Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich

Wie geht ihr mit eurem Diabetes um?

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LordBritish:
Ich sehe es nicht ein das ich mich wegen einer kurzen Injektion in unhygienische Räume verziehe.
Sicherlich stößt das nicht immer auf Verständnis, aber eine gute Frage ist dann auch immer :

"Wie würden sie das machen, wenn sie in meiner Situation wären...
fänden sie es schön sich in unhygienische Räume für eine Lebensnotwendige medizinische Behandlung zurückziehen zu müssen ?
Außerdem müssen sie ja nicht hingucken wenn es sie so sehr stört"

Meistens sind die dann sprachlos oder verhädern sich in Wiedersprüche und Erklärungsnot.
Das war allerdings alles bevor ich mein externes Organ (Pumpe) hatte und die habe ich ja schon seit 1999.
Ich habe mich nur in den seltensten Fällen zurückgezogen, man kann sich häufig auch
etwas diskret zur Seite drehen.

Beim Blutzucker messen sehe ich zwar nach Möglichkeit auch zu das ich mich etwas diskret abwende,
wenns nicht geht stört es mich nicht und ich mache es auch öffentlich.

Lord




Uwe:
ich mag meinen Diabetes nicht verstecken.
bei meiner ersten Schulung hatten wir lange über diese thema gereded und die meisten Teilnehmer waren der Meinung, Messen und piecksen sollte man sich nicht öffentlich - im Loka auf der Toilette usw.
Konnte ich mich NIE mit anfreunden. Warum soll ich mich an unsauberen Orten verstecken? Also habe ich von Anfang an Alles öffentlich gemacht. Selbstverständlich nehme ich Rücksicht auf Leute die es nicht sehen möchten wenn ich Messe und Spritze ( ok jetzt drücke ich nur noch, da ich jetzt eine Pumpe habe) aber ich frage nicht ob es ok ist, wen es stört der soll es mir sagen und ich rede mit der Person über das was ich mache. Meistens ist es danach ok, wenn nicht kann ich auch mal ins Versteck gehen um diese Dinge zu erledigen.
Am Anfang meiner Diabetikerkarriere war ich im Außendienst tätig - Täglich neue Umgebung und andere Leute - und fast niemand hat es gestört, meistens ergab sich ein gutes Gespräch zum Thema Diabetes und dan über Gott und die Welt - soll heißen : oft war es ein echter Türöffner für mich!

Gruß  Uwe

Joerg Moeller:
Ich gehe in der Öffentlichkeit damit ebenso um wie zuhause auch. Manchmal kommen da schon Fragen, aber dann erkläre ich eben, was ich da mache.

Da können sich dann auch interessante Gespräche entwickeln; insbesondere, wenn mein Gegenüber mit "Ach sie Ärmster" reagiert. Ich kann dann schon klarmachen, daß wir Diabetiker zwar ein Handicap haben, aber im Grunde ebenso leistungsfähig sind wie ein Nicht-Diabetiker. Wir müssen halt nur ein paar Sachen gezielt steuern, die beim ND automatisch ablaufen.

Und wenn ich mein Zeug das nächstemal auspacke, dann kommt von denen meist so ein "wissendes Grinsen"  ;D

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Quo am April 24, 2005, 22:04 ---Bei einer geschäftlichen Verabredung habe ich das jedoch auch in ein Nebenzimmer verlegt, auch weil ich es in dem Zusammenhang nicht publik machen wollte.
--- Ende Zitat ---

Also das kann ich voll und ganz verstehen. Bei einem Geschäftstreffen, das nichts mit Diabetes zu tun hat würde ich das auch so machen. Das könnte von den anderen als Schwäche angesehen werden.

Hat das Treffen aber mit Diabetes zu tun, dann mache ich das sogar demonstrativ :zwinker:

Bei diesen beschriebenen unsensiblen Reaktionen ist es natürlich schwierig. Da ist es ganz gut, wenn man sich auf sowas vorbereiten kann. Am besten ist es immer noch, diese Leute zu beschämen. ("Würden sie etwa auch einen Blinden anschnauzen, daß er nichts sehen kann?")

Und wenn das auch nicht hilft "Entschuldigung, aber mit ihrer Einstellung sind sie etwa 70 Jahre zuspät dran. Euthanasie ist heutzutage nicht mehr salonfähig".
Ist zwar ein Totschlagargument, gegenüber solchen Typen aber gerechtfertigt.

Andi:

--- Zitat von: Jörg Möller am April 25, 2005, 14:37 ---
--- Zitat von: Quo am April 24, 2005, 22:04 ---Bei einer geschäftlichen Verabredung habe ich das jedoch auch in ein Nebenzimmer verlegt, auch weil ich es in dem Zusammenhang nicht publik machen wollte.

--- Ende Zitat ---

--- Ende Zitat ---

Da hilft es dann, wenn eine Erinnerung im Handy hinterlegt ist und man sich zu einem 'Gespräch' kurz entschuldigt  :zwinker:
Oder wenn ich weiß, daß mein Meeting von 11-12 Uhr dauert, dann kontrolliere ich schon vorher. Je nach Lage, weiß ich dann, daß sich in dieser Zeit nix mehr ändert.
Die Injektion selber läßt sich meist unbeobachtet 'unterm Tisch' erledigen  :)


--- Zitat von: Jörg Möller ---Hat das Treffen aber mit Diabetes zu tun, dann mache ich das sogar demonstrativ :zwinker:

--- Ende Zitat ---

Au jahhh ...

Ich stelle mir gerade vor, ich drapiere mein Döschen mit den neuen BZ-Streifen und mein Döschen für die Gebrauchten, anschließend wird das Meßgerät 'justiert' und betriebsfertig (lautes Piepsen einstellen) gemacht ...

... Jetzt noch einprüfender Blick auf die Stechhilfe, ob diese auch noch möglichst spitz ist ...

... Nun noch etwas desinfizieren, dann darf es nach einer gestoppten Trockenzeit endlich ans 'Eingemachte' gehen ... :baeh: :lachen:


--- Zitat von: Jörg Möller ---Und wenn das auch nicht hilft "Entschuldigung, aber mit ihrer Einstellung sind sie etwa 70 Jahre zuspät dran. Euthanasie ist heutzutage nicht mehr salonfähig".
Ist zwar ein Totschlagargument, gegenüber solchen Typen aber gerechtfertigt.

--- Ende Zitat ---

Ob ich mir sowas merken kann, ist latürnich was anderes  :gruebeln:

Aber um beim Thema zu bleiben:
Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit gehabt, bei einer intoleranten/unpassenden Umgebung meine Künste verbergen zu müssen. Nur meine Frau fragt ab und zu, ob ich auch nix vergessen habe. :knuddel:


Gruß Andi

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