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Frustrierender Stoffwechsel und Basalraten test

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Rob:
Blutzuckerverlaufsstörung:

Ich nutze
•   1IE Liprolog pro 1 BE zu jeder Tages und Nachtzeit
•   20IE Insuman Basal optimalerweise 22:30, eigentlich aber erst wenn ich in’s Bett gehe, also eher unregelmäßig
•   mein Korrekturfaktor ist 1IE pro 2mmol/l
•   1 BE wirkt also BZ-steigernd um 2mmol/l
•   Sport bis 2h hebt meine Insulinempfindlichkeit um 100-150%

Sonntag 05.09.:
Sonntag hatte ich wieder einen unschönen Tag, weil er sich gar nicht mit meinen „Normalerfahrungen“ vereinbaren lässt und typische Merkmale aufweist, die ich nach einer schweren Hypo im Mai hatte, als mein Soffwechsel für 6 Wochen ähnlich unvorhersehbar war.
Nachts gegen 2 hat mich mein Navigator wie fast jede Nacht geweckt, diesmal aber wirklich mit einer kleinen Hypo.
Da ich nach dem Frühstück laufen wollte, jedoch eine kleine, eher intensive Runde habe ich 6 BE mit 4IE Einheiten abgedeckt. Also bin ich 9:15 Uhr, 60min nach dem Frühstück für 30min in’s Intervalltraining gestartet und kam erwartungsgemäß mit 5,6mmol/l wieder zurück.


Nur ging es danach munter weiter bergauf, so dass ich gegen 11 Uhr mit 4IE! Korrigieren musste.
Wenn man Sport berücksichtigt musste ich die 6BE also mit ca. 10-12IE bekämpfen.

Gleiches Spiel beim Vesper15:30 Uhr, 6IE haben die 6BE nicht abgedeckt und mich auf 16 hochgetrieben. Die letzte Korrektur mit 3IE der schon eine vorsichtigere mit 2IE vorrausgegangen war, hat mich 5h später unter 4mmol/l gebracht – Abendbrot hatte ich aus Frust ausfallen lassen. Letztendlich habe ich die 6 BE wohl wieder mit ca. 10IE abdecken müssen.
Ich habe dann 30gr KH gegessen und 1 IE gespritzt, um auf ungefähr 6mmol/l für die Nacht zu kommen und habe meine gewohnte gegen 23:30 Uhr Basalgabe gesetzt (sieht man nicht im Diagramm).
 
Montag 06.09:
In der Nacht ging es dann hoch auf 12mmol/l und vorsichtige 2IE brachten mich wieder etwas hinunter. Morgens 5 Uhr nach dem Aufstehen ging es wieder aufwärts und ich habe 7 Uhr im Zug auf dem Weg zur Arbeit noch mit 2IE korrigiert.



Da ich Freitags das Basalinsulin gewechselt hatte beschlich mich der Verdacht, dass vor allem aus dm Verlauf von Sonntag und der Nacht auf Montag das Insulin mit Verfallsdatum 07-2010 vielleicht kaputt war oder es für die lange Zeit im Kühlschrank zu kalt gewesen ist (war wegen Sommer auf max. Kühlungsstufe). Da ich keinen Boch auf 2IE pro 1BE hatte, habe ich beschlossen mal den lange fälligen Basalratentest zu machen und die nächsten 30 Stunden nichts zu Essen. Zwischen 05.09. 23:30 Uhr und 07.09. 13:00 Uhr habe ich also nur viel Wasser getrunken.

Im Laufe des Montags habe ich also ab 8mmol/l immer vorsichtig mit gewohnten Korrekturfakturen nach unten korrigiert. Zwischen 05.06. 23:30 mit ca. 7mmol/l und 7mmol/l am 06.09. 16 Uhr habe ich also 9IE verbraucht.

Dienstag 07.09:
Im weiteren Verlauf bis zum 07.09. 13 Uhr ist mein BZ ohne jegliche Insilin gabe nur von 6mol/l auf 8mmol/l gestiegen.
Habe ich nun gar keinen Basalbedarf??



