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Anpassung der Basalrate

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|NQ|Eraser:
Hallo zusammen,

ich hatte in der letzten woche ein größeres problem, und wollte euch mal nach eurer meinung fragen:
vor gut einer woche bin ich morgens mit einem wert von 300 aufgewacht, wobei nach ausschluss aller möglichkeiten nur die basalrate übrig blieb.
mein doc meinte, ich sollte bei soetwas mindestens noch 2 tage bzw. nächte warten, bevor ich was verändere, damit man auch ganz sicher gehen kann, dass es die basalrate ist.
nachdem ich nach 2 tagen auch keine besserung hatte, habe ich angefangen nachts den bz zu testen.
nach 3 tagen hatte ich dann die neue basalrate raus, so dass ich allerdings 5 tage lang mit hohen werten nachts unterwegs war.
Meine frage an euch ist, wie macht ihr das, wenn ich ihr merkt, dass ihr nachts plötzlich mehr basal braucht?
man muss ja erstmal engmaschig kontrollieren, bevor man anhebt, oder?
bei mir war es halt so, ich habe gesehen, dass er um 02:00 230 war, habe angehoben. tags drauf hatte ich wieder nen wert von 240 morgens. worauf ich rausgefunden habe, dass er auch nochmals um 04:00 ansteigt.
das problem ist einerseits, dass ein paar nächte total im ar**h sind, und natürlich andererseits, dass ne woche lang die werte nachts spinnen.

habt ihr tips, wie man so eine anpassung schneller durchführen kann, oder macht es durchaus sinn, die rate langsam anzupassen und dafür schlechte werte in kauf zu nehmen?

so long

Joerg Moeller:

--- Zitat von: |NQ|Eraser am Mai 19, 2005, 09:45 ---Meine frage an euch ist, wie macht ihr das, wenn ich ihr merkt, dass ihr nachts plötzlich mehr basal braucht?
man muss ja erstmal engmaschig kontrollieren, bevor man anhebt, oder?
--- Ende Zitat ---

Ja, ohne geht es nicht. Dein Doc hat das schon sehr richtig empfohlen: erstmal beobachten und andere Ursachen ausschließen. (Und Ursachen gibt es viele: http://www.chrostek.de/teupe/gruende.html )

Du nutzt ja deine Basalrate nur, um regelmässige Dinge auszugleichen. (Ansonsten nutzt man eher den Korrekturbolus). Und Regelmässig definiert sich nunmal in '>einmal'


--- Zitat ---macht es durchaus sinn, die rate langsam anzupassen und dafür schlechte werte in kauf zu nehmen?

--- Ende Zitat ---

Ja, nur so kann man langfristig eine gute Einstellung erreichen. Alles andere ist Freifahrt für Achterbahn. (Diabetes-Rollercoaster :zwinker: )

LordBritish:
Hi Eraser,

sicherlich sind die hohen Werte nicht so toll, jedoch bekomme ich immer einen
Dämpfer, wenn ich gleich die Basalrate ändern möchte.
Es kann durchaus schonmal sein das aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen
der Insulinbedarf höher ist. Könnte eine noch nicht ausgebrochene Infektion oder so sein.
Man sollte erst etwas ändern, wenn es grundsätzlich höher ist, also mind. 2 mal zur gleichen Zeit.
Es gibt auch die Möglichkeit das eine unbemerkte Hypo da war und es einfach nur eine
Gegenregulation des Körpers war.
Wenn man zu oft zu schnell Änderungen vornimmt gerät das ganze total aus dem Ruder und es
ist eine enorme Unruhe im Körper.
Ich würde höchtens alle 2 Tage etwas verändern und nicht jeden Tag,
kann ja mal ein Zufall gewesen sein.
In letzter Zeit habe ich auch ein wenig mit meiner BSR zu kämpfen,
ich soll sogar die ganze Sache 1 Woche lang noch beobachten, ehe wir wieder etwas verändern.
Wichtig ist halt bei Basalratenänderung das man zuvor einen Basalratentest macht.
Für den Basalratentest sollte man sich dann auch einen "normalen" Tag aussuchen,
also keinen Tag an dem der generelle Tagesablauf anders ist.
Ich denke mal Du hast auch vor dem zu Bett gehen den BZ gemessen und der war OK - oder  :kratz:
Eine Möglcihkeit das noch schneller durchzuführen sehe ich nicht.
Ich habe zwar das Komplettpaket des BSR gebucht :zerknirscht:, aber ich bin auch schon gut 3-4 Wochen dabei.
Anfangs habe ich wirklich für ca. 2 Wochen weniger Insulin gebraucht, es war erschreckend und unerklärbar.
Selbst den Malzeitebolus konnte ich drastisch reduzieren und jetzt scheint es wieder anders zu sein/werden.
Daher ruhig mal ein wenig Geduld und abwarten druch den Stress kannst den BZ ja auch gut in die höhe treiben.
Du solltest das aber alles auch mit Deinem Arzt besprechen was er meint.
Mach ihn einfach ein paar Vorschläge und laß ihn seine Meinung dazu sagen.

