Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Bin neu und hab ganz viele Fragen
myrrem:
Hallo ihr Lieben, hier erst einmal eine kleine (grosse?) zusammenfassung...
Ich lebe in Indien und lebe mit meiner Schwiegermutter zusammen. Sie hat seit ungefaehr 20Jahren Diabetes Typ-II...und nimmt ihre Erkrankung zwar ernst aber nicht ernst genug. Ausserdem hat sie keine richtige schulung bekommen wie man das in deutschland kennt. Sie kann sich noch nicht mal richtig selbst spritzen ist also immer von jemand abhaengig, aber das ist eine andere geschichte...
Ich habe mich am anfang nicht allzusehr um ihren Diabetes gekuemmert, ausser das ich ihr insulin gespritzt hab, da ich selbst auch wirklich keine ahnung hatte und dachte sie haette das im griff. Aber nach ein paar arzt besuchen und habe ich doch irgendwie verstanden, dass das ein bisschen mehr ernst genommen werden muss und dass sie im grunde genommen sehr wenig weiss. :hilfe:
Sie hat einen BZ zwischen 160 und 330. Sie hat auch Uebergewicht. 65kg bei 151cm. Ich fange jetzt and das alles ein bisschen zu kontrollieren. Die Ernaehrung hier ist auch ziemlich einfaeltig. Zum mittagessen isst sie manchmal 400-500g Reis!!! mit ein paar gemuese currys und ein bissche fish.. sie hat auch die ganze zeit hunger.
Sie nimmt Novorapid 14-12-12 und nachts 16 units Lantus ausserdem kriegt sie 3x am tag tabletten (Obimet 1gm).
Ich habe herausgefunden wie viele kohlehydrate und kalorien etc sie braucht wenn ich sie von ihrem gewicht runterkriegen moechte. Ich finde es aber schwer eine gute liste mit verschiedenen Lebensmitteln wie viele Kohlehydrate etc. sie enthalten zu finden. Kann mir da jemand weiterhelfen?
Ausserdem ist mir aufgefallen, dass wenn ihr BZ ein bisschen runtergeht, sie sich sehr muede/erschoepft fuehlt. Heute z.B. war ihr BZ 2 std. nach dem Mittagessen 153.
Wie sollte der BZ denn ueberhaupt sein vor und nach dem Essen? Gibts da bestimmte standards oder ist das fuer jeden Diabetiker verschieden? ???
Es waere wirklich ganz lieb wenn mir da mal jemand ein bisschen weiterhelfen koennte! :hilfe:
Danke....
johann:
Hallo,
für Diabetiker gibt es Zielwertbereiche der Fachgremien:
Nüchtern und vor den Mahlzeiten 80 bis 120 m,g/dl,
1-2-Stunden nach den Mahlzeiten 130-160 mg/dl.
Blutzuckerlangzeitwert HbA1c < 6,5 %.
Bei einer Mahlzeitengröße von 400-500 g Reis (entspricht ca. 8 bis 10 BE/KHE) und
12 IE Bolusinsulin sind erhöhte Werte nicht so sehr verwunderlich, da Typ2-DiabetikerInnen mit Übergewicht in der Regel einen höheren IE/BE-Faktor haben.
Die Einstellung an Hand eines Blutzucker-Tagesprofils sollte mit dem diadoc besprochen werden. Meine Meinung: Entweder Kohlenhydrate runter oder Insulin rauf.
Es kann sein, dass der Körper mit Müdigkeit reagiert, wenn der Blutzucker allzu sehr schwankt. Der Organismus braucht immer Zeit um sich beispielsweise von extrem hohen Werten an niedrigere Werte zu gewöhnen.
Wie wär's mit einer guten Schulung?
heidepeter:
hallo myrrem,
ersteinmal willkommen, für dich wäre vielleicht zu anfang die startseite interessant, http://www.diabetesinfo.de/
dort auf der linken seite findest du gerade für neulinge sehr nützliches um dein wissen über diabetes zu erweitern.
wenn dann noch fragen offen sind, hier wird dir immer geholfen.
lg peter
Llarian:
Hallo,
iwe Johann schon schrieb, dürfte der BE-faktor da zu niedrig sein.
Vor allem muß das Insulin an die Essensmenge angepaßt werden, was wohl nicht passiert, wenn es starre Einheiten sind, die Reismenge aber um bis zu 100g schwankt.
Tabellen dazu gibt es zuhauf im Netz, einfach mal nach "BE-tabelle" googeln. Die meisten davon enthalten viele Angaben zu Fertigprodukten und das halt länderspezifisch, also deutschsprachige BE-Tabellen solche zu in Deutschland erhältlichen Produkten.
Ganz gut finde ich z.B. http://alt.diabetesindex.de/betab.htm# weil auch Grundnahrungsmittel enthalten sind und zu vielen Angaben auch Bilder mit der entsprechenden Menge des Nahrungsmittels. Das würde auch eine Sache sein, die bei einer Schulung gelehrt würde: Einschätzen von den in einer Mahlzeit enthaltenen Kohlenhydraten.
Wenn Deine Schwiegermutter Typ2 hat und übergewichtig ist, wäre es auch interessant, ihren Arzt zu fragen, ob orale Antidiabetika in Frage kämen: Das Problem beim Typ2 ist eine verminderte Insulinempfindlichkeit und die kann man mit solchen Medikamenten wieder erhöhen.
Wenn der Diabetes seit 20 Jahren mit solchen Werten besteht, gibt es dann schon Spätschäden? Wird sie regelmäßig darauf untersucht?
Du schreibst, sie hätte keine Schulung gehabt "wie man das in Deutschland kennt". Gibt es die Möglichkeit für Schulungen?
Bei was für einem Arzt ist sie in Behandlung mit dem Diabetes? In Deutschland gibt es die FAchrichtung "Diabetologie", die aber von einer dt. GEsellschaft in Leben gerufen wurde und sicherlich nicht weltweit existiert. Es sollte möglichst ein Arzt mit Diabetes-Erfahrung sein, das nächste, was unserem Diabetologen entspricht, wäre wohl ein Internist der Fachrichtung Endokrinologie.
Grüße
Anja
myrrem:
vielen dank erstmal fuer die schnellen antworten! :zwitscher:
Also ich hab mich schon mit der startseite befasst @ heidepeter...bloss manche sachen haben bei mir noch nicht so ganz geklickt. :kratz:
@johann...wie ich schon sagte..ich lebe in indien und irgendwie hatte meine schwiegermutter wohl mal so etwas wie eine schulung aber ich bezweifle dass die ne gute qualitaet hatte. Es ist anscheinend nix bei meiner schwiegermama haengen geblieben.
Da faellt mir auch gleich nochwas ein was ich fragen wollte. Und zwar ist es ueberhaupt eine gute methode jeden tag eine vorgegebene menge insulin zu spritzen (wie bei meiner schwiegermama 14-12-12)? ich glaube die viele messen erst ihren BZ und spritzen dann entsprechend? (ist das richtig?!?!) und wenn ja, dann wie viel spritzt man bei einem bestimmten BZ wert? Gibts da ne formel oder ist das erfahrungsgemaess?
Ausserdem hat meine schwiegermutter mir erzaehlt, dass bei einem diabetes unterricht gesagt wurde dass diabetiker vor dem essen ungefaehr einen BZ von 150 mg/dl und nach dem essen einen BZ von 180 mg/dl haben sollten...was nicht so ganz mit der aussage von johann entspricht..
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