Wenn ich so die letzten Wochen mit dem FS Navi betrachte steigt mein BZ immer wenn ich aufstehe, egal welche Uhrzeit um 1-2mmol/l an. So z.B. auch heute morgen ab 5 Uhr.

Ab 13 Uhr am 07.09. dachte ich alles klar, heute willste wieder laufen also wieder mal paar KH einschieben. Das Ergebnis war analog zum Sonntag 05.09. Für insgesamt 12BE habe ich 21IE + Sport gebraucht. Nach dem BZ-Abfall auf normale Werte durch ein weiteres Intervalltraining 17:15 Uhr ist der BZ ab 18 Uhr wieder munter nach oben marschiert, obwohl die letzte Mahlzeit 2,5h zurücklag.

Die gemessenen Hypowerte am 07.09. sehen wie Messfehler des FS Navi aus, ich hab nichts bemerkt und Kontrollmessung hat auch die normalen Werte bestätigt, die der FS Navi ohne Intervention auch von selbst wieder angezeigt hat. Selbiges hat mich auch heute Nacht 2x per Hypoalarm aus dem Schlaf geholt, ohne dass es wirklich so war.

Das ganze Thema stellt sich für mich so dar, dass meine Korrekturfaktoren weiterhin bei
•   1IE für 2mmol/l liegen
•   1BE jedoch nicht einen BZ-Anstieg von 2mmol/l, sondern 4mmol/l

Das hatte ich wie gesagt schon im Mai/Juni nach einer schweren Hypo. Das ist extrem schwierig, da ich wenn ich mich um 1BE nach unten verschätze ich gleich um 4mmol/l nach unten schieße. Damals hatte ich dann in der Woche 2 Hypos mind. Pro Tag und noch mehr Ausreißer nach oben, eine Achterbahnfahrt die extrem unbefriedigend ist und verunsichert. Das ill ich nicht noch mal mitmachen, deshalb früh die Frage an Euch Spezies, ob Euch so was schon mall untergekommen ist.

Strategie jetzt ist erst mal wieder nichts zu Essen, denn das scheint ja stabil zu funktionieren. Ist leider aber keine nachhaltige Strategie.

brittag:
Hallo Rob,

ohne auf Deine BZ-Probleme erstmal einzugehen:

Gar Niemals einfach nichts essen!

Das kann und darf es nicht sein. Dein Körper greift dann auf Deine Fettreserven zurück, Du läufst dann auf "Ketose" rum, wenn ich es richtig weiss und Deine BZ-Werte sind dementsprechend nicht richtig interpretierbar.

Ein Basalratentest dauert normalerweise nur ein paar Stunden an. Also, wenn Du zB den Basalratentest morgens machst, dannn dementsprechend kein Frühstück, testen alle 2 Stunden oder sogar jede Stunde und dann wieder Mittagessen.
Aber nichts essen für 2 Tage bloss weil die BZ-Werte dann gut sind? Sorry, aber das klingt für mich völlig übergeschnappt.
Wieso kasteist Du Dich selbst so? Du bist keine Maschine, sondern ein Mensch. Und bei uns läuft das alles eben nicht immer optimal mit den BZ-Werten.
Wenns mal Tage oder auch ne Woche oder so gibt, wo es nicht gut läuft? Na und! Die Lehren aus regelmässig auftretenden Fehlern ziehen, eventuell das Ganze mit dem DiaDoc besprechen, eventuell Änderungen an der Therapie vornehmen und weiter im Text, sprich im Leben.

Gruss,
Britta

Rob:
Hallo Britta,

meine Frau argumentiert ähnlich mit mir, einiges könnte Sie genauso gesagt haben. ;)


--- Zitat von: brittag am September 08, 2010, 10:49 ---Wenns mal Tage oder auch ne Woche oder so gibt, wo es nicht gut läuft? Na und! Die Lehren aus regelmässig auftretenden Fehlern ziehen, eventuell das Ganze mit dem DiaDoc besprechen, eventuell Änderungen an der Therapie vornehmen und weiter im Text, sprich im Leben.

