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Telmisartan - ein Blutdrucksenker besonders für Diabetiker?

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Joerg Moeller:
Das wird dir jeder bestätigen können, der etwas von Pharmakologie versteht.

Darin besteht ja die Kunst bei Verschreibungen: man muß die Neben- und Wechselwirkungen im Kopf haben und sich dann entscheiden, was das kleinere Risiko ist:
verschreiben und die Nebenwirkungen in Kauf nehmen oder nicht verschreiben und die Krankheit verschlimmern.

Joa:

--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 26, 2005, 10:23 ---
Ich hab mal in der gelben Liste nachgeschaut: bei den Wechselwirkungen ist das Insulin nicht erwähnt; ich denke das wird nach weiteren Studien evtl noch ergänzt werden.
Die Nebenwirkungen sind aber nicht ohne... :staun:

Ist also kein Medikament, daß man mal leichtfertig verschreiben kann.

--- Ende Zitat ---

Hmmm.
Also bei meiner Googelei zu den Details stand da eher sowas, das die "Nebenwirkungen" in der Telmisartan Gruppe identisch zu denen
in der Placebo Gruppe gewesen seien.
 :kratz:

Entspricht auch so in etwa dem Bild, dass sich aus der Nebenwirkungsbeschreibung beim Netdoktor rauslesen läßt:


--- Zitat ---# Es liegen keine gesicherten Nebenwirkungen vor. In kontrollierten klinischen Studien traten die gleichen Nebenwirkungen auf wie bei Medikamenten ohne Wirkstoff (Placebo).
# Kopfschmerzen (Gelegentlich)
# Magen-Darm-Beschwerden (Gelegentlich)
# Husten (Gelegentlich)
# Müdigkeit (Gelegentlich)
# Infektion der oberen Atemwege (Gelegentlich)

--- Ende Zitat ---

Und diese entspricht dem Waschzettel.

Ich lese da insgesamt, eher so, dass die Nebenwirkungsstudie(n) ergaben, dass  bei allen Patienten in allen Gruppen "Nebenwirkungen" auftraten,
die auch ohne das Medikament/Placebo aufgetreten wären.

Na ja, damit das verkaufbar bleibt, weil ohne Nebenwirkung keine .....

Wobei natürlich die Benennung von Kontraindikationen (darf nicht genommen werden wenn..) gesondert zu beachten sind.
Aber auch da sieht es IMHO nicht so dolle aus.

Ich habe mir auch sagen lassen, dass die Pharmahersteller alles was irgendwie nebenwirkend sein könnte in ihre Waschzettel packen,
alleine um sich gegenüber Regreßansprüchen abzusichern. So nach dem Motto: Was wollen Sie denn, wir haben Sie doch gewarnt, wenn
Sie trotzdem ...

Ergo tät ich mal denken, das Telmisartan im Wesenlichen eher als nebenwirkungsfrei angesehen werden dürfte.

Gruß
Joa

Joerg Moeller:
Mal schauen:


--- Zitat ---Warnhinweise:
Kdr. u. Jugendl. bis zu 18 J. (es liegen keine Daten vor). Gleichz. Gabe von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten, kaliumhaltigen Salzersatzpräp. od. anderen AM, die eine Erhöhung des Kaliumspiegels verursachen können (Heparin, etc.) oder das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, kann zu einem Anstieg des Serum-Kaliums führen. Vor Behandlungsbeginn sind Volumen u./od. Natriummangel auszugleichen. Aorten- u. Mitralklappenstenose, obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie. Primärer Aldosteronismus (i.A. kein Therapie-Effekt), leicht od. mäßig eingeschr. Leberfunktion (max. Dos. 40 mg tgl.). Pat., deren Gefäßtonus u. Nierenfunktion im wesentl. von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängt (z. B. Pat. mit schwerer Herzinsuff. od. renalen Grunderkrankungen einschließl. Nierenarterienstenose): Akute Hypotonie, Hyperazotämie, Oligurie od. selten akutes Nierenversagen nicht ausgeschlossen. Erhöhung des Serum-Kaliums mögl. bei eingeschr. Nierenfunkt. u./od. Herzinsuff. und Diab. mell. Eine regelm. Kontr. des Serum-Kalium u. Kreatininspiegels wird empfohlen. Zustand nach Nierentransplantation (keine Erfahrungen). Bei Pat. mit bilateraler Nierenarterienstenose od. Stenose der Nierenarterie bei Einzelniere erhöhtes Risiko einer schweren Hypotonie u. Niereninsuffizienz. Vorbestehende gastrointest. Erkr., hereditäre Fructoseintoleranz. Wie bei jedem blutdrucksenkenden AM kann ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Pat. mit ischämischer Herzkrankheit od. ischämischer kardiovaskulärer Erkr. (Gefahr eines Myokardinfarkts od. Schlaganfalls durch übermäßigen Blutdruckabfall).
--- Ende Zitat ---

