Ich weiß nicht, wie andere Diabetologen darüber "philosophieren"

Mir wurde das noch nie erzählt, was aber nicht viel bedeuten muss.
Unsere Diabetologin hat uns zuletzt Decxon G7 verschrieben und nimmt IMMER unsere Daten aus Clarity als Grundlage bei Besprechungen.
Also nix von wegen Blutzuckermessungen in der Praxis, schon garnicht wenn meine Hausärztin DMP-Laborwerte vorlegt. Ich glaube, in der Praxis wird wenn überhaupt, dann nur in Schulungen blutig gemessen. Wer mit ICT arbeitet bekommt sowieso ein G7 oder was gleichwertiges verpasst.
Ganz nebenbei: Ich würde es mir nicht gefallen lassen, wenn ein Diabetologe "aus Prinzip" an meinem über viele Jahre bewehrten Diabetes-Management rumschrauben wollte. Bei einer Diabetologin meiner Frau gab es da gehörig Krach (längere Geschichte) und wir wechselten zu meinem Diabetologen, der mir (ohne die Kollegin anzugreifen) einfach so weiter machte, wie wir es für richtig hielten.
So, nun zum Nüchternzucker, wie ich ihn handhabe:
Das wird bei G7 ganz einfach mit einem Ereignis protokolliert. Dexcom schreibt dazu nur eine feste Regel. Vor der Nüchternzucker-Messung darf man mindestens 8 Stunden keine Nahrung zu sich nehmen!
Den Zielwert kann man sich selbst bestimmen, jedoch kann das dann der behandelnde Arzt in seinem Clarity anders einstellen.

Da nicht nur bei Dexcom der allgemeine Zielbereich (Empfehlung für Typ1 und Typ 2) zwischen 70 bis 180 mg/dL liegt, Lege ich den Nüchternzielwert imn die Mitte auf 125mg/dL … was andere macen ist mir egal.


So sieht das dann bei mir Dexcom-Bericht über 14 Tage (
!) aus.
In den letzten 14 Tagen konnte ich wegen der 8h-Regel nur 4 mal einen Nüchternzucker aufschreiben und 75%(=3x) war ich unter meiner 125er Grenze.
In den letzten 90 Tagen hatte ich 49 Messungen bei 80%.
So, wenn jetzt meine Diabetologin der Meinung wäre, Der Zielwert müsse bei 100 mg/dL liegen

dann würde sie an meiner Startegie genauso nichts ändern … glaube ich jedenfalls.

Man kann alle einzelnen Ereignisse eines jeden Tages in einer Liste sehen, natürlich auch den Nüchternzucker, der dort in der Ereignis-Spalte mit "Fasten" bezeichnet wird.

Wenn ich mir die Sätze so auf der Zunge zergehen lasse:
… Seiner Meinung nach wäre nüchtern irrelevant und er misst den BZ unabhängig davon ob ich nüchtern bin oder nicht. Ich könnte meinen BZ vermutlich auf einen von mir gewünschten Wert einstellen und dann wäre er sinnlos. …

Wie sinnvoll ist es denn, einen nicht definierbaren Wert als Grundlage für weiteres Vorgehen zu wählen?
Und:
Geht er davon aus, von seinen Patienten betrogen zu werden?

Nun ja, wenn ich wollte, könnte ich auch Super-Frühwerte als Nüchternwerte in die Ereignisliste aufnehmen, obwohl keine 8 Stunden Fastenzeit eingehalten wurden.

Aber damit wäre mir ganz sicher nicht geholfen.

Nachtrag:
Im oberen Bild zeigte ich auch meine PP-Werte 2h nach dem Essen.
Die haben nur wenig Aussagekraft, weil ich die eingegebenen Gramm KH nur selten mache. Meine Frau trägt nie was ein, weil sie zwar die KEs vorher abschätzt (mehr schlecht als recht) und entsprechen nach Faktor mit dem Novo 6 spritzt und einliest, dann aber nicht weiß, wieviel KEs zusammen gekommen sind. Aufgrund der Insulineinheiten (und den Faktoren) kann man nur auf die vorab geschätzten KEs schließen.