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Das Aufstehphänomen

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Joerg Moeller:
(Abkürzung = AP)
Darüber hatten wir ja schon mal geredet, aber ich hab jetzt nochmal genauer nachgeforscht.

Aldosteron hat damit rein gar nichts zu tun (ist nämlich ein Mineralcorticoid und kein Glucocorticoid).
Noradrenalin ist dafür auch nur indirekt (als Katalysator) verantwortlich. Deswegen kommt es auch nicht zum AP wenn man z.B. nachts mal kurz zur Toilette geht. Dann wird auch Noradrenalin ausgeschüttet, weil der Blutdruck ja unmittelbar stabilisiert werden muß und nicht erst mittelfristig (wie beim RAAS = Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).

Noradrenalin stößt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) an und das dabei gebildete Angiotensin II erhöht die Insulinresistenz durch Abschwächung der Postrezeptor-Signaltransduktion.
http://work.diabetes.uni-duesseldorf.de/news/?TextID=2639 (Abb. 2)

(vereinfacht: AT II schwächt die Insulinwirkung in der Zelle ab, es werden dann pro Insulinmolekül weniger Glucosetransporter freigesetzt

Nebenbei: das würde auch die BZ-Wirkung der Sartane erklären. Sartane sind ja Angiotensin II-Rezeptor-Blocker.

Natürlich könnte man eine ähnliche BZ-Wirkung auch für die ACE-Hemmer annehmen (ACE = Angiotensin-Converting-Enzym; das ermöglicht die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II).
Da funktioniert das aber nicht so gut, weil dann statt ACE in geringerem Umfang andere Enzyme diese Umwandlung vornehmen
http://www.medmix.at/set1.php?open=/artikel/750content.php

Joa:
Hallo Jörg,


--- Zitat von: Jörg Möller am November 20, 2005, 13:49 ---
qualifizierte Korrektur

--- Ende Zitat ---

 :super:

Danke für die Verbesserungen.
Ich hatte da auch schon ein paar Zweifel, ob es das Aldosteron nu war, nachdem ich
nämlich auch gefunden hatte, dass es kein Glucocorticoid sei.

Gruß
Joa

Joerg Moeller:
Und mich hat irgendwie das Noradrenalin gestört.

Wenn es nämlich allein dafür verantwortlich ist, dann müßte ja selbst ein kurzer Toilettengang in der Nacht die Kaskade schon in Gang setzen, und das ist definitiv nicht so (wie ich bei mir schon des öfteren kontrolliert habe). Es musste aber mit dem Blutdruck zu tun haben, denn das ist es ja, was den Morgen vom Rest des Tages unterscheidet: mehr Hormonwirkung, um die Orthostase aufrecht zu erhalten.

hws:
Ich habe mal darüber nachgedacht, dass das Aufstehphänomen auch vom archaischen Teil unseres Gehirnes gsteuert wird. Aufstehen hieß doch bei unseren Vorfahren oft: "Wir werden angegriffen" oder "Wir müssen jagen" und da wird doch dann ein höherer Blutdruck und ein höherer Zuckerspiegel gebraucht.

Adeus

HWS

Joa:

--- Zitat von: hws am November 20, 2005, 22:27 ---Ich habe mal darüber nachgedacht, dass das Aufstehphänomen auch vom archaischen Teil unseres Gehirnes gsteuert wird.

--- Ende Zitat ---

Ich persönlich vermute einfach mal, dass da das Innenohr die Steuerung hat.
Selbiges registriert die Raumlage (Gleichgewichtsorgan).


--- Zitat ---"Wir werden angegriffen" oder "Wir müssen jagen"
--- Ende Zitat ---

Steh doch einfach mal ohne Verteidigungs- oder Jagdeifern auf.

Wenn Dein Blutdrucksystem da nicht sofort angepasst wird, liegst Du kurz danach am Boden, weil in Deinem Gehirn kein Blut mehr ist.

Gruß
Joa

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