Autor Thema: Überweisung zum Podologen  (Gelesen 3781 mal)

Offline Gyuri

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Überweisung zum Podologen
« am: August 15, 2020, 15:35 »
Unser aktuelles Problem ist zwar kein neues, stellt uns aber jetzt (daran ist jetzt Corona mit schuld) vor ganz neue Probleme.

Vor zwei Jahren war es schon ähnlich. Da zogen wir in eine andere Stadt, weit weg, um.
Schon vorher hatten wir das Problem, dass es weit und breit keinen Podologen gab, der mit den kranken Kassen abrechnen konnte/wollte. Wenn man da nicht aufpasst, bleibt man auf den vorgeleisteten Kost sitzen und/oder die Überweisung verfiel bevor man den ersten Termin bekam.

Von den kranken Kassen gab es dazu nur ein Schulterzucken. Man wüsste nicht, welcher zugelassene Podologe einen Termin hätte.  :kratz: Wenn es gar keinen gab, konnte man bei der Kasse seines Vertrauens fragen, ob wenigstens ein Teil der Kosten getragen würden. Bei uns hat es dann ursprünglich geklappt … mit einer Zuzahlung von 20 € je Sitzung.

Aber kaum waren wir umgezogen - schon ging das gleiche Theater los. Mit viel Glück fanden wir eine Podologin in der Nachbarstadt (12km entfernt) die uns Doppeltermine gab (für Frau und mich) und die mit den Kassen abrechnete.

Im Frühjahr hatte sie dann ein paar Wochen "zur Sicherheit"  :patsch: zu. Sie war zwar nicht erkrankt, aber ein Patient von ihr wurde positiv getestet…

Kurz nachdem ihre Praxis wieder eröffnet wurde, wurde sie krank (ich weiß nicht was) und später meldete sie auf dem Anrufbeantworter, dass sie länger ausfalle und wir uns einen anderen Podologen suchen müssten.

Jetzt erlebe ich wieder das gleiche "Buchbinder Wanninger"-Syndrom, welches ich schon insgesammt drei mal erlebte. Nur dieses mal ist es noch schwieriger, weil weit und breit die meisten Podologen ausgefallen sind und die wenigen Patienten mit Glück bei den übrigen Podologen noch irgendwie eingeschoben wurden.

Sowohl meine Frau, als auch ich haben aktuell (verschiedenen) Probleme und wissen nicht, wer uns bzw. unseren Füßen helfen könnte. Die kranken Kassen werden noch sturer als früher und verweisen nur noch auf Suche im Internet. Wenn ich jetzt einen Podologen mit Termin finden sollte, muss ich wieder zuerst die Kasse fragen, ob ich da überhaupt hin kann (um dann nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben), dann eine neue Überweisung besorgen (da hat man mir schnelle Hilfe versprochen) und wenn alles gut geht, kann der versprochene Termin sogar klappen. Wie es dann mit weiteren Terminen weiter geht, können einige Podologen auch nicht sagen.

Bei der telefonischen Suche schimpften alle Podologen auf die kranken Kassen, die nicht ihren Verpflichtungen nachkämen. Nur - was hilft mir das?
[Sarkasmus on]
Sieht man hier eine Möglichkeit, wie man als Diabetiker einen Podologen-Termin bekommt noch BEVOR der Fuß weg muss?
 :kreisch:
[Sarkasmus off]
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:32 von Oggy »
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Offline Kladie

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #1 am: August 15, 2020, 18:02 »
Hallo Gyuri,

da wird man ja fast schon genötigt ein Krankenhaus aufzusuchen. Bis die merken, daß man regelmäßig kommt, ist die Podologin wieder gesund. Ist leider immer zeitaufwendig - aber wat mut dat mut!
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:32 von Oggy »

Offline Gyuri

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #2 am: August 15, 2020, 22:21 »
Jetzt muss ich erst mal Urlaub machen. Wenn ich (wie geplant) zurück komme, kann ich ja mal unsere Hausärztin fragen.
Die ist auch Chirurgin und hat meiner Frau einen eingewachsenen Zehennagel ganz gut operiert.
Vielleicht macht sie mir auf ein Hünerauge weg? Das stört mich beim Gehen ungemein.

Die normale Hornhautentfernung und die Kürzung der Nägel bringe ich ZUR NOT auch selber hin. Aber bei meiner Frau trau ich mich nicht und selber kann sie das überhaupt nicht mehr.

Eine ganz kleine Hoffnung habe ich bei einem sehr guten Podologen, der mir einen Thermin Ende September VIELLEICHT in Aussicht stellte. Wie es dann aber weiter geht …  :kratz:
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:32 von Oggy »
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Offline Joerg Moeller

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #3 am: August 17, 2020, 11:45 »
Wenn ich jetzt einen Podologen mit Termin finden sollte, muss ich wieder zuerst die Kasse fragen, ob ich da überhaupt hin kann ...

Wieso? Wenn Du eine Verordnung hast und der niedergelassene Podologe mit der Kasse abrechnet, brauchst Du die KK doch nicht erst zu fragen. Du musst ja auch nicht fragen, ob Du Deine Rezepte bei Apotheke XYZ einlösen darfst.

Schau doch mal hier rein: https://www.podo-deutschland.de/podologenliste.html

Viele Grüße
Jörg
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:32 von Oggy »
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Offline Insulinjunkie

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #4 am: August 19, 2020, 10:07 »
Hallo,

ganz so einfach ist es nicht (zumindest in Berlin).

