodierende Basalrate
Memnoch:
Hallo!
Seit 3 Tagen habe ich einen erst langsam, dann immer schneller ansteigenden Insulinbedarf! Die "Sprünge" werden dabei von Tag zu Tag immer größer. Normale Basalrate ist etwa 22 IE. Am ersten Tag mußte ich auf 24,6 IE hoch, am zweiten schon 30,3 und heute werden es wohl über 40 werden! Irgendwelche Gründe wie Infekte sind nicht erkennbar. Bislang kann ich den BZ im Normbereich halten, ich brauche nur mittlerweile absurde Insulinmengen dafür! Wenn ich am Vortag mit einer erhöhten Basalrate sogar noch häufig unterzuckert bin, so beginnt in der folgenden Nacht ein zunächst langsamer, dann deutlicherer Anstieg des BZ. Also die Taktik das Insulin durch Mehrgabe zu drücken (Lipolyse) scheint nicht zu funktionieren! Der Bedarf steigt trotzdem rasant weiter.
Also ich kriege jetzt langsam wirklich Angst! Sollte ich ins KH?
Edit: also die üblichen Maßnahmen wie Katheter oder Insulin wechseln habe ich natürlich auch schon gemacht.
Joa:
--- Zitat von: Memnoch am Januar 27, 2008, 19:00 ---Seit 3 Tagen habe ich einen erst langsam, dann immer schneller ansteigenden Insulinbedarf! Die "Sprünge" werden dabei von Tag zu Tag immer größer. Normale Basalrate ist etwa 22 IE. Am ersten Tag mußte ich auf 24,6 IE hoch, am zweiten schon 30,3 und heute werden es wohl über 40 werden!
--- Ende Zitat ---
Wenn Du so weiter machst schaffst Du auch noch 80 IE und mehr in der Basalrate, vermute ich mal.
--- Zitat ---Also die Taktik das Insulin durch Mehrgabe zu drücken (Lipolyse) scheint nicht zu funktionieren! Der Bedarf steigt trotzdem rasant weiter.
--- Ende Zitat ---
Im Falle einer Lipolyse hättest Du die Taktik dann leider nicht verstanden.
Die besagt nicht hinterher zu latschen und den Insulinbedarf den Berg hoch zu treiben, sondern ad hoc zum aktuellen Bedarf eine zur Korrektur der Fettsäurenresistenz und zum Unterbrechen der akut laufenden Lipolyse erforderliche Mehrinsulinierung von ca. +50% sofort anzusetzen. Und die ist dann solange durchzuziehen, bis auch die Resistenz in den Zellen der Muskulatur abgeklungen ist.
Allerdings kann ich natürlich nicht sagen, ob Du da tatsächlich in einer Lipolyse hängst. Es wäre allerdings die erste Annahme.
Falls Du die Seiten zur Bedienungsanleitung nicht findest googel mal nach Chrostek und Lipolyse.
Auf der Site schau auch mal die Beschreibung zur Down-Regulation an, die bei Dir unterdessen auch mit drin sein wird. :ja:
--- Zitat ---Also ich kriege jetzt langsam wirklich Angst! Sollte ich ins KH?
--- Ende Zitat ---
Wenn Du das selber nicht in den Griff bekommst, wäre es ein Gedanke. :kratz:
Gruß
Joa
p.s.
Ist bei Dir irgendwas in letzter Zeit anders geworden. Beispielsweise irgendwelche neuen Medikamente?
Memnoch:
Hallo Joa!
Danke für deine Antwort! Das mit der Insulinerhöhung versuche ich ja . Ich stelle die Basalrate dermaßen stramm ein, das ich eine Hypo nach der anderen habe. Ist also voll am Anschlag. Aber dann steigt der Bedarf trotzdem weiter!