--- Ende Zitat ---
... da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, wenn es sich eben um ein paar Tage, eine Woche handelt, weil sich Dein Tagesablauf ändert oder eben andere, für uns wichtige Einflussfaktoren. Das kenne ich und passiert häufig genug.

Was ich seit Sonnabend/Sonntag sehe ist etwas, was mich im Mai/Juni vollkommen hat Achterbahn fahren lassen. Verschätze Dich um 12g KH und Du landest bei 2mmol/l oder 32mg/dl. Für mich gab es 2 Strategien damit umzugehen:
(1) ich habe nur gegessen was ich auf +/-6h KH abschätzen konnte.
(2) ich hab eher zuwenig als zuviel gespritzt, so dass ich immer schön im 10-20er mmol/l Bereich war
Damals war es nach 6/7 Wochen von einem auf den anderen Tag weg, so wie es jetzt urplötzlich eben wieder aufgetreten ist.

Unter Umständen weiß jemand von Euch darüber was. Mein DiaDoc ... ich lebe auf dem Land, da ist das so eine Sache mit DiaDocs, Typ1, Sport usw ... generell hätte ich gerne einen "Guten" und werde sicher auch wieder vermehrt in Berlin, Hamburg auf die Suche gehen müssen.


--- Zitat von: brittag am September 08, 2010, 10:49 ---Gar Niemals einfach nichts essen!
Das kann und darf es nicht sein. Dein Körper greift dann auf Deine Fettreserven zurück, Du läufst dann auf "Ketose" rum, wenn ich es richtig weiss und Deine BZ-Werte sind dementsprechend nicht richtig interpretierbar.
...
Wieso kasteist Du Dich selbst so?

--- Ende Zitat ---
Nun das ist sicher ein philosophische Aussage. Nichts Essen(Fasten) kann auch von uns praktiziert werden. Ich habe das vor 2005 auch ab und zu gemacht. Manche sehen es als Spinnerei, ich finde es gut - sowohl in Bezug auf meine Gesundheit wie auch bzgl. meines Wertebildes, der Sinneswahrnehmungen und mentaler Freiheit.
Ketose ist nichts Schlechtes, in Verbindung mit einem Insulinmangel kann es zu Ketoazitose führen, das ist was zu vermeiden ist. Ein Insulinmangel ist ja schon am BZ-Wert festzumachen, weshalb ich ab 8 mmol/l immer Insulin gespritzt habe.  Ich lasse mich hier aber gerne von anderem überzeugen, ich lese hier immer aufmerksam mit.
Von daher war mein verlängerter Basalratentest , glaube ich zumindest, nicht schädlich und sollte sehr wohl Aussagen über meinen Grundbedarf liefern. Was er in dem Fall für mich aber nicht tut, ich wiederhole das Mal mit Deiner Strategie. Außerdem hat mich das Nichtessen vom "Diabetes-Stress" befreit und Kapazitäten für den Arbeitsstress geschafft - nicht unbedingt eine sinnvolle Priorisierung aber eine der ich momentan ausgesetzt bin.

moewe:
Hi Rob,

ich muß Britta recht geben. Eine vernünftige Basalrate kannst du mit 24 oder 48 Stunden Fasten nicht hinbekommen, weil dein Körper das nicht mit sich machen läßt. Wenn du nix ißt, dann versorgt er sich halt selbst. Ehe er das Gehirn hungern läßt, laufen die "Notprogramme" an. Damit verfälscht du aber die BZ-Kurven.

Klar, wenn mein BZ mal nach oben austickt, esse ich auch solange nichts, bis ich wieder im grünen Bereich bin, das ist klar. Dann korrigiere ich und trinke Wasser und kontrolliere stündlich.

