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Auswirkungen des SEA (war Re: Der 5'er Club Reloaded)
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Gyuri:
Wieder ein Frage, die ich so nicht beantworten kann.
Da ich vorallem keinen Bolusrechner brauche weil ich mit ihm nichts rechnen könnte was in mein Konzept passt, stelle ich auch keine Anforderungen an ihn.

Ich spritze in der Früh 10 IE eine gute Stunde vor dem Frühstück und noch mal 8 IE unmittelbar davor.
Mittags spritze ich ca. 30 bis 60 Minuten vor dem Essen 10 IE.
Am Abend spritze ich vielleicht 15 Minuten vorher 12 IE.
Bei allen Hauptmahlzeiten esse ich ca. 3 bis 6 BE.
Meist messe ich vor dem Essen nicht einmal meinen Blutzucker, weil ich das nur mache, wenn ich einen von zwei drei Messtagen in der Woche einlege.
Die Ergebnisse der Prä-Werte haben auch überhaupt nichts mit dem Bolus zu tun sondern sind für mich nur ein Hinweis, dass mein Basal passt … oder nicht.

Mit dem Bolus "rechnen" muss ich nur, wenn es die berühmt berüchtigte Pizza gibt … oder Spaghetti … oder Kässpatzen.  :mahl: (besonders am Abend gefährlich)
Da sieht diese Rechnung aber auch nur so aus: Ich denke, "Das könnte wieder schlimm werden!", und dann mache ich, was ich mir merken konnte was beim letzten Mal erfolgreich war.  :gruebeln:
Ich spritze 10 IE vor der Pizza (ohne SEA) und weitere 15 bis 20 IE eine Stunde nach der Pizza.

Und dazu brauche ich wirklich keinen Bolusrechner.


Was ich sonst noch schreiben wollte:
@ Kladie
Ich glaube, die Beratungsresistenz findet man nicht nur bei Typ2er. Die findet man auch bei anderen Kranken. Meist haben die keine Lust sich großartig mit einer Krankheit auseinander setzen zu wollen, die sie sowieso nicht verstehen.
"Dazu ist der Arzt dann zuständig… der soll sich um mich kümmern. Ich zahle ja genug in die Krankenversicherung. 8)
Wenn eine unangenehme Therapie empfohlen wird, kann ich den Arzt ja austricksen."  :baeh: Das man sich nur selbst austrickst ist denen nicht klar.
Und dann sind da noch all die, die von einem Arzt zum anderen gereicht werden und von denen man nur mit Mist zugelabert wird bis man gar nicht mehr hin geht. Wer sich für seine Krankheit/sein Gebrechen in Foren interessiert, der ist davon natürlich nicht betroffen. Ich kannte aber Tanten, die in der Schulung den Diabetologen anflehten: "Aber Herr Doktor, ein Stückchen Kuchen zum Kaffee muss schon sein…oder?"
Hobbit:
@Kladie
100% Zustimmung  :super: Ein bisschen über den eigenen TellerDiabetestherapierand rausschauen ist gerade bei Diabetes von großem Vorteil.
Dennoch bleibe ich dabei: Oftmals muss man gar nicht so weit vom "Norm"weg abweichen, um seine Therapie erfolgreich an den eigenen Alltag anzupassen. Das, was ich schon geschrieben habe: Manchmal ist eine gewisse Rückbesinnung sehr vorteilhaft. Immer mal wieder auch das Standard-Essen abwiegen, Basalratentests, Postprandialtests können schon viele Fehlerquellen und ein unbegründetes Abweichen von der Norm einbremsen.
Joerg Moeller:

--- Zitat von: Hobbit am März 21, 2017, 13:31 ---Klar kann ich mir Gedanken darüber machen, dass noch x% des Brunch-Insulins wirken, wenn 2h später das Mittagessen ansteht.

--- Ende Zitat ---

Und in dem Fall wäre die korrekte Insulinierung, dass man nur BE x BE-Faktor rechnet. (Regel: man korrigiert nicht in ein noch laufendes Insulinprofil)
Ich messe in solchen Fällen nichtmal den BZ, weil der eh nur informellen Charakter hätte, wenn ich sowieso nicht korrigiere.

Da an der Dosis Abstriche zu machen weil ja noch wirkendes Insulin im Körper ist wäre einfach nur falsch. Das prandiale Insulin soll ja den BZ im Gleichgewicht halten. Ich brauche also auf jeden Fall den Ausgleich für die BE. Wenn ich mir das als Balkenwaage vorstelle wird es deutlicher. Egal was vorher gewesen ist: wenn ich auf die eine Seite der Waage etwas draufstelle, dann muss ich das ausgleichende Gewicht auch auf die andere Seite stellen, damit die Waage nicht zu einer Seite kippt.

(Wenn ich Rechnungen bezahle, dann kann ich ja auch nicht weniger zahlen, nur weil ich denen schon kurz vorher etwas überwiesen habe :zwinker:)

Viele Grüße,
Jörg
Joerg Moeller:

--- Zitat von: Kladie am März 21, 2017, 16:39 ---Wenn ein Arzt beispielsweise mal als "Hilfsmittel" bezeichnet würde, dann ist es falsch sich nur auf seine Ratschläge zu verlassen. Das tun aber viele aus Bequemlichkeit, ohne sich alternative Informationen zu beschaffen
--- Ende Zitat ---

Ja, das ist kappes. Wenn man mich fragt "Warum machst du das so und so", dann möchte ich schon ein bißchen mehr sagen können als "Weil man mir das so gesagt hat". Wenn man nur das tut was einem gesagt wird, dann kann man auch im Fluß landen (wie dieser Autofahrer der blind seinem Navi gefolgt ist und dann den Weg einer Flußfähre folgen wollte, die zu dem Zeitpunkt aber am anderen Ufer war)


--- Zitat ---oder alternative Behandlungsmethoden auszuprobieren.

--- Ende Zitat ---

Auch ein Grund, warum man sich auskennen sollte: um zwischen sinnvollen Alternativen und esoterischem Mumpitz unterscheiden zu können.

Viele Grüße,
Jörg
Hobbit:
@Joerg Moeller
Klar, du hast natürlich vollkommen recht! Ich habe das Beispiel einfach schlecht/falsch ausgedrückt.
Den - wie du selber richtig sagst - nur bedingt aussagekräftigen BZ lasse ich dennoch in meine Beurteilung einfließen, wenn eine Mahlzeit kurz nach der vorherigen folgt. Da kommen dann eben wieder Erfahrungswerte ins Spiel: wenn mein BZ 1,5h nach BE-/IE-Aufnahme bei ~80mg/dl rumkrebst, kann ich (Betonung auf: ich; MEIN Körper, MEIN Therapieschema) relativ sicher sein, dass er im weiteren Verlauf (während möglicherweise noch x% des Bolus und y% der KH wirken) nicht großartig ansteigt und ich würde den Bolus für die nächste Mahlzeit reduzieren.
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