Es gibt viele Podologen, bei denen darfst du als Patient alles bezahlen und sollst es dir dann von deiner Kasse wiederholen. Angeblich dauert es so lange, bis die Kassen bezahlen (Aussage von einer Podologin). In Wirklichkeit leiten die Podologen größtenteils die Rezepte an eine Sammelstelle weiter und die erstellen dann Rechnungen die die an die KK's weiterleiten. Dann kommt das Geld zu denen und dann wird das verteilt. Und das dauert.

Genauso unverschämt ist das verlangen des Patientenanteils vor der ersten bzw. zweiten Behandlung. Darauf haben Podologen und Physiotherapeuten keinen Rechtsanspruch. Trotzdem machen Sie es und wenn du nicht zahlst wird auch mal die Behandlung verweigert. Selbst den Verweis auf deren eigenen Regeln, das kein Recht auf Vorauszahlung besteht, wird ignoriert und auch die "Drohung", es an die KK, Ärztekammer oder ähnliches weiterzuleiten wird mit einem höhnischen Grinsen abgetan. Das zeigt doch, das die machen können was sie wollen. Mir ist es auch schon so ergangen und in einem Fall musste ich meinen Geld bzw. den fehlenden Behandlungen hinterher rennen, weil es die Praxis auf einmal nicht mehr gab.

Und den vielgepriesenen Hypokratischen Eid kann man getrost vergessen. Mir hat die KV (Kassenärztliche Vereinigung) auf eine Beschwerde mal geschrieben:
"So wie der Patient das Recht auf freie Ärztewahl hat hat der Arzt das Recht auf freie Patientenwahl."

VG
Insulinjunkie
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:32 von Oggy »
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Offline CBM

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #5 am: August 30, 2020, 00:08 »
Servus Gyuri,

ich denke dass es einfach zu wenig Podologen m/w/d gibt. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und teuer. Was man dann arbeitet ist immer gleich.

Frage mal in einer Abschlussklasse einer Schule, wessen Traumjob das ist...

Auch in einem bayerischen Millionendorf war es schwer, einen Platz zu finden. Meine Podologin ist sehr fähig und engagiert und schimpft aber auch jedesmal auf die Kranken Kassen, die wieder Rezepte zurückwiesen wo ein Wort oder Zahl darauf gefehlt hat.

Die lebt auch nicht von uns Diabetikern - da die Praxis in einem "besseren" Stadtteil ist, gibt es da oft feine Damen die für eine Behandlung ein vielfaches hinlegen.

Würde Dir da eine Lösung einfallen? Mir spontan nicht. :kratz:
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:33 von Oggy »

Offline Gyuri

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #6 am: August 30, 2020, 15:13 »
Dessen bin ich mir schon bewusst!
Für mich wäre das auch kein Traumjob.
Für mich wäre der Job eines Urologen oder Gynäkologen aber auch nicht automatisch anstrebenswert.
Ich glaube, viele Ärzte beginnen nicht in ihrem Lieblings-Fachbereich, sondern machen das, wo sie am Ehesten unterkommen. Alle Fachärzte sind aber WICHTIG. Die kranken müssen auch (mit) dafür sorgen, dass sich ein Ärztemangel in Grenzen hällt. GENAUSO haben sie die Verpflichtung Diabetikern eine vernünftige Versorgung zu gewährleisten.

Ich war frühe schon bei zwei staatlich anerkannten Podologen, die keinen Kassenvertrag hatten, und sich ihr (wohl verdientes) Geld zum Teil von den Patienten holten.

Und warum?
Die Kassen akzepieren "erst mal" nur Podologen mit Kassenzulassung. Und nur wenn überhaupt kein Podologe zur Verfügung steht, lassen sie sich so weit herab auch einen Podologen ohne grünes Licht der Kassen zu akzeptieren.
Würden die Kassen ihrer Versorgungspflicht nachkommen und z.B. den Podologen eine angemessene Bezahlung einräumen, wäre das Problem sicherlich bald gelöst und auch der Beruf des Podologen ein gutes Stück attraktiver.
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:33 von Oggy »
Gruß vom Gyuri

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Offline CBM

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #7 am: August 30, 2020, 16:08 »
och - so in der sechsten Klasse wollten wir Buben in der Klasse alle Frauenarzt werden. ;D ;D ;D

Bis wir realisierten, dass es eine große Patientenzahl 60+ gibt. :patsch:

Man müsste das mit der Podologie halt vereinfachen. Es müsste eine Rezept reichen auf dem steht: "Podologische Behandlung wegen drohendem/bestehendem diabet. Fußsyndrom." Fertig.

Recherchiere mal im Net, was ein Podologe mit Kassenzulassung alles an Praxisausstattung haben MUSS. Viel mehr als ein "freier"...

Da ist in der Tat Reformbedarf da!

Grüsse!
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 08:33 von Oggy »

Offline Joerg Moeller

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Re: Überweisung zum Podologen
« Antwort #8 am: August 31, 2020, 13:23 »
Man müsste das mit der Podologie halt vereinfachen. Es müsste eine Rezept reichen auf dem steht: "Podologische Behandlung wegen drohendem/bestehendem diabet. Fußsyndrom." Fertig.

So einfach ist es aber leider nicht. Ich musste jetzt eine Verordnung neu ausstellen lassen weil da nur "diabetisches Fußsyndrom" als Grund genannt wurde. Seit dem 01.07. muss auch die Polyneuropathie gesondert genannt werden. (Zumindest mit dem zugehörigen ICD10-Code).

Die KK sollte doch eigentlich wissen, dass ich auch eine PNP habe. :mauer:

Ich frag mich wirklich langsam, ob die das als ABM machen nach dem Motto "Wo können wir noch etwas Neues verkomplizieren?".  :balla:

Viele Grüße
Jörg
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