Stimmt, ist ja fast wie Bonbons... :zwinker:

Joa:

--- Zitat von: Jörg Möller am Oktober 27, 2005, 00:44 ---Mal schauen:

[Kontraindikationen und Warnhinweise     ]

Stimmt, ist ja fast wie Bonbons... :zwinker:

--- Ende Zitat ---

Na ja, da sind wohl die Warnhinweise von blutrucksenkenden Medikamenten, vgl. z. B. Ramipril, mit
den Warnhinweisen zum Gebrauch von Glitazonen kombiniert.

Was noch fehlen könnte, wie schon als Fragestellung aufgeworfen,  ist die deutliche Benennung einer möglichen Kontraindikation der Anwendung
von Telmisartan in Kombination mit Insulintherapie, wie dieser bei Glitazonen, bei gleichem diesbezüglichem Wirkungsmechanismus
als partieller PPARgamma-Agonist, besteht.

Da allerdings stellt sich mir die Frage, ob nicht Glitazone dann ebenfalls als grundsätzlich kontraindiziert zur Behandlung des hyperinsulinären Typ 2 Diabetes
gelten müssten?  :kratz:

Hängt vielleicht mit der Frage zusammen, wieweit Insulin,  auch dem körpereigenen, eine antidiuretische Komponente eigen ist, wie Felix W. in dsmd angeführt hat.

Siehe hierzu den entsprechenden Thread in dsmd.

Gruß
Joa

p.s.
Versuche mich unterdessen als Kaninchen hinsichtlich Telmisartan, erst mal ohne wirkliche Bedenken dabei.  ;)

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Joa am November 01, 2005, 01:43 ---Was noch fehlen könnte, wie schon als Fragestellung aufgeworfen,  ist die deutliche Benennung einer möglichen Kontraindikation der Anwendung von Telmisartan in Kombination mit Insulintherapie, wie dieser bei Glitazonen, bei gleichem diesbezüglichem Wirkungsmechanismus als partieller PPARgamma-Agonist, besteht.
--- Ende Zitat ---

Du musst das ein bißchen globaler sehen: der konkrete Wirkmechanismus, mit dem Glitazone eine Flüssigkeitsretention bewirken ist noch nicht raus. Das muß nicht zwangsläufig mit dem PPARgamma zu tun haben.


--- Zitat ---Da allerdings stellt sich mir die Frage, ob nicht Glitazone dann ebenfalls als grundsätzlich kontraindiziert zur Behandlung des hyperinsulinären Typ 2 Diabetes
gelten müssten?  :kratz:
--- Ende Zitat ---

Offensichtlich nicht. Die sind ja an Typ 2 getestet worden und haben daraufhin die Zulassung bekommen. Und wenn sie nur als Monotherapie oder Kombi ohne Insulingaben zugelassen sind, dann werden sie bei Diabetikern eingesetzt, die sehr wohl noch eine Restsekretion haben. Auf das Hyper kommt es da gar nicht an, denn (externes) Insulin ist kategorisch ausgeschlossen, nicht etwa erst ab einer gewissen Dosis.


--- Zitat ---Hängt vielleicht mit der Frage zusammen, wieweit Insulin,  auch dem körpereigenen, eine antidiuretische Komponente eigen ist, wie Felix W. in dsmd angeführt hat.

Siehe hierzu den entsprechenden Thread in dsmd.
--- Ende Zitat ---

dsmd kann mir gestohlen bleiben! :knatschig:

Vermutlich durch den Abfall des BZ, der zu einem Anstieg der Hypophysenhormone beiträgt.

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