Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich

verminderte Hypogefahr bei intravenöser Insulingabe

<< < (2/8) > >>

Adrian:

--- Zitat von: Joa am Juni 26, 2009, 09:25 ---
--- Zitat von: Jörg Möller am Juni 26, 2009, 07:49 ---
--- Zitat von: Adrian am Juni 26, 2009, 02:11 ---Ist GLUT nicht in beide Richtungen durchlässig für Glukose?

--- Ende Zitat ---

Ja. Und der Transport ist auch nicht aktiv sondern von der Glucosekonzentration auf beiden Seiten der Membran abhängig.

--- Ende Zitat ---

... Gleichstand der Glucose zwischen Zwischenzellwasser (interstitielle Flüssigkeit) und Zellwasser abzielt...

@ Adrian: Welcher Zusammenhang könnte dabei zur Hypotoleranz bei der iv-Gabe von Insulin bestehen?

--- Ende Zitat ---

So hätte ich das verstanden:

Normalerweise (bei normaler Energiegabe) gibt es diesen "Gleichstand" nicht, da in der Zelle Energie verbraucht wird (ATP-Herstellung, ...) - oder, wenn viel Glucose da ist eingelagert. Also: langsamer Konzentrationsausgleich mit Lieferant auf der Außenseite und Verbraucher auf der Innenseite -> im Mittel wandert Glucose nach innen -> der Ausgleich der Konzentrationen stellt sich nie ein.

Wenn jetzt plötzlich i.v.-Insulin wirkt, findet der Konzentrationsausgleich furchtbar schnell statt und ist eben so schnell wieder vorbei. In der Zeit kann noch gar nicht viel verbraucht werden. Es ist also ein echter Konzentrationsausgleich.
Jetzt muss nur noch genug Glukose außerhalb der Zellen Sein, dass man insgesamt nicht auf zu niedrig rutscht.

Glucose*Volumen_außerhalb/(Volumen_außerhalb+Volumen_innerhalb) >= 60


Zwei Fragen-Blöcke werfen sich da auf:

1. Wie sind dann gaaanz hohe Werte korrigierbar, wenn das Maxium der Konzentrationsausgleich ist? Liegt das daran, dass doch nicht alles modellhaft "plötzlich" geschieht, und das obige Modell nur regelnd wirkt? Oder ist es durchaus üblich mehrfach zu schießen? Gibt es hier Krankenpfleger oder Ärzte mit Erfahrung am Perfusor die Licht ins Dunkle bringen könnten? ;)

2. Wieso soll diese Methode die down -Regulation nicht so stark anwerfen als das Spritzen ins Unterhautfettgewebe? Theoretisch müsste ja mehr Insulin durch das i.v.-Spritzen wirken, da ja auch wieder Glukose zurückfließt.

Gruß, verwirrt,
Adrian

Trüffel:

--- Zitat von: Adrian am Juni 26, 2009, 12:36 ---2. Wieso soll diese Methode die down -Regulation nicht so stark anwerfen als das Spritzen ins Unterhautfettgewebe? Theoretisch müsste ja mehr Insulin durch das i.v.-Spritzen wirken, da ja auch wieder Glukose zurückfließt.

--- Ende Zitat ---

Nun, ich habe soeben den Telefonjoker in Althausen befragt und er erklärte mir das wie folgt.

Die Rezeptoren sind zwar anfangs genauso mit Insulin versorgt wie bei einer üblichen Korrektur, aber sie können sich besser regenerieren (die Dauer der Regeneration bleibt immer gleich).

Bei einer normalen Korrektur ist die Erholungsphase durchbrochen, weil ja ständig etwas Insulin dahertröpfelt

Kurz gesagt, der Grund ist, daß sich die Rezeptoren ungestört erholen können.

Mehr dürft ihr mich dazu aber nicht fragen, ich darf mich jetzt erstmal Schema B zuwenden.   :schwirr:

SabineS:
Hallo,

wow, tolle Antworten !  Lieben Dank an Euch !

Viele Grüße
Sabine

Joerg Moeller:

--- Zitat von: Adrian am Juni 26, 2009, 12:36 ---1. Wie sind dann gaaanz hohe Werte korrigierbar, wenn das Maxium der Konzentrationsausgleich ist? Liegt das daran, dass doch nicht alles modellhaft "plötzlich" geschieht, und das obige Modell nur regelnd wirkt? Oder ist es durchaus üblich mehrfach zu schießen? Gibt es hier Krankenpfleger oder Ärzte mit Erfahrung am Perfusor die Licht ins Dunkle bringen könnten? ;)

--- Ende Zitat ---

"Perfusorr" (=Spritzenpumpe) ist das Zauberwort. Mit einer Einmal-Gabe kannst du da ncht viel reißen. Per Infusion ging es auch, aber das wäre eher die Holzhammer-Methode. Mit Perfusor und regelmässiger BZ-Kontrolle hab ich bei meinen Pat. auf der Intensiv immer traumhafte Werte hingekriegt. Man muß dann nur den Kalium-Spiegel im Auge behalten, daher ist i.v. immer mit Vorsicht zu genießen. (Wenn man eh schon einen niedrigen Kalumspeigel hat könnte das zu Herzrhythmus-Störungen führen)


--- Zitat ---2. Wieso soll diese Methode die down -Regulation nicht so stark anwerfen als das Spritzen ins Unterhautfettgewebe? Theoretisch müsste ja mehr Insulin durch das i.v.-Spritzen wirken, da ja auch wieder Glukose zurückfließt.

--- Ende Zitat ---

HWZ von Insulin in der Blutbahn liegt bei 6-8 Minuten :zwinker:

Joa:

--- Zitat von: Adrian ---So hätte ich das verstanden...

--- Ende Zitat ---

Soweit ich zu verstehen meine, was Du verstanden hättest, würde ich noch mal kurz die Verhältnisse brauchen.

Also, wieviel Liter Blut/ZZW/Zellwasser jeweils im Spiel sind.

Da ich grade im Rheinland weile, komm ich derzeit an die Aufzeichnungen nicht ran.

Mit den konkreten Mengenverhältnissen sollte sich o.a. stehende Formel transparenter machen lassen?

Gruß
Joa

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln
Powered by SMFPacks Likes Pro Mod