Aber ich habe wiederholt schon feststellen können, daß mein BZ auch bei ansonsten funktionierender Basalrate nach 8-10 Stunden ohne Essen (wohlgemerkt tagsüber) anfängt, anzusteigen. Wenn ich die erste Mahlzeit erst nachmittags zu mir nehme (weil ich vorher nicht konnte oder durfte), muß ich sogar zusätzlich den BE-Faktor erhöhen. Wenn ich aus irgendwelchen Gründen weiterhin nichts essen darf/kann/will, muß ich kleine Mengen Insulin spritzen, um das auszugleichen.

Ich denke, das liegt daran, daß man für die durch das "Notprogramm" erzeugte Energie auch Insulin braucht. Das Zurückschalten des Körpers auf "Normalbetrieb" geht dann nicht so schnell, was zu den erhöhten BE-Faktoren nach längerem Fasten führt.

Das ist sicher auch der Grund, warum der Basalratentest heutzutage eigentlich immer in 3 Teilen durchgeführt wird und man tagsüber je 6 und nur nachts 12 Stunden nichts ißt.
Ich kann mich noch an ICT-Zeiten erinnern, wo sie uns haben 24 Stunden fasten lassen und sich hinterher gewundert haben, daß es nicht paßt  :kratz:

Übrigens würde ich mich bei deinen "Schwankungen" persönlich auch nicht heiß machen. Man sollte bei der Einstellung immer das Gleichgewicht von Selbstdisziplin und Lockerheit wahren. Ansonsten macht man sich nur Streß, und alle Streßhormone sind Gegenspieler vom Insulin..... alles in Allem würde ich deine Werte aber noch nicht als frustrierend wahrnehmen.



Das Auseinandernehmen deiner geposteten BZ-Verläufe überlasse ich gerne den Spezis hier im Forum, da ich mit Sport wenig Erfahrungen habe. Bei mir führt Sport leicht zu Streß = Streßhormone = BZ-Anstieg statt Abstieg, wenn ich nur ein bisschen zuviel mache. Das liegt aber sicher an meinem mangelhaften Trainingszustand  :rotwerd:

Worin ich aber große Erfahrungen habe: es ist nicht jeder Tag gleich und manche sollte man einfach von der Liste streichen und sagen, "morgen klappts wieder besser". Da lebt man wesentlich ruhiger. Ein wenig loslassen ist dann oft eine gute Strategie (im Rahmen, natürlich)  :knuddel:



Falls ich das jetzt mal wieder zu unwissenschaftlich ausgedrückt habe, kann es ja einer von unseren Experten verbessern  :wech:

Gruß
Ulrike

brittag:
Ulrike, Danke!

Du hast das noch besser geschrieben als ich - genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen!

Rob,

so Extreme, wie Du da betreibst mache ja nicht mal ich. Klar, ich gehe auch mal sehr sehr spät ins Bett, bringe dadurch den Biorhythmus durcheinander, frühstücke sehr oft morgens nichts, sondern erst im Laufe des Vormittages - aber ich esse nicht einfach mal 2 Tage nichts (irgendwann treibt der Hunger mich eben doch an den Kühlschrank!), gehe liebend gern auf Party und lasse auch mal den Diabetes Diabetes sein.
Das ist für mich Fasten als Diabetiker, was Du da machst. Nicht, um einen Basalratentest durchzuführen. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das dem Körper wirklich gut tut, von jetzt auf gleich 2 Tage nichts zu essen. Als Diabetiker würde ich das nur noch unter ärztlicher Aufsicht tun und kontrolliert. Vielleicht so eine Art Heilfasten.
Dass Dein BZ beim Fasten gut war, vorher und hinterher aber sch**** lief, war dann für das Hinterher-Chaos auch teilwiese sas Ergebnis.

Mein Rat: nimm den Diabetes etwas lockerer, die Werte müssen doch nicht immer zwischen 70 und 140 sein, besonders, wenn Sport, Stress, Familie etc hinzukommen. Wir geben unser Bestes, mehr können wir nicht tun. Wenn er mal Achterbahn fährt, fährt er halt Achterbahn.

Hinterher stehen wir wieder auf, nachdem wir am Boden sind. Das Leben geht weiter! :banane: :super:

Gruss,
Britta

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