Diabetesfragen > ICT - Basis/Bolus

400 Teststreifen genügen!?

<< < (5/10) > >>

Gyuri:
Das mag schon alles stimmen - theoretisch.
Da sitzt irgendwo einer, der sich für seine Doktorarbeit ein Thema einfallen lässt und dann solche praxisfremden Regeln aufstellt.[*] Wo kommt sonst auch die Empfehlung her, dass man das abendliche Basalinsulin in den Oberschenkel spritzen soll?  :balla: Ich habe das probiert (vor vielen Jahren) hatte aber rein überhaupt keine Veränderungen messen können. Und glaubt mir: ich habe früher sehr viel gemessen.

[*] Als die ersten Analogika raus kamen befürchtete man überall, dass Diabetiker am Esstisch unwillkürlich in ein Hypo fallen, falls sie nicht unmittelbar nach der Injektion was zum Essen bekommen. Zumindest für Typ 2 ist das völliger Quatsch.
 
[*] Als Lantus raus kam, wurde lauthals behauptet, es hätte eine "absolut" lineare Wirkkurve. Daraus könnte man ableiten, es spielt keine Rolle, wann man es spritzt. Es soll nur immer alle 24 Stunden gespritzt werden. Inzwischen weiß man, dass Lantus nicht immer eine lineare Wirkkurve hält.

[*] Vor ein zwei Jahren wollte man mir doch tatsächlich erzählen: "Man spritzt jetzt ungeachtet der Körperfülle nur noch mit 6mm Nadeln, muss dann aber die Verweilzeit von 6 auf 20 Sekunden erhöhen."  :balla: [/list]
Und jetzt haben wir eine andere Wirkkurve, wenn wir eine Injektion auf mehrere aufteilen?  :kratz:
Wie hat man das denn festgestellt? Ich sage gar nicht, sondern nur ausgedacht. Vielleicht hat man auch geistige Anleihen bei Pumpenträgern gesammelt, die durch die Pumpe weniger Insulin benötigen (maximal 10% habe ich mal gehört).
Und jetzt wiederhole ich mich: Ich spreche nicht von Typ1ern!!!!!! Es gibt (nicht wenige) Typ2er, die haben (nachweisbar) gute Erfahrungen mit einem sehr langen SEA gemacht. Sollten die lieber ihre Insulindosis von vielleicht 50 Einheiten auf je 5 Einheiten spritzen, um auch kurz vor dem Essen die Wirkung voll abzubekommen?  :kratz:
Ist es nicht so, dass der Typ2 Diabetiker mindestens am Anfang zu viel Insulin in sich hat und es nur nicht von den Zellen aufgenommen wird? Was brächte da eine Spritzstrategie, die bestenfalls eine Veränderung im einstelligen Prozentbereich verursacht … falls das überhaupt messbar ist?

Nicht falsch verstehen!
Ich will keinem zu der einen oder anderen Vorgehensweise überreden. Soll doch jeder so glücklich werden, wie er glaubt. Ich will nur darauf aufmerksam machen, dass man nicht alles kritiklos akzeptieren sollte … um dann nach ein paar Jahren wieder alles anders zu sehen, nur weil sich irgend ein Theoretiker mal profilieren wollte.

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Tarabas am August 28, 2015, 02:03 ---Oder mal ein ganz anderes Beispiel: Wenn ich in einen Pool-Chlor-Skimmer eine große Tablette schmeiße, dann ist die deutlich länger vorhanden als wenn ich diesselbe Menge in Mini-Tabs reinwerfe.

--- Ende Zitat ---

Auch ein schönes Beispiel :super:

Viele Grüße,
Jörg

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Gyuri am August 28, 2015, 07:12 ---Und jetzt haben wir eine andere Wirkkurve, wenn wir eine Injektion auf mehrere aufteilen?  :kratz:

--- Ende Zitat ---

Ja, hat man! Und auch nicht erst jetzt, sondern schon immer. Und das hat auch nichts mit DM2/DM1 zu tun, weil dem Insulin der Typ egal ist.

Lies dir auf der Seite mal den unteren gelben Kasten durch, da hab ich die physiologischen Grundlagen zur Resorption mal erklärt: http://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/korrekturinsulin.html

(Und nein, ich schreibe nicht an einer Doktorarbeit :zwinker: )

Viele Grüße,
Jörg

Kladie:
Hallo Joerg,

jetzt muss ich doch mal intervenieren. Gyuri spricht hier von der Praxis und die kann ich total bestätigen.

Du hast schon öfter geschrieben, dass es dem Insulin egal ist welcher Type der Diabetiker ist aber trotzdem gibt es Wirkunterschiede. 3 IE einem Type 1 injiziert hat ungleich mehr Wirkung als 3 IE für einen Type 2. Bei der Wirkungsbetrachtung musst du die Resistenz mitbeachten.

Es mag sein, dass durch mehrere Spritzstellen das Insulin besser bzw. schneller resobiert wird aber bei einem Marathonläufer ist das Verschenken der einen oder anderen Sekunde beim Getränkeholen auch ohne Einfluß auf den späteren Zieleinlauf obwohl Zeit verloren wurde.

Bei einem Type 1 sind 3 IE mehr oder weniger schon ein sehr deutlicher Unterschied wogegen das bei einem Type 2 in Richtung homäopatische Dosis geht. Wenn also 20 IE auf 2 oder 3 Spritzstellen aufgeteilt wird und dadurch die Wirkzeit von 4 Stunden auf 3,5 Stunden verringert wird wieviel zusätzliches Insulin wirkt dann in der ersten Stunde? Das ist beim Type 2 kaum messbar und nur das sagt Gyuri aus wenn er praxisbezogen argumentiert. 

Tarabas:

--- Zitat von: Kladie am August 28, 2015, 11:54 ---

Bei einem Type 1 sind 3 IE mehr oder weniger schon ein sehr deutlicher Unterschied wogegen das bei einem Type 2 in Richtung homäopatische Dosis geht.

--- Ende Zitat ---

Dann freu ich mich ja inständig daß ich mit weniger als 3x einer homöopathischen Dosis als Typ2er wunderbar hinkomme!  :banane: Sprich ich spritze 8IE.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln
Powered by SMFPacks Likes Pro Mod