Mir fällt jetzt nur noch eine Sache ein: bisher habe ich immer die normale Basalrate prozentual erhöht, d.h. Nachts kam es immer zu einer relativen Absenkung der Rate. Neue Taktik: feste pauschale Raten einstellen (zur Zeit 2 IE/h) und auch über Nacht durchziehen. Wenn das nicht hilft, dann weiß ich auch nicht weiter.
Ich hatte etwas ähnliches vor knapp zwei Wochen, aber da verschwand die Resistenz nach drei Tagen von alleine. Das war sogar ziemlich plötzlich. Mußte eine ganze Flasche Cola trinken. Aber da hatte ich eine leichte Erkältung.
Geändert hat sich bei mir nichts, abgesehen von einer Halbierung des Astonin H wegen etwas erhöhtem Blutdruck.
Joa:
Hallo memnoch,
Du bist der mit M. Addison? Ich glaub der Nico oder so?
Vielleicht teilst Du das nächste Mal etwas mehr im Startpost mit.
Die Profildarstellung neben dem Post gibt ja nicht allzuviel rüber.
--- Zitat von: Memnoch am Januar 27, 2008, 19:41 ---Ich stelle die Basalrate dermaßen stramm ein, das ich eine Hypo nach der anderen habe. Ist also voll am Anschlag. Aber dann steigt der Bedarf trotzdem weiter!
--- Ende Zitat ---
Das spricht jetzt eher nicht für Lipolyse.
Bei Dir sind aber diverse Faktoren beachtlich, von denen ich etliche eh nicht einschätzen kann.
Vermutlich musst Du den Zeitpunkt lokalisieren, zu dem ein bestimmtes hormonelles Geschehen einen Mehrbedarf erzeugt.
Das kann an MA liegen, aber auch an irgendwelchen anderen Faktoren. Diverse, nicht insulingedeckte Hormonereignisse sorgen nachgehend für temporäre Insulinresistenzen, meist etwa 5, 6 Stunden lang, Cortison deutlich länger.
Ob eine Senkung von Astonin-H (Hydro-oder Mineralcorticoid) eine Insulinbedarfserhöhung kaskadiert, entzieht sich erst mal meiner Kenntnis. Da ist Google Dein Freund! Ergebnisse bitte vermitteln.
--- Zitat --- Mir fällt jetzt nur noch eine Sache ein: bisher habe ich immer die normale Basalrate prozentual erhöht, d.h. Nachts kam es immer zu einer relativen Absenkung der Rate.
Neue Taktik: feste pauschale Raten einstellen (zur Zeit 2 IE/h) und auch über Nacht durchziehen. Wenn das nicht hilft, dann weiß ich auch nicht weiter.
--- Ende Zitat ---
Na ja, bin in Sachen Addison nicht firm. Daher kann ich nicht sagen, inwieweit da was in der Nacht hormonell oder so läuft.
Ich tät aber denken, ein Versuch kannste mal machen, aber dann auch mit entsprechenden, weckergesteuerten Zwischenmessungen.
Wat hast Du für eine Pumpe?
--- Zitat ---Ich hatte etwas ähnliches vor knapp zwei Wochen, aber da verschwand die Resistenz nach drei Tagen von alleine. Das war sogar ziemlich plötzlich. Mußte eine ganze Flasche Cola trinken. Aber da hatte ich eine leichte Erkältung.
--- Ende Zitat ---
Es gibt auch völlig unauffällige Infekte oder sowas, die voll in's Insulinkontor hauen, ohne dass Du es überhaupt bemerken tust.
Also Ruhe bewahren und dem Insulinbedarf erstmal folgen.
Und was soll's, auch von 200 IE TGD kommste wieder runter. :staun:
Gruß
Joa
Llarian:
--- Zitat von: Joa am Januar 27, 2008, 20:20 ---Ob eine Senkung von Astonin-H (Hydro-oder Mineralcorticoid) eine Insulinbedarfserhöhung kaskadiert
--- Ende Zitat ---
Sollte es nicht. Es ist ein Mineralo- kein Gliucokortikoid.
Grüße
Anja
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