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Cortison zu erwarten

Offline Joerg Moeller

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Demnach würde ein Cortinson-Tampon im Gesäß auf den Blutzucker wirken, ein gemeiner Angriff mit dem cortisonhaltigen Eiszapfen ebenso - wenn mir einer damit die Blase spült wäre ich aber fein raus.

Yep! :ja:

Viele Grüße
Jörg
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Offline Floh

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Soderl, die Damen und Herren.

Teil 2 der Cortisonsaga. Diesmal nicht als Injektion, sondern als Tabletten. Hat mich heute morgen kurz aus der Bahn geworfen, weil der Rechner der im ersten Post dieses Fadens verlinkt ist von "Cortison i.v." spricht. Die Tabletten waren naturgemäß nicht i.v.

Der Rechner ist trotzdem richtig. Sehr spannend. Erneut einen Haufen Insulin 3 Stunden nach Einnahme, einen halben Haufen 6 Stunden danach. Blutzucker im Rahmen der normalen Schwankungen i.o. Heute abend nach 20 Uhr (also etwa 14 Stunden nach Einnahme) war keine Resistenz mehr zu bemerken und ich hatte prompt einen kleinen Unterzucker nach dem Abendessen.

Zusammenfassung: Der Rechner ist auch für in Tablettenform eingenommenes Cortison geeignet (zumindest bei Prednosilon - mehr Tests habe ich noch nicht).

Frage an die Runde: Heute war naturgemäß meine Tagesgesamtdosis 20% höher als sonst (das sagt ja der Rechner). Diese 20% sind in Prinzip dafür da, die Resistenz des Cortisons zu bekämpfen. Weiß irgend wer, ob sich damit zusätzlich auch eine Downregulation zu erwarten ist? Dann wird das mit den 30 Tagen Cortison nämlich spannend. Wenn keiner was sagt, kann ich ja in ein paar Tagen panische Daten (mit n=1) liefern.


Offline Renato

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Bin zwar (noch) nicht auf Insulin, aber auch ich hab dauernd wieder mal Probleme mit dem BZ nach den Cortison Spritzen.
Vor 5 Wochen hat mir mein Rückenspezialist sechs Cortisonspritzen ins ISG verpasst um zu beweisen, das mein ISG das noch nicht behandelte Problem ist. In den letzten Tagen kehrt nun wieder so langsam der Normalzustand meines BZ zurück. Hilfe habe ich weder von diesem Arzt, noch vom Hausarzt bekommen.
Als ich dem Hausarzt die SiDiary-Statistik geschickt habe, kam als Antwort:

sieht erschreckend aus - stay cool!

Das Cortisondepot wird sich noch einige Tage bemerkbar machen. Ich würde
aber die etablierte Zuckertherapie nicht ändern, das reguliert sich von
selbst. Vorübergehend erhöhte Werte sind unbedenklich!…
Grüsse Renato


Offline Floh

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Ich schließe mich Renato an.

Weil das aber ein wenig wenig Information ist, noch meine Zusammenfassung.

Heute sind es sieben Tage mit Cortison in Tablettenform. Ich halte die Behandlung weiterhin für sinnvoll - so ganz umsonst verschreibt es ja keiner. Aber für den Blutzucker ist das alles großer Mist.

Meine Tagesgesamtmengen sind von ~45 I.E. auf nun ~75 I.E. angestiegen - und es reicht immer noch nicht. Der Blutzucker ist permanent zu hoch und Korrekturen wirken praktisch nicht. Mir ist irgendwie schon klar, dass das bedeutet das ich nicht rechtzeitig genug Insulin verabreiche, weil ich in einer permanenten Resistenz schwebe (hey: Vorteil: ich beginne etwas mehr Verständnis für Typ 2 zu entwickeln). Leider fehlt mir derzeit die Zeit den zweiten Weg zu versuchen die Resistenz zu bekämpfen - ich werde heute Abend mal den Wagen anspannen und mit den beiden Viechern durch den Wald rasen. Vielleicht hilft Sport.

Ansonsten: Der Rechner aus dem ersten Post erscheint mir für die längerfristige Tablettenversion nicht ausreichend aggressiv (und _das_ finde ich schon fast bedrohlich). Ich bleibe jetzt für die nächste Woche bei den beiden Bolusgaben und erhöhe zusätzlich die Basalrate um 50%. Mal sehen, ob wir dem nicht beikommen.

Andere Vorschläge nehme ich immer noch gerne, übrigens.


Offline Joerg Moeller

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Zusammenfassung: Der Rechner ist auch für in Tablettenform eingenommenes Cortison geeignet (zumindest bei Prednosilon - mehr Tests habe ich noch nicht).

Das war zu erwarten: die genaue Form der Applikation ist dabei gehupft wie gesprungen. Es kommt darauf an, ob das Cortison systemisch angewandt wird, d.h. ob es ins Blutsystem übergeht.

Im Gegensatz zu systemisch steht "topisch", d.h. lokal begrenzte Anwendung, wie z.B. Cremes. Die wirken sich nicht auf den BZ aus. Spritzen ins Gelenk gehören eigentlich auch dazu, aber dabei kommt es doch manchmal zu Auswirkungen auf den BZ. Ich hatte aber auch schon eine Gelenkspülung mit Cortison und das hat meinen BZ nicht im geringsten beeinflusst.

