Diabetesfragen > Allgemeiner Bereich
Neue Kriterien für DM-Bestimmung
maulwurfinchen:
Also, ich hab das anders verstanden. Die Verallgemeinerungen stammten von anderen Postern, manche Dinge sind nicht schön und man kann es nicht generalisieren. Aber ich habe schon genug Diabetiker (Typ 1 und Typ 2) getroffen, denen ihre Krankheit sch...egal ist, die sich an nichts halten und meistens am lautesten Jammern.
Die Frage, warum man sich nicht (falls Vorwarnungen bestanden haben) mit einer Verbesserung der Lebenssituation befasst, beantwortet keiner, dabei wäre ich da neugierig. Sicher sind die meisten, die sich null mit ihrem Diabetes befassen, nicht in einem Forum wie hier. Aber es gibt genügend solche Leute, das verstehe ich absolut nicht. Niemand erwartet eine komplette Änderung aller Gewohnheiten, auf alles zu verzichten, aber wenn ich damals bei meiner Ersteinstellung im KH gesehen habe, wie die Typ 2er mit ihrer Literflasche Cola rumliefen, ein Eis nach dem anderen gegessen haben und dann kam das Gejammer über die schreckliche Krankheit und dass sie doch schlimmerweise Insulin bräuchten, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Keiner sagt, dass jemand den ganzen Tag Sport treiben soll, garnichts "leckeres" mehr essen soll. Soweit ich das in diesem Thread verfolgt habe, hat das auch keiner gesagt. Es geht um eine langfristige und realistische Gewohnheitsumstellung, die natürlich auch mal Kuchen etc. erlaubt. Für mich ist es dasselbe wie bei Rauchern, es entzieht sich auch meinem Verständnis, warum Leute schon teilweise mit Folgeerkrankungen, nicht aufhören oder zumindest den Konsum heftigst reduzieren.
Warum das Ganze dann so aggressiv werden muss, verstehe ich nicht, besonders hier nicht. :kratz:
vreni:
Maulwurfinchen, man muss und kann nicht alles auf Anhieb verstehen............. Wenn man sich aber bemüht, versteht man mehrheitlich, warum sie sich so verhalten und die Gründe dafür. Gutheissen ist dann noch etwas anderes. Manche Menschen habe keine Wahl.
Aber was man sicher kann, Menschen akzeptieren, so wie sie halt sind oder man meidet ihre Gesellschaft.
maulwurfinchen:
Aber ist dann eine Nachfrage gleich schlimm? Irgendwie verstehe ich Angelheart anders, nämlich nicht so böse und einseitig, wie jetzt hier drauf eingedroschen wird.
Und ich finde nicht, dass man alles stillschweigend gutheissen muss. Wenn mich keiner auf meine Fehler hinweist, mache ich sie unweigerlich weiter, allerdings meine ich jetzt Unterstützung durch Ärzte, KK, Diabetesberaterinnen und in Foren.
Jo:
--- Zitat von: maulwurfinchen am Juni 17, 2009, 17:31 ---aber wenn ich damals bei meiner Ersteinstellung im KH gesehen habe, wie die Typ 2er mit ihrer Literflasche Cola rumliefen, ein Eis nach dem anderen gegessen haben und dann kam das Gejammer über die schreckliche Krankheit und dass sie doch schlimmerweise Insulin bräuchten, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
--- Ende Zitat ---
Siehst Du, maulwurfinchen,
und wieder die Verallgemeinerung "die Typ 2er". "Die". Ich bin SICHER, das es damals bei Dir im KH auch Typ 2er gab, die KEIN Cola getrunken haben und KEIN Eis gegessen haben, dafür spricht allein schon die Wahrscheinlichkeitrechnung. Aber wieder wird von "den" Typ 2ern geredet... Und genau diese Verallgemeinerungen verletzen. Zumindest Menschen, die seit Jahrzehnten darum kämpfen, ihre Essstörung und den Diabetes in den Griff zu bekommen, und schon sehr viel getan haben. Und ich bin sicher, dass ein gar nicht kleiner Teil der Menschen mit Typ 2 unter einer klinisch relevanten Essstörung leidet, ob die Betroffenen sich dessen bewusst sind oder nicht.
Schönen Gruss
Jo
weibchen:
Hallo ihr,
jetzt versuch ich auch mal was zu sagen, nachdem ich den größten Teil des Threads hier nachgelesen habe.
Leider ist das alles sehr viel komplexer.
Ich sach nur: 30 Jahre Diabetiker Typ I.
Auch mich hat das Insulin gemästet.
Ich hab 14 kilo davon jetzt nach einem halben Jahr Engagement dafür wieder runter.
Und das, obwohl ich eigentlich nur beweisen wollte, dass es trotz aller Bemühungen auch mit professioneller Unterstützung nicht funktioniert - eben weil Insulin dick macht.
Und obwohl ich erst kürzlich einen Artikel im Diabetes-Newsletter geschickt bekommen habe, in dem steht, dass Übergewicht bei Typ I-Diabetikern als Zeichen einer guten BZ-Einstellung gewertet und deshalb gewünscht ist.
Und das, obwohl man mir erklärt hat: Das ist eben so. und den Unterschied zwischen Typ I und Typ II erkennt man daran, dass ein Typ Ier erst schlank ist und dick ist, sobald er eine gute BZ-Einstlelung hat und beim Typ IIer ist es umgekehrt.
Und ein guter Bekannter von mir ist Diabetologe und der hat mir gesagt, ich könnte mich glücklich schätzen, dass ich die nötige Intelligenz besitze, um meinen Diabetes zu managen. Bei den meisten Menschen sei das leider eben nicht so. Bei dem größten Teil seiner Patienten könne er deshalb nur versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben.
Man sieht immer nur die Menschen im eigenen Umfeld und die sind meistens ähnlich drauf wie man selbst. Aber guckt euch doch mal um. Im Bus oder im Supermarkt. Und dann überlegt mal: Wer von denen ist wohl in der Lage, seinen Diabetes wirklich im Alltag zu managen. Auch dann, wenn er sich eben nicht nach Plan und Schema F verhält. Ich glaube, das wirkliche Leben sieht einfach anders aus als im Lehrbuch.
Und: Wohlverhalten wird nicht unbedingt belohnt und auch wenn man alles richtig macht, kanns schief gehen und auch wenn man den Diabetes nicht so in den Griff bekommt, wie die Theoretiker sich das vorstellen, kann man dennoch glücklich und in Frieden leben und möglicherweise trotzdem von Spätschäden verschont bleiben (wie ich) Aber eins kann ich euch trotzdem sagen: Auch wer immer alles richtig macht und sich an alle Empfehlungen hält: Am Ende werden wir alle trotzdem sterben . . .
tschüss bis denn
sagt
Regina
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