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Lehrer mit Insulinpumpe

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hjt:
Moin Malou,

Deine Frage hat sicher mehr als 3 Aspekte, aber:

Sofern Du das Glück des Beamtendaseins hast, macht sich die langsame Gewöhnung des Dienstherren an mögliche behinderungsbedingte Belastungseinschränkungen bisher auf die Dauer in der Weise bezahlt, dass um Zugeständnisse weniger diskutiert werden muss: die Person ist halt nicht uneingeschränkt voll einsatzfähig, und das wird dann überall, und sei es nur in Kleinigkeiten, irgendwie berücksichtigt.

Auf der anderen Seite wird das Bild, das Du von Dir nach draußen darstellst, mit einigem Automatismus auf das abfärben, dass Du dir selbst von Dir machst. Will sagen, auch wenn Du dich heute nicht so behindert siehst, aber gewissermaßen für Deine Umgebung schon mal behindert darstellst, stehen die Chancen günstig, dass Du mit der Zeit in so eine Darstellung gewissermaßen hinein schrumpfst.

Deswegen neige ich zur persönlichen Sicht des DM, auch Typ1, als leichte und leicht ausgleichbare Behinderung und dazu, dass ich nicht meinen Alltag nach irgendwelchen DM-Routinen stricke, sondern meine DM-Routinen so in meinen Alltag ein- und darum herum baue, dass mein BZ auch in den Zeiten in den Grenzen, die ich mir garantieren kann, flach & niedrig verläuft, in denen ich bei wie auch immer wechselnden Tätigkeiten nicht messen und auch nicht planbar essen kann.

So hab ich mal ne Zeit lang 12-14 Stunden am Tag Außendienst gemacht und mich dabei vorwiegend basal und mit Ei, Fleisch und Gemüse ernährt und dabei eigentlich nichts vermisst. Und ich kenne z.B. auch einen Typ1, der wesentlich mit sich selbst darum gekämpft hat in der Bundespolizei zwar mit Pen und nicht mit Pumpe seinen kompletten aktiven Dienst macht.

Bitte jetzt differenziert verstehen: Es geht hier nicht darum, worauf wir mit DM ein Anrecht haben, sondern darum, dass wir dann, wenn wir das für unseren Beruf so wollen, vielleicht nicht in jedem, aber doch in manchem Fall unser DM-Verhalten so anpassen können, dass es unsere gewollte Tätigkeit in keiner Weise behindert. Und wenn man das als Lehrer so am eigenen Beispiel alltäglich nicht zelebrieren, sondern mit seinem ganzen Wesen kommunizieren kann, halte ich das für einen besonderen Glücksfall. Denn das nehmen die Kinder als mögliches Modell für eigenes Verhalten auch dann mit, wenn das nicht jeden Tag und vielleicht sogar nie ausdrücklich thematisiert wird. Darüber, dass sich damit gewissermaßen als Bonus der Zugewinn an eigener DM-Management-Sicherheit und Gesundheit einstellt, hat sich wohl bis jetzt noch niemand beschwert ;-)

Bisdann, Jürgen

Joerg Moeller:
Idee für die BZ-Kontrolle: mach es während des Unterrichts. Dauert mit den heutigen Geräten eh kaum eine Minute inkl. rausholen und wieder verstauen.

Für die Kinder, die das mitkriegen wird Diabetes behandeln dann irgendwann so normal sein wie Brille putzen.

Siggi©®:
seh ich auch so

gehört ja zu unserem leben dazu, wieso also verheimlichen

MaKe:
Hallo zusammen,


--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 30, 2007, 09:13 ---
Für die Kinder, die das mitkriegen wird Diabetes behandeln dann irgendwann so normal sein wie Brille putzen.

--- Ende Zitat ---


was ja auch in der Hinsicht von Vorteil wäre, wenn mal eines der Kinder mit Typ1 in euer Schule ist.
Wenn bis dahin die Behandlung (Messen und ggf. Spritzen) selbstverständlich geworden ist, hat das Kind auch weniger Probleme damit.

Und deinem "Dienstherren" und deinen Kollegen täte nen bissel Aufklärung da sicherlich auch nicht schlecht....

brain:
Wo wir bei der Aufklärung sind, finde ich das einen guten Punkt. Ich finde schon, dass man das ruhig im Lehrerzimmer oder Klassenzimmer machen kann. Und wenn ein Elterngespräch oder so ansteht, dann können auch die Eltern mal eben die eine Minute warten, bist du dich gemessen und eventuell gespritzt hast oder eben etwas gegessen hast.
Und ansonsten denke ich führt ein offener Umgang nur dazu, dass die Allgemeinheit nicht immer die Augen verschließt und wir von Leuten doof angeschaut werden, wenn wir uns mal messen und spritzen.
Zumindest versuche ich auch so damit umzugehen und bisher hat das gut geklappt, auch bei Jobs dich ich bisher gemacht habe, haben meine Chefs von der Krankheit gewusst. Aber das war überhaupt kein Problem, und zur Not wird eben etwas aufgeklärt und schon ist die Sache kein Thema mehr.
Und wenn deine Kinder das mitbekommen, dann kann man darüber ja auch im Unterricht reden.
Abschließend möchte ich dir nur noch sagen, dass du dir schon einfach mal die Zeiten nehmen solltest, dich um deine Krankheit zu kümmern. Ich weiß das es in der Schule recht stressig ist und man wenig Zeit hat, aber die Zeit solltest du dir dann einfach nehmen.

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