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Die pösen pösen Lehrer...

Offline Hydra

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Hallöle,

Du würdest also gewährleisten können, daß das Mädel sich tagsüber austobt ohne Nachts in eine Hypo zu rutschen bzw. würdest diese bemerken und entsprechend reagieren? Wie?

Also, ich würde mir das nicht zutrauen. Es sei denn, die Schüler betreibt in ihrer Freizeit den Reitsport, dann kennt sie sich 1. damit aus, 2. ist der Körper an die Belastung gewöhnt, 3. kann der Stoffwechsel zumindest eingeschätzt werden. Ansonsten würde ich die Verantwortung nur übernehmen, wenn ich 1. mich mit Diabetes auskenne, 2. den BZ-Verlauf bei Sport von dieser Schülerin kenne und 3. im gleichen Raum übernachten würde, um BZ-Kontrollen im 2-Stunden-Tack zu  machen, damit ich die Auswirkungen des Reitsports auf den Stoffwechsel beobachten kann. Das kann man aber weder den mitreisenden Kindern, noch der Lehrerin zumuten.

Die anfängliche Bereitschaft der Eltern zur Mitfahrt hätte hier sicher zur Teilnahme an der Klassenfahrt beigetragen. Laut Artikel wollte die Schülerin aber wie alle anderen Kinder allein auf Klassenfahrt gehen. Der Verzicht auf Regressansprüche nützt zwar der Schule, aber nicht der Lehrerin, die evtl. damit leben muss, dass einem ihr anvertrautem Kind ein Gesundheitsschaden entstanden ist.

Ich kann dem Artikel nicht entnehmen, wann mit der Schule über die Möglichkeit zur Mitfahrt trotz der bestehenden Erkrankungen gesprochen wurde. Sicher hätte man schon bei der Planung der Klassenfahrt das Gespräch mit der Schule suchen müssen, um im Vorfeld evtl. Aufklärungsarbeit zu leisten und ggf. ein Hilfsnetz für die Schülerin zu installieren. So eine Klassenfahrt hat meistens ein 1/2 bis 3/4 Jahr Vorlauf. Diese Zeit hätte man nutzen müssen.

Ich kann die Reaktion der Lehrerin verstehen, die weiß, dass das Kind in hilflose Zustände fallen kann und auf ihr dann die volle Verantwortung liegt. Sie hat nämlich auch die Verantwortung für die anderen Kinder.

LG
Hydra



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Offline Taurec

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Ich finde anhand des Zeitungsartikels kann man die ganze Situation nicht beurteilen.

Gut das Kind hat seit 6 Jahren DM und ist entsprechend fit. Fuer mich stellt sich eher die Frage behandelt sie nach ICT oder gar Pumpe. Dann währe eine Anpassung an den Reitsport sicher einfacher. Weiterhin wäre für mich entscheiden wie gut sie eingestellt ist. Sollte das Mädchen seit Jahren keine Entgleisung bis zur Bewustlosigkeit mehr gehabt haben und auch selber regelmässig anderen Sport betreiben sähe ich keine Bedenken. All dies kann man aber nicht aus dem Artikel ersehen und somit auch nicht beurteilen.
Ausserdem sehe ich die grosse gefahr nicht. Eine Diabetisches Koma kann ja mehr oder weniger ausgeschlossen werden. Und gegen eine Hypo in der Nacht kann man ja immer noch zur Not noch ein Glucagen Hypokit mitnehmen.

Warum hab ich allerdings den Verdacht das ihr behandelnder Arzt der selbe ist wie meiner.. da werde ich mal nachhaken.
CU

Lars


Offline Joerg Moeller

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Hypokits (ob jetzt Glucagon oder TZ) sollte natürlich immer dabei sein.

Aber dann muß man auch den Zeitpunkt erkennen, an dem es angewandt werden soll. Und jetzt stellt euch mal bitte eine Person vor, die von Diabetes nicht viel mehr Ahnung hat als die Mehrheit der Bevölkerung und die soll das mal eben so stemmen.

Es geht hier um Kompetenz, und die kann man auch dadurch zeigen, daß man seine Grenzen kennt und die vertritt. Und das hat die Lehrerin getan.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Moni1974

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Also ich kann jedenfalls beide Seiten verstehen.

Wenn ich jetzt von mir (als Nichtdiabetikerin) ausgehe und plane z.B. eine Übernachtungsparty mit Kindern und es ist ein Kind mit DM dabei ,wüßte ich nicht ,ohne vorherige Einweisung,wie ich mit einer Hypo umgehen würde.Auch wenn ich hier immer fleißig mitlese,meine Kompetenz wäre damit definitiv überschritten.


Andererseits weiß ich aber als Mutter von 2  Töchtern ,wie die sich fühlen würden ,wenn sie von einer Fahrt ausgeschlossen wären.Also für meine Mädels wäre das eine Katastrophe.
Gerade in einem Alter,wo sie die Schule gewechselt haben und sie sich in der Klasse neu finden (Dafür sind ja Klassenfahrten gedacht).


Liebe Grüße Moni
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Offline vreni

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Ich kann dazu nur schreiben

"Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg".

Ausgrenzungen sind  :zensor:


Offline Archchancellor

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Komisch,

ich bin auf alle Klassenfahrten mitgefahren die ich mitnehmen konnte.
Was im "Hintergrund" ab lief weiß ich nicht.

OK, ist ja schon 33 Jahre her

Archchancellor
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Offline Joerg Moeller

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Ich kann dazu nur schreiben

"Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg".

Ja, stimmt. Nur sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht.  :patsch: Die Lösung kam mir nämlich auch erst jetzt in den Sinn: das Mädchen fährt mit, die Eltern geben der Lehrerin ein Handy mit und halten darüber Kontakt.
Mehr als das was auch die Lehrerin auf akute Anweisung tun könnte hätten die Eltern, wenn sie mitgefahren wären nämlich auch nicht tun können.

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Moni1974

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sach ich doch.....(siehe 4.Beitrag) :wech: :duck:
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Offline Joerg Moeller

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sach ich doch.....(siehe 4.Beitrag) :wech: :duck:

Nicht ganz. In deinem Beispiel hatte das Mädchen das Handy. In meinem die Lehrerin. (erstens ist es schwer jemanden in einer Hypo anzurufen und zweitens ist es psychologisch für die Lehrerin besser wenn sie das Gefühl hat da nimmt ihr jemand die Last der Verantwortung. Die ist ja dann quasi der verlängerte Arm der Eltern9

Viele Grüße,
Jörg
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Offline Ralle

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Hallo,
mal eine hoffentlich nicht ganz so dumme Frage: Warum korrigiert man den Tag nicht im Vorhinein nach oben? Mal einen Tag auf Ziel 160 oder 180 gespritzt, da geht doch die Welt nicht unter. Wenn man im Alter von 11 Jahren seinen DM selbst im Griff hat - und das geht ja aus dem Artikel hervor - dann hätte ich damit kein Problem.