Lord

|NQ|Eraser:
Es ist doch echt zum heulen.
da habe ich die rate gerade wieder im griff, da geht mir der wert nach der wirkung des abendbolus wieder hoch  :mauer:
Die einzige Möglichkeit, die es gibt, um ein basalfehler auszuschließen wäre die tatsache, dass ich beides mal ein eis gegessen habe, 2 stunden nach spritzen (mit insuman infusat).
Das würde bedeuten, dass die verdauung des eis länger gedauert hat, was aber fast unmöglich ist, da der wert noch 3 stunden nach dem eis essen erhöht war.
so langsam bekomm ich die kriese, ich kann doch nicht jede 2te woche die basalrate erhöhen  ??? ???

hat von euch jemand einen rat?

so long

LordBritish:

--- Zitat von: |NQ|Eraser am Mai 21, 2005, 10:17 ---so langsam bekomm ich die kriese, ich kann doch nicht jede 2te woche die basalrate erhöhen  ??? ???

hat von euch jemand einen rat?

--- Ende Zitat ---

Ich kann Dich gut verstehen, war früher auch immer schnell beim ändern der BSR.
Hatte auch so einen Fehler mit der Zeit eingebaut... ich hatte fast jede Stunde eine Änderung in der BSR,
war also eine richtig schöne Achterbahn geworden. Als das mein Doc gesehen hatte als ich
ihn darauf angesprochen hatte das es immer wieder nach ein paar Tagen nicht passt, hat er die BSR erstmal
total verändert. Er erklärte mir dann wie die normalerweise Aussehen sollte und warum.
Wenn es wirklich so wäre wie ich die BSR programmiert habe, da wäre ich der erste Mensch/Patient bei dem der Bedarf so
schwankt, er hätte das noch nie erlebt.
Als die BSR über mehrere Stunden konstant war und auch die BSR etwas gesenkt war, wurde es
wesentlich besser. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die BSR-Tests gemacht hatte.
Ein nicht zu unterschätzemder Faktor ist auch der Stress dem man sich aussetzt, wenn man
sich verrückt macht nur weil der Wert mal hoch ist.
Ich kanns gut verstehen, war auch mal nicht anders, seitdem ich mir aber auch sage
"Du hast indem Moment alles getan was Du für richtig gehalten hast, mehr konntest Du nicht machen.
Immerhin bist Du keine Maschine die immer gleich läuft uind die man genau berechnen kann."
Seitdem ist es besser geworden, ich mache mir nicht mehr soviel Vorwürfe/Stress wegen einen hohen Wert.
Wichtig finde ich das man alles ruhig angehen läßt ein Test nachdem anderen und nicht zu schnell etwas ändern.
Früher hat es über 1/4 Jahr gedauert bis es annährend besser war und der HbA1c einigermassen akzeptabel war.
(fast 6 Monate lang hatte ich 7,3!).
Heute Nacht hatte ich meinen ersten Test für die Nacht endlich machen könne, sehr überraschendes Ergebnis.
Der Wert war in der Nacht sogar bis 67 mg/dl runter gegangen.
Habe dann den Test abgebrochen und mir erstmal ein paar BE reingezogen  :burger:
Hätte ich vorher nie gedacht, da ich bei einer Hypo immer aufwache,
muss ja aber nicht soweit kommen das es wirklich eine Hypo wird, sondern nur niedrig ist und vielleicht reagiert der Körper
ja auch schon... sprich Gegenregulation.
Diese Möglichkeiten würde ich erstmal ausschließen, die findest Du aber nur heraus,
wenn  Du die Test an einem Tag machst der ungefähr Deinem normalen Abklauf entspricht.
Auch wichtig nicht 24 Studnen sondern aufteilen in 3 Tests Morgens, Mittags und Abends/Nachts.
Vorher keine Hypo usw. zum Thema BSR findets Du auch Infos auf Jörg seinen Seiten.

Grüße

Lord

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