Viele Grüße
Jörg
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Offline Floh

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Den Teil mit systematisch zu topisch hatten wir schon hier im Faden. Ich war vor allem deswegen überrascht, weil sich der Zeitpunkt nicht ändert.

Ich kenne mich ja nur mit Insulin und Milchkaffee so einigermaßen aus.

Bei einer Injektion i.v. hätte ich bei Cortison eine ähnliche Reaktion erwartet wie bei Insulin. Wirkt praktisch ab Zeitpunkt der Injektion. Die Tabletten zählten für mich eher wie Milchkaffee: erst kauen, dann schlucken, dann irgendwann Resorption. Wenn nun die erste Bolus-für-Cortison-Abgabe 3 Stunden später errechnet wird, hätte ich bei den Tabletten vielleicht etwas später einen Bolus erwartet. Und war fast schon drauf gefasst, dass ich vorher in den Unterzucker rutsche.

Das war zum Glück nicht der Fall.


Offline Joerg Moeller

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Bei allem was oral aufgenommen wird, kommt es immer drauf an, wie schnell die Magen-Darm-Passage ist.
Die kann sich ja auch ändern: bei einem leeren Magen oder einem niedrigen BZ geht es schneller, bei vollem Magen, viel Fett oder hohem BZ geht es langsamer.

Und dann kann man als Diabetiker auch eine Gastroparese haben, d.h. da ist die Passage dann sehr verlangsamt. Bei mir schlägt z.B. die Hauptlast des Abendessens von 18-20 Uhr erst nachts gegen 2-3 Uhr so richtig durch. Da würden dann auch Tabletten erst später anschlagen als bei einem, der das nicht hat.
(Gastroparese wird ausgelöst durch eine autonome Neuropathie, d.h. anders als bei einer PNP sind da nur bestimmte Nervenstränge beeinträchtigt)

Viele Grüße
Jörg
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Offline Renato

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Aus meiner Sicht ist es viel schwieriger bei DM2 und Tabletten den BZ wieder innert kurzer Zeit auf Normalwerte zu bringen.
Habe ich einen erhöhten Wert, weil ich mal wieder gesündigt habe, kann ich das mit der Ernährung sehr schnell wieder ins Lot bringen.
Bei Cortisonspritzen hilft weder Erhöhung der Tablettendosis, noch die Ernährung umstellen.

Leider werden innerliche und äusserliche Kortisonpräparate noch heute von manchen Ärzten unverantwortlich verwendet. Das "beste" Beispiel sind die wiederholten Kortison-Depotspritzen, die im Frühjahr gegen Heuschnupfen oder auch gegen orthopädische Probleme in den Po oder ins Gelenk gespritzt werden. Siehe: https://www.drbresser.de/behandlungsverfahren/kortison/

Ich musste immer wieder feststellen, dass die Ärzte, wie auch das Pflegepersonal in Spitälern, sich nicht bewusst sind, welche Auswirkungen Cortison bei Blutzuckerkranken haben und wenn man sie darauf anspricht mit Unverständnis reagieren. Noch weniger können Sie zwischen DM1 und DM2 unterscheiden.

Wer Insulin spritzt wird das viel besser und schneller in den Griff bekommen, da er mehr messen muss und die gespritzte Dosis Insulin anpassen kann.
Grüsse Renato


Offline Gyuri

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(…)

Wer Insulin spritzt wird das viel besser und schneller in den Griff bekommen, da er mehr messen muss und die gespritzte Dosis Insulin anpassen kann.
Ja nun,
Wer oder was hindert dich, dir einen Diabetologen zu suchen, der bereit ist, dir Insulin zu verschreiben?

Ich habe vor 21 Jahren nach einem erfolglosen Jahr mit Diät und nach erfolglosen 5 Jahren meiner Frau mit Tabletten-Therapie beschlossen, "einfach" gleich mit Insulin zu beginnen … habe es allen Unkenrufen zum Trotz nie bedauert. Meine Frau machte es mir sogleich nach und war recht froh, von dem Tablettenzeug etwas weg zu kommen…
Gruß vom Gyuri

Alle sagten: Das geht nicht. :nein:
Dann kam einer, der wusste das nicht,
und hat's einfach gemacht. :ja:


Offline Joerg Moeller

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Wer oder was hindert dich, dir einen Diabetologen zu suchen, der bereit ist, dir Insulin zu verschreiben?

Sagen wir mal so: wer oder was informiert dich, dass man da den Entgleisungen mit Insulin vorbeugen kann?

Ich kannte mal einen DM2er, bei dem sich der DM2 erst durch eine Cortisontherapie manifestierte. Der war wohl vorher schon in einem prädiabetischem Stadium und dann hat der Cortisonhammer den Stein erst ins Rollen gebracht.

Ich schließe mich da Renato an: wenn Ärzte/Assistenzpersonal schon nicht über die Auswirkungen auf den BZ informiert sind, wie soll man das dann von Lieschen Müller mit Ihrem "Alterszucker" erwarten können?

Viele Grüße
Jörg
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