Autor Thema: Mehr Metformin?  (Gelesen 8242 mal)

Offline Tarabas

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Mehr Metformin?
« am: März 27, 2016, 20:10 »
Hi!

ich kann leider nachwievor meinen Nüchtern-BZ nicht wirklich in den 100er-Bereich bringen, sondern liege so bei 130-140, nach einem Einschlaf-BZ von 100.

Da ich über den Tag mit meinem Basal eigentlich ganz gut klarkomme, will ich mein Levermir eigentlich nicht erhöhen. Momentan nehme ich 2x Janumed 50/1000. Damit habe ich mit 100mg Sitagliptin die Höchstdosis erreicht. Mehr Janumet geht also nicht. Metformin könnte man ja aber auf bis zu 3000mg hochgehen.

Ich überlege meinen DiaDoc nach 1000mg reines Metformin für den Abend zusätzlich zu meiner Janumet zu fragen. Was meint ihr?

Oder alternativ doch das Levemir erhöhen - aber auf zwei parallele Dosen aufgesplittet?
Typ 2 - Janumet 50/1000 - fiasp und Levemir - Freestyle Libre

Offline Gyuri

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Re: Mehr Metformin?
« Antwort #1 am: März 27, 2016, 21:15 »
Wie immer kann ich nur erzählen, was ich und meine Frau für Erfahrungen mit Metformin gemacht haben.

Meine Frau nahm zuerst eine Zeit lang Glukophage (was Metformin entspricht) recht erfolgslos ein, bis ihr Diabetologe meinte, sie sei wohl "ein Typ 1" und könne nur erfolgreich mit Insulin behandelt werden. Zufällig zur selben Zeit wechselte ich von einer BE-Diät direkt zu Insulin (weil ich damals alle Tabletten ablehnte).
Mit Einführung von DMP wurde meine Frau dann als Typ2 klassifiziert und wir erhielten beide zu unserem Insulin auch noch Metformin verschrieben. Einen Erfolg konnten wir beide nicht feststellen. Da wir beide aber keine Nebenwirkungen feststellten schluckten wir bis heute fleißig weiter. Ein Diabetologe "verplapperte" sich in einem anderen Zusammenhang mal, dass er Ärger bekommt, wenn nicht mindestens 80% seiner Typ2er Metformin erhalten…

Ich musste schon zwei Mal Metformin voreiner OP absetzen. Das ist nicht tragisch, aber ich bemerkte in meinen Tagesprofilen ÜBERHAUPT keinen Unterschied ob ich die Pillen schluckte oder nicht. Vor kurzem befürchtete ich, wieder unters Messer zu müssen und setzte Metformin vorsorglich ab. Zum glück erholte ich mich wieder, stellte aber nach einem Monat "Entzug" immer noch keinen Unterschied fest. Jetzt schlucke ich wieder brav die Tabletten, merke aber nach wie vor keinen Unterschied.  :kratz:
Mein Diabetologe meinte, an etwas niedrigeren Nüchternwerten sollte man die Wirkung schon sehen.
Nur bei mir … Fehlanzeige.
Nach meiner Theorie sind gute Nüchternwerte primär ein Zeichen für gute Basalversorgung. Und darum schraube ich bei schlechten Nüchternwerten etwas am Basal-Insulin rum. Lantus hat bei mir keine so geradlinige Wirkkurfe, wie es der Hersteller verspricht und darum kann man schon mit der Tageszeit einiges regeln. Durch Zufall kam ich auch darauf, dass ich mit Apidra in kleinen Mengen über den Tag verteilt auch eine gute Basalversorgung zu erhalten. Das ist dann nur etwas mühselig, wenn man das einem Außenstehenden erklärt.  :rotwerd:
Mein Diabetologe hat es aber verstanden und meinte, der Erfolg gäbe mir Recht.  :super:

Irgendwann werde ich wohl Metformin nicht mehr schlucken.
Meine Frau wird übrigens z.Zt. auf einer Reha mit Metformin "eingestellt" und bekommt nur noch Insulin, wenn sie über 200mg/dl kommt.  :balla:
Das mag ja für einen Krankenhausaufenthalt praktikabel sein (nichts ist dort schlimmer als Unterzucker  :kreisch: ) nach dem Aufenthalt werde ich aber mit ihr wieder zu einem Diabetologen meines Vertauens gehen und sie mit einer ICT neu einstellen lassen.
Gruß vom Gyuri
„Miss alles, was sich messen lässt,
und mach alles messbar,
was sich nicht messen lässt.“

Archimedes

Offline Tarabas

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Re: Mehr Metformin?
« Antwort #2 am: März 27, 2016, 21:52 »
Ich mußte die letzte Zeit zwei mal das Metformin absetzen, und habe es jedes Mal deutlich in meinen Werten, insbesondere dem NBZ gemerkt. Scheint also wirklich individuell zu wirken.
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Offline Joerg Moeller

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Re: Mehr Metformin?
« Antwort #3 am: März 29, 2016, 14:14 »
Hast du schon mal probiert das Abendessen wegzulassen, bzw. nur einen leichten Salat ohne Dressing zu nehmen? Das könnte ja auch mit FPE zusammenhängen. Auch ein Dawn-Phänomen wäre möglich, wenn du die 130-140 direkt nach dem Aufstehen misst. Das könntest du mit einem nächtlichen Basaltest (oder einem CGMS) checken.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Tarabas

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Re: Mehr Metformin?
« Antwort #4 am: März 29, 2016, 21:43 »
An Dawn hatte ich auch schon gedacht, deshalb ja die Idee mit dem Metformin, weil es ja die Glucose-Neubildung in der Leber hemmt.

Essensmäßig hab ich eigentlich alles schon probiert. Kohlenhydratreiches Abendbrot, daß beim Einschlafen schon durch sein müßte. Oder Tomaten mit Salzlakenkäse, mit potentiellen FPE.

Vielleicht wäre ja auch eine zusätzliche, kleine Dosis Levemir an einer zweiten Spritstelle eine Lösung? Damit ich in der Nacht mehr Levemir wirken habe?
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Offline Joerg Moeller

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Re: Mehr Metformin?
« Antwort #5 am: März 30, 2016, 10:58 »
Vielleicht wäre ja auch eine zusätzliche, kleine Dosis Levemir an einer zweiten Spritstelle eine Lösung? Damit ich in der Nacht mehr Levemir wirken habe?

Das klingt nicht schlecht, ein Versuch wäre es wert. Aber ich würde trotzdem erstmal herausfinden, wo der (mäßig) erhöhte NBZ herkommt; sonst wäre es nur ein blindes herumstochern.
Die zweite Dosis wäre z.B. dann okay, wenn der BZ die ganze Nacht über ansteigt. Bei einem Dawn würde das nichts bringen und eher in einer Hypo münden. Dawn zeichnet sich ja durch einen BZ-Gipfel aus, der kurz vor dem Aufstehen beginnt. Dafür bräuchte es ein Insulin, das zu dieser Zeit dann auch seinen Wirkgipfel hat.

Viele Grüße,